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Donnerstag, 26.11.2020
 
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Kulturnachrichten

Montag, 12. Oktober 2020

Deutscher Buchpreis für Anne Weber

Die Schriftstellerin Anne Weber hat den Deutschen Buchpreis 2020 bekommen. Das gab die Jury am Abend in Frankfurt am Main bekannt. Weber wurde für ihren Roman "Annette, ein Heldinnenepos" ausgezeichnet. Das Buch erzählt in Versform die Lebensgeschichte der französischen Widerstandskämpferin Anne Beaumanoir. Die Kraft von Anne Webers Erzählung könne sich mit der Kraft ihrer Heldin messen, hieß es in der Begründung der Jury. Das Buch sei eine Geschichte voller Härten, die Weber aber mit souveräner Dezenz und feiner Ironie erzähle. Die Preisverleihung im Kaisersaal des Rathauses Römer fand coronabedingt ohne Publikum statt. Die Auszeichnung ist mit 25.000 Euro dotiert.

Kein Holocaust-Leugnen mehr bei Facebook

Facebook will künftig Inhalte, die den Holocaust leugnen oder verharmlosen, in seinen Netzwerken verbieten. Die Richtlinien für Hassreden würden entsprechend ergänzt, teilte das Unternehmen mit. Vor zwei Jahren hatte Firmengründer Mark Zuckerberg in einem Interview noch gesagt, obwohl er das Leugnen der Ermordung von Millionen von Juden durch die Nazis abstoßend finde, sollte Facebook solche Inhalte nicht zensieren. Nun erklärte Zuckerberg, seine Haltung habe sich geändert. "Angesichts von Daten, die zeigen, dass antisemitische Gewalt zunimmt, hat sich mein Denken weiterentwickelt, ebenso wie unsere Regeln zu Hassreden", schrieb er auf Facebook.

Dirigent Donald Runnicles in den Adelsstand erhoben

Der Generalmusikdirektor der Deutschen Oper in Berlin, Donald Runnicles, ist in Großbritannien in den niederen Adelsstand erhoben worden. Königin Elizabeth II. würdigt damit seine Verdienste um die Musik. Der Intendant der Deutschen Oper, Schwarz, teilte mit, man beglückwünsche den Chefdirigenten von ganzem Herzen. Die Liste der Namen war am Freitag veröffentlicht worden. Der 65-jährige Runnicles stammt aus Schottland und ist seit 2009 Generalmusikdirektor der Deutschen Oper.

Kein Gesetzentwurf in weiblicher Sprachform

Das Bundesjustizministerium hat erstmals einen Gesetzesentwurf komplett in der weiblichen Begriffsform formuliert - und stößt damit auf Widerstand in der Bundesregierung. Das Bundesinnenministerium lehnte den Referentenentwurf ab und forderte eine sprachliche Überarbeitung, wie ein Sprecher sagte. Als Grund gab er Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit eines Gesetzes an, in dem nur weibliche Sprachformen verwendet werden. Laut Innenministerium sei das generische Maskulinum - also die Verwendung der männlichen Bezeichnung - anerkannt für Menschen von männlichem und weiblichem Geschlecht.

Frankfurter Buchmesse nun doch ohne Publikum

Die Frankfurter Buchmesse wird in diesem Jahr auf dem Messegelände nun doch völlig ohne Besucherinnen und Besucher stattfinden. Der Grund seien steigende Corona-Infektionszahlen in Frankfurt und bundesweit, teilten die Veranstalter mit. Das Bühnenprogramm werde nun nur mit den Autorinnen und Moderatoren stattfinden und im Internet übertragen. Auch die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels werde nun ohne geladenes Publikum stattfinden, aber im Fernsehen live übertragen.

Margrethe Vestager erhält Marion-Dönhoff-Preis

Die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Margrethe Vestager, bekommt den Marion-Dönhoff-Preis 2020. Sie stehe mit aller Kraft für einen offenen und fairen Markt ein und leiste somit einen bedeutenden Beitrag zur Durchsetzung der Grundsätze und Gesetze der EU, erklärte die Jury. Der Hamburger Verein "Viva con Agua" bekommt den Förderpreis. Die Non-Profit-Organisation mache mit ihren Projekten für bessere Trinkwasser- und sanitäre Grundversorgung darauf aufmerksam, dass die Versorgung mit Wasser ein Menschenrecht sei, so die Jury. Beide Auszeichnungen sind mit jeweils 20.000 Euro dotiert. Die Verleihung findet am 6. Dezember im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg statt.

Mumifizierte Köpfe an Neuseeland zurückgegeben

Das Ethnologische Museum in Berlin hat zwei mumifizierte Köpfe an Neuseeland zurückgegeben. Mit einer Zeremonie und Gebeten wurde heute die Heimreise vorbereitet. Kulturstaatsministerin Grütters sprach in einer Mitteilung von einem weiteren, wichtigen "Zeichen der Versöhnung an die vom Kolonialismus betroffenen Gesellschaften". Die tätowierten Maori-Männerköpfe waren im 19. Jahrhundert begehrte Sammler-Objekte. Wegen der Nachfrage in Europa waren für den Handel auch Sklaven und Kriegsgefangene tätowiert und getötet worden.
Seit 2003 hat das Nationalmuseum den Auftrag, Überreste der Maori nach Neuseeland zurückzuführen.

Sudetendeutsches Museum in München eröffnet

In München ist das Sudetendeutsche Museum mit einem Festakt eröffnet worden. Kulturstaatsministerin Grütters sagte, das vielfältige Kulturerbe der Sudetendeutschen erhalte damit einen zeitgemäßen Erinnerungsort. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden rund drei Millionen Sudetendeutsche aus der Tschechoslowakei vertrieben. Viele von ihnen fanden in Bayern eine neue Heimat. Berühmte Sudetendeutsche sind unter anderen der Komponist Gustav Mahler, der Dichter Rainer Maria Rilke und der Fabrikant Oskar Schindler. Das Museum zeigt mehr als 900 Ausstellungsstücke und wird mit zehn Millionen Euro vom Bund gefördert.

23.000 Musiklehrer an Grundschulen fehlen

An deutschen Grundschulen fehlen laut einer Studie 23.000 ausgebildete Musiklehrer. Lediglich knapp 43 Prozent der Unterrichtsstunden würden von ausgebildeten Musiklehrkräften erteilt. Der Anteil variiere stark zwischen den Ländern und liege zwischen etwa 11 Prozent und 72 Prozent. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Musikräte und der Bertelsmann Stiftung. Der Studie zufolge könnte der Mangel in den kommenden acht Jahren auf etwa 25.280 Musiklehrkräfte steigen. Der Anteil des fachgerecht erteilten Musikunterrichts werde demnach voraussichtlich von 42,8 Prozent auf 39 Prozent im Bundesdurchschnitt sinken, wobei es weiterhin starke Unterschiede zwischen den Bundesländern gebe. Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz Stefanie Hubig sagte: "Wir beobachten mit Bedauern, dass in den Familien immer weniger gesungen und musiziert wird. Hier sind Schulen und Kindergärten besonders gefordert."

Verein warnt vor "stillem Kultursterben"

Der Bundesverband Freie Darstellende Künste e.V. sorgt sich wegen der anhaltenden Corona-Maßnahmen um die Zukunft der Künstler in Deutschland. Viele Kunstschaffende hätten bis zur Jahresmitte mit den staatlichen Hilfen überleben können, sagte der Geschäftsführer des Vereins, Stephan Behrmann, im Deutschlandfunk. "Wenn wir auf die zweite Jahreshälfte gucken und auf das, was dann, auch 2022, passiert, da ist eine große Sorge, dass viele das nicht überleben", sagte Behrmann. Es gebe neben den Insolvenzzahlen auch ein "stilles Kultursterben", bei dem viele den Beruf wechselten oder nicht mehr zur Verfügung stünden. "Und wenn das passiert - diese Strukturen sind dann irreversibel kaputt und nicht zu ersetzen", so Behrmann.

Fritz-Reuter-Literaturpreis an Gisbert Strotdrees

Der Journalist und Historiker Gisbert Strotdrees erhält den Fritz-Reuter-Literaturpreis für sein Buch "Im Anfang war die Woort. Flurnamen in Westfalen". Das Buch basiert auf einer Artikelserie des Autors im "Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben" in Münster, wie das Fritz-Reuter-Literaturmusem in Stavenhagen mitteilte. Strotdrees hat laut Jury die Erkenntnisse aus dem "Westfälischen Flurnamenatlas" zu einer hochinteressanten Lektüre für jedermann aufbereitet und Sprachgeschichte, Sprachgeographie, Siedlungsgeschichte sowie Landwirtschaftsgeschichte verwoben. Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert.

Literaturfestival "lit.Ruhr" mit guter Auslastung beendet

Mit dem Themenabend "Alles Idioten" mit der Komikerin Cordula Stratmann und dem Schauspieler Bjarne Mädel ist am Sonntagabend das Literaturfestival "lit.Ruhr" zu Ende gegangen. Ungeachtet vielerorts steigender Corona-Infektionszahlen war die vierte Ausgabe der "lit.Ruhr" in den vergangenen Tagen gut ausgelastet, wie eine Sprecherin mitteilte. Insgesamt hätten rund 10.000 Besucher an den 69 Veranstaltungen teilgenommen. Das entspreche einer Auslastung von 92 Prozent. Die Veranstaltung fand unter verschärften Hygienemaßnahmen auf dem Gelände der Zeche Zollverein in Essen statt.

Kolumbus-Statue in Mexiko-Stadt abgebaut

Angesichts drohender Proteste gegen die Verherrlichung des kolonialen Erbes ist in Mexiko-Stadt eine Statue von Christoph Kolumbus abgebaut worden. Linke Gruppen hatten damit gedroht, die Figur des Seefahrers morgen vom Sockel zu stoßen. Am 12. Oktober wird in zahlreichen Ländern an die Ankunft von Kolumbus in Amerika im Jahr 1492 erinnert. Bürgermeisterin Sheinbaum plädierte für eine Debatte darüber, ob die Figur überhaupt wieder aufgestellt werden sollte. Zuletzt hatte es in den USA immer wieder Proteste gegen die Statuen von Sklavenhaltern und Generälen der Südstaaten gegeben. Auch in Europa wird zunehmend kritisch über den Umgang mit dem kolonialen Erbe diskutiert.

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