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Donnerstag, 26.11.2020
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 8. Oktober 2020

Der persische Musikmeister Shajarian ist tot

Der Meister persischer Musik, Mohammad Reza Shajarian, ist im Alter von 80 Jahren in einem Krankenhaus in Teheran gestorben. Das gab das iranische Staatsfernsehen bekannt. Shajarian war ein berühmter Sänger traditioneller persischer Musik und Komponist. Die Revolution gegen den Schah im Jahr 1979 unterstützte er mit Revolutionsliedern. Später verbot er der Regierung, seine Musik zu verwenden. 2009 solidarisierte er sich mit den Protesten nach den iranischen Präsidentschaftswahlen. Er veröffentlichte das Lied "Sprache des Feuers", in dem er dazu aufrief, friedlich über die Entwicklung des Landes zu diskutieren.

Film Festival Cologne endet mit Preisverleihungen

Mit der Verleihung der Film Festival Cologne Awards ist die 30. Ausgabe des Kölner Kulturevents zu Ende gegangen. Der mit 25.000 Euro dotierte Filmpreis Köln ging an Dominik Graf. Der deutsche Filmemacher werde "für seinen besonderen Beitrag zur Weiterentwicklung der Film- und Mediensprache geehrt", hieß es. Den mit 20.000 Euro dotierten Filmpreis NRW für den Dokumentarfilm "Mit eigenen Augen" über journalistische Recherchen zum Thema Rechtsextremismus nahmen Harry Flöter, Regina Jorissen und Jörg Siepmann entgegen. Die jeweils mit 10.000 Euro dotierten Schauspielpreise bekamen Sandra Hüller für ihre Leistung in dem Drama "Proxima" und der dänische Schauspieler Mads Mikkelsen für seine Hauptrolle im Filmdrama "Another Round". Dessen Regisseur und Autor Thomas Vinterberg wurde mit dem ebenfalls mit 10.000 Euro dotierten Hollywood Reporter Award für den besten fiktionalen Beitrag geehrt.

„Europäische Allianz der Akademien“ soll initiiert werden

Auf Einladung der Akademie der Künste und anlässlich der deutschen EU-Ratspräsidentschaft haben sich rund 70 Vertreterinnen und Vertreter europäischer Kunstakademien und Kulturinstitutionen zu einer hybriden dreitägigen Konferenz getroffen, um eine „Europäische Allianz der Akademien“ zu initiieren. Man erlebe derzeit eine Kulturpolitik in Europa, die Kunst und Kultur nur national begreife, hieß es. Autonomie und Internationalität der Akademien, Museen und Kulturinstitutionen seien dadurch in Gefahr. Am 10. Oktober soll ein gemeinsames Manifest veröffentlicht werden, das Handlungsmöglichkeiten formuliere und die Aufgabe, die Europäische Union als kulturelles Projekt für die Zukunft zu sichern.

Irina Liebmann erhält Uwe-Johnson-Preis

Die Schriftstellerin Irina Liebmann erhält am Freitag in Berlin den diesjährigen Uwe-Johnson-Preis. Die feierliche Übergabe soll, trotz Corona-Einschränkungen, in der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommerns über die Bühne gehen. Die 77-jährige Liebmann erhält die Ehrung für ihren Roman "Die Große Hamburger Straße". Der Preis ist mit 20 000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre an Autoren vergeben, in deren Schaffen sich Parallelen zur Poetik von Uwe Johnson (1934-1984) finden.

Frankfurter Buchmesse Film Awards stehen fest

Die Gewinnertitel der Frankfurter Buchmesse Film Awards 2020 stehen fest. In vier Kategorien wurden die besten Buchadaptionen heute bekannt gegeben. Gewonnen hat Charlie Kaufman mit seinem Drehbuch für die Verfilmung des Romans „I’m Thinking of Ending Things" von Iain Reid. Maria Schrader gewinnt in der Kategorie Miniserie mit "Unorthodox" nach der Vorlage von Deborah Feldman. Caroline Link wurde mit ihrem Film "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl" nach dem Roman von Judith Kerr in der Kategorie "Kinder und Jugendliche" ausgewählt. Und in der Kategorie „Beste Adaption eines illustrierten Buchs hat "French New Wave gewonnen" – ein Film, der das gleichnamige Film-Genre collagiert. Die Preise werden im Rahmen einer Livestream-Veranstaltung am Freitag verliehen.

Grütters fordert KZ-Gedenkstättenbesuche für Polizisten

Kulturstaatsministerin Grütters hat verbindliche Besuche in KZ-Gedenkstätten für bestimmte Berufsgruppen gefordert, unter anderem für Polizisten. Man müsse nicht nur Schüler erreichen, sondern auch diejenigen, die als Vermittler und Vorbilder wirken, erklärte Grütters in Berlin. Als Beispiele nannte sie angehende Lehrer, Polizisten und Offizierschüler bei der Bundeswehr. Besuche in Gedenkstätten sollten in ihrer Ausbildung einen festen Platz haben, sagte Grütters auch mit Blick auf den morgigen Jahrestag des antisemitischen Anschlags in Halle. Nach ihrer Vorstellung soll der 9. Oktober künftig als jüdischer Aktionstag begangen werden, um jüdisches Leben sichtbarer zu machen und Vorurteilen zu begegnen.

Schriftsteller Günter de Bruyn gestorben

Der Schriftsteller Günter de Bruyn ("Buridans Esel") ist tot. Er starb im Alter von 93 Jahren, wie der Landkreis Oder-Spree unter Berufung auf de Bruyns Familie mitteilte. Zuerst hatten mehrere Medien darüber berichtet. De Bruyns Werk besteht unter anderem aus autobiographisch gefärbten Romanen und Erzählungen, die sich kritisch mit dem Privatleben der Kulturschaffenden in der DDR auseinandersetzen. De Bruyn galt als ein ruhiger Schriftsteller, dessen kritische Worte deswegen aber umso mehr galten. Nach der Wiedervereinigung schrieb er vor allem Sachbücher. Großen Erfolg hatte er in den 1990er-Jahren mit zwei Büchern zu seiner Autobiographie.

Literaturnobelpreis geht an Amerikanerin Louise Glück

Die amerikanische Poetin Louise Glück erhält in diesem Jahr den Literaturnobelpreis. Das gab die Schwedische Akademie in Stockholm bekannt. Sie erhalte die Auszeichnung für ihre unverkennbare poetische Stimme, die mit strenger Schönheit individuelle Existenz allgemeingültig mache, sagte Akademiesekretär Mats Malm. Ein Themenschwerpunkt in Glücks Gedichten ist die Auseinandersetzung des Menschen mit den Unwägbarkeiten der Natur. Bis 2003 war sie vier Jahre Kanzlerin der Academy of American Poets. Seit 2004 ist Glück Rosenkranz Writer in Residence und Professor für Englisch an der Yale University.

Filmfestival DOK Leipzig gibt Wettbewerbsfilme bekannt

Das Internationale Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm DOK Leizig hat sein Programm vorgestellt. Im Internationalen Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm ist eine Reihe renommierter Filmschaffender vertreten, so etwa die US-amerikanische Künstlerin Shelly Silver mit der Weltpremiere ihrer neuen Arbeit "Girls/Museum" – eine Arbeit über die Auseinandersetzung mit Kunstwerken. Weltpremiere feiert außerdem "Children" der israelischen Regisseurin Ada Ushpiz über palästinensische Minderjährige. Insgesamt zeigt das 7-tägige Festival, das am 26.Oktober beginnt, 150 Filme mit rund 40 Weltpremieren. Der beste Wettbewerbsfilm wir mit der „Goldenen Taube" ausgezeichnet – der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Iranische Menschenrechtlerin Mohammadi ist frei

Die iranische Menschenrechtlerin Nargess Mohammadi ist frei. Das bestätigte ein Sprecher der Justizbehörde in Sandschan im Nordwesten des Iran. Die 48-jährige war wegen Propaganda gegen das islamische Regime zu zehn Jahren Haft verurteilt worden, kam jedoch nach achteinhalb Jahren frei, so der Sprecher laut Nachrichtenagentur Tasnim. Die Journalistin und Autorin Narges Mohammadi ist eine der bekanntesten Frauen- und Menschenrechtlerinnen im Iran. Vor ihrer Verhaftung war sie Vizepräsidentin und Sprecherin des Zentrums für Menschenrechtsverteidiger. 2011 wurde sie für ihren Kampf für Menschenrechte und die Freiheit der Frau von der schwedischen Regierung mit dem „Per Anger“ Preis ausgezeichnet. 2016 erhielt sie den Menschenrechtspreis der Stadt Weimar.

Eisenacher Lutherhaus erhält Ai Weiwei Skulptur

Die Skulptur "man in a cube" von Ai Weiwei wird am Freitag an das Eisenacher Lutherhaus übergeben. Das Werk hatte der Künstler aus Anlass des 500. Reformationsjubiläums für eine Wittenberger Ausstellung im Jahr 2017 geschaffen. Die Skulptur sei eine Möglichkeit, sich Martin Luther und der Reformation auf neue Weise zu nähern, sagte Museumschef Jochen Birkenmeier dem Evangelischen Pressedienst. Die Auseinandersetzung eines nicht-christlichen Künstlers mit Luther sei für ihn eine Einladung, Vergangenheit und Gegenwart der Reformation neu zu entdecken. Mit seiner zweiteiligen Betonskulptur beziehe er sich auf seine Gefangenschaft im Jahr 2011, so Ai Weiwei. An der Finanzierung des rund eine halbe Million Euro teuren Vorhabens beteiligten sich das Land, die Evangelische Kirche, verschiedene Stiftungen und Einzelspender.

Deutscher Literaturfonds ehrt Felicitas Hoppe

Die Schriftstellerin Felicitas Hoppe ist mit dem erstmals ausgelobten Großen Preis des Deutschen Literaturfonds geehrt worden. Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des Fonds wurde die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung in Berlin verliehen. Hoppe ist Jahrgang 1960 und hat unter anderem die Romane "Pigafetta", "Prawda - Eine amerikanische Reise" und "Johanna" veröffentlicht. Kulturstaatsministerin Grütters würdigte Hoppe als Literatin, die facettenreich und brillant mit Sprache umzugehen verstehe. Sie umkreise leidenschaftlich fabulierend Fragen der Identität. Der Deutsche Literaturfonds widmet sich seit 1980 der Förderung deutschsprachiger Gegenwartsliteratur.

Fahrplan für Eröffnung des Humboldt Forums

Generalintendant Hartmut Dorgerloh hat den Fahrplan für die Eröffnung des Humboldt Forums in Berlin bekannt gegeben. Nach jahrelanger Verzögerung, mehrfacher Verlegung und deutlicher Kostensteigerung soll nun am 17. Dezember ein Eröffnungsjahr beginnen. In den ersten 14 Tagen können Interessierte zunächst den neuen Stadtraum erkunden, hieß es. Von Januar an sollen erste Teile des Kultur- und Ausstellungszentrums zunächst für vier Tage pro Woche öffnen. Regulärer Betrieb in einigen Bereichen ist von Ostern an geplant. Die ursprünglich zu einer der geplatzten Eröffnungen angekündigte große Elfenbeinausstellung ist nun von Mai 2021 an vorgesehen. Auf allen Ebenen soll das Haus erst zur Jahreswende 2021/22 zugänglich sein, dann sind auch erste Ausstellungen von Ethnologischem Museum und Museum für Asiatische Kunst geplant.

Gutachten zu kolonialer Raubkunst in den Niederlanden

Die Niederlande sollten die aus früheren Kolonien geraubten Kulturschätze zurückgeben. Zu diesem Ergebnis kommt eine im Auftrag der Regierung eingesetzte Sachverständigenkommission in einem Gutachten. Das Unrecht müsse anerkannt und den ursprünglichen Eigentümern die Rückgabe der Objekte zumindest angeboten werden. Die Kommission schätzt, dass es um Hunderttausende Objekte in Museen und Sammlungen geht. Das Kulturministerium will auf Grundlage des Gutachtens über den Umgang mit Objekten aus den ehemaligen Kolonien entscheiden.

Mao-Kalligrafie wurde in zwei Teile geschnitten

Eine gestohlene Kalligrafie-Schriftrolle des chinesischen Revolutionsführers Mao Tsetung ist in zwei Teile geschnitten wieder aufgetaucht. Das auf einen Millionenwert geschätzte Schriftstück sei Ende September beschädigt in Hongkong gefunden worden. Der Käufer der Rolle habe sie für umgerechnet etwa 55 Euro erworben und zerschnitten, weil er sie für eine Fälschung hielt. Das berichtete die Zeitung "South China Morning Post". Die Schriftrolle war nach Polizeiangaben Teil eines millionenschweren Diebesguts. Sie war im September aus der Wohnung eines Kunstsammlers gestohlen worden. Die Hongkonger Polizei hat drei Männer in Verbindung mit dem Diebstahl festgenommen.

Da Vinci hat "verlorenes" Meisterwerk nie gemalt

Eine jahrhundertelange Jagd nach einem Gemälde von Leonardo da Vinci hat eine Gruppe von Kunsthistorikern in Florenz für beendet erklärt. Das Renaissance-Genie habe die legendäre "Schlacht von Anghiari" nie gemalt hat. Der italienische Forscher Maurizio Seracini endgültig machte 2012 Schlagzeilen, als er einen Durchbruch bei der Suche nach dem verlorenen Werk verkündete. Seracini bohrte kleine Löcher durch ein Fresko im Palazzo Vecchio in Florenz und sagte, er habe dahinter eine Wand mit Spuren von schwarzem Pigment gefunden, ähnlich dem, das auf Leonardos "Mona Lisa" gefunden wurde. Den Experten zufolge sei Leonardo jedoch nur dazu gekommen, vorbereitende Zeichnungen für das großformatige Wandbild anzufertigen, das Anfang des 16. Jahrhunderts bei ihm in Auftrag gegeben worden war.

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