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Donnerstag, 26.11.2020
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 6. Oktober 2020

Gitarrist Eddie Van Halen gestorben

Der niederländisch-US-amerikanische Rockmusiker und Gitarrist Eddie Van Halen ist tot. Der 65-Jährige starb am Dienstag an Krebs, schrieb sein Sohn Wolfgang auf Twitter. Eddie van Halen gründete in den 1970er-Jahren zusammen mit seinem Bruder und Schlagzeuger Alex die Hard-Rock-Band Van Halen. Ihre Alben "Van Halen" und "1984" sowie die Songs "Runnin’ with the Devil" und "Jump" gelten als Meilensteine der Rock'n'Roll-Geschichte. In einer Liste der besten Gitarristen des Musikmagazins Rollin Stone belegt Eddie Van Halen Rang acht.

Anja Kampmann im Rennen um National Book Award

Die deutsche Schriftstellerin Anja Kampmann ist mit ihrem Debütroman "Wie hoch die Wasser steigen" weiter im Rennen um den National Book Award - einem der renommiertesten Literaturpreise der USA. Das Werk ist eines von vier weiteren, die es in der Kategorie der übersetzten Bücher auf die sogenannte Short List geschafft haben, wie die National Book Foundation mitteilte. Ins Englische übersetzt wurde Kampmanns 2018 erschienener Roman von Anne Posten. Mitbewerberinnen der Deutschen in der Übersetzungskategorie sind Jonas Hassen Khemiri mit "The Family Clause", die Japanerin Yu Miri mit "Tokyo Ueno Station", die Kolumbianerin Pilar Quintana mit "Hündin" und die Palästinenserin Adania Shibli mit "Minor Detail". Die Gewinner der National Book Awards werden am 18. November bekannt gegeben.

Nationalpark Bayerischer Wald wird vergrößert

Deutschlands ältester Nationalpark wächst: Anlässlich des 50. Geburtstags wird der Bayerische Wald im Osten Niederbayerns um rund 600 Hektar auf über 24.850 Hektar erweitert. Das hat Bayerns Staatsregierung in München beschlossen. Damit werde das Gebiet zum größten deutschen Wald-Nationalpark weiterentwickelt, hieß es. Außerdem würden bis 2024 rund 3,5 Millionen Euro für neue Besucherprojekte bereitgestellt, um die Attraktivität des Nationalparks zu steigern. Der Bayerische Wald bildet heute mit dem tschechischen Nachbar-Nationalpark Sumava das größte zusammenhängende Waldschutzgebiet Mitteleuropas. Rund 10.000 Tier- sowie 4.000 Pflanzen- und Pilzarten leben dort, manche von ihnen sind bundesweit einzigartig.

Europäischer Filmpreis bekommt eine neue Kategorie

Der Europäische Filmpreis wird künftig in einer weiteren Kategorie vergeben. Die neue Auszeichnung für "innovatives Storytelling" geht an den Regisseur Mark Cousins für sein Projekt "Women Make Film: A New Road Movie Through Cinema". Damit werde einer "bahnbrechenden Dokumentarfilmproduktion" Tribut gezollt, teilte die Europäische Filmakademie (EFA) in Berlin mit. Sie sprach von "einer 14-stündigen Odyssee, die dem Zuschauer viele erstaunliche, aber oft übersehene Autorinnen des Kinos vorstellt". Der Europäische Filmpreis soll im Dezember verliehen werden.

Stage Entertainment: Erst 2021 wieder Musicals

Das Musical-Unternehmen Stage Entertainment sieht erst im neuen Jahr Chancen für die Wiederaufnahme der ersten Shows und Musicals in Deutschland. Voraussetzung sei eine Wirtschaftlichkeit der Produktionen, sagte Geschäftsführerin Uschi Neuss in Hamburg. Mit derzeit überall deutlich unter 1000 erlaubten Plätzen wären Aufführungen klar defizitär. Behördlich genehmigte Erhöhungen seien angesichts der aktuellen Corona-Situation für 2020 mehr als unrealistisch.
Stage setzt auf eine sukzessive Öffnung ihrer Häuser ab Anfang 2021. So soll an jedem Standort zunächst je ein Theater wiedereröffnen.

"Blacklist"-Schauspieler Clark Middleton gestorben

Der aus Serien wie dem Netflix-Hit "The Blacklist" und Filmen wie "Kill Bill - Volume 2" bekannte Schauspieler Clark Middleton ist tot. Wie seine Frau bestätigte, starb der 63-Jährige schon am Sonntag am West-Nil-Fieber. Zu Middletons Rollen gehörten auch Auftritte in Serien wie "Law & Order", im 2015 oscarprämierten Film "Birdman" oder dem David-Lynch-Revival "Twin Peaks".

Deutscher erhält Physik-Nobelpreis

Der Physik-Nobelpreis 2020 geht an den deutschen Astrophysiker Reinhard Genzel, den britischen Forscher Roger Penrose und die US-Astronomin Andrea Ghez. Das gab die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften bekannt. Sie würden für Forschung zu Schwarzen Löchern beziehungsweise die Entdeckung eines supermassiven kompakten Objekts in unserer Galaxie geehrt.

Zöllner finden Renoir-Gemälde im Kofferraum

Bei einer Fahrzeugkontrolle haben Zöllner an der deutsch-schweizerischen Grenze ein Gemälde des französischen Impressionisten Pierre-Auguste Renoir entdeckt. Ein 67-Jähriger hatte versucht, das Gemälde im Wert von 120 000 Euro über die Grenze im Landkreis Konstanz nach Deutschland zu schmuggeln, wie das Hauptzollamt Singen mitteilte. Der Fahrer gab an, das Werk für eine Galerie nach Prag bringen zu wollen. Weil der Bote an der Grenze angegeben hatte, keine anmeldepflichtige Ware dabei zu haben, wurde gegen ihn ein Strafverfahren wegen versuchter Steuerhinterziehung eingeleitet. Außerdem sind Einfuhrabgaben und Sicherheitsleistungen in Höhe von 12 000 Euro fällig. Das laut Zoll etwa 30 Mal 25 Zentimeter große Gemälde zeigt eine Landschaft und wurde bis zur Zahlung sichergestellt.

EuGH: Ungarisches Hochschulgesetz nicht rechtens

Das ungarische Hochschulgesetz ist mit europäischem Recht nicht vereinbar. Es verstoße gegen die Grundrechtecharta der EU, entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg. Das Gericht gab damit einer Vertragsverletzungsklage der Kommission gegen Ungarn statt. Nach einer Änderung des Hochschulrechts im Jahr 2017 dürfen ausländische Universitäten in Ungarn nur noch Abschlüsse vergeben, wenn darüber erstens ein Vertrag zwischen beiden Ländern besteht und die Hochschule zweitens auch im Herkunftsland tätig ist. Diese Neuregelung betraf konkret nur die vom US-Investor George Soros geförderte Central European University. Die Regelungen veränderten den Wettbewerb zum Nachteil von ausländischen Hochschulen, entschied der EuGH nun. Zudem gefährdeten sie die akademische Freiheit.

Übersetzungsprojekt zu Keilschriften aus Babylon

Altorientalisten der Universitäten Würzburg und Marburg wollen tausende Jahre alte Keilschriften aus Babylon in digitaler und gedruckter Form erschließen. Die Schriften umfassen eine Zeitspanne, die sich vom frühen 2. Jahrtausend vor Christus bis zur Zeitenwende erstreckt, wie die Universität Würzburg mitteilte. Gefördert werde das Projekt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit rund 200.000 Euro. Ziel sei es, die Arbeiten binnen drei Jahren abzuschließen. Bei der Erschließung könne Künstliche Intelligenz nicht helfen. Man benötige gerade bei einem schlechten Zustand der Tafeln "Menschen mit Erfahrung im Lesen von Keilschriften - und damit mit der entsprechenden Fantasie".

Dixieland Festival Dresden trauert um Karlheinz Drechsel

Das internationale Dixieland Festival Dresden trauert um seinen Mitbegründer und langjährigen Moderator Karlheinz Drechsel. Am Montagabend habe das Festival die Nachricht vom Tod des beliebten Jazzkritikers erreicht, teilte Sprecher Hendrik Meyer mit. Der gebürtige Dresdner Drechsel wäre am 14. November 90 Jahre alt geworden. Ein größeres Publikum in Ostdeutschland kannte ihn als Moderator mehrere Jazz-Sendungen im Radio. Dabei beeindruckte „Dr. Jazz, so sein Spitzname in der DDR, stets mit seinem lexikalischen Wissen. Als Moderator des Dixieland Festivals in Dresden bewies er mit vielen Anekdoten aus der Welt des Jazz Entertainerqualitäten. 2004 erhielt Drechsel das Bundesverdienstkreuz und im selben Jahr die Ehrenmedaille Dresdens.

Corona: 2021 vielleicht ohne Kulturhauptstädte

Die weltweite Corona-Pandemie bringt den Fahrplan für die Zuteilung des Titels der Europäischen Kulturhauptstadt ins Wanken. So droht das Kulturhauptstadtjahr 2021 für Timisoara (Rumänien) und Novi Sad (Serbien) um ein oder zwei Jahre verschoben zu werden. Das sagte Ivan Sarar, der das Programm für die diesjährige Kulturhauptstadt Rijeka in Kroatien macht, der Deutschen Presse-Agentur. Es könne sein, dass es 2021 gar keine Europäische Kulturhauptstadt gebe. Dies sei aber bislang lediglich ein Vorschlag, der vom zuständigen europäischen Gremium noch nicht beschlossen worden sei.

Nach Bond-Kinostart nun auch "Dune" verschoben

Eine weitere Enttäuschung für Kinogänger: Nach dem jüngsten Aufschub des neuen James-Bond-Films "Keine Zeit zu sterben" trifft es nun auch die Großproduktion "Dune". Statt Mitte Dezember soll die Neuverfilmung der Science-Fiction-Saga erst im kommenden Herbst in die Kinos kommen. Nach der "Dune"-Verfilmung ("Der Wüstenplanet") von David Lynch im Jahr 1984 hat der Kanadier Denis Villeneuve das Sci-Fi-Epos mit Timothée Chalamet, Oscar Isaac und Josh Brolin für Warner Bros. neu aufgelegt. Von solchen Blockbustern hatte die von der Corona-Krise stark betroffene Filmbranche eine baldige Wiederbelebung des Kinogeschäfts erwartet.

Elbphilharmonie in Corona-Krise meist ausverkauft

Auch in der Corona-Pandemie ist die Nachfrage nach Tickets für die Hamburger Elbphilharmonie hoch. Das sagte Sprecher Tom R. Schulz auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Nahezu alle Konzerte mit der derzeit möglichen Kapazität von rund 30 Prozent seien ausverkauft. Das berühmte Konzerthaus im Hafen war Anfang September unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregeln in die neue Saison gestartet. Aufgrund von Reisebeschränkungen der Künstler und Abstandsregelungen auf der Bühne gab es bei einem Großteil der bisher angekündigten Veranstaltungen Umbesetzungen und Programmänderungen. Um vielen Menschen den Besuch zu ermöglichen, werden zahlreiche einstündige Konzerte zweimal nacheinander gespielt.

Plagiatsprozess um Led Zeppelin endgültig vorbei

Der Plagiatsprozess um die Band Led Zeppelin und ihren Song "Stairway to Heaven" ist endgültig abgeschlossen. Der Oberste Gerichtshof der USA lehnte es ab, den Fall anzuhören und hat ihn damit beendet. In dem Prozess mussten sich Gitarrist Jimmy Page (76) und Sänger Robert Plant (71) gegen den Vorwurf wehren, die Gitarren-Anfangsakkorde von "Stairway to Heaven" (1971) von dem Lied "Taurus" (1968) der US-Band Spirit abgekupfert zu haben. Led Zeppelin hatte den Fall 2016 und im März auch das Berufungsverfahren gewonnen. Es ging dabei auch um Tantiemen in Millionenhöhe.

Seltener Diamant für 13 Millionen Euro versteigert

In Hongkong ist ein seltener Diamant für umgerechnet 13,3 Millionen Euro versteigert worden. Den Zuschlag erhielt ein privater Sammler aus Japan. Er nannte den weißen ovalen Edelstein mit 102,39 Karat nach seiner zweiten Tochter «Maiko Star», wie das Auktionshaus Sotheby's mitteilte. Dahinter steckt eine teure Familientradition: Erst im vergangenen Jahr hatte derselbe Sammler einen anderen wertvollen Diamanten bei dem Aktionshaus ersteigert und ihn nach seiner ältesten Tochter «Manami Star» benannt.

Gewandhauskapellmeister Nelsons verlängert Vertrag

Der lettische Dirigent Andris Nelsons geht in eine zweite Amtszeit als Kapellmeister des Gewandhausorchesters in Leipzig. Der Vertrag mit dem 41-Jährigen wurde nach Angaben der Stadt vorzeitig um fünf Jahre bis 2027 verlängert. Nelsons habe sich in die Herzen der Menschen hineindirigiert, sagte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Der Stadtrat muss dem neuen Vertrag noch zustimmen, was jedoch als Formsache gilt. Nelsons ist seit Februar 2018 der 21. Gewandhauskapellmeister und gleichzeitig Direktor des Boston Symphony Orchestra. Er will die Zusammenarbeit der beiden Orchester ausbauen. Er sei glücklich, dass er in einer zweiten Amtszeit gemeinsam mit den Musikerinnen und Musikern des Gewandhausorchesters künstlerische Ideen weiterführen und neue Pläne entwickeln dürfe, so Nelsons.

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