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Donnerstag, 26.11.2020
 
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Kulturnachrichten

Montag, 5. Oktober 2020

Gewandhauskapellmeister Nelsons verlängert Vertrag

Der lettische Dirigent Andris Nelsons geht in eine zweite Amtszeit als Kapellmeister des Gewandhausorchesters in Leipzig. Der Vertrag mit dem 41-Jährigen wurde nach Angaben der Stadt vorzeitig um fünf Jahre bis 2027 verlängert. Nelsons habe sich in die Herzen der Menschen hineindirigiert, sagte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Der Stadtrat muss dem neuen Vertrag noch zustimmen, was jedoch als Formsache gilt. Nelsons ist seit Februar 2018 der 21. Gewandhauskapellmeister und gleichzeitig Direktor des Boston Symphony Orchestra. Er will die Zusammenarbeit der beiden Orchester ausbauen. Er sei glücklich, dass er in einer zweiten Amtszeit gemeinsam mit den Musikerinnen und Musikern des Gewandhausorchesters künstlerische Ideen weiterführen und neue Pläne entwickeln dürfe, so Nelsons.

262 Millionen für Sanierung der Salzburger Festspiele

Österreich steckt in den nächsten zehn Jahren 262 Millionen Euro in die Sanierung der Spielstätten der Salzburger Festspiele. Das gemeinsame Bekenntnis von Bund, Land und Stadt zu dieser Investition sei gerade in solch herausfordernden Zeiten wie jetzt wichtig und habe enorme positive Auswirkungen auf den gesamten Wirtschaftsstandort Salzburg, sagte Salzburgs Landeschef Wilfried Haslauer (ÖVP). Ziel sei, neben Wien das kulturelle Zentrum Österreichs mit Weltgeltung zu bleiben und diese Position auszubauen. Vor allem das Große Festspielhaus sei nach 60 Jahren sanierungsbedürftig. Die Salzburger Festspiele hatten in dieser vom Coronavirus überschatteten Saison ein kulturelles Ausrufezeichen gesetzt. Dank eines umfassenden Präventionskonzepts konnten die Festspiele wenn auch in abgespeckter Form stattfinden.

Kritiker zeichnen Folkwang als "Museum des Jahres" aus

Das Museum Folkwang in Essen ist nach dem Urteil deutscher Kunstkritiker "Museum des Jahres 2019". Vertreter der deutschen Sektion des Internationalen Kunstkritikerverbands AICA überreichten bei einem Festakt in Essen die Urkunde. Das 1902 gegründete Museum schaffe es immer wieder, seine bedeutende Sammlung mit thematisch aktuellen Sonderausstellungen zu kombinieren, hieß es zur Begründung. Derzeit läuft in Essen etwa eine Ausstellung mit Werken des amerikanischen Künstlers Keith Haring und parallel zeigt das Museum die Ausstellung "Rettet die Liebe! Internationale Plakate gegen AIDS". Die Kritiker zeichneten außerdem die Ausstellung der Kunsthalle Rostock "Palast der Republik" als "Ausstellung des Jahres" aus. Unter der Rubrik "Besondere Ausstellung" wurde die Schau "The Making of Husbands - Christina Ramberg in Dialogue" über das Werk der Chicagoer Malerin gewürdigt.

Österreich Gastland der Leipziger Buchmesse 2022

Österreich wird im Jahr 2022 Gastland der Leipziger Buchmesse. Die Entscheidung sehe man als wichtiges Signal in schwierigen Zeiten, teilte die Messe mit. Details zum Auftritt sollen nun abgestimmt und im Spätherbst bekannt gegeben werden. "Unser Nachbar ist für Deutschland ein wichtiger Buchmarkt und hat eine starke Literaturszene, die in vielen Facetten neu zu entdecken ist", sagte der Direktor der Leipziger Buchmesse, Oliver Zille. Die Buchmesse 2022 soll vom 17. bis 20. März stattfinden. Die Ausgabe für 2021 ist vom 27. bis 30. Mai geplant, dann ist Portugal Gastland. Die Leipziger Buchmesse war dieses Jahr eine der ersten großen Messen, die wegen der Ausbreitung des Coronavirus abgesagt wurde.

EU plant Journalistenpreis nach Caruana Galizia

Das Europaparlament plant die Einrichtung eines neuen Journalistenpreises. Die Auszeichnung soll nach der vor rund drei Jahren ermordeten maltesischen Journalistin Daphne Caruana Galizia benannt werden und investigative journalistische Arbeit auszeichnen, hieß es aus dem EU-Parlament. Das Präsidium des Europaparlaments wollte demnach zeitnah über die Einführung des Preises entscheiden. Der Grünen-EU-Politiker Sven Giegold sagte, die Auszeichnung werde investigativen und mutigen Journalismus und die Pressefreiheit stärken. Caruana Galizia war im Oktober 2017 in der Nähe ihres Hauses im Auto in die Luft gesprengt worden. Die Investigative Reporterin berichtete Kritisch über die regierenden Labour Partei und einzelne Ministern.

Medienpreis an Investigativ- und Sportjournalisten

Die aserbaidschanische Investigativjournalistin Khadija Ismayilova und der deutsche Sportjournalist Benjamin Best werden mit dem diesjährigen Leipziger Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien geehrt. Die Auszeichnungen werden in Leipzig verliehen, wie die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig ankündigte. Das Preisgeld beträgt 10.000 Euro pro Person. Die 1976 geborene, international einflussreiche Investigativ-Journalistin Ismayilova arbeitet zu Korruption in ihrem Heimatland. Den ebenfalls 1976 geborenen Best würdigte die Jury, weil er gewissenhaft und tiefgründig auf Themen wie Wettbetrug und Menschenrechtsverletzungen im Umfeld großer Sportereignisse schaue.

Medizin-Nobelpreis an Entdecker von Hepatitis-C-Virus

Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an Harvey J. Alter (USA), Michael Houghton (Großbritannien) und Charles M. Rice (USA) für die Entdeckung des Hepatitis-C-Virus. Das teilte das Karolinska-Institut in Stockholm mit. Dank der Entdeckungen könne Hepatitis C jetzt geheilt werden, hieß es. Sie hätten die Ursache für Fälle chronischer Hepatitis gefunden und Blutuntersuchungen sowie neue Medikamente ermöglicht, die Millionen von Menschenleben gerettet hätten. Die Krankheit sei ein großes globales Gesundheitsproblem, das Zirrhose und Leberkrebs verursacht, hieß es vom Nobelkomitee. Die höchste Auszeichnung für Mediziner ist in diesem Jahr mit zehn Millionen schwedischen Kronen (rund 950 000 Euro) dotiert, eine Million Kronen mehr als im Vorjahr.

Zuckmayer-Medaille für Lyrikerin Nora Gomringer

Die schweizerisch-deutsche Lyrikerin Nora Gomringer erhält die Carl-Zuckmayer-Medaille 2021 des Landes Rheinland-Pfalz. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) nannte Gomringer eine große Sprachartistin, die sich immer wieder neu entdecke und die Literaturszene der Gegenwart beeinflusse. Die 40jährige wechsle mühelos zwischen Tiefgang und Komik. Die Auszeichnung wird "für Verdienste um die deutsche Sprache" vergeben. Sie soll Gomringer am 18. Januar im Mainzer Staatstheater verliehen werden. Gomringer leitet in Bamberg das Künstlerhaus Villa Concordia und arbeitet als freie Schriftstellerin. Sie veröffentlichte mehrere Lyrik- und Essaybände, darunter "Silbentrennung", "Monster Poems" und "Gottesanbieterin". Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf Musik-Wort-Programmen.

Größte Sammlung von Moosarten in Freiburg

Die Universität Freiburg stellt die weltweit größte Sammlung von Moosarten zusammen. Das Projekt "MOOSzucht" vereine bereits 19 Arten aus Österreich, Deutschland, Lettland, Russland, Schweden und den Niederlanden, teilte die Hochschule mit. Damit sollen die wissenschaftliche Forschung sowie die Torfwirtschaft unterstützt werden. Die Universität weist darauf hin, dass Moore etwa 30 Prozent des weltweit im Boden gespeicherten Kohlenstoffs gebunden hätten. Damit stecke in ihnen doppelt so viel Kohlenstoff wie in allen Wäldern der Erde zusammen. Durch die vor zehn Jahren begonnene Sammlung entstehe eine Grundlage, Torfmoose nachhaltig und wirtschaftlich zu vermehren.

Katharina Hahn erhält Buchpreis

Der Buchpreis der Stiftung Ravensburger Verlag geht in diesem Jahr an die Stuttgarter Schriftstellerin Anna Katharina Hahn für ihren Familienroman "Aus und davon". Das teilte die Stiftung mit. Die Jury lobte vor allem das indirekte Plädoyer der Autorin für das Lebensmodell Familie und dafür, Trennendes als Chance für die Suche nach neuen Gemeinsamkeiten zu nutzen. In dem Roman schreibt die Autorin aus verschiedenen Perspektiven über eine frühere und drei heutige Generationen einer schwäbischen Familie mit pietistischem Hintergrund. Der Preis ist mit 12.000 Euro dotiert und wird seit 2011 verliehen. In diesem Jahr wird es am 9. November in Berlin überreicht.

Cineworld schließt alle Kinos in USA/Großbritannien

Der weltweit zweitgrößte Kinobetreiber schließt vorübergehend alle seine Lichtspielhäuser in den USA und Großbritannien. Das teilte das Unternehmen mit. Betroffen seien rund 45.000 Mitarbeiter. Cineworld hatte den Schritt am Wochenende angedeutet und ihn unter anderem mit fehlenden Filmpremieren begründet. Erst kürzlich wurde der neue "James Bond"-Film erneut verschoben und wird nun erst im Frühjahr 2021 gezeigt.

Filmschauspieler durch Schüsse in Atlanta tödlich verletzt

Der amerikanische Schauspieler Thomas Jefferson Byrd ist Medienberichten zufolge tot. Wie die "New York Times" und der Sender CNN unter Berufung auf die Polizei berichteten, wurde der 70-Jährige in der Nacht zum Samstag in Atlanta im Bundesstaat Georgia durch mehrere Schüsse in den Rücken tödlich verletzt. Die genauen Hintergründe blieben zunächst unklar. Byrd war in mehreren Filmen des Regisseurs Spike Lee zu sehen, darunter in "Clockers" und "Auf engstem Raum".

US-Stiftung gibt Millionen für neue Denkmäler

In der Debatte um die Erinnerungskultur in den USA hat die Andrew-W.-Mellon-Stiftung 250 Millionen Dollar für Denkmäler angekündigt. Die umgerechnet rund 213 Millionen Euro sollten in den kommenden fünf Jahren ausgegeben werden, um neue Erinnerungsstätten zu errichten und existierende zu ergänzen oder an andere Standorte zu bringen, teilte die Stiftung mit. Ziel sei aber vor allem eine stärkere Repräsentation von in Vergessenheit geratenen Gruppen. So seien weniger als zwei Prozent der im US-Geschichtsregister verzeichneten historischen Stätten Afroamerikanern gewidmet. Bei Asiaten, Lations und indigenen Völkern sei der Anteil noch geringer. In den USA hat es in den vergangenen Monaten eine erregte Debatte über den Umgang mit Denkmälern gegeben.

Waldorf Asoria-Interieur wird versteigert

Kronleuchter, Vasen, Vitrinen - und die Tür zu der Suite, in der einst der frühere US-Präsident Herbert Hoover schlief: Rund 15 000 Möbelstücke aus dem berühmten Waldorf Astoria New York werden seit dem Wochenende noch bis zum 15. November versteigert. Ein Teppich aus der Suite, die der frühere britische Premierminister Winston Churchill nutzte, soll bis 3500 Dollar ( 3000 Euro). Teuerstes Objekt ist ein Ölgemälde aus dem Zimmer, in dem die Schauspielerin Elizabeth Taylor schlief (8000 bis 12 000 Dollar/6800 bis 10 200 Euro). Das Waldorf Astoria New York, seit der Eröffnung im Jahr 1931 Luxus-Absteige für Hollywoodstars, Künstler und Spitzenpolitiker, wird gerade aufwendig renoviert und neu eingerichtet.

Modeschöpfer Kenzo an Covid-19 gestorben

Der international erfolgreiche Modeschöpfer Kenzo Takada ist tot. Der 81-jährige sei heute in einem Krankenhaus bei Paris an Covid-19 gestorben, teilte ein Sprecher mit. Der japanische Designer hatte von Paris aus unter seinem Vornamen Kenzo weltweit Berühmtheit erlangt. Takada kam1965 nach Frankreich und schuf binnen weniger Jahre ein Modeimperium. Es folgten Modeschauen von New York bis Tokio und der Ausbau der Marke Kenzo zu einem weltweit erfolgreichen Modeimperium. Ab 1988 kreierte der Japaner auch Parfums.

262 Millionen Euro für Sanierung der Salzburger Festspiele

Österreich steckt in den nächsten zehn Jahren 262 Millionen Euro in die Sanierung der Spielstätten der Salzburger Festspiele. Das gemeinsame Bekenntnis von Bund, Land und Stadt zu dieser Investition sei gerade in solch herausfordernden Zeiten wie jetzt wichtig und habe enorme positive Auswirkungen auf den gesamten Wirtschaftsstandort Salzburg, sagte Salzburgs Landeschef Wilfried Haslauer (ÖVP). Ziel sei, neben Wien das kulturelle Zentrum Österreichs mit Weltgeltung zu bleiben und diese Position auszubauen. Vor allem das Große Festspielhaus sei nach 60 Jahren sanierungsbedürftig. Die Salzburger Festspiele hatten in dieser vom Coronavirus überschatteten Saison ein kulturelles Ausrufezeichen gesetzt. Dank eines umfassenden Präventionskonzepts konnten die Festspiele wenn auch in abgespeckter Form stattfinden.

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