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Donnerstag, 26.11.2020
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 2. Oktober 2020

Felix Lobrecht gewinnt Deutschen Comedypreis

Der Comedian und Podcaster Felix Lobrecht hat den Deutschen Comedypreis als bester Komiker gewonnen. Der Berliner erhielt die Auszeichnung in Köln. Die Entscheidung traf das Publikum in einer Online-Abstimmung. Lobrecht wurde unter anderem durch den Podcast "Gemischtes Hack" bekannt. Weitere Preise gingen unter anderem an die "heute-show" des ZDF als "Beste Satire-Show". Zur "Besten Sketch-Comedy" wurde vom Publikum "Die Martina Hill Show" gewählt.

Weitere Vorwürfe gegen Ex-Filmproduzent Weinstein

Gegen den früheren Film-Produzenten Harvey Weinstein sind in Kalifornien weitere Vorwürfe wegen Sexualstraftaten erhoben worden. Die Staatsanwaltschaft in Los Angeles teilte mit, zwei Frauen hätten Beschuldigungen wegen angeblicher sexueller Übergriffe in Hotels in Beverly Hills vorgebracht. Diese sollen sich zwischen 2005 und 2010 ereignet haben. Die zusätzliche Anklage der sexuellen Nötigung soll in das seit Jahresbeginn gegen den Filmproduzenten laufende Verfahren aufgenommen werden. In New York war der Ex-Produzent Ende Februar von einer Jury der Vergewaltigung und sexuellen Nötigung für schuldig befunden und im März zu 23 Jahren Haft verurteilt worden.

LiBeraturpreis 2020 geht an Lyrikerin Lina Atfah

Die Autorin Lina Atfah erhält für ihren Gedichtband "Das Buch von der fehlenden Ankunft" den LiBeraturpreis 2020. Die Frankfurter Buchmesse teilte mit, die in Syrien geborene Autorin habe die öffentliche Wahl klar für sich entschieden. Atfah, die in Herne wohnt, sei die erste Autorin, die den LiBeraturpreis für einen Gedichtband bekomme, und die erste, die in Deutschland lebe, hieß es. Der LiBeraturpreis wird jährlich an Autorinnen aus Entwicklungsländern für ein neues auf Deutsch erschienenes Buch vergeben. Die Verleihung der mit 3.000 Euro verbundenen Auszeichnung findet am 15. Oktober in Frankfurt statt.

Muslime laden ein zum "Tag der offenen Moschee"

650 islamische Gemeinden laden am 3. Oktober wieder bundesweit zum "Tag der offenen Moschee" ein. In diesem Jahr lautet das Motto "Glaube in außergewöhnlichen Zeiten". Aufgrund der aktuellen Umstände müssen sich Besucherinnen und Besucher auf Hygiene-Maßnahmen einstellen, teilte der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland mit. In den vergangenen Jahren hatten nach Angaben der Veranstalter stets rund 1.000 Moscheen ihre Türen für Besucher geöffnet und unter anderem Führungen durch die Gotteshäuser angeboten. Rund 100.000 Gäste jährlich haben demnach zuletzt die Moscheen besucht. Der "Tag der offenen Moschee" findet seit 1997 jährlich am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, statt.

Irischer Dichter Derek Mahon gestorben

Der irische Dichter Derek Mahon ist tot. Er sei nach kurzer Krankheit im Alter von 78 Jahren gestorben, teilte sein Verlag mit. Oft wurde Mahon, der in Belfast geboren wurde, mit Louis MacNeice oder Samuel Beckett verglichen, viele Iren lasen seine Werke schon zu Schulzeiten. Der irische Fernsehsender RTÉ hatte im Frühjahr zu Beginn der Corona-Krise seine Nachrichten damit beendet, ein Gedicht von Mahon namens "Everything is Going to be All Right", zu Deutsch: "Alles wird gut werden" vorzutragen. Ein letzter Gedichtband von Mahon mit dem Titel "Washing Up" soll noch in diesem Monat erscheinen.

Fotoserie zeigt anderes Bild der Wiedervereinigung

Der Fotograf und Autor Andreas Rost sieht in der Erinnerung eine unsichere Quelle für die Geschichtsschreibung. Das zeige sich an der deutschen Wiedervereinigung. Es lohne sich, in die Originalquellen hineinzugucken, sagte Rost im Deutschlandfunk Kultur. Seine Bilderserie "Wiedervereinigung" fotografierte er in der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober vor 30 Jahren. Damals wollte die Bilder allerdings niemand sehen, weil sie die Wiedervereinigung nicht nur als freudiges Ereignis zeigen, sondern auch Nationalismus. "Gerade diese Frage des forcierten Nationalismus, man hätte das alles schon sehen können. Ich war in Leipzig gewesen, da haben wir natürlich auf den Montagsdemos Probleme gehabt, mit genau diesen Äußerungen, aber das waren alles so Sachen, die wollte man damals nicht sehen." Und wenn man lange genug nicht hinsehe, dann werde ein Problem eben auch richtig groß, so Rost. Jetzt ist seine Bilderserie zum ersten Mal für die Öffentlichkeit im Kupferstich-Kabinett in Dresden zu sehen.

Skulptur von Ai Weiwei dauerhaft in Eisenach

Im Innenhof des Eisenacher Lutherhauses wird künftig dauerhaft die Skulptur des chinesischen Künstlers Ai Weiwei "man in a cube" ausgestellt. "Das Kunstwerk ist ein Zeugnis der zeitgenössischen Reformationserinnerung und eine unglaubliche Bereicherung für unser Museum", sagte der wissenschaftliche Leiter und Kurator der Stiftung Lutherhaus Eisenach, Jochen Birkenmeier, der Deutschen Presse-Agentur. Die Arbeit des chinesischen Dissidenten ist ab 10. Oktober öffentlich in Eisenach zu besichtigen. Die beiden jeweils 1,50 Meter hohen Betonscheiben zeigen einen aufgeschnittenen Block, in dessen Hohlraum der Abdruck vom Körper des Künstlers zu sehen ist. Damit verarbeitete er seine Zeit in chinesischer Haft und die damit verbundene Erfahrung von Isolation. Ai Weiwei hatte die Skulptur zum Reformationsjubiläum 2017 für die Ausstellung "Luther und die Avantgarde" geschaffen, die im ehemaligen Gefängnis in der Lutherstadt Wittenberg zu sehen war.

Harvard-Kunstmuseen bekommen deutsche Werke

Die Kunstmuseen der US-Elite-Universität Harvard haben rund 50 Werke von deutschen Künstlern wie Georg Baselitz, Joseph Beuys und Jörg Immendorff geschenkt bekommen. Die Kunstsammlerin Dorette Hildebrand-Staab habe sie ihnen als "Brücke zwischen den USA und Deutschland, in Dankbarkeit für die Unterstützung des Landes nach 1945, aber auch um neue Generationen an diese langanhaltende Beziehung zu erinnern" überlassen. Die Harvard Art Museums bestehen aus drei verschiedenen Museen und vier Forschungszentren auf dem Campus der Universität in Cambridge an der US-Ostküste. In ihren Sammlungen befinden sich rund 250 000 Werke aus aller Welt, von der Antike bis in die Gegenwart.

New Yorker Guggenheim Museum öffnet wieder

Als letztes der großen New Yorker Ausstellungshäuser will am Samstag auch das Guggenheim Museum nach fast siebenmonatiger Corona-Pause seine Türen wieder für Besucher öffnen. Zum Neustart zeigt es am Central Park in Manhattan unter anderem eine Schau mit abstrakt-expressionistischen Werken sowie eine Ausstellung über ein Wandbild des US-Künstlers Jackson Pollock (1912-1956). Außerdem ist in der Rotunde des Museums die unter anderem vom niederländischen Architekten Rem Kolhaas konzipierte Schau "Countryside, the Future" - die im Februar eröffnet hatte - bis Februar 2021 verlängert worden. Tickets für das Guggenheim Museum müssen vorab online gebucht werden, außerdem gelten Hygiene-, Abstands- und Maskenregeln.

Das geistliche Oberhaupt der Jesiden ist tot

Das geistliche Oberhaupt der religiösen Gemeinschaft der Jesiden, der Baba Sheikh, ist tot. Nach Angaben kurdischer Medien starb er im Alter von 87 Jahren in einem Krankenhaus im irakischen Erbil. Die Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad - selbst Jesidin - schrieb auf Twitter, die jesidische Gemeinschaft habe ein Leuchtfeuer verloren. Der Ministerpräsident der autononem Region Kurdistan, Masrour Barzani, würdigte den Verstorbenen als wichtige Persönlichkeit. Er habe eine wichtige Rolle für das friedliche Zusammenleben der Religionen in der Region Kurdistan gespielt. Jesiden sind eine religiöse Minderheit unter den Kurden. Sie leben vor allem im nördlichen Irak, viele sind allerdings vor der Terrormiliz "Islamischer Staat" geflüchtet.

Filmemacher Hajooj Kuka aus Haft entlassen

Der sudanesische Filmemacher Hajooj Kuka ist aus dem Gefängnis entlassen worden. Das teilte das Filmfestival Berlinale Deutschlandfunk Kultur mit. In der vergangenen Woche hatten die Berliner Filmfestspiele und Menschenrechtler die Inhaftierung Kukas scharf verurteilt. Der Filmemacher und andere Mitglieder einer Künstlergruppe waren im August im Sudan festgenommen worden, während sie ein Theaterstück übten. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch beschwerten sich Nachbarn über den Lärm. Die Polizei habe daraufhin zehn Künstler festgenommen. Fünf von ihnen wurden in der vergangenen Woche von einem Gericht unter anderem wegen Störung des öffentlichen Friedens zu zwei Monaten Haft und einer Geldstrafe verurteilt. Kuka ist Mitglied der Oscar-Akademie.

Lucas-Filmfestival zeichnet beste Jugendfilme aus

Auf dem "Internationalen Festival für junge Filmfans - Lucas" in Frankfurt am Main sind zum Abschluss die besten Filme geehrt worden. Ausgezeichnet für den besten Langfilm in ihrer Altersgruppe wurden folgende Filme: "Maronas fantastische Reise" (Altersgruppe acht plus), "Days of the Bagnold Summer" (Altersgruppe 13 plus) und "Ecstasy" (Altersgruppe 16 plus). Das teilte der Veranstalter, das Deutsche Filminstitut und Filmmuseum, mit. Die Filme erhielten je 5.000 Euro. Als beste Kurzfilme gewannen "In Deutschland" und "Der Traum" je 2.000 Euro. Der undotierte Publikumspreis ging an "Antigone".

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