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Donnerstag, 26.11.2020
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 1. Oktober 2020

Filmemacher Hajooj Kuka aus Haft entlassen

Der sudanesische Filmemacher Hajooj Kuka ist aus dem Gefängnis entlassen worden. Das teilte das Filmfestival Berlinale Deutschlandfunk Kultur mit. In der vergangenen Woche hatten die Berliner Filmfestspiele und Menschenrechtler die Inhaftierung Kukas scharf verurteilt. Der Filmemacher und andere Mitglieder einer Künstlergruppe waren im August im Sudan festgenommen worden, während sie ein Theaterstück übten. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch beschwerten sich Nachbarn über den Lärm. Die Polizei habe daraufhin zehn Künstler festgenommen. Fünf von ihnen wurden in der vergangenen Woche von einem Gericht unter anderem wegen Störung des öffentlichen Friedens zu zwei Monaten Haft und einer Geldstrafe verurteilt. Kuka ist Mitglied der Oscar-Akademie.

Lucas-Filmfestival zeichnet beste Jugendfilme aus

Auf dem "Internationalen Festival für junge Filmfans - Lucas" in Frankfurt am Main sind zum Abschluss die besten Filme geehrt worden. Ausgezeichnet für den besten Langfilm in ihrer Altersgruppe wurden folgende Filme: "Maronas fantastische Reise" (Altersgruppe acht plus), "Days of the Bagnold Summer" (Altersgruppe 13 plus) und "Ecstasy" (Altersgruppe 16 plus). Das teilte der Veranstalter, das Deutsche Filminstitut und Filmmuseum, mit. Die Filme erhielten je 5.000 Euro. Als beste Kurzfilme gewannen "In Deutschland" und "Der Traum" je 2.000 Euro. Der undotierte Publikumspreis ging an "Antigone".

Semperoper kehrt zum Normalbetrieb zurück

Die Semperoper in Dresden unternimmt in der Corona-Pandemie einen weiteren Schritt in Richtung Normalbetrieb. Ab November solle es wieder täglich Aufführungen in den Sparten Oper und Ballett geben, teilte die Sächsische Staatsoper mit. Dann dürfen etwa 500 Zuschauer im Saal sein, derzeit sind es 330. Auf dem Spielplan stehen "adaptierte Fassungen, die unter Berücksichtigung der geltenden Hygiene-Maßnahmen in nahezu voller Länge mit Pause zur Aufführung kommen", hieß es. Die Semperoper hatte am 19. Juni den Betrieb nach dreimonatiger Corona-Pause wieder aufgenommen. Allerdings war das renommierte Opernhaus wegen der Schutzmaßnahmen zum Improvisieren gezwungen.

Denkmalschutz für Oberammergauer Passionsspielhaus

Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege hat das Oberammergauer Passionsspielhaus in die Denkmalliste aufgenommen. Der 120 Jahre alte Bau sei aufgrund seiner besonderen Konstruktion und Gestaltung, der seltenen Technik im Bühnenhaus und seiner hohen geschichtlichen Bedeutung für das Volks- und Laientheater schützenswert, heißt es in der in München veröffentlichten Begründung. Das Passionsspiel selbst wurde 2014 von der Unesco in die Liste des Immateriellen Erbes Deutschlands aufgenommen. Die Freilichtspiele, die von Laienschauspielern aufgeführt werden, wurden im 19. Jahrhundert auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt.

Plattdeutsches Ohnsorg-Theater führt Untertitel ein

Für Besucher des Hamburger Ohnsorg-Theaters werden die plattdeutschen Aufführungen künftig verständlicher. Das Theater will bei ausgewählten Vorstellungen hochdeutsche Untertitel anbieten, wie es mitteilte. Damit werde nicht nur der Zugang zur plattdeutschen Sprache erleichtert. Gleichzeitig könnten nun auch hörbehinderte Menschen die Theaterstücke mitverfolgen. Am Ohnsorg-Theater werden fast ausschließlich Stücke mit norddeutschem Dialekt aufgeführt. Das Theater gibt es seit mehr als 100 Jahren, es ist in der deutschen Theaterlandschaft eine Institution. Zu den Stars des Theaters gehörten Heidi Kabel und Henry Vahl. Seit 2011 ist die plattdeutsche Spielstätte direkt am Hamburger Hauptbahnhof zu finden.

Google bezahlt 20 deutsche Verlage für Inhalte

Google startet zusammen mit 20 Medienhäusern aus Deutschland ein Nachrichtenangebot mit Inhalten, für die der US-Konzern erstmals in seiner Geschichte Lizenzgebühren bezahlt. Für die Angebote stellt Google in den ersten drei Jahren weltweit mehr als eine Milliarde Dollar - umgerechnet rund 855 Mio Euro - bereit. Das kündigte das Unternehmen in einem Blogeintrag an. Der Dienst soll zunächst in der bestehenden Google News App für Android in Deutschland und Brasilien beginnen. Danach sollen die Inhalte auch in anderen Google-Diensten erscheinen. Die Nutzer bekommen so künftig auch kostenlos Zugriff auf einige Artikel, die sonst hinter einer Bezahlschranke stehen. Zu den Google-Partnern gehören unter anderen "Der Spiegel", "Die Zeit", die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und der "Stern".

"Mafalda"-Schöpfer Quino gestorben

Der argentinische Comic-Zeichner Joaquín Salvador Lavado, besser bekannt als Quino, ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Sein früherer Verleger Daniel Divinsky gab den Tod Quinos über Twitter bekannt. Berühmt wurde der Zeichner vor allem durch seine Figur "Mafalda", die 1964 zum ersten Mal erschien. Das sechsjährige Mädchen, das altklug über die Probleme der Welt sinniert, wurde in Europa durch den italienischen Schriftsteller Umberto Eco bekannt und in zwei Dutzend Sprachen übersetzt. Mit Blick auf die Diktatur in Argentinien in den 1970er und 80er Jahren sagte die argentinische Vizepräsidentin und frühere Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner, Quino habe Dinge gesagt, die nicht gesagt werden durften. 1973 stellte Quino die Mafalda-Comics ein, sie blieben aber weiter beliebt.

Format der US-TV-Debatten wird geändert

Nach der stellenweise chaotischen ersten TV-Debatte im US-Wahlkampf haben die Veranstalter Änderungen am Ablauf angekündigt. Damit solle eine "geordnetere Diskussion der Themen" sichergestellt werden, gab die Commission on Presidential Debates bekannt, ohne Einzelheiten zu nennen. Das Wahlkampfteam von Präsident Donald Trump kritisierte die Pläne und warf der Kommission vor, "die Regeln mitten im Spiel" zu ändern. Trumps demokratischer Herausforderer Joe Biden hatte die Hoffnung geäußert, dass man in Zukunft nur das Mikrofon des Sprechenden anschalten werde. Biden und Trump treffen im Oktober noch zweimal aufeinander, ihre Vizen einmal. Die Präsidentschaftswahl findet am 3. November statt.

Posthumes Album von Dave Brubeck erscheint

Fast acht Jahre nach dem Tod von Dave Brubeck erscheint demnächst ein Album mit letzten Soloaufnahmen der Jazz-Ikone. Sein Sohn Chris Brubeck, der ebenfalls Musiker ist, sagte, die "Lullabies" seien von seinem Vater als ein Geschenk für Familienmitglieder und den engeren Freundeskreis geplant gewesen. Dann habe ein Mitarbeiter von Verve Records eines der Lieder gehört und sich für die Veröffentlichung eingesetzt. Das Album soll in den USA am 6. November erscheinen. Es enthält Klassiker wie George Gershwins "Summertime", "Danny Boy" von 1913 und "Over The Rainbow". Brubeck gilt als einer der Initiatoren des Cool Jazz, auch West Coast Jazz genannt. Mit "Take Five" brach er mit seiner Band 1959 aus dem vorherrschenden Viervierteltakt aus. Es ist bis heute die meistverkaufte Jazz-Single. Dave Brubeck starb 2012 im Alter von 91 Jahren.

IFZ: Berlinale arbeitet Nazivergangenheit beispielhaft auf

Das Münchner Institut für Zeitgeschichte hat den Umgang mit der Nazi-Vergangenheit des Berlinale-Gründungsdirektors Alfred Bauer als beispielhaft bezeichnet. Von seiner Seite gebe es keinerlei Beanstandungen, sagte der Historiker Tobias Hof im Deutschlandfunk Kultur. Auch die Entscheidung, den nach Bauer benannten Preis auf der Berlinale nicht mehr zu vergeben, sei richtig. Hof hatte in einer Studie für das Münchner Institut für Zeitgeschichte festgestellt, dass der erste Leiter der Berlinale mit dem nationalsozialistischen Regime enger verbunden war, als bisher bekannt. Darin heißt es, Bauer habe nach 1945 seine Rolle in der Filmindustrie in der NS-Zeit systematisch verschleiert.

Frühwarnsystem zur Mediensucht bei Teenagern

Mit einem neu entwickelten Frühwarnsystem soll eine Mediensucht bei Jugendlichen schneller erkannt werden. Ein entsprechendes Pilotprojekt des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte sowie der Krankenkasse DAK startet unter anderem in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Laut einer Untersuchung der Suchtexperten am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) betreibt jedes achte Kind zwischen 10 und 17 Jahren Computerspiele in "riskanter oder krankhafter Weise". Außerdem hätten Studien gezeigt, dass Kinder und Jugendliche während des coronabedingten Lockdowns häufiger am Computer gespielt hätten als zuvor, heißt es. Derzeit werde untersucht, ob sich dieses Nutzungsverhalten nach den Lockerungen wieder auf das vorherige Niveau reduziert oder verfestigt habe.

Sängerin Hozan Cane aus türkischer Haft entlassen

Nach mehr als zwei Jahren Haft in der Türkei ist die Kölner Sängerin mit dem Künstlernamen Hozan Cane überraschend freigelassen worden. Ihre Anwältin sagte, ein Gericht habe dem Einspruch der Verteidigung stattgegeben, dass die lange Haftzeit unverhältnismäßig sei. Für die Sängerin gelte allerdings eine Ausreisesperre. Der Prozess gegen Cane soll Ende Oktober fortgesetzt werden. Sie war kurz vor der Präsidenten- und Parlamentswahl im Juni 2018 in Edirne festgenommen worden. Im November desselben Jahres wurde sie zu sechs Jahren und drei Monaten Haft wegen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation verurteilt.

AC/DC deutet Comeback mit Ex-Mitgliedern an

Die australische Hardrockband AC/DC des Gitarristen Angus Young steht rund vier Jahre nach ihrem letzten Konzert offenbar vor einem Comeback. Sie veröffentlichte ein Foto ihrer neuen Besetzung und kündigte die Rückkehr mehrerer ehemaliger Mitglieder an. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst aber nicht. Zu den Rückkehrern gehören Sänger Brian Johnson, Bassist Cliff Williams, Schlagzeuger Phil Rudd und Gitarrist Stevie Young zurück. Zusätzlich hat die Band einen kurzen Musikschnipsel im Internet veröffentlicht, bei dem es sich möglicherweise um den ersten neuen AC/DC-Song seit sechs Jahren handelt.

Magdeburger Stadthalle wird denkmalgerecht saniert

Die Magdeburger Stadthalle im Bauhaus-Stil wird aufwendig saniert und zu einer Multifunktionsarena umgebaut. Das kündigte Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) an. Demnach investiert die Stadt mit finanzieller Unterstützung des Landes 70 Millionen Euro. Die Stadthalle sei ein Leuchtturm des modernen Bauens in Magdeburg, sagte Willingmann. Die denkmalgerechte Modernisierung sei dringend notwendig für eine zeitgemäße kulturelle und touristische Nutzung. Die Stadthalle wurde 1927 eröffnet und wird zu den Hauptwerken der klassischen Moderne gezählt. Die technische Ausstattung aus den 1950er und 1960er Jahren ist inzwischen jedoch veraltet.

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