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Kulturnachrichten

Dienstag, 29. September 2020

Die französische Film-Akademie hat eine neue Leitung

Die französische Film-Akademie hat eine neue Leitung. Die ehemalige Präsidentin des Kultursenders Arte in Frankreich, Véronique Cayla, und der französische Regisseur und Drehbuchautor Eric Toledano stehen künftig gemeinsam der Filminstitution vor. Die Akademie vergibt den wichtigsten französischen Filmpreis César. Anfang des Jahres war das Haus in eine schwere Krise geraten. Mehrere Frauen hatten dem in 12 Kategorien nominierten Regisseur Roman Polanski Vergewaltigung vorgeworfen. Die Akademie-Leitung war angesichts heftiger Kritik zurückgetreten. Nun soll eine 50-prozentige Frauenquote in allen Gremien auch für Geschlechtergerechtigkeit sorgen.

Komponistin Isidora Zebeljan ist tot

Die serbische Komponistin Isidora Zebeljan ist nach langer Krankheit mit nur 53 Jahren gestorben. Das wird unter Berufung auf die Serbische Akademie der Wissenschaften und Künste gemeldet. Herausragend seien ihr subtiler Umgang mit Musikformen und die virtuos beherrschte Orchestersprache gewesen, heißt es in Kritiken ihrer Opern- und Orchesterwerke. Daneben hatte Isidora Zebeljan die Orchester-Partituren für Filme der Regisseure Emir Kusturica und Goran Bregovic geschrieben.

1,3 Millionen Zuschauer für ProSieben-Doku "Rechts. Deutsch. Radikal."

Die Fernseh-Dokumentation "Rechts. Deutsch. Radikal." haben gestern Abend zur besten Sendezeit 1,3 Millionen Zuschauer zwischen 14 und 49 Jahren gesehen. Diesen Marktanteil von 14,6 Prozent meldet der Branchendienst meedia. ProSieben-Senderchef Daniel Rosemann bezeichnete sie als "wichtigste Dokumentation der letzten Jahre auf ProSieben". Die Doku wurde komplett ohne Werbeunterbrechung gezeigt. Auch die Konkurrenz RTL hatte die eineinhalb Jahre lang recherchierte Doku empfohlen.

Hubertus Knabe verweigert vor U-Ausschuss Aussage

Im Untersuchungsausschuss "Gedenkstätte Hohenschönhausen" des Berliner Abgeordnetenhauses hat deren ehemalige Leiter Hubertus Knabe die Aussage verweigert. Das meldet der "Tagesspiegel". Gegen den 61-Jährigen wurde daraufhin eine Ordnungsstrafe in Höhe von 1000 Euro verhängt. Außerdem muss Knabe, der vor zwei Jahren aus seinem Amt entlassen wurde, die Kosten des Verfahrens tragen. Knabe war vorgeladen, um Belästigungsvorwürfe gegen seinen einstigen Stellvertreter Helmuth Frauendorfer überprüfen zu können. Man wolle ihm einen Maulkorb umhängen, um seine Aussage zu manipulieren", zitiert der "Tagesspiegel" Knabe. Die Ausschussvorsitzende habe ihn mehrmals zur Pflicht einer Aussage aufgerufen. Eine Verweigerung sei nur mit einer Begründung statthaft.

"Opernwelt" kürt die Besten des Jahres

Der Titel "Opernhaus des Jahres" ist vergeben. Kritiker der Fachzeitschrift "Opernwelt" entschieden sich in diesem Jahr für Frankfurt und Genf. Gelobt wurden Dramaturgie, Entdeckerfreude und die individuellen Handschriften der Regisseurinnen und Regisseure. Die "Tannhäuser"-Inszenierung für die Bayreuther Festspiele brachte Tobias Kratzer den Titel "Regisseur des Jahres" und die Produktion als Roadmovie die Auszeichnung als "Aufführung des Jahres" ein.
Die besten Sänger des Jahres sind laut "Opernwelt" die Sopranistin Marlis Petersen und der Countertenor Jakub Józef Orlinski. Bereits zum neunten Mal gilt den Kritikern das Bayerische Staatsorchester als herausragend.

Publizist Konrad Adam verlässt AfD

Mit dem Publizisten Konrad Adam verlässt der letzte der drei Gründungsvorsitzenden die AfD. Er sehe für die AfD als "bürgerlich-konservative" Kraft keine Zukunft mehr, sagte der 78-Jährige zur Begründung der Deutschen Presse-Agentur. Dem Bundestagsfraktion-Vorsitzenden Gauland wirft er den Schutz von "Rechtsauslegern wie Andreas Kalbitz und Björn Höcke" vor.

Museen gehen auf Distanz zur Kunst von Philip Guston

Museen gehen auf Distanz zur Kunst von Philip Guston. Die National Gallery of Art in Washington, das Museum of Fine Arts in Houston, das Museum of Fine Arts in Boston und die Tate in London geplante Ausstellungen des 1980 gestorbenen US-Künstlers sind auf 2024 verschoben worden. Als Grund geben die Häuser an, man müsse "auf eine Zeit warten, in der, wie wir glauben, die kraftvolle Botschaft der sozialen und rassischen Gerechtigkeit, die im Zentrum von Philip Gustons Werk steht, klarer interpretiert werden kann". Medien spekulieren, Hintergrund der Entscheidung seien 24 Bilder, auf denen vermummte Ku-Klux-Klan-Figuren zu sehen sind. Gustons Tochter sagte dem Kunstmagazin "Artnews", ihr Vater habe schon vor einem halben Jahrhundert dem "weißen Amerika einen Spiegel" vorgehalten und damit "die Banalität des Bösen und den systemischen Rassismus" entlarvt. Guston gilt als linksorientierter Vertreter des abstrakten Expressionismus.

Ägypten erhält von Deutschland vier antike Figuren zurück

Nordrhein-Westfalen hat vier antike Figuren an Ägypten zurückgegeben. Sie wurden dem neuen Botschafter Khaled Galal Abdelhamid in Düsseldorf übergeben. Die Objekte aus der Zeit zwischen 600 und 400 vor Christus waren vor vier Jahren bei einer Razzia wegen Hehlerei mit Raubkunst sichergestellt worden. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet freut sich, "ein kleines Stückchen Kulturgeschichte zurückgeben zu können."

Tagesschau-Sprecher Riewa will regelmäßige Kritik

Jens Riewa möchte als künftiger Chefsprecher der Tagesschau regelmäßig Kritik von außen einbinden. Das sei ein Mittel der Qualitätssicherung, das er ganz gut finde, sagte Riewa dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Bereits früher sei zwei Mal im Jahr eine Sendung aufgezeichnet und dann von externen Experten nach allen Regeln der Kunst auseinandergenommen worden. Das diszipliniere ungemein und komme der Sendung in sprecherischer Hinsicht nachhaltig zugute. Riewa löst zum Beginn des Jahres 2021 Jan Hofer als Chefsprecher ab.

Neue Stuttgarter Ballettschule eingeweiht

Nach rund fünf Jahren Bauzeit ist der millionenschwere Neubau der Stuttgarter John Cranko Schule mit einem kleinen Fest übergeben worden. Die Einrichtung ist eine der berühmtesten Ballettschulen der Welt. Ihr Namensgeber, der ehemalige Direktor des Stuttgarter Balletts, gründete sie 1971. Der Umzug in den Neubau war nicht nur später, sondern auch deutlich teurer als geplant. Die rund 60 Millionen Euro teilen sich Land und Stadt. Zehn Millionen Euro des städtischen Anteils werden vom Sportwagenbauer Porsche getragen. Der baden-württembergische Ministerpräsident Kretschmann sprach nach einem Rundgang durch das Haus von einem "Ergebnis, das wirklich fasziniert". In der neuen Schule sind eine Probebühne, ein Internat für 80 Schüler sowie acht Ballettsäle, Schulräume und ein Gesundheitszentrum untergebracht.

Kunstpreis der Bremer Böttcherstraße für Ulrike Müller

Die österreichische Künstlerin Ulrike Müller bekommt in diesem Jahr den mit 30.000 Euro dotierten zeitgenössischen Kunstpreis der Böttcherstraße in Bremen. Ihr Werk sei eine der präzisesten Positionen im Feld der feministischen und queeren Malereidiskurse der Gegenwart, begründete die Wettbewerbs-Jury die Entscheidung. Sie überzeuge durch Abstraktion. Müller wurde 1971 in Brixlegg geboren und lebt in New York. In der Endrunde des Wettbewerbes standen zehn Künstlerinnen und Künstler aus dem deutschsprachigen Raum. Ihre Werke sind noch bis zum 1. November in der Bremer Kunsthalle zu sehen.

Ai Weiwei protestiert gegen Auslieferung von Assange

Der chinesische Künstler Ai Weiwei hat in London gegen eine Auslieferung des Wikileaks-Gründers Julian Assange an die USA demonstriert. "Lasst ihn frei. Lasst ihn einen freien Mann sein", forderte Ai vor dem Londoner Gericht Old Bailey. Der Staat müsse die Freiheit der Presse schützen. Die USA werfen Assange Spionage in 17 Fällen und Computermissbrauch vor und verlangen seine Auslieferung. Im Fall eines Schuldspruchs drohen ihm bis zu 175 Jahre Haft. Ai sagte, Assange vertrete einen Grundwert. "Warum sind wir frei? - Weil wir die Freiheit der Presse haben", sagte Ai, der Assange zuvor im Gefängnis besucht hatte.

UNO will Aufhebung von Blasphemie-Todesurteil

Die Vereinten Nationen (UN) fordern die sofortige Freilassung eines nigerianischen Sängers, der wegen Blasphemie zum Tode verurteilt wurde. Die Organisation schreibt in einer Erklärung, die mutmaßlich abfälligen Äußerungen über den Propheten Mohammed in einem Lied zu kriminalisieren, sei rechtswidrig. Künstlerischer Ausdruck von Meinung und Glaube sei durch internationales Recht geschützt. Der 22-jährige Sänger Yahaya Sharif-Aminu war im August in der nordnigerianischen Stadt Kano zum Tod durch Erhängen verurteilt worden. Ein Scharia-Gericht sah als erwiesen an, dass er in einem seiner Texte einen Imam über alle Maßen gelobt und ihn damit über den Propheten gestellt habe; das sei Gotteslästerung.

Kinobranche will Abstandsregeln lockern

Die Kinobranche hat in einem Brief an Bundeskanzlerin Merkel gefordert, die Abstandsregelungen in den Kinosälen zu lockern. In dem Schreiben plädieren die Branchen-Vertreter für eine bundesweit einheitliche Regel. Sie sollte lauten: Ein Sitz frei zwischen Besuchergruppen, ohne Maske am Platz. Das zitiert die Deutsche Presse Agentur aus dem Brief der AG Kino-Gilde Deutscher Filmkunsttheater. Derzeit sei es in den Bundesländern unterschiedlich geregelt, wie die Zuschauer im Kino sitzen dürfen. In der Realität liege der Mindestabstand am Sitzplatz deutlich über 2 Meter. Das bedeute für die Betreiber eine maximale Auslastung von lediglich 20 Prozent.

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