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Kulturnachrichten

Samstag, 26. September 2020

Erste Statue für schwarze Heldin in Paris

Paris will eine Heldin im Kampf gegen die Sklaverei mit einer Statue ehren - es wäre die erste Statue für eine schwarze Frau in der französischen Hauptstadt. Bürgermeisterin Anne Hidalgo weihte am Samstag einen Park ein, der nach der jungen Schwarzen Solitude benannt wurde und in dem die Statue errichtet werden soll. Solitude war Anfang des 19. Jahrhunderts eine der Schlüsselfiguren des Aufstands gegen die französischen Kolonialherrscher auf der Karibikinsel Guadeloupe, dem sich zahlreiche ehemalige Sklavinnen anschlossen.
Sie wurde am 29. November 1802 im Alter von 30 Jahren hingerichtet. Einen Tag vor ihrer Hinrichtung hatte sie noch ein Kind zur Welt gebracht. Die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, sprach auf Twitter von einem "starken Symbol". Die Initiative solle dafür sorgen, dass Solitudes "Kampf nie in Vergessenheit gerät."

Weihnachtsmarkt-Schausteller lehnen Alkoholverbot ab

Der Deutsche Schaustellerbund lehnt ein Alkoholverbot auf Weihnachtsmärkten in der Corona-Pandemie ab. "Natürlich ist das Glühweintrinken ritualisiert. Niemand geht nur auf den Weihnachtsmarkt, um eine Wollmütze zu kaufen", sagte Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg der "Rheinischen Post" vom Samstag.
Zuletzt hatten sich mehrere Politiker dafür ausgesprochen, Weihnachtsmärkte mit Hygienevorgaben zu erlauben, jedoch starke Beschränkungen beim Alkoholausschank verlangt. Hakelberg sagte der "Rheinischen Post", die Schausteller wüssten genau, dass die diesjährigen Weihnachtsmärkte eine Bewährungsprobe für die Volksfeste im kommenden Jahr seien, und wollten entsprechend restriktiv beim Ausschank vorgehen. "Allen ist klar, dass die Ordnungsbehörden Dauergast auf den Weihnachtsmärkten sein werden und streng kontrollieren."

Teil der Olbricht-Sammlung wird in Köln versteigert

Teile der Kunstkollektion des Privatsammlers Thomas Olbricht werden am Samstag in Köln versteigert. Die Auktion umfasst nach Angaben des Auktionshauses Van Ham etwa 500 Objekte. Die Sammlung Olbricht gilt als eine der wichtigsten Privatsammlungen in Deutschland. In Berlin hatte Olbricht zehn Jahre lang den "me Collectors Room" betrieben. Der Schwerpunkt der Auktion liegt bei der zeitgenössischen Kunst mit Malerei, Skulptur, Fotografie und Installation. Ein besonderer Blickfang sei John M. Armleders Neonlichtinstallation "O.T. (target)", deren Größe auf dem Auktionsmarkt bisher einzigartig sei. Der Schätzpreis liege bei 80.000 bis 120.000 Euro.

Theodor-Heuss-Preis für Filmregisseur Andreas Dresen

Der Filmregisseur Andreas Dresen ist in Stuttgart mit dem "Theodor-Heuss-Preis" ausgezeichnet worden. Die Verleihung stand in diesem Jahr unter dem Motto "Nach 30 Jahren. Wie schafft Demokratie Einheit in Vielfalt?". Wie die Theodor-Heuss-Stiftung erklärte, erhält Andreas Dresen die Auszeichnung für sein künstlerisches Werk, das auf ehrliche und kraftvolle Weise Geschichten aus Ostdeutschland für ein gesamtdeutsches Publikum erzähle. Das komme vor allem bei Filmen wie "Gundermann" und "Als wir träumten" zum Ausdruck. In ihnen mache Andreas Dresen "das Selbstverständnis vieler Ostdeutscher mit Geschichten von Anpassung und Widerstand zum Thema. Plakative politische Aussagen sind ihm fremd“, so die Stiftung. Der Preis wird zur Erinnerung an den ersten Bundespräsidenten vergeben.

Serbischer Filmregisseur Paskaljevic gestorben

Der serbische Filmregisseur Goran Paskaljevic ist Medien zufolge am Freitag im Alter von 73 Jahren in Paris gestorben. Dies berichtete das serbische Portal "kurir.rs" unter Berufung auf Angehörige. Paskaljevic galt als einer der wichtigsten Regisseure und Drehbuchautoren des serbischen Autorenfilms. Unter anderem drehte er die Filme "Tango Argentino" (1992), "Paradies, Brooklyn" (1995) und "Das Pulverfass" (1998). Die Kritik würdigte an seinen Filmen die einfühlsame Darstellung von Menschen in ihrer Verletzlichkeit, Verzweiflung und Abgründigkeit.
1998 erhielt Paskaljevic für "Das Pulverfass" den Europäischen Preis der internationalen Filmkritiker-Vereinigung Fipresci. Zu Beginn der Jugoslawien-Kriege 1991 hatte er den serbischen Nationalismus unter Präsident Milosevic öffentlich angeprangert. Nach einer Medien-Hetzkampagne erhielt er Morddrohungen und emigirerte nach Frankreich. Zuletzt lebte er abwechselnd in Paris und in Belgrad.

Nora Bossong mit Joseph-Breitbach-Preis geehrt

Die Schriftstellerin Nora Bossong ist für ihr literarisches Gesamtwerk mit dem Joseph-Breitbach-Preis ausgezeichnet worden. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer sagte bei der Preisverleihung im Koblenzer Theater: "Nora Bossong schreibt sprachmächtige Romane und Gedichte von großer Strahlkraft, die wichtige Fragen stellen". Die 38-Jährige schreibe Bücher über eine Welt, in der vieles aus den Fugen geraten ist. Wegen der Corona-Pandemie fand der Festakt mit nur wenigen ausgewählten Teilnehmern statt und wurde in einem Livestream übertragen. Ihren ersten Roman "Gegend" veröffentlichte die 1982 in Bremen geborene Autorin im Jahr 2006. Seither erschienen weitere Romane und Lyrik-Bände, für die Bossong schon mehrfach ausgezeichnet wurde. Der Joseph-Breitbach-Preis ist mit 50000 Euro dotiert.

Olga Tokarczuk lehnt Ehrenbürgerschaft ab

Die Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk hat eine Ehrenbürgerschaft in ihrer polnischen Heimatregion abgelehnt. Sie schätze es, für die Auszeichnung in Erwägung gezogen zu werden, teilte Tokarczuk bei Twitter mit. Sie könne aber die Ehrenbürgerschaft der Region Niederschlesien nicht annehmen. Die Auszeichnung zur gleichen Zeit wie der katholische Bischof Ignacy Dec zu erhalten, würde die Spaltung in Polen wegen Rechten für Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transsexuelle hervorheben. Sie wolle nicht ein Objekt derartiger Aktionen und ein Element in diesem Spiel werden, teilte Tokarczuk mit. Bischof Dec hatte die LGBT-Bewegung als Gefahr für die katholische Kirche und Polen beschrieben.

Michael Kiwanuka mit Mercury Prize ausgezeichnet

Der Musiker Michael Kiwanuka hat die renommierte britische Pop-Auszeichnung Mercury Prize erhalten. Nach zwei Nominierungen seit 2012 wurde der Singer-Songwriter jetzt für sein drittes Studioalbum "Kiwanuka" geehrt, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Bei der Preisverleihung sagte Kiwanuka, er habe sich in seinem Album "laut und stolz" mit den afrikanischen Wurzeln seiner Familie befasst. Der Mercury Prize war in der Vergangenheit häufiger für mangelnde Diversität bei der Auswahl der Nominierten kritisiert worden. Der Preis, der nur an britische Musiker vergeben wird, ist neben dem amerikanischen Grammy der angesehenste Pop-Preis der Welt. Er ist mit 25 000 britischen Pfund dotiert.

Filmfest Hamburg hat begonnen

Trotz Coronakrise sind zahlreiche bekannte Filmschaffende zur Eröffnung des 28. Filmfestes Hamburg gekommen. Am Donnerstagabend liefen vor dem Cinemaxx-Kino am Dammtor unter anderen die Schauspieler Peter Lohmeyer, Oliver Masucci und Victoria Trauttmansdorff sowie Regisseur Oskar Roehler über den roten Teppich. "In diesen schwierigen Zeiten ist das Filmfest wie ein Leuchtturm", sagte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (CDU). Es gebe der Branche Orientierung und lenke die Aufmerksamkeit auf neue Filme. Zur Eröffnung wurde "Enfant Terrible" von Oskar Roehler gezeigt - eine Hommage an den Filmemacher Rainer Werner Fassbinder. Bis zum 3. Oktober sind mehr als 70 Werke aus aller Welt zu sehen - darunter 21 Debüts sowie mehr als ein Dutzend Welt- und Europapremieren. Damit trotz der Coronaeinschränkungen möglichst viele Menschen die Filme sehen können, gibt es zusätzlich für rund 50 Filme Streamingtickets.

Bauminister fordern Geld für Unesco-Welterbestätten

Die Bauminister der 16 Bundesländer haben den Bund aufgefordert, Sonderinvestitionen über eine halbe Milliarde Euro für die deutschen Unesco-Welterbestätten bereitzustellen. Damit könnte das größte Denkmal-Förderprogramm in der Geschichte der Bundesrepublik angestoßen werden, sagte Nordrhein-Westfalens Bauministerin Scharrenbach zum Abschluss der Bauministerkonferenz in Weimar. Nach Angaben der CDU-Politikerin und Thüringens Bauminister Hoff von der Linkspartei soll das Geld über einen Zeitraum von mehreren Jahren zur Verfügung gestellt werden. Es gehe vor allem um die Sanierung und Instandhaltung von Gebäuden.

Australischer Preis geht erstmals an indigenen Künstler

Erstmals hat ein indigener Künstler den renommierten australischen Archibald-Preis gewonnen. Vincent Namatjira erhielt die mit umgerechnet rund 60.000 Euro dotierte Auszeichnung für ein Porträtbild, das ihn selbst gemeinsam mit dem ehemaligen australischen Footballspieler Adam Goodes zeigt. Namatjira beschrieb bei der Preisverleihung den Sportler als einen stolzen Aborigine-Mann, der sich für sein Volk einsetze: "Wir teilen ähnliche Geschichten und Erfahrungen - über die Abtrennung von Kultur, Sprache und Land und den ständigen Druck, ein Aborigine-Mann in diesem Land zu sein". Der Porträt-Preis ist berühmt dafür, Bilder des "Who is who" der australischen Kultur zu zeigen. Der Preis wird seit 1921 verliehen.

Deutscher Filmball fällt 2021 aus

Der Deutsche Filmball in München fällt im kommenden Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer. "Der Filmball bringt die Branche zum Tanzen - daran ist im Moment nicht zu denken", teilte der Präsident der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO), Thomas Negele, mit. Die Entscheidung sei nicht leicht gefallen. Derzeit sei aber "ein Ball, wie wir ihn kennen, nur schwer vorstellbar". Die Veranstaltung versammelt traditionell rund 1000 Filmschaffende und gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten der Branche in Deutschland. Die Pandemie und ihre Folgen haben die Filmwirtschaft hart getroffen. Verbände und Unternehmen seien auch in den kommenden Monaten gefordert, die Folgen der Krise zu bewältigen, so Negele.

Britische Filmpreise künftig mit neuen Regeln

Die Regeln für den britischen Filmpreise werden reformiert, um bei der Trophäenvergabe vielfältiger zu werden. So werden der Filmakademie (Bafta) künftig 1000 neue Mitglieder aus unterrepräsentierten Gruppen angehören, die sich den aktuell 6700 Filmschaffenden im Auswahlkomitee anschließen sollen. Auch die Regeln für die Bafta Awards werden geändert: Es wird eine neue Longlist eingeführt, über die zunächst abgestimmt wird, ehe die Nominierten in die engere Auswahl kommen. Die Filmakademie hatte Änderungen versprochen, nachdem die Kandidatinnen und Kandidaten für die Trophäen für die Gala 2020 verkündet wurden. Das siebte Jahr in Folge war keine Frau für die Sparte "Beste Regie" nominiert worden, und alle 20 Ausgewählten in den Kategorien für die besten Haupt- und Nebenrollen waren weiß.

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