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Kulturnachrichten

Freitag, 25. September 2020

Nora Bossong mit Joseph-Breitbach-Preis geehrt

Die Schriftstellerin Nora Bossong ist für ihr literarisches Gesamtwerk mit dem Joseph-Breitbach-Preis ausgezeichnet worden. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer sagte bei der Preisverleihung im Koblenzer Theater: "Nora Bossong schreibt sprachmächtige Romane und Gedichte von großer Strahlkraft, die wichtige Fragen stellen". Die 38-Jährige schreibe Bücher über eine Welt, in der vieles aus den Fugen geraten ist. Wegen der Corona-Pandemie fand der Festakt mit nur wenigen ausgewählten Teilnehmern statt und wurde in einem Livestream übertragen. Ihren ersten Roman "Gegend" veröffentlichte die 1982 in Bremen geborene Autorin im Jahr 2006. Seither erschienen weitere Romane und Lyrik-Bände, für die Bossong schon mehrfach ausgezeichnet wurde. Der Joseph-Breitbach-Preis ist mit 50000 Euro dotiert.

Olga Tokarczuk lehnt Ehrenbürgerschaft ab

Die Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk hat eine Ehrenbürgerschaft in ihrer polnischen Heimatregion abgelehnt. Sie schätze es, für die Auszeichnung in Erwägung gezogen zu werden, teilte Tokarczuk bei Twitter mit. Sie könne aber die Ehrenbürgerschaft der Region Niederschlesien nicht annehmen. Die Auszeichnung zur gleichen Zeit wie der katholische Bischof Ignacy Dec zu erhalten, würde die Spaltung in Polen wegen Rechten für Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transsexuelle hervorheben. Sie wolle nicht ein Objekt derartiger Aktionen und ein Element in diesem Spiel werden, teilte Tokarczuk mit. Bischof Dec hatte die LGBT-Bewegung als Gefahr für die katholische Kirche und Polen beschrieben.

Michael Kiwanuka mit Mercury Prize ausgezeichnet

Der Musiker Michael Kiwanuka hat die renommierte britische Pop-Auszeichnung Mercury Prize erhalten. Nach zwei Nominierungen seit 2012 wurde der Singer-Songwriter jetzt für sein drittes Studioalbum "Kiwanuka" geehrt, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Bei der Preisverleihung sagte Kiwanuka, er habe sich in seinem Album "laut und stolz" mit den afrikanischen Wurzeln seiner Familie befasst. Der Mercury Prize war in der Vergangenheit häufiger für mangelnde Diversität bei der Auswahl der Nominierten kritisiert worden. Der Preis, der nur an britische Musiker vergeben wird, ist neben dem amerikanischen Grammy der angesehenste Pop-Preis der Welt. Er ist mit 25 000 britischen Pfund dotiert.

Bauminister fordern Geld für Unesco-Welterbestätten

Die Bauminister der 16 Bundesländer haben den Bund aufgefordert, Sonderinvestitionen über eine halbe Milliarde Euro für die deutschen Unesco-Welterbestätten bereitzustellen. Damit könnte das größte Denkmal-Förderprogramm in der Geschichte der Bundesrepublik angestoßen werden, sagte Nordrhein-Westfalens Bauministerin Scharrenbach zum Abschluss der Bauministerkonferenz in Weimar. Nach Angaben der CDU-Politikerin und Thüringens Bauminister Hoff von der Linkspartei soll das Geld über einen Zeitraum von mehreren Jahren zur Verfügung gestellt werden. Es gehe vor allem um die Sanierung und Instandhaltung von Gebäuden.

Kölner Museum Ludwig zeigt Gemälde-Fälschungen

Die Resultate einer hauseigenen Forschung präsentiert das Kölner Museum Ludwig nun in einer Ausstellung. Das Museum besitzt eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen der Russischen Avantgarde und hat nach eigenen Angaben herausgefunden, dass ein Teil der Werke gefälscht ist. Die Museumskollektion umfasst etwa 600 Arbeiten der Russischen Avantgarde, datiert aus der Zeit von 1905 bis 1930, darunter 100 Gemälde. Von bisher 49 untersuchten Werken sind 22 vermutlich nicht authentisch. Das Museum Ludwig besitzt Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts und zählt heute zu den bedeutendsten Kunstmuseen Europas.

Australischer Preis geht erstmals an indigenen Künstler

Erstmals hat ein indigener Künstler den renommierten australischen Archibald-Preis gewonnen. Vincent Namatjira erhielt die mit umgerechnet rund 60.000 Euro dotierte Auszeichnung für ein Porträtbild, das ihn selbst gemeinsam mit dem ehemaligen australischen Footballspieler Adam Goodes zeigt. Namatjira beschrieb bei der Preisverleihung den Sportler als einen stolzen Aborigine-Mann, der sich für sein Volk einsetze: "Wir teilen ähnliche Geschichten und Erfahrungen - über die Abtrennung von Kultur, Sprache und Land und den ständigen Druck, ein Aborigine-Mann in diesem Land zu sein". Der Porträt-Preis ist berühmt dafür, Bilder des "Who is who" der australischen Kultur zu zeigen. Der Preis wird seit 1921 verliehen.

Filmfest Hamburg hat begonnen

Trotz Coronakrise sind zahlreiche bekannte Filmschaffende zur Eröffnung des 28. Filmfestes Hamburg gekommen. Am Donnerstagabend liefen vor dem Cinemaxx-Kino am Dammtor unter anderen die Schauspieler Peter Lohmeyer, Oliver Masucci und Victoria Trauttmansdorff sowie Regisseur Oskar Roehler über den roten Teppich. "In diesen schwierigen Zeiten ist das Filmfest wie ein Leuchtturm", sagte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (CDU). Es gebe der Branche Orientierung und lenke die Aufmerksamkeit auf neue Filme. Zur Eröffnung wurde "Enfant Terrible" von Oskar Roehler gezeigt - eine Hommage an den Filmemacher Rainer Werner Fassbinder. Bis zum 3. Oktober sind mehr als 70 Werke aus aller Welt zu sehen - darunter 21 Debüts sowie mehr als ein Dutzend Welt- und Europapremieren. Damit trotz der Coronaeinschränkungen möglichst viele Menschen die Filme sehen können, gibt es zusätzlich für rund 50 Filme Streamingtickets.

Deutscher Filmball fällt 2021 aus

Der Deutsche Filmball in München fällt im kommenden Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer. "Der Filmball bringt die Branche zum Tanzen - daran ist im Moment nicht zu denken", teilte der Präsident der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO), Thomas Negele, mit. Die Entscheidung sei nicht leicht gefallen. Derzeit sei aber "ein Ball, wie wir ihn kennen, nur schwer vorstellbar". Die Veranstaltung versammelt traditionell rund 1000 Filmschaffende und gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten der Branche in Deutschland. Die Pandemie und ihre Folgen haben die Filmwirtschaft hart getroffen. Verbände und Unternehmen seien auch in den kommenden Monaten gefordert, die Folgen der Krise zu bewältigen, so Negele.

Varusschlachtmuseum feiert "Jahrhundertfund"

Archäologen haben auf dem Gelände rund um das Varusschlachtmuseum Bramsche-Kalkriese bei Osnabrück einen römischen Schienenpanzer entdeckt. Das Museum feiert die Entdeckung als "Jahrhundertfund". Die aus etwa 30 Eisenschienen bestehende Rüstung für den Oberkörper stamme aus augusteischer Zeit um Christi Geburt und sei nahezu vollständig erhalten, sagte Geschäftsführer Stefan Burmeister. Der sensationelle Fund erlaube neue Einblicke in die römische Militärtechnik, er sei der weltweit älteste und der einzig erhaltene römische Schienenpanzer. Alleinige Referenzobjekte seien bislang sechs Hälften von Schienpanzern gewesen, die 1964 im englischen Corbridge gefunden wurden, so Burmeister. Sie seien allerdings nur unvollständig erhalten und stammten aus dem 2. Jahrhundert nach Christus, seien also deutlich jünger. Auf dem Schlachtfeld am Teutoburger Wald haben sich Teile der Varusschlacht im Jahre 9 nach Christus oder einer anderen Schlacht zwischen Römern und Germanen abgespielt.

60 Millionen Euro Nothilfe für Studierende gezahlt

Deutschland hat in den vergangenen Monaten insgesamt rund 60 Millionen Euro sogenannter Überbrückungshilfe an Studierende gezahlt, die wegen Corona in eine finanzielle Notlage geraten sind. Das sagte Achim Meyer auf der Heyde, der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks (DSW). Die Studentenwerke sind zuständig für die Bearbeitung der Anträge auf Nothilfe. 135 000 Anträge wurden demnach bisher positiv beschieden, 80 000 abgelehnt. "Wir konnten Studierenden in ihrer Notlage helfen", sagte Meyer auf der Heyde. Allerdings habe man nicht alle unterstützen können. Bei mehr als der Hälfte der abgelehnten Anträge seien die Betroffenen zwar in einer Notlage gewesen, diese sei aber nicht pandemiebedingt gewesen. Es gebe eine strukturelle Armut, die schon vor der Pandemie virulent gewesen sei, so Meyer auf der Heyde, und forderte für die Betroffenen eine strukturelle Reform der Studienfinanzierung. 100 Millionen Euro hatte das Bundesforschungsministerium für die Nothilfe bereitgestellt.

Britische Filmpreise mit neuen Regeln

Die Regeln für den britischen Filmpreise werden reformiert, um bei der Trophäenvergabe vielfältiger zu werden. So werden der Filmakademie (Bafta) künftig 1000 neue Mitglieder aus unterrepräsentierten Gruppen angehören, die sich den aktuell 6700 Filmschaffenden im Auswahlkomitee anschließen sollen. Auch die Regeln für die Bafta Awards werden geändert: Es wird eine neue Longlist eingeführt, über die zunächst abgestimmt wird, ehe die Nominierten in die engere Auswahl kommen. Die Filmakademie hatte Änderungen versprochen, nachdem die Kandidatinnen und Kandidaten für die Trophäen für die Gala 2020 verkündet wurden. Das siebte Jahr in Folge war keine Frau für die Sparte "Beste Regie" nominiert worden, und alle 20 Ausgewählten in den Kategorien für die besten Haupt- und Nebenrollen waren weiß.

Rio de Janeiro verschiebt Karneval für unbestimmte Zeit

Der weltberühmte Karneval in Rio de Janeiro wird wegen der Corona-Pandemie auf unbestimmte Zeit verschoben. Die anhaltende Ausbreitung des Virus mache es unmöglich, die traditionellen Paraden im Februar auf sichere Weise abzuhalten, teilten die Sambaschulen der brasilianischen Metropole mit. Der Verband organisiert den aufwändigen und spektakulären Straßenumzug. Brasilien gehört zu den von der Corona-Pandemie am schlimmsten betroffenen Ländern. Bislang wurden etwa 139.000 Todesopfer gemeldet, das ist nach den USA die weltweit zweithöchste Zahl.

US-Gericht bremst Trumps geplante TikTok-Sperre

Das Verbot der chinesischen Video-App TikTok in den USA ist vorerst gestoppt. Ein US-Gericht in Washington wies die Regierung an, die geplante Download-Sperre entweder schriftlich zu begründen oder das Verbot zu verschieben. Präsident Trump sieht in der vor allem bei Jugendlichen beliebten App ein Sicherheitsrisiko, weil China die Daten der etwa 100 Millionen US-Nutzer abgreifen könnte. Er will TikTok deshalb aus den App-Stores von Apple und Google verbannen und damit ein Herunterladen in den USA verhindern. TikTok und der chinesische Mutterkonzern Bytedance argumentierten vergeblich, dass Daten von US-Nutzern in den USA gespeichert würden und nicht nach China gingen.

Ehrenpreis für Viggo Mortensen in San Sebastián

Hollywood-Star Viggo Mortensen hat beim Filmfestival von San Sebastián den Ehrenpreis für seine lange Karriere erhalten. Der Schauspieler haben in den vergangenen 35 Jahren - unabhängig vom jeweiligen Genre - über 50 Filmen seinen Stempel aufgedrückt, teilten die Organisatoren des Festivals mit. Mortensen bedankte sich bei "all jenen Menschen, die weiterhin ins Kino gehen". Sie erst machten es möglich, "Geschichten zu erzählen, die uns prägen und uns manchmal auch alle vereinen". In San Sebastián zeigt der 61 Jahre alte New Yorker mit "Falling" sein erstes Regiewerk. Das Festival läuft noch bis morgen. Dann wird auch die "Goldene Muschel" für den besten Film verliehen.

Verleger Sir Harold Evans gestorben

Der prominente Verleger, Autor und Journalist Sir Harold Evans ist tot. Der 92-jährige Brite starb laut seiner Frau Tina Brown in New York an Herzversagen. Evans war bis in die 1990er Jahre hinein Präsident des Verlags Random House. In den 1960er Jahren fing er als Redakteur der Zeitungen "The Northern Echo" und "Sunday Times" an. Dabei machte er Schlagzeilen mit Enthüllungen über Spionage, Konzernkriminalität und Regierungsskandale. In den USA veröffentlichte Evans den politischen Roman "Primary Colors" über den damaligen Kandidaten Bill Clinton. Er schrieb Memoiren von Persönlichkeiten wie Diktator Manuel Noriega und Marlon Brando. 2004 wurde er in seinem Heimatland Großbritannien wegen seiner Beiträge zum Journalismus zum Ritter geschlagen. Bei der "Sunday Times" war Evans 14 Jahre lang tätig, bevor er von seinem neuen Chef, dem Unternehmer Rupert Murdoch, weggedrängt wurde. Evans wanderte 1984 in die USA aus.

Choreograph Forsythe erhält Theaterpreis

Der Choreograph William Forsythe erhält den Deutschen Theaterpreis "Der Faust 2020" für sein Lebenswerk. Der 70-Jährige US-Amerikaner, der von 1984 bis 2004 Ballettdirektor in Frankfurt am Main war, habe den zeitgenössischen Tanz durch seine Arbeit entscheidend beeinflusst, teilte der Deutsche Bühnenverein in Köln mit. Als ewig Forschender habe er die Kunstform Tanz, aber auch seine eigene strenge und zugleich sinnliche Tanzsprache immer wieder neu erfunden, heißt es in der Begründung. Der "Faust"-Theaterpreis wird von der Kulturstiftung der Länder, der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und dem Deutschen Bühnenverein in Köln vergeben. Mit der Auszeichnung werden herausragende künstlerische Leistungen geehrt. Die undotierten Preise werden im November im Staatstheater Hannover verliehen.

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