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Freitag, 23.10.2020
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 20. September 2020

US-Drama «Nomadland» gewinnt beim Filmfest in Toronto

Das Roadtrip-Drama «Nomadland» von Regisseurin Chloé Zhao ist der Siegerfilm des 45. Toronto International Film Festivals. Der US-Film mit Frances McDormand in der Hauptrolle begeisterte das Publikum der kanadischen Metropole, das traditionell an Stelle einer Jury den Gewinner wählt. «Nomadland» erzählt die Geschichte einer Frau, die nach dem wirtschaftlichen Kollaps einer Kleinstadt allein in ihrem Van durch den amerikanischen Westen reist. Der Film der in China geborenen Regisseurin Zhao wurde Mitte September bereits mit dem Goldenen Löwen des Filmfestivals in Venedig ausgezeichnet. Der zweite Platz ging an Regina Kings Regiedebüt «One Night in Miami». Bei dem zehntägigen Filmfest in Toronto konkurrierten in diesem Jahr 50 Filme.

Die italienische Publizistin Rossana Rossanda ist tot

Sie wurde oft verglichen mit Rosa Luxemburg und sah sich selbst in deren Tradition: die linke Intellektuelle und Publizistin Rossana Rossanda ist tot. 1924 in Pola (Istrien) geboren, studierte sie zunächst Kunstgeschichte und Philosophie. 1943 kam sie in Kontakt mit der "antifaschistischen Resistenza". Im Zweiten Weltkrieg beteiligte sie sich als jüngste Partisanin am Widerstandskampf. Sie trat der Kommunistischen Partei Italiens bei und wurde in den 50er und 60er Jahren eine ihrer Führungspersönlichkeiten. Ab 1963 geriet sie immer mehr in Konflikt mit ihrer Partei, kritisierte die ihrer Meinung nach zu reformistische Politik Italiens, und sympathisierte mit der 68er Bewegung. Nach ihrem Parteiausschluss 1968 gründete sie mit anderen in Ungnade gefallenen Parteimitgliedern 1969 die Zeitschrift und spätere Tageszeitung "il manifesto". Ihre Bücher und Aufsätze setzen sich mit der politischen Situation in Italien, der Frauenbewegung, und den "Brigate rosse" auseinander. Vergangene Nacht starb Rossana Rossanda im Alter von 96 Jahren.

Kindermedienfestival «Goldener Spatz» in Gera gestartet

Mit der Vereidigung der Jury und ersten Filmen wie «Madison» über eine junge Radrennfahrerin hat in Gera das Kindermedienfestival «Goldener Spatz» begonnen. Etwa 50 Film- und Fernsehproduktionen sowie eine Reihe anderer Medienangebote stehen in den kommenden Tagen auf dem Programm. Wegen der Corona-Pandemie könnten die Beiträge samt Moderationen und Interviews mit dem Kauf eines Tickets auch via Internet geschaut werden, teilten die Veranstalter mit. Das Festival sieht sich als größtes für deutschsprachige Kindermedien. In diesem Jahr erlebt es seine 28. Auflage. Ursprünglich war es für Mai geplant, musste dann aber wegen der Corona-Pandemie verschoben werden. Höhepunkt wird die Preisverleihung am kommenden Freitag in Erfurt sein.

Richterin stoppt Vorgehen der US-Regierung gegen WeChat

Die chinesische Kommunikations-App WeChat wird vorerst für amerikanische Nutzer verfügbar bleiben. Nach einer Klage von WeChat-Nutzern entschied eine Richterin in Kalifornien gegen die Sanktionen der US-Regierung. Die App sollte ab Montag aus den Download-Plattformen in den USA verschwinden und auch den Großteil ihrer Funktionalität verlieren. Einige Millionen Nutzer in den USA verwenden WeChat, vor allem um mit Verwandten und Freunden in China in Kontakt zu bleiben. Die US-Regierung warnt, dass chinesische Behörden über WeChat Zugriff auf Daten von Amerikanern bekommen könnten. Der Betreiber WeChat weist dies zurück.

Bertha-und-Carl-Benz-Preis an saudi-arabische Frauenrechtlerin verliehen

Der diesjährige Bertha-und-Carl-Benz-Preis für Mobiliät wurde an die saudi-arabische Frauenaktivistin Loujain Al-Hathloul verliehen. Sie war das erste Mal 2014 in Haft genommen worden, weil sie in ihrer Heimat Auto fuhr. Das war für Frauen damals noch verboten. Wegen angeblich "aufrührerischen" Verhaltens gegenüber dem Regime, ist die 31-Jährige seit zwei Jahren erneut im Gefängnis. Nach Aussage ihrer Familie wurde sie gefoltert und ist im Hungerstreik. Den mit 10.000 Euro dotierten Preis haben die Schwestern der Preisträgerin per Video entgegengenommen.

Wilhelm-Lehmbruck-Preis 2020 verliehen

Das Künstlerpaar Janet Cardiff und George Bures Miller hat den mit 10.000 Euro dotierten Wilhelm-Lehmbruck-Preis der Stadt Duisburg und des Landschaftsverbandes Rheinland erhalten. Die kanadischen Künstler hätten mit ihren Klangskulpturen und Installationen ein ganzes Genre geprägt, erklärte das Lehmbruck Museum. Die von den beiden erschaffenen Klangräume seien in ihrer Intensität einzigartig. Der Wilhelm-Lehmbruck-Preis wird seit 1966 verliehen und gehört zu den international renommiertesten Auszeichnungen für Bildhauer. Er erinnert an den in Duisburg geborenen Bildhauer Wilhelm Lehmbruck (1881-1919). Zu den Preisträgern gehörten bislang Eduardo Chillida, Joseph Beuys, Richard Serra und Nam June Paik.

Weitere antike Holzsärge in Ägypten entdeckt

Im ägyptischen Sakkara sind erneut vierzehn antike Holzsärge gefunden worden. Die noch vollständig versiegelten, rund 2.500 Jahre alten Särge wurden in einem Schacht zwanzig Kilometer südlich von Kairo entdeckt, berichtet die Tageszeitung "Al-Ahram". Die Ausgrabungen werden fortgesetzt. Anfang September hatten Forscher in drei versiegelten Nischen dreizehn Särge gefunden, bei denen teilweise die Originalbemalungen noch erhalten sind. Nach offiziellen Angaben handelt es sich um den größten Sargfund seit der Entdeckung der Grabstätte Al-Asasif am Westufer des Nils im Tal der Könige. Dort fanden Archäologen 2019 insgesamt 30 Sarkophage aus der 22. Dynastie (945 bis 715 vor Christus).

Künstliche Intelligenz im Kampf gegen Kinderpornografie eingesetzt

Immer mehr Bundesländer wollen im Kampf gegen Kinderpornografie im Internet künstliche Intelligenz einsetzen. 13 Bundesländer hätten Interesse an einem niedersächsischen System geäußert, das Dateien wie Bilder und Videos nach pornografischem und nicht pornografischem Inhalt kategorisiert, sagte der Präsident des Landeskriminalamts Niedersachsen, de Vries. Ziel sei es, früher anzusetzen, um Missbrauchsfälle verhindern zu können. Acht Länder setzten das System bislang ein.

Bayerischer Kunstförderpreis für Literatur-Talente vergeben

Vier junge Künstlerinnen und Künstler erhalten in diesem Jahr den bayerischen Kunstförderpreis in der Sparte Literatur. Die mit je 6.000 Euro dotierte Auszeichnung geht an Andreas Thamm aus Bamberg, Dana von Suffrin und Lisa Jeschke aus München sowie Lisa Frühbeis aus Augsburg. Das teilte der Kunstminister Sibler in München mit. Die Preisträger setzten sich in ihren tiefgründigen, oft sozialkritischen Geschichten mit scharfem Verstand und Humor mit der gesellschaftlichen Gegenwart auseinander, so Sibler weiter: "Sie schenken uns damit neue Perspektiven und geben uns wertvolle Gedankenanstöße." Jedes Jahr verleiht Bayern bis zu 16 Kunstförderpreise. Die ausgezeichneten Künstler der verschiedenen Sparten werden von Fachjurys vorgeschlagen und dürfen maximal 40 Jahre alt sein.

Tik Tok bleibt vorerst in den US-App-Stores

Die Zukunft der Video-App Tiktok in den USA scheint gesichert, nachdem Präsident Donald Trump einen Deal zwischen dem chinesischen Eigentümer Bytedance und US-Unternehmen gebilligt hat. Der neue Firmensitz von Tiktok komme in die USA, "wahrscheinlich nach Texas", sagte Trump in der Nacht. Eine formelle Aufhebung der US-Maßnahmen gegen Tiktok steht noch aus. Das Handelsministerium schob den Download-Stopp für die App in den USA, der für Nutzer ab Montag greifen sollte, um eine Woche auf.
Unklar bleibt vorerst aber, inwiefern nach Trumps "grundsätzlicher Billigung" des Deals noch eine Zustimmung Chinas erforderlich ist. Die chinesische Regierung hatte einen direkten Verkauf des US-Geschäfts von TikTok an den Software-Konzern Microsoft zuvor torpediert. Sie führte eine neue Regel ein, nach der Software-Algorithmen nur mit Erlaubnis der Behörden ins Ausland verkauft werden dürfen.

Tholeyer Abteikirche feiert Orgel und Richter-Fenster

Nach zweijähriger Schließung ist am Samstagabend die saarländische Abteikirche Tholey wiedereröffnet worden. Dabei wurde die neue Orgel geweiht. Rechtzeitig zur Feier konnten auch die drei von Gerhard Richter geschaffenen Fenster eingebaut worden. Sie sind 9,30 Meter mal 1,95 Meter groß. Von den anderen 34 Fenstern, die die afghanische Künstlerin Mahbuba Maqsoodi gestaltete, fehlen nur noch die Fenster im Südteil. Die Benediktinerabtei ist nach eigenen Angaben das älteste urkundlich erwähnte Kloster Deutschlands. Es wurde demnach erstmals 634 nach Christus genannt. Die Feierlichkeiten zur Wiedereröffnung dauern bis zum 8. Oktober. Viele Veranstaltungen werden auch im Livestream auf der Internetseite der Abtei übertragen.

Söder für Öffnung von Weihnachtsmärkten

Der bayerische Ministerpräsident Söder hat sich für Weihnachtsmärkte unter Corona-Bedingungen ausgesprochen. Dafür müsse man sich "kluge Konzepte" überlegen, so der CSU-Chef in der "Welt am Sonntag". Man könne beispielsweise Laufwege mit Eingang und Ausgang definieren, müsse mit Maskenpflicht operieren und den Alkoholkonsum stark reduzieren. Unter diesen Voraussetzungen könne er sich Christkindlmärkte vorstellen. Auch könnten sie nur stattfinden, wenn es das regionale Infektionsgeschehen zulasse, ergänzte Söder.

Karikaturist Michael Sowa mit "e.o.plauen"-Preis geehrt

Der Berliner Künstler und Karikaturist Michael Sowa ist Träger des diesjährigen "e.o.plauen" Preises. Der Preis ist mit 5.000 Euro sowie mit einer Kleinplastik des Plauener Künstlers Hannes Schulze dotiert. Sowas Bilder zeichneten sich "durch einen unglaublichen Witz aus, mit einer Liebe zum Detail, die faszinierend" sei, erklärte die Jury. Sowa wurde am 1. Juli 1945 in Berlin geboren und studierte Kunstpädagogik. Seit 1975 ist er als freier Maler und Zeichner tätig. Unter anderem veröffentlichte er im Satiremagazin "Titanic" und illustrierte zahlreiche Zeitschriften, Bücher und Buchcover. Die Stadt Plauen und die e.o.plauen-Gesellschaft vergeben den Preis seit 1995 alle drei Jahre. Benannt ist er nach dem Zeichner und Karikaturisten Erich Ohser (1903-1944), der unter dem Pseudonym "e.o.plauen" gearbeitet hat und vor allem durch seine Serie "Vater und Sohn" bekannt wurde.

Erster bundesweiter Dokumentarfilmtag LETsDOK

Zum ersten Mal findet in Deutschland ein bundesweiter Dokumentarfilmtag statt.
Bis zu 100 Kinos und Filminitiativen zeigen in ganz Deutschland Dokumentarfilme auf der großen Leinwand und als Online-Stream. Hauswände, Scheunen, Plätze, Dächer und Wohnräume verwandeln sich in temporäre alternative Kinos. Aufgerufen zur der Aktion hatte die Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm - AG Dok, die zu einer der größten Filmverbände Deutschland zählt. Die Kampagne LETsDOK sei ein Zeichen der Solidarität mit anspruchsvollen Kinos, die es in Corona-Zeiten nicht leicht hätten, ihre Existenz zu sichern, schreibt die AG Dok auf ihrer Website. Das Kino bleibe ein wichtiger Ort für gesellschaftliche Auseinandersetzung.

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