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Kulturnachrichten

Freitag, 18. September 2020

Polizei-Abfrage zu Böhmermann ohne NSU 2.0-Bezug

Die polizeiliche Datenabfrage zum Satiriker Jan Böhmermann in Berlin hat nichts mit den Drohungen unter dem Namen "NSU 2.0" zu tun. Das berichtet der "Tagesspiegel" unter Berufung auf den Berliner Innensenator Geisel. Demnach sei die Darstellung der „Frankfurter Rundschau“ nachweislich falsch. Die Zeitung hatte berichtet, im Juli habe ein Berliner Polizist Böhmermanns Daten abgefragt. Kurz darauf seien in seinem privaten Briefkasten Drohbriefe gelandet. Nun heißt es: Nicht im Juli diesen, sondern im Juli vergangenen Jahres wurden Böhmermanns Daten im System der Berliner Polizei abgefragt - aus dienstlichen Gründen.

Sonntag will Trump TikTok und WeChat sperren

US-Präsident Trump hat eine Sperre der beiden chinesischen Social-Media-Apps TikTok und WeChat angekündigt. Ab Sonntag soll der Download in den USA nicht mehr möglich sein, teilte das Weiße Haus mit. Trump sieht Sicherheits- und Datenschutzprobleme bei der vor allem von Jugendlichen genutzten Tiktok-App und hat wiederholt mit einem Verbot in den USA gedroht, sollte das Unternehmen nicht an eine US-Firma verkauft werden.

Berliner Philharmoniker peilen düstere Töne an

Die Berliner Philharmoniker werden in diesem Jahr ein besonderes Silvesterkonzert spielen. Chefdirigent Kirill Petrenko sagte, das Orchester sei nicht weltfremd. Deshalb würden vielleicht düsterere Töne zu hören sein, nachdenklicher und sensibler." Intendantin Andrea Zietzschmann geht in diesem Jahr von einem Defizit des Klangkörpers in Höhe von zehn Millionen Euro aus. Bund und Land hätten aber bereits signalisiert, dafür einzuspringen, so Zietzschmann in Berlin. Sie rechnet auch in den kommenden Jahren mit anhaltenden finanziellen Problemen. Die Philharmoniker haben einen Jahresetat von gut 50 Millionen Euro.

Queen entzieht Harvey Weinstein Ehrentitel

Die britische Königin Elizabeth II hat dem einstigen Hollywood-Mogul Harvey Weinstein seine Ehrenauszeichnung entzogen. Sie habe angeordnet, die Ernennung zum Ehrenkommandanten der zivilen Division des British Empire aus dem Jahr 2004 aufzuheben und zu annullieren, heißt es in einer offiziellen Bekanntmachung. Der 68-Jährige Weinstein verbüßt wegen Vergewaltigung eine langjährige Haftstrafe. Die MeToo-Bewegung entstand nach den ersten Vorwürfen gegen den amerikanischen Filmproduzenten.

Start vom Aktionsnetzwerk „Nachhaltigkeit in Kultur und Medien“

Für Klimaschutz und Nachhaltigkeit sollen Museen, Theater und Kinos ihren ökologischen Fußabdruck verkleinern. Das ist das Ziel des jetzt an den Start gegangenen Aktionsnetzwerks „Nachhaltigkeit in Kultur und Medien“. Kulturstaatsministerin Monika Grütters erklärte bei der Auftaktveranstaltung in Wuppertal, dass bereits Pionierarbeit geleistet sei, die nun "in die Fläche" gebracht werden solle. "Nachhaltige Kunstproduktion ist möglich, ohne den künstlerischen Reichtum oder den Gestaltungsspielraum zu beschränken", so Grütters. Zu dem Netzwerk, das die Bundesregierung mit jährlich 100.000 Euro fördert, zählen die Kulturpolitische Gesellschaft, der Deutsche Kulturrat, das Humboldt Forum, die Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH, der Deutsche Bühnenverein, die Energieagentur.NRW, die IHK Köln sowie die im Bereich Nachhaltigkeit und Kultur tätige Organisation Julie’s Bicycle aus Großbritannien.

Verwerter müssen auch nicht-EU-Musiker vergüten

Der Europäische Gerichtshof hat die Rechte von Musikern gestärkt, die nicht aus einem EU-Land kommen, deren Stücke aber in Staaten der Europäischen Gemeinschaft zum Beispiel in Kneipen und im Radio zu hören sind. In seinem Urteil verweist das Gericht unter anderem auf geltendes internationales Recht. In dem Vertrag der Weltorganisation für geistiges Eigentum verpflichtet sich die Europäische Union, Darbietungen und Tonträger von anspruchsberechtigten Künstlern anderer Vertragsländer zu vergüten.

Heiko Maas will bedrohte Kulturgüter stärker schützen

Das Auswärtige Amt in Berlin will bedrohte Kulturgüter besser schützen. Deshalb arbeite es mit archäologischen Instituten und dem Technischen Hilfswerk an einem Notfallkonzept. Wie der "Spiegel" vorab meldet, sollen Expertenteams in Krisenfällen helfen, Bauwerke und Objekte schnell zu sichern und gegebenenfalls erhalten. Dazu sollen auch Restaurierungswerkstätten ausgeflogen werden können. Als Test sei die Zusammenarbeit mit dem Nationalmuseum im sudanesischen Khartum geplant. Für das Projekt stünden an die zwei Millionen Euro zur Verfügung.

Nach Diebstahl Erstausgaben von Galilei und Newton sichergestellt

In Rumänien sind in Großbritannien gestohlene historische Bücher im Wert von 2,5 Millionen Pfund sichergestellt worden. Das teilten die Ermittler in London mit. Es handele sich unter anderem um Erstausgaben von Galileo Galilei und Isaac Newton, mit "großer kultureller Bedeutung für das internationale kulturelle Erbe." 2017 waren mehr als 200 Bücher mit Hilfe eines Flaschenzugs aus einem Lagerhaus in der britischen Hauptstadt entwendet worden. Im vergangenen Jahr wurden nach gemeinsamen Ermittlungen von Europol und Eurojust 13 Verdächtige verhaftet, die für eine rumänische Mafia-Organisation arbeiten sollen.

Regisseur Norbert Schultze jr. ist tot

Fast ein Vierteljahrhundert hat er die die Abenteuer von Winnetou und Old Shatterhand auf die Freilichtbühne in Bad Segeberg gebracht. Nun ist Regisseur Norbert Schultze jr. im Alter von 78 Jahren gestorben. Neben den Abenteuern von Karl May setzte Schultze auch Fernsehserien in Szene. Dazu gehören "Erkennen Sie die Melodie?", "Rote Rosen" und "Gute Zeiten - schlechte Zeiten". Nach Angaben aus Bad Segeberg starb Norbert Schultze jr. bereits am 10. September in Hamburg.

"Forrest Gump"-Autor Winston Groom gestorben

Der Autor des Romans „Forrest Gump“, Winston Groom, ist tot. Er starb im Alter von 77 Jahren, wie die Stadt Fairhope im Süden des US-Bundesstaats Alabama mitteilte. Der Roman "Forrest Gump" war 1986 erschienen. Darin erzählt Groom die Geschichte eines geistig beeinträchtigen Mannes, der auf verschlungenen Wegen zum Akteur und Chronisten weltgeschichtlicher Ereignisse des 20. Jahreshunderts wird. Die Verfilmung aus dem Jahr 1994 wurde mit ingesamt sechs Oscars ausgezeichntet. Tom Hanks erhielt für die Verkörperung des Forrest Gump den Oscar als bester Hauptdarsteller.

Hölty-Preis für Dichterin Marion Poschmann

Die Schriftstellerin Marion Poschmann hat am Abend den mit 20.000 Euro dotierten Hölty-Preis der Stadt Hannover erhalten. Die Jury würdigte damit nach Angaben der Stadt ihr Werk als Lyrikerin. Die Juroren hoben besonders ihre "ungeheuer bildstarke Sprache" hervor. Der Hölty-Preis gilt als höchstdotierter Lyrik-Preis im deutschsprachigen Raum. Er erinnert in zweijährigem Rhythmus an den Dichter Ludwig Christoph Heinrich Hölty.

Banksy verliert Markenzeichen-Rechtsstreit

Der Straßenkünstler Banksy hat einen Streit mit einer Grußkartenfirma über das Markenzeichen für eines seiner bekanntesten Kunstwerke in der EU verloren. Das 2005 in Jerusalem gesprühte Kunstwerk zeigt einen jungen Demonstranten mit einer Kappe, dessen Gesicht zur Hälfte bedeckt ist, während er einen Blumenstrauß wirft. Die Grußkartenfirma Full Colour Black Ltd., die Produkte mit Bildern der Kunstwerke von Banksy verkauft, hatte argumentiert, dass das Markenzeichen für "Flower Thrower" aus dem Jahr 2014 aufgehoben werden sollte, weil Banksy es nicht verwendet habe. Eine Abteilung des EU-Büros für geistiges Eigentum urteilte nun, dass das Markenzeichen für das Graffiti "in seiner Gesamtheit ungültig" sei. Die EU-Prüfer beriefen sich auf die von Banksy angegebene Verachtung für Rechte auf geistiges Eigentum und argumentierten, dass es Banksy in dem Verfahren auch geschadet habe, dass er seine Identität geheim halte. Der Künstler kann gegen die Entscheidung Berufung einlegen.

Brooklyn Museum verkauft Objekte bei Christie's

Das Brooklyn Museum in New York wird zwölf Kunstwerke aus seiner Sammlung beim Auktionshaus Christie's zum Verkauf anbieten, um den Erhalt des Museums zu finanzieren. Unter anderem sollen Gemälde von Lucas Cranach dem Älteren, Gustave Courbet und Francesco Botticini versteigert werden, berichtet die New York Times. Normalerweise ist es ein Tabu, dass Museen Sammlungsobjekte verkaufen, um die laufenden Kosten zu decken. Allerdings hatte die zuständige Association of Art Museum Directors wegen der ausbleibenden Einnahmen aufgrund der Corona-Pandemie im April die Regeln für zwei Jahre außer Kraft
gesetzt. Das Brooklyn Museum ist nun die erste große Einrichtung in den USA, die von der Möglichkeit Gebrauch macht. Es hoffe dadurch auf Einnahmen in Höhe von 40 Millionen Dollar für den Erhalt seiner Sammlung. Die Live-Auktion bei Christie's soll am 15. Oktober stattfinden.

Maria Eichhorn erhält Käthe-Kollwitz-Preis

Die Künstlerin Maria Eichhorn erhält den diesjährigen Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste. Die Künstlerin hinterfrage "seit nunmehr 30 Jahren mit ihren Arbeiten und Forschungsprojekten kontinuierlich das Betriebssystem für die Künste an der Schnittstelle zu Geschichte, Politik und Gesellschaft kritisch", hieß es in der Jury-Begründung der Akademie in Berlin. In den vergangenen zwei Jahrzehnten trat Eichhorn insbesondere mit ihren Beiträgen für die Documenta 11 und die Documenta 14 öffentlich in Erscheinung. Der mit 12.000 Euro dotierte Preis wird seit 1960 jährlich an bildende Künstler vergeben.

4500 Jahre alte Gräber im Kalksteintagebau entdeckt

Gräber, Grabhügel und Siedlungsgruben aus der Stein- und Bronzezeit haben Archäologen bei Förderstedt im Salzlandkreis entdeckt. Die sieben steinzeitlichen, rund 4500 Jahre alten Gräber hatten teilweise Steineinbauten und Grabbeigaben wie reich verzierte Gefäße, Feuersteinklingen und durchlochte Hundezähne, teilte das Landesmuseum Halle mit. Die Gefäße zeigten Einflüsse der zur gleichen Zeit weiter im Norden beheimateten Schönfelder Kultur und wiesen damit auf einen Austausch zwischen beiden Kulturen hin. Zudem wurden auf dem Areal zwei Grabhügel aus der mittleren Bronzezeit, etwa 3550 bis 3200 Jahre alt, entdeckt, hieß es weiter. Die Grabungen erfolgten im Vorfeld der Erweiterung des Kalksteintagebaus Förderstedt.

Neue Richter-Kirchenfenster in Kloster vorgestellt

Drei neue große Kirchenfenster des Künstlers Gerhard Richter sind im saarländischen Kloster Tholey enthüllt worden. Die jeweils 1,95 mal 9,30 Meter großen Werke hat der 88-Jährige auf Grundlage eines abstrakten Bildes durch wiederholtes Teilen und Spiegeln entwickelt. Die Motive stammen aus seinem Künstlerbuch "Patterns" - in den äußeren Fenstern dominieren Rot und Blau, in der Mitte Gelb. Richter hatte die Fenster den Mönchen geschenkt und angekündigt, dass dies sein letztes großes Objekt ist. Ab Oktober sollen Besucher das Kunstwerk besichtigen können.

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