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Freitag, 23.10.2020
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 5. September 2020

Nach sieben Jahren Klangwechsel beim Cage-Projekt

Nach sieben Jahren hat es beim Orgelstück "ORGAN2/ASLSP" (As Slow aS Possible) von John Cage in Halberstadt wieder einen Klangwechsel geben. Die Spieldauer des gesamten Musikstücks des US-amerikanischen Komponisten und Avantgardekünstlers Cage (1912-1992) ist auf 639 Jahre angelegt und soll im Jahr 2640 enden. In der Kirche wird die Komposition von Cage seit September 2001 ohne Unterbrechung gespielt. Mit dem 14. Klangwechsel ende der längste ununterbrochene Klang des ersten, auf 71 Jahre angelegten Teils, teilte die John-Cage-Orgel-Stiftung in Halberstadt mit. Den Klangwechsel unter der Leitung des Kuratoriumsvorsitzenden der Stiftung, Rainer Neugebauer, vollzogen die Sopranistin Johanna Vargas und der Komponist Julian Lembke. Die Orgeltöne werden durch einen elektrisch betriebenen Blasebalg Tag und Nacht gehalten. Der nächste und 15. Klangwechsel soll am 5. Februar 2022 stattfinden.

Macron würdigt verstorbene Sängerin Annie Cordy

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat die im Alter von 92 Jahren verstorbene Sängerin und Schauspielerin Annie Cordy gewürdigt. Die gebürtige Belgierin habe das "Herz der Franzosen gewonnen", teilte der Élyséepalast in Paris mit. "Die Lieder von Annie Cordy bringen uns weiter zum Lächeln und zum Tanzen", so Macron. Die bekannte Vertreterin des französischen Chansons war am Freitag in Vallauris in der Nähe des südfranzösischen Badeortes Cannes gestorben, wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtet hatte. Die Karriere von Cordy im Showbusiness erstreckte sich über sieben Jahrzehnte.

Frühchristliche Kelchfragmente in England entdeckt

In den Überresten einer frühchristlichen Kirche haben englische Archäologen Kelchfragmente aus dem 5. oder 6. Jahrhundert entdeckt. Es sei der erste Fund dieser Art überhaupt auf der Insel und einer von wenigen aus dem frühchristlichen Westeuropa, berichtet das Portal "Christian Today". Allerdings sei der Zustand der 14 Fragmente sehr schlecht. Spezialfotografie mache christliche Symbole und Zeichen darauf sichtbar, so etwa Schiffe, Kreuze, Fische, einen Wal oder Engel. Entdeckt wurden die Kelchreste nahe der Ruine des römischen Kastells Vindolanda am Hadrianswall in der Grafschaft Northumberland. Die Römer waren im 1. Jahrhundert bis ins heutige Grenzgebiet zwischen England und Schottland vorgerückt.

"EinheitsEXPO" zu 30 Jahren deutsche Einheit eröffnet

In Potsdam ist die "EinheitsEXPO" zum 30. Jahrestag der deutschen Einheit eröffnet worden. Die vierwöchige Freiluftausstellung ersetzt das traditionelle Bürgerfest zum Nationalfeiertag, das in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden kann. Der etwa dreieinhalb Kilometer lange Rundweg der "EinheitsEXPO" führt an 30 Exponaten vorbei, die sich mit Deutschland beschäftigen. In einer Videoinstallation kommen beispielsweise 30 Stimmen aus Ost und West zu Wort, darunter die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer, der Pianist Igor Levit, der Theologe Richard Schröder, die Zwickauer Oberbürgermeisterin Pia Findeiß und Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah. Einen Festakt am 3. Oktober mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird es trotzdem geben. Mit ihm endet dann die "Expo".

Budapester demonstrieren für freie Universität und Kultur

In Budapest haben rund 2000 Menschen für die Freiheit der Universitäten und der Kultur demonstriert. Sie versammelten sich am Freitagabend vor dem Gebäude der Universität für Theater- und Filmkunst, das seit Wochenbeginn von den Studenten besetzt wird. Ihre Aktion richtet sich gegen die Aufhebung der Autonomie der Hochschuleinrichtung durch die rechtsnationale Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban. Seit letztem Dienstag hat dort ein neues Kuratorium so gut wie alle Leitungsbefugnisse übernommen. Es ist ausschließlich mit Vertrauenspersonen der Regierung besetzt. Die Führungsgremien der bis dahin weitgehend autonomen Ausbildungsstätte für Theater- und Filmschaffende waren bereits am letzten Montag geschlossen zurückgetreten. Viele der besten Lehrkräfte kündigten aus Protest ihre Verträge und Lehraufträge. Die Stundenten wollen mit der Besetzung der Uni erreichen, dass diese ihre Autonomie zurückerlangt. Das Berliner Ensemble sagte ein Gastspiel am Budapester Nationaltheater aus Solidarität mit der Theater-Uni ab.

Europäischer Dramatikerpreis: Verleihung verschoben

Die für den 20. September angesetzte erste Verleihung des Europäischen Dramatiker- und Dramatikerinnen-Preises in Stuttgart ist wegen der Corona-Pandemie verschoben worden. Die Preisvergabe soll nun in der zweiten Hälfte der Spielzeit 2020/21 stattfinden, wie das Staatstheater Stuttgart mitteilte. Ausschlaggebend für die Entscheidung seien vor allem die gestiegenen Infektionszahlen in Frankreich, insbesondere in Paris, gewesen. Der diesjährige Preisträger Wajdi Mouawad leitet das Théâtre national de la Colline in Paris. Für sein Gastspiel wäre ein größeres Team aus Paris angereist.

US-Autoren um Paul Auster protestieren gegen Trump

Eine Gruppe von US-Autoren um Paul Auster und dessen Ehefrau Siri Hustvedt protestiert gegen eine mögliche Wiederwahl von US-Präsident Donald Trump. Die Schriftsteller haben ihrer Gruppe den Namen "Writers Against Trump" gegeben. Sie hätten sich zusammengeschlossen, um sich "gegen das rassistische, destruktive, inkompetente, korrupte und faschistische Regime von Donald Trump zu stellen", heißt es in einer Mitteilung der Autoren. Sie wollten ihre Sprache, ihre Gedanken und ihre Zeit einsetzen, um Trump bei der Wahl Anfang November zu besiegen. Seine Präsidentschaft sei "auf einzigartige Weise gefährlich" für die "derzeitige und zukünftige Gesellschaft". Zahlreiche weitere Autorinnen und Autoren haben sich inzwischen angeschlossen, darunter auch die Kanadierin Margaret Atwood.

Preis der Stiftung Buchkunst geht nach Leipzig

Ein Band über das Wiedervereinigungsjahr 1990 ist mit dem diesjährigen Preis der Stiftung Buchkunst geehrt worden. Das teilte die Stiftung in Frankfurt am Main mit.
"Das Jahr 1990 freilegen" ist im Leipziger Verlag Spector Books erschienen und enthält auf knapp 600 Seiten aufwendig recherchiertes Fotomaterial, Zitate, Aufsätze und Interviews. Das Werk von Spector Books-Verleger Jan Wenzel und Grafiker Wolfgang Schwärzler ermögliche individuelle Einstiege in das umwälzende Jahr 1990, erklärte die Stiftung. Bisher zum Teil unveröffentlichte, überwiegend in Schwarz-Weiß gehaltene Bildstrecken von Fotografen machten das von großen Erwartungen und erster Ernüchterung geprägte Jahr lebendig. Der Preis für das schönste deutsche Buch wird seit 1984 verliehen und ist mit 10.000 Euro dotiert.

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