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Kulturnachrichten

Montag, 3. August 2020

Leipziger Archiv erwirbt weiteren Brief von Bach-Sohn

Das Bach-Archiv Leipzig hat einen bislang unveröffentlichten Brief Carl Philipp Emanuel Bachs (1714-1788) erworben. Es handelt sich um ein zweiseitiges Schreiben des Hamburger Musikdirektors, wie das Bach-Archiv mitteilte. Carl Philipp Emanuel Bach habe es zwei Jahre vor seinem Tod an den Leipziger Verleger Engelhard Benjamin Schwickert (1741-1825) gerichtet. Das Schriftstück soll künftig in der Schatzkammer des Bach-Archivs öffentlich zu sehen sein. Der Brief vom 4. August 1786 behandelt den Angaben zufolge die Vorbereitung einer Neuausgabe von Bachs Klavierschule "Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen", eines der bedeutendsten musikalischen Lehrbücher des 18. Jahrhunderts. Der aktuelle Ankauf ergänze die Leipziger Sammlung von Briefen der Familie des Bach-Sohnes. Sie umfasst 39 Korrespondenzen von Carl Philipp Emanuel Bach selbst und 37 Briefe seiner Tochter Anna Carolina Philippina.

Ein Kunstwerk von Gerhard Richter ist verschwunden

In Österreich ist ein Werk des deutschen Künstlers Gerhard Richter verschwunden. Der Offset-Druck verschwand bereits im Juli auf dem Weg von Purkersdorf am Stadtrand von Wien in eine Galerie in der österreichischen Hauptstadt, wie die Nachrichtenagentur APA heute unter Berufung auf die Polizei berichtete. Eine Angestellte der Galerie habe Anzeige wegen Diebstahls erstattet - das Bundeskriminalamt hat das Kunstwerk zur Fahndung ausgeschrieben.
Insgesamt sollten dem Bericht zufolge 22 Kunstwerke in der Galerie ankommen, das Werk mit dem Titel "Übersicht" von 1998 fehlte jedoch. Der Offset-Druck auf Büttenpapier sei 82 mal 68 Zentimeter groß, signiert, datiert und nummeriert.
Gerhard Richter wurde 1932 in Dresden geboren. Erst Mitte Juli brachte ein Gemälde des Künstlers bei einer Versteigerung in München 2,6 Millionen Euro ein.

Pianist Leon Fleisher gestorben

Der Pianist und Dirigent Leon Fleisher ist im Alter von 92 Jahren in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland gestorben. Sein Sohn Julian bestätigte der "New York Times" den Tod seines Vaters. Fleisher wurde in San Francisco geboren und lernte unter anderem bei Artur Schnabel. Bekannt wurde er in den 1950er Jahren mit Brahms- und Beethoven-Konzerten, zusammen mit dem Cleveland Orchestra. Mitte der 1960er Jahre sorgte eine Nervenkrankheit dafür, dass er mit der rechten Hand nicht mehr spielen konnte. Danach arbeitete Fleisher als Dirigent und Lehrer, und er stieg einhändig zu Weltruhm auf, unter anderem mit Werken von Ravel, Prokofiev und Paul Wittgenstein, der im Ersten Weltkrieg seinen rechten Arm verloren hatte. Nach vielen Therapieversuchen gelang es Fleisher ab 1995 mit Hilfe von Massagen und Injektionen wieder beidhändig zu spielen.

Der Publizist Tilman Jens ist tot

Der Publizist Tilman Jens ist tot. Er starb bereits am vergangenen Mittwoch im Alter von 65 Jahren nach langer schwerer Krankheit, wie der Anwalt der Familie mitteilte. Jens arbeitete als Journalist, Fernseh- und Buchautor. Gemeinsam mit Heribert Schwan veröffentlichte er 2014 das Buch "Vermächtnis - Die Kohl-Protokolle" über den ehemaligen Bundeskanzler. In mehreren Büchern schrieb er auch über die Demenzerkrankung seines Vaters, den Philosophen Walter Jens. Regelmäßig arbeitete er für die ARD-Kultursendung "Titel, Thesen, Temperamente" des Hessischen Rundfunks. Nach Angaben seines Verlags verfasste er über 100 Fernsehfeatures mit einem breiten Themenspektrum. Sein Kollege Heribert Schwan würdigt ihn als herausfordernden Journalisten mit viel Empathie. Bewundert habe er seine charakterliche Geradlinigkeit und Tilman Jens‘ journalistische Leistungsfähigkeit und Qualität.

Bewerbungsphase für "Kulturlichter"- Preis beginnt

Heute beginnt die Bewerbungsphase für den von Kulturstaatsministerin Monika Grütters und der Kulturstiftung der Länder neu ins Leben gerufenen Preis "Kulturlichter" für digitale kulturelle Bildung. Bis zum 16. Oktober können Beiträge aus den Bereichen Musik, Theater, bildende, darstellende und angewandte Kunst, Literatur, Soziokultur, Film, Medien und Digitales von gemeinnützigen Kulturinitiativen eingereicht werden. Das Projekt kann entweder als Konzept vorliegen oder sich bereits in der Umsetzung befinden. Im Rahmen des Wettbewerbs werden mehrere Auszeichnungen vergeben. Die Siegerprojekte sollen sowohl regional als auch bundesweit übernommen werden. Beide Auszeichnungen sind mit jeweils 20.000 Euro dotiert.

Der Bund erhöht den Etat für die Kunstsammlung

Als Hilfe für Künstler in der Corona-Krise hat der Bund seinen Ankaufetat für die Bundeskunstsammlung von 500.000 auf drei Millionen Euro in diesem Jahr erhöht. Damit erhoffe sie sich einen schnellen und wirkungsvollen Impuls zur Belebung der Kunstproduktion in der aktuell schwierigen Situation, erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Vor allem kleinere Galerien sollten vom Ankauf profitieren. Außerdem sollten Künstler durch Direkterwerb in Ateliers ermutigt und unterstützt werden. Mit den zusätzlichen Mitteln sollen in diesem Jahr noch rund 150 Kunstwerke für die Sammlung gekauft werden.

"Pan Tau" kehrt ins Fernsehen zurück

Die vielen Menschen aus Kindertagen bekannte Kultfigur "Pan Tau" aus den 1970er Jahre kommt zurück ins Fernsehen. Mit einer Neuverfilmung in 14 Folgen wolle man eine zeitgemäße Adaption bieten, kündigte die ARD an. Ab Herbst wird dann der englische Comedian und Zauberer Matt Edwards in der Hauptrolle zu sehen sein. In Episodenrollen spielen unter anderen Valerie Niehaus, Armin Rohde, Bettina Lamprecht und Tom Gerhardt. Entwickelt worden sei die Neuverfilmung von Walther und Marcus Hamann in Zusammenarbeit mit der Regisseurin Franziska Meyer-Price und einem Autoren-Team, so die ARD Mitteilung. Die Serie basiert auf der von Ota Hofman und Jindrich Polak geschaffenen Originalfigur. Die Geschichten um Pan Tau wurden in den 70er Jahren erstmals in der gleichnamigen Kinderserie als deutsch-tschechoslowakische Koproduktion verfilmt.

Neue Kontaktstelle zu Kolonialismus startet

Die Kontaktstelle für Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten nimmt heute ihre Arbeit auf. Sie soll als erster Anlaufpunkt den Zugang zu Informationen über Sammlungsgut aus der Kolonialzeit ermöglichen. Insbesondere richtet sie sich an Personen und Institutionen aus den Herkunftsgesellschaften, bietet Beratung für Einrichtungen und vernetzt relevante Akteure miteinander. Mit der Kontaktstelle soll die gemeinsame Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte als Teil der gesellschaftlichen Erinnerungskultur gefördert werden. 2019 hatten sich Kulturstaatsministerin Grütters, die Kulturminister der Länder und die kommunalen Spitzenverbände auf Eckpunkte zum Umgang mit kolonialem Sammlungsgut verständigt. Die neue Einrichtung ist als dreijähriges Pilotprojekt angelegt und wird vor allem von den Bundesländern und dem Auswärtigen Amt mit insgesamt rund 1,2 Millionen Euro gefördert.

Microsoft will Videoplattform TikTok kaufen

Microsoft strebt eine Übernahme des US-Geschäfts und weiterer Aktivitäten der internationalen Videoplattform TikTok an. Der Softwarekonzern teilte mit, trotz Bedenken von US-Präsident Trump weiter Gespräche mit TikToks chinesischem Eigentümer ByteDance führen zu wollen. ByteDance steht unter Druck, da Trump wegen Sicherheitsbedenken ein Verbot der App in den Vereinigten Staaten angekündigt hat. Nach ersten Gesprächen zwischen Microsoftchef Nadella und Präsident Trump will Microsoft nun mit ByteDance reden. Ziel sei es, bis zum 15. September einen Deal zu vereinbaren. In den USA nutzen rund 100 Millionen Menschen die Videoplattform TikTok.

2019 deutlich weniger BAföG-Empfänger

Die Zahl der BAföG-Empfänger in Deutschland ist im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes haben im vergangenen Jahr 680.000 Personen Leistungen nach dem Ausbildungsförderungsgesetz erhalten. Das sind 47.000 oder 6,4 Prozent weniger als 2018. Insgesamt betrugen die Ausgaben für BAföG-Leistungen 2,6 Milliarden Euro. Damit sanken sie im Vergleich zum Vorjahr um rund 84 Millionen Euro. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek erklärte, die Statistik spiegele die sehr gute wirtschaftliche Ausgangslage wider, in der sich das Land vor der Pandemie befunden habe. Man müsse sich jedoch darauf einstellen, dass die auf absehbare Zeit angespannte wirtschaftliche Lage aller Voraussicht nach auch zu einer erhöhten Bafög-Nachfrage führen könne. Darauf sei Deutschland aber gut vorbereitet, so Karliczek.

Drastischer Verlust an Museumsbesuchern in Italien

Die Zahl der Besucher in Italiens Museen und Ausgrabungsstätten ist durch die Pandemie um 90 Prozent eingebrochen. Wie die Zeitung "Il Sole 24 ore" berichtet, hat die Besucherzahl im Mai und Juni erst ein Zehntel des Vorjahres erreicht. Seit die Museen ab 18. Mai wieder öffneten, haben demnach bis Ende Juni etwa 455.000 Menschen ein Museum oder eine archäologische Ausgrabungsstätte betreten; 2019 waren es im selben Zeitraum knapp 4,5 Millionen. Fast alle Kulturstätten des Landes mussten um den 10. März herum schließen. Seit Mitte Mai ist Einlass meist nur nach Voranmeldung und mit begrenzten Besucherzahlen möglich.

Orgel von Notre-Dame wird ausgebaut

Die beim letztjährigen Brand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame nur wenig betroffene Hauptorgel wird ausgebaut und bis 2024 gründlich gereinigt. Das teilte die zuständige Behörde laut französischen Medienberichten mit. Die von Aristide Cavaillé-Coll erbaute Orgel von Notre-Dame ist seit 1733 in Funktion. Mit mehr als 8.000 Pfeifen und 115 Registern ist sie das größte Instrument Frankreichs. Bei dem Brand war die Orgel nicht von den Flammen erfasst worden und bekam nur wenig Löschwasser ab. Allerdings wurde sie mit Bleistaub der verbrannten Dächer bedeckt. Staatspräsident Emmanuel Macron wünscht sich einen Wiederaufbau von Notre-Dame bis 2024.

Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma

75 Jahre nach der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz haben Vertreter der evangelischen Kirche, von Juden und Sinti und Roma heute erstmals gemeinsam vor Ort der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Es gab Kranzniederlegungen im Stammlager und im Außenlager Auschwitz-Birkenau, in dem Sinti und Roma interniert und ermordet wurden. Am Gedenken haben der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, der Vorsitzende des Zentralrats der Sinti und Roma, Romani Rose, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, und die Präses der EKD-Synode, Irmgard Schwaetzer teilgenommen.

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