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Mittwoch, 28.10.2020
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 22. Februar 2020

Für viele ist Karneval ein Kulturgut

Knapp 60 Prozent der Menschen in Deutschland sehen Fasching, Fastnacht und Karneval als Kulturgut. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey, die der Deutsche Kulturrat in Auftrag gegeben hatte. Und pünktlich zum Höhepunkt der Karnevalszeit sind die Karnevalsverbände jetzt auch im Deutschen Kulturrat vertreten. Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann, nannte diesen Schritt im Deutschlandfunk richtig und überfällig. Am Karneval könne man beispielhaft nachvollziehen, was uns zusammenhalte und welche integrativen Möglichkeiten Kultur habe, sagte Zimmermann.

Ulrike Ottinger mit Berlinale Kamera ausgezeichnet

Der Reigen der Berlinale-Auszeichnungen ist mit Ulrike Ottinger eröffnet worden. Die Regisseurin und Künstlerin erhielt die Berlinale Kamera von den Festivalleitern Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian. Das Filmfestival ehrt mit dem Preis seit 1986 Persönlichkeiten und Institutionen, die sich um das Filmschaffen besonders verdient gemacht haben und mit denen sich das Festival verbunden fühlt. Ottinger ("Freak Orlando") gilt seit den 1970er Jahren als wichtige deutsche Filmemacherin. Ihre Filme wurden auf zahlreichen internationalen Festivals gezeigt und vielfach ausgezeichnet.

Künstler demonstrieren für Julian Assange

Kurz vor Beginn der Anhörung des Wikileaks-Gründers Julian Assange haben Prominente auf einem Protestmarsch in London dessen Freiheit gefordert. Sie demonstrierten gegen die mögliche Auslieferung des gebürtigen Australiers an die USA. Zu den Teilnehmern gehörten der Musiker und Produzent Brian Eno, Roger Waters (Pink Floyd), Chrissie Hynde (The Pretenders), die Rapperin M.I.A. und der frühere griechische Finanzminister Gianis Varoufakis. Der Protestzug endete in der Nähe des Parlaments. Modedesignerin Vivienne Westwood nannte sich einen "Engel der Demokratie" und verlangte von der Justiz, Assange auf freien Fuß zu setzen.

Chemnitzer Theaterpreis: Kritik könnte Folgen haben

Die wiederholte Auszeichnung des Berliner Autors Sören Hornung mit dem Chemnitzer Theaterpreis könnte Folgen für das Verfahren haben. Im Deutschlandfunk Kultur sagte Jury-Mitglied René Schmidt, man wolle in Zukunft die Zusammensetzung des Auswahlgremiums überdenken und erwäge ein anonymisiertes Verfahren. Zuvor hatte das Portal "nachtkritik" von "Vetternwirtschaft" geschrieben, weil Schmidt und ein weiteres Jurymitglied bereits mit Hornung zusammengearbeitet hatten. Die Jury sei bewusst so zusammengesetzt gewesen, dass möglichst breit auf die Texte geschaut werde, verteidigte Schmidt das Vorgehen. Unter den mehr als 30 Einreichungen habe es zunächst unterschiedliche Favoriten gegeben. Erst nach langen, intensiven Diskussionen sei Hornung als Preisträger hervorgegangen. Er bekommt nun 5.000 Preisgeld, außerdem wird sein Text „Arche Noa. Das Ende vom Schluss“ im Theater Chemnitz uraufgeführt.

Armani kritisiert Frauenbilder in der Werbung

Der italienische Stardesigner Giorgio Armani hat mit drastischen Worten die Darstellung von Frauen in der Werbung kritisiert. Der 85-Jährige sprach sogar von "Vergewaltigung". Auf den Vorwurf, er hätte sich in der Wortwahl vergriffen, antwortete er in einem Interview mit der Tageszeitung "La Repubblica": "Objektiv gesehen ist der Begriff in diesem Zusammenhang unangemessen. Aber ich wollte, dass meine Botschaft klar und deutlich ankommt." Die umstrittene Aussage traf Armani laut italienischen Medienberichten bei einer Pressekonferenz anlässlich der Fashion Week in Mailand. Der Designer bezog sich nach eigenen Worten bei seiner Kritik auf die Darstellung von halbnackten Models in Werbekampagnen.

Flüchtige Tänzer könnten Kulturaustausch gefährden

Die Flucht von fünf Tänzern von der Elfenbeinküste, die im Januar in Berlin verschwunden waren, könnte den Kulturaustausch zwischen Afrika und Deutschland gefährden. Das sagte der Leiter des Kulturprogramms des Goethe-Instituts in Abidjan, N’Zi Kouassi Alexandre Dieu-Donné, im Deutschlandfunk Kultur. Erst in der vergangenen Woche seien die Visaanträge für eine Tanzschule abgelehnt worden, die das Theater Kampnagel in Hamburg eingeladen hatte. "Das war sicherlich eine direkte Folge der Flucht im Januar", so Dieu-Donné. Die fünf Flüchtigen waren Mitglieder der Tanzgruppe "Les pieds dans la mare" und sollten Ende Januar mit ihrem Stück "Ma vie en rose" in der Jugendtheaterwerkstatt Spandau auftreten.

Online-Tool gegen antisemitischen Hass in Frankreich

Mit einem neuen Online-Tool will der Repräsentativrat der jüdischen Einrichtungen in Frankreich (Crif) gegen antisemitische Inhalte im Netz vorgehen. Wie die Zeitung "La Croix" berichtet, listet das Web-Observatorium für das vergangene Jahr 51.816 antisemitische Inhalte in Frankreich auf. Das Tool konzentriere sich bislang ausschließlich auf Twitter, Facebook, Youtube, das Forum "Hardware" und die Website "reseauinternational.net". Crif-Präsident Francis Kalifat sagte: "Plattformen müssten gezwungen werden, hasserfüllte Inhalte binnen 24 Stunden zu entfernen, wie dies auch im Gesetz gegen hasserfüllte Inhalte im Internet vorgesehen ist". Der Crif-Präsident setzt unter anderem auf eine Verhängung hoher Geldbußen, wenn die Anbieter diese Regeln nicht einhalten.

Neue Folge von der Kultserie "Friends"

Nach mehr als 15 Jahren wird es eine neue Folge der beliebten US-Serie „Friends“geben. Im Mai solle es soweit sein, kündigte Warner Media an. Die Sonderfolge ohne festes Drehbuch werde zum Start des Streamingdienstes „HBO Max“ zu sehen sein. Mit dabei seien wieder die Schauspielerinnen und Schauspieler Jennifer Aniston, Courteney Cox, Lisa Kudrow, Matt LeBlanc, Matthew Perry und David Schwimmer. Zuvor hatte es bereits Gerüchte über neue Dreharbeiten gegeben. Die US-Serie (1994 –2004) kam auf mehr als 230 Folgen.

Stiftungen wollen Netzwerk für "Wunderkammern"

Die Franckeschen Stiftungen in Halle wollen ein Netzwerk für Wunderkammern aufbauen. Ziel sei zu erfahren, wo es überall in Europa und darüber hinaus Kunst- und Naturalienkabinette gebe, teilten die Stiftungen mit. Wie ihr Direktor Thomas Müller-Bahlke sagte, wurde dazu Kontakt mit Experten aus dem Museum Kunstkammer St. Petersburg und aus Großbritannien aufgenommen. Wunderkammern stellen historische Objekte aus aller Welt aus. Die Franckeschen Stiftungen in Halle beherbergen mehr als 3.000 historische Gegenstände, die bis heute für pädagogische Zwecke genutzt werden, zum Beispiel, um Kindern die Vielfalt des Planeten zu erklären. Darunter sind ein ausgestopftes Krokodil vom Nil, ein Mäuse-Embryo oder ein 300 Jahre alter Flusspferdzahn.

"Vergiftete Gesellschaft": Eidinger bricht in Tränen aus

Der Schauspieler Lars Eidinger hat sich mit einem emotionalen Statement gegen den Hass in Deutschland gewandt. "Ich finde, unsere Gesellschaft ist so dermaßen vergiftet, was Hass und Missgunst angeht", sagte Eidinger mit Tränen in den Augen und zunehmend brechender Stimme vor der Berlinale-Präsentation des Films "Persian Lessons" von Vadim Perelman. Darin spielt Eidinger einen Nazi-Offizier, der sich von einem als Perser getarnten Juden in einer frei erfundenen Farsi-Variante unterrichten lässt. Eidinger erinnerte an einen Text des Schriftstellers Stefan Zweig (1881-1942), in dem er nach einem Medium verlangt, das die Menschen wieder zusammenbringe und sich der Liebe verschreibe. "Das Internet ist ja genau dieses Medium", sagte Eidinger, "es wird aber genau für das Gegenteil genutzt."

Erfinder des Lego-Männchens gestorben

Der Erfinder des Lego-Männchens, Jens Nygaard Knudsen, ist tot. Der Däne starb bereits am Mittwoch im Alter von 78 Jahren, wie der Vizepräsident der Designabteilung der Lego-Gruppe, Matthew Ashton, auf Twitter schrieb. Zuvor hatte der führende Lego-Designer Mark J. Stafford auf dem sozialen Netzwerk den Tod von Nygaard Knudsen bekanntgegeben, auch eine Traueranzeige der Familie wurde veröffentlicht. Nygaard Knudsen war von 1968 bis 2000 bei dem Bauklötzchen-Riesen aus dem dänischen Billund angestellt. Für Lego setzte er unzählige Ideen um, darunter neben der Produktlinie Lego Space das berühmte gelbe Lego-Männchen, das sich Lego Ende der 70er Jahre patentieren ließ. Bis heute basieren die vier Zentimeter kleinen Mini-Figuren auf dem Design ihres Erfinders.

Weinstein-Geschworene offenbar nicht einig

In dem Strafprozess gegen den Ex-Filmproduzenten Harvey Weinstein sind die Geschworenen bei den schwersten Vorwürfen offenbar uneins. Während ihrer Mittagspause fragten sie den Richter James Burke schriftlich, ob sie bei zwei Anklagepunkten des sexuellen Übergriffs gespalten sein könnten und bei den anderen Vorwürfen einstimmig urteilen. Burke antwortete den sieben Männern und fünf Frauen der Jury nach Rücksprache mit Weinsteins Anwälten und den Staatsanwälten, dass sie weiterhin auf ein einstimmiges Urteil zu allen Anklagepunkten hinarbeiten sollten. Schaffen die Geschworenen das nicht, würde der Prozess platzen und müsste neu aufgerollt werden.

Drehbuchpreis für "Meinen Hass bekommt ihr nicht"

In diesem Jahr sind die Autoren Jan Braren, Marc Blöbaum und Kilian Riedhof ausgezeichnet worden. Sie bekamen den Preis am Abend in Berlin von Kulturstaatsministerin Grütters überreicht. Das Drehbuch "Meinen Hass bekommt ihr nicht" basiert auf dem Text "Vous n'aurez pas ma haine" von Antoine Leiris, der seine Frau bei dem Terroranschlag auf den Pariser Konzertclub "Bataclan" verloren hatte. Die drei Autoren hätten es mit außergewöhnlichem Feingespür geschafft, den Geist der Vorlage zu erhalten, erklärte die Jury. Die Auszeichnung für das beste unverfilmte Drehbuch ist mit 10.000 Euro dotiert. Verliehen wird der Deutsche Drehbuchpreis seit 1988.

Pariser Louvre bleibt am Wochenende nachts geöffnet

Kurz vor Schließung sollen möglichst viele Interessierte noch die Gelegenheit bekommen, die Leonardo-Ausstellung zu besuchen. Deshalb bleibt das Museum in der französischen Hauptstadt am Wochenende auch nachts geöffnet. Das gebe es zum ersten Mal, sagte am Abend Museumsdirektor Jean-Luc Martinez. Es zeichne sich ab, dass es die meistbesuchte Schau werde, die das Haus jemals veranstaltet habe. Noch bis Montag werden im Louvre mehr als 160 Exponate von Leonardo da Vinci gezeigt, darunter elf Gemälde, mehr als 70 Zeichnungen, Arbeiten seiner Schüler und Kopien nach dem Meister. Anlass der Ausstellung war der 500. Todestag des italienischen Malers am 2. Mai vergangenen Jahres.

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