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Mittwoch, 08.04.2020
 
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Kulturnachrichten

Montag, 17. Februar 2020

Britischer Musiker Weatherall gestorben

Der britische Musiker, DJ und Produzent Andrew Weatherall ist tot. Sein Management schreibt in einer Erklärung, dass er heute Morgen an einer Lungenembolie gestorben sei, er wurde 56 Jahre alt. Weatherall war einer der wichtigsten DJs der Acid-House-Bewegung der 80er-Jahre. Seine bekannteste Produktion war das Album „Screamadelica", das er mit der englischen Indie-Band Primal Scream aufnahm: Weatherall versah die Songs der Band mit Samples und Loops, was das Album zu einem der spannendsten der 90er machte. Weatheralls Markenzeichen als DJ war seine enorme Bandbreite, die von Dub über Folk bis zu Techno ging.

Sarkophag im Forum Romanum entdeckt

Archäologen haben mitten in Rom auf dem Gebiet des Forum Romanum mit seinen antiken Tempeln einen neuen Fund gemacht. Wie die Direktorin der Museums-Anlage am Kolosseum, Alfonsina Russo, berichtet, sei dort bei Grabungen ein unterirdischer Raum mit einem Sarkophag entdeckt worden. Der Sarg aus Tuffstein sei etwa 1,40 Meter lang und könne aus dem sechsten Jahrhundert vor Christus stammen. Der Fund wirke wie ein Altarraum. Es könnte sich demnach um einen Gedenkort für den als mythologischen Stadtgründer verehrten Romulus handeln. Der Sage nach entstand Rom im Wettstreit zwischen den Zwillingen Romulus und Remus. Sie sind in der italienischen Hauptstadt oft als Kinder abgebildet, die von einer Wölfin genährt werden.

Archäologische Funde im Raum Augsburg

Bei Ausgrabungen in Nordendorf im Raum Augsburg wurden neben einem seltenen Reitergrab mit kostbaren Beigaben auch Hinweise auf eine bislang unbekannte römische Siedlung gefunden. Experten des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege stellten die Funde in München vor. In einem schätzungsweise 1.300 bis 1.500 Jahre alten Grab eines Reiterkriegers wurden Waffen, ein Schild und ein Pferdegeschirr entdeckt. In einem weiteren Grab in Nordendorf entdeckten die Wissenschaftler Hinweise auf eine römische Siedlung in der Gegend. Dieses Grab war zwar geplündert worden, aber mit dem Schutt römischer Gebäude verfüllt. Die Archäologen glauben, dass es deswegen in der Nähe eine römische Bebauung gegeben haben muss. Solch eine Besiedlung sei aber dort bislang nicht bekannt. Die Römer hatten vor zwei Jahrtausenden das heutige Schwaben mit den Städten Augsburg und Kempten zu einem ihrer wichtigsten Zentren nördlich der Alpen gemacht.

3.000 Jahre alter Tempel bei Jerusalem gefunden

Forscher der Hebräischen Universität Jerusalem (HU) haben in der antiken Stadt Lachisch 44 Kilometer südwestlich von Jerusalem Überreste eines kanaanitischen Tempels aus dem zwölften vorchristlichen Jahrhundert entdeckt. Außerdem fanden sie diverse Artefakte, darunter Bronzekessel, Schmuck, Dolche und mit Vogelmotiven verzierte Axtköpfe sowie Skarabäen und eine vergoldete Flasche mit dem Namen des ägyptischen Pharaos Ramses II., das geht aus einer Pressemitteilung hervor. Die Bedeutung der Funde ist nach Worten des Grabungsleiters, Josef Garfinkel von der HU, "schwer zu überschätzen". Das im biblischen Josuabuch erwähnte Lachisch wird mit dem heutigen Tell al-Duwer identifiziert. Es zählte laut den Forschern zu den wichtigsten kanaanitischen Städten in der mittleren und späten Bronzezeit.

Baustart für Dokumentationszentrum in Hamburg

Ein neues Dokumentationszentrum in Hamburg soll an die in der NS-Zeit deportierten Juden, Sinti und Roma erinnern. Heute haben mit einem offiziellen ersten Spatenstich die Bauarbeiten begonnen. Die Einrichtung soll nach Angaben des Senats besonders junge Menschen ansprechen und voraussichtlich 2023 eröffnet werden. Sie entsteht in der HafenCity und wird Teil des 2017 eröffneten Gedenkorts "denk.mal Hannoverscher Bahnhof". Von dort wurden zwischen 1940 und 1945 über 8.000 Juden, Roma und Sinti in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager verschleppt und dort zum größten Teil ermordet.

Fachkräftemangel in der Filmbranche

Der Filmbranche in Berlin und Brandenburg fehlen Fachleute. Laut Filmproduzent Florian Koerner von Gustorf ("Barbara", "Undine") würden Beleuchter, Aufnahmeleiter und Projektleiter "händeringend" gesucht. Es müsse nicht jeder unbedingt Regisseur werden, aber die Attraktivität der handwerklichen Berufe zu erhöhen, wäre die größte Aufgabe, sagte er in Potsdam. Die Branche habe im Moment deutlich unter Fachkräftemangel zu leiden, sagte auch die Geschäftsführerin der Filmförderung des Medienboards Berlin-Brandenburg, Kirsten Niehuus. Das Medienboard Berlin-Brandenburg präsentiert sich auf der Berlinale mit zwölf geförderten Filmen.

Plädoyer: "Miss Germany"-Wettbewerb abschaffen

Nach der Wahl der ältesten "Miss Germany" aller Zeiten feiern manche den Wettbewerb mit seinen neuen Kriterien als zeitgemäß, andere finden, dass der Zustand zwischen feministisch sein und Normierung schwer aufgehe. Die Chefredakteurin des Missy Magazins, Sonja Eisman, plädierte im Deutschlandfunk Kultur für eine Abschaffung von "Miss Germany": Der Wettbewerb sei nicht mehr zeitgemäß, wenn wir es mit dem Feminismus ernst meinten. Feminismus sei auch kapitalistisch verwertbar; es gehe darum, mit der Marke "Miss Germany" ordentlich Geld zu verdienen. Die Miss Germany 2020 heißt Leonie von Hase ist 35 Jahre alt, Mutter und Unternehmerin.

Essener Colosseum Theater verkauft

Das Essener Colosseum Theater kommt in neue Hände. Die RAG-Stiftung und der Energiekonzern Eon haben das historische Gebäude in der Essener Innenstadt dem Musicalproduzenten Stage Entertainment abgekauft. Das teilten die Käufer mit. Sie wollen die denkmalgeschützte ehemalige Werkshalle von Krupp zu einem "Zentrum für Innovation" entwickeln. Stage zieht sich aus dem Ruhrgebiet zurück. Auch das Musical-Theater Metronom in Oberhausen wird geschlossen. Die Aufführungen hätten kein hinreichend großes Publikum für ein dauerhaft profitables Geschäft gefunden, hatte Stage erklärt. In dem Theater mit bis zu 1500 Plätzen wurden bisher Konzerte und Shows aufgeführt. Das Theater geht zum 1. Juli an die Stiftung und Eon über.

Großbritannien: BBC droht Komplett-Umbau

In Großbritannien droht der BBC ein fundamentaler Umbau. Wie die "Sunday Times" unter Berufung auf ein internes Papier berichtet, will die Regierung von Premierminister Boris Johnson die Rundfunkgebühr für die British Broadcasting Corporation abschaffen. An ihre Stelle soll ein Abonnementmodell treten. Zudem könnte der Sender stark verkleinert werden, zitiert die Zeitung weiter aus dem Papier, mehr Investitionen seien dagegen bei der internationalen Berichterstattung geplant. Der BBC-Vorsitzende David Clementi hatte erst kürzlich davor gewarnt, das Finanzierungsmodell der Anstalt zu verändern. Dies könnte zum Verlust des öffentlichen Auftrags der BBC zugunsten von Inhalten führen, die sich rein am Interesse der zahlenden Kundschaft orientierten.

Historiker: Vatikan prüfte Islam als Partner

Der Vatikan hat nach Aussage des Kirchenhistorikers Hubert Wolf schon in den späten 1930er Jahren über den Islam als möglichen Partner gegen Faschismus, Kommunismus und Materialismus nachgedacht. 1938 seien weltweit Fragebögen mit Fragen zum Islam verschickt worden, sagte Wolf der "Süddeutschen Zeitung". Der Münsteraner Kirchenhistoriker verspricht sich zu diesem Thema neue Erkenntnisse von der bevorstehenden Öffnung der Vatikan-Archive zu Pius XII. im März. Aus solchen Berichten erfahre man auch von der Gründung der Muslimbrüder in Kairo, so Wolf gegenüber der SZ.

Wieder mehr Besucher in deutschen Kinos

Die Kinos in Deutschland haben im vergangenen Jahr wieder mehr Tickets verkauft. Rund 118,6 Millionen Kinobesucher wurden nach Angaben der Filmförderungsanstalt gezählt. Das waren etwa 13 Millionen mehr als noch 2018, als die Kinobranche die schlechtesten Zahlen seit Jahren geschrieben hatte. Besonders viele Kinogänger wollten den Kinderfilm "Die Eiskönigin 2" sehen, gefolgt von "Der König der Löwen" und "Avengers: Endgame". Drei Tage vor Eröffnung der Berlinale sieht die Filmförderanstalt auch kein Kinosterben in Deutschland - stattdessen seien neue Filmtheater entstanden.

KMK-Präsidentin für vergleichbare Schulabschlüsse

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz dringt darauf, dass sich die Länder bis zum Jahresende auf Schritte für eine bessere Vergleichbarkeit von Schulabschlüssen einigen. Alle Bundesländer müssten bereit sein, sich zu bewegen, sagte die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Huber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Nach dem Ausstieg Bayerns und Baden-Württembergs aus dem ursprünglich geplanten Nationalen Bildungsrat, müssen die Länder neue Wege für eine Lösung suchen. Die SPD-Politikerin verwies aber auch darauf, dass es kein Zentralabitur in Deutschland geben werde. Die Abiturprüfungen machten schließlich nur ein Drittel der Endnote aus.

Schlangen: Ticket-Vorverkauf zur Berlinale beginnt

Drei Tage vor dem offiziellen Start der 70. Berlinale haben sich die ersten Warteschlangen vor den Ticket-Verkaufsschaltern gebildet. Am Morgen kamen Filmfans mit Campingstühlen, Thermoskannen und teilweise auch Schlafsäcken, um Karten zu ergattern. "Ich bin seit halb sechs hier, es waren doppelt so viele Menschen da wie sonst in den letzten Jahren", sagte eine Berlinerin. Bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin laufen in diesem Jahr rund 340 Filme. Eröffnet wird das Festival am Donnerstag mit der Romanverfilmung "My Salinger Year" mit Sigourney Weaver.

Autorin Erdogan schließt Rückkehr in Türkei aus

Obwohl ein türkisches Gericht sie vor einigen Tagen von Terrorvorwürfen freigesprochen hat, schließt die in Deutschland im Exil lebende Schriftstellerin Asli Erdogan eine Rückkehr in ihre Heimat Türkei aus. Sie laufe sonst Gefahr, erneut festgenommen zu werden, sagte sie der Nachrichtenagentur AFP. Eine weitere Festnahme würde für sie den Tod bedeuten. Sie sei sehr überrascht über ihren Freispruch. Alles, was sie in Interviews oder an anderer Stelle sage, könne in einem erneuten Verfahren gegen sie verwendet werden, so die Autorin. Asli Erdogan hatte Kolumnen für die pro-kurdische Zeitung "Özgür Gündem" verfasst. Die Justiz hatte ihr vorgeworfen, damit die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK zu unterstützen.

"Rock gegen Buschfeuer"- Benefizkonzert in Sydney

Bei einem Benefizkonzert zugunsten der Buschfeuer-Hilfe in Australien sind umgerechnet etwa 5,9 Millionen Euro zusammengekommen. Rund 75 000 Menschen verfolgten im größten Stadion Sydneys die Auftritte von Künstlern wie der Band Queen mit Sänger Adam Lambert, Rock-Sänger Alice Cooper, dem 70er-Jahre-Star Olivia Newton-John oder der australischen Gruppe 5 Seconds of Summer. Das rund zehnstündige Konzert wurde auch live im Fernsehen übertragen. Der gesamte Erlös aus dem "Concert for National Bushfire Relief" kommen den Feuerwehrleuten in Australien, dem Roten Kreuz und einer Tierschutz-Organisation zugute.

Folk-Sänger Graeme Allwright ist tot

Der französische Folk-Sänger mit neuseeländischen Wurzeln, Graeme Allwright, ist tot. Er wurde 93 Jahre alt. In Frankreich gehören seine französischsprachigen Adaptionen bekannter englischer Folk-Songs von Bob Dylan oder Leonard Cohen zum nationalen Chanson-Erbgut. 2005 legte er eine pazifistische Umdichtung der französischen Nationalhymne Marseillaise vor.

Flug des Engels eröffnet Karneval in Venedig

Mit dem traditionellen "Flug des Engels" ist der Karneval in Venedig eröffnet worden. Tausende Menschen verfolgten, wie eine als Engel verkleidete junge Frau sich an einem Seil von dem 99 Meter hohen Glockenturm des Markusdoms in die Luft schwang. Der Karnevalsengel ließ dabei Konfetti auf die Menge segeln. Der Karneval in Venedig hat eine jahrhundertealte Tradition. Zum ersten Mal wurde er im Jahr 1162 nach einem militärischen Sieg gefeiert. Das Spektakel mit opulenten Kostümen und phantasievollen Masken zieht Jahr für Jahr zahlreiche Besucher aus dem In- und Ausland an. Dieses Jahr dauert der Karneval in Venedig bis zum 25. Februar.

Banksy-Wandgemälde abgedeckt

Nachdem gestern das neueste Wandgemälde des Streetart-Künstlers Banksy beschädigt worden war, wurde es nun abgedeckt und mit Sicherheitskameras und einem Zaun geschützt. Das erklärten die Eigentümer des Hauses, auf dessen Fassade es sich befindet. Diese Maßnahmen seien aber nur temporärer Natur, das Kunstwerk soll nach dessen Restaurierung der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden. Über das Werk in Bristol hat jemand mit rosa Farbe "BCC Wankers" und ein Herz gesprüht. Banksys Bild zeigt ein Mädchen, das mit einer Steinschleuder Rosen gegen eine graue Häuserwand schießt. Es war am Donnerstag entdeckt worden.

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