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Kulturnachrichten

Dienstag, 11. Februar 2020

Mülheimer Theatertage präsentieren acht Stücke

Die Mülheimer Theatertage bescheinigen dem deutschsprachigen Gegenwartsdrama eine "beachtliche Vitalität". Wegen der hohen Qualität zahlreicher neuer deutschsprachiger Theaterstücke präsentieren die Mülheimer Theatertage in diesem Jahr acht anstatt wie üblich sieben Stücke. Eingeladen werden "Die Verlorenen" von Ewald Palmetshofer, "IKI.Radikalmensch" von Kevin Rittberger, "Der Fiskus" von Felicia Zeller, "Ode" von Thomas Melle und "In my room" von Falk Richter. Drei weitere Autor*innen sind zum ersten Mal in Mülheim dabei. Sivan Ben Yishai mit "Liebe - Eine argumentative Übung", Caren Jeß mit "Bookpink" und Bonn Park mit "Das Deutschland". Insgesamt nahm das aus fünf Kritikern bestehende Auswahlgremium 110 Theatertexte, die zwischen Februar 2019 und Februar 2020 uraufgeführt wurden, näher unter die Lupe. Am Ende der Theatertage bestimmt eine Jury in einer öffentlichen Debatte, wer den mit 15 000 Euro dotierten Mülheimer Dramatikerpreis erhält. Die Theatertage dauern in diesem Jahr vom 16. Mai bis zum 6. Juni.

Berlinale-Programm und Gästeliste veröffentlicht

Rund eine Woche vor Beginn der Internationalen Filmfestspiele in Berlin sind das gesamte Programm und die Gästelisten erschienen. Erwartet werden unter anderem US-Politikerin Hillary Clinton und die Schauspieler*innen Johnny Depp, Javier Bardem, Elle Fanning und Salma Hayek, wie die Berlinale am Dienstag ankündigte. Eröffnet werden die Filmfestspiele am 20. Februar. Erstmals sollen Kinos in vier deutschen Städten die Eröffnungsgala übertragen. In Häusern in Hamburg, München, Essen und Halle soll anschließend dann auch der Eröffnungsfilm "My Salinger Year" mit Sigourney Weaver gezeigt werden, kündigte das Festival an. Die Berlinale hat in diesem Jahr eine neue Führungsspitze: Erstmals leiten der Italiener Carlo Chatrian und die Niederländerin Mariette Rissenbeek das Festival.

Ai Weiwei will Alice Weidel treffen

Der chinesische Künstler Ai Weiwei will die AfD-Politikerin Alice Weidel zu einem Streitgespräch treffen. "In so einem Gespräch könnte alles passieren", sagte Ai Weiwei der Tageszeitung "Die Welt". Er hoffe, dass er in einem Gespräch verstehen könnte, "warum Menschen wie sie zu so einer Geisteshaltung kommen können". Weidel hatte den Künstler 2018 zufällig in einem Berliner Restaurant getroffen, ihn um ein Selfie gebeten und das Foto auf ihrem Twitter-Account gepostet. Ai sagte, er habe nicht gewusst, wer Weidel sei. Bislang habe er keine Verbindung zu Weidel aufgenommen. Er glaube aber, "dass ein Gespräch mit so jemandem möglich ist".

Kunsthistorisches Standardwerk "Dehio" wird digitalisiert

Das kunsthistorische Standardwerk "Dehio" wird digitalisiert und in eine frei zugängliche Online-Plattform überführt. Das "Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler" gelte seit rund 100 Jahren als Referenzwerk für Baudenkmäler und ihre Ausstattung im deutschsprachigen Raum, teilte die Universität Marburg mit. Darin werden unter anderem Wallfahrts-, Stadt- und Landkirchen, Herrenhäuser, Technische Denkmäler wie Wasser- und Leuchttürme, Schlösser, Rat- und Bürgerhäuser beschrieben. Mittlerweile umfasse das Handbuch rund 24.000 Seiten mit etwa 100.000 beschriebenen Bauwerken. Federführend bei der Digitalisierung sei das Deutsche Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte - Bildarchiv Foto Marburg (DDK) der Marburger Philipps-Universität. Auf der geplanten Online-Plattform sollen Informationen des Handbuchs mit rund 150.000 digitalen Fotografien des DDK und weiteren Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen verbunden werden.

Comic-Zeichnerin Claire Bretécher gestorben

Die französische Comic-Zeichnerin und Autorin Claire Bretécher ("Die Frustrierten", "Agrippina") ist tot. Bretécher sei am Dienstag im Alter von 79 Jahren gestorben, teilte der Verlag Dargaud in Paris mit. Die Zeichnerin war auch in Deutschland bekannt. Sie hatte 2016 den Max- und Moritz-Hauptpreis des Comic-Salons in Erlangen bei Nürnberg erhalten.

Punkband Pussy Riot ist wieder frei

Nach der Festnahme von 13 Menschen bei einem Fotoshooting der russischen Punkband Pussy Riot sind alle wieder auf freien Fuß. Die Musikerin Nadeschda Tolokonnikowa veröffentlichte im Kurznachrichtendienst Twitter ein Video, das die Gruppe nach ihrer Freilassung in St. Petersburg zeigen soll. "Freiheit", schrieb die 30-Jährige dazu. Auch sie sei für mehrere Stunden in Polizeigewahrsam genommen worden. Der Hintergrund für den Einsatz der Beamten am Montagabend war zunächst unklar. Zuvor hatte die feministische Punkband mitgeteilt, dass die Polizei Dreharbeiten für ein neues regierungskritisches Video mit dem Titel "Rage" im Kinostudio Lenfim gestoppt habe. Der Vorwurf laute, das Video sei illegal, weil es Homosexualität propagiere und extremistisch sei, schrieb Tolokonnikowa. Der Punksong handele vom Widerstand gegen die Machthaber in Russland und gegen Polizeigewalt.

Ingo Schulze für Leipziger Buchpreis nominiert

Die Schriftsteller Ingo Schulze ("Die rechtschaffenen Mörder") und Lutz Seiler ("Stern 111") gehen ins Rennen um den Preis der Leipziger Buchmesse. Die siebenköpfige Jury nominierte in der Kategorie Belletristik außerdem Leif Randt mit seinem Roman "Allegro Pastell", Verena Güntner mit "Power" und Maren Kames mit ihrem Lyrikband "Luna Luna". In der Kategorie Sachbuch/Eassayistik sind Bettina Hitzer ("Krebs fühlen. Eine Emotionsgeschichte des 20. Jahrhunderts"), Michael Martens ("Im Brand der Welten: Ivo Andric. Ein europäisches Leben"), Armin Nassehi ("Muster: Theorie der digitalen Gesellschaft"), Julia Voss ("Hilma af Klint - 'Die Menschheit in Erstaunen versetzen' Biografie") und Jan Wenzel ("Das Jahr 1990 freilegen") nominiert. Der Preis der Leipziger Buchmesse ist mit insgesamt 60 000 Euro dotiert. Die Preisträger werden am 12. März auf der Leipziger Buchmesse gekürt.

Polar Music Prize für Anna Netrebko

Der schwedische Polar Music Prize geht in diesem Jahr an die russische Opernsängerin Anna Netrebko und an die amerikanische Songschreiberin Diane Warren. Anna Netrebko halte mit ihrer großartigen Stimme und ihrem strahlenden Charisma die Klassiker am Leben, hieß es in einer Mitteilung. Diane Warren sei eine Meisterin des Schreibens für die menschliche Stimme. Sie komponierte Songs für Künstler wie Céline Dion, Aerosmith oder Lady Gaga. Der Polar Music Prize ist jeweils mit einer Million Schwedischen Kronen, umgerechnet rund 95 000 Euro, dotiert und gilt als einer der weltweit wichtigsten Musikpreise. Mit ihm werden alljährlich bedeutende Errungenschaften sowohl in der klassischen als auch in der zeitgenössischen Musik geehrt. Übereicht wird er am 9. Juni vom schwedischen König Carl Gustav in Stockholm.

Berlins Kultursenator will Art Week ausbauen

Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) will die nach dem Ausstieg der Koelnmesse bedrohte Art Week in Berlin erhalten und ausbauen. "Wir werden die Art Week qualifizieren", kündigte Lederer in Berlin an. Die Art Week solle einen "neuen Drive" bekommen, sagte Lederer. Im Frühjahr solle im Zusammenspiel mit der Senatsverwaltung für Wirtschaft das Gallery Weekend mit einem Schwerpunkt Kunstmarkt und Distributionsentwicklung stehen. Im Herbst solle die Art Week im Zusammenhang einer "großen thematischen Ausstellung" laufen. Der Veranstalter Koelnmesse hatte im Dezember angekündigt, die Kunstmesse Art Berlin "bis auf Weiteres" einzustellen.

Beethoven-Konferenz in Bonn tagt noch bis Freitag

Anlässlich des Beethoven-Jahres ist in Bonn eine Wissenschaftskonferenz eröffnet worden, die sich mit Leben und Werk des Musik-Genies beschäftigt. Noch bis Freitag versucht der Kongress "Beethoven Perspektiven" ein neues Bild des Komponisten zu zeichnen, dessen Geburtstag sich im Dezember zum 250. Mal jährt. Unter anderem untersuchen die Wissenschaftler, wie Beethoven immer wieder für politische Zwecke missbraucht wurde - zum Beispiel in der Nazi-Zeit, aber auch durch die DDR-Regierung.

Erich-Fromm-Preis für Journalist Paul Mason

Der britische Wirtschaftsjournalist Paul Mason erhält den Erich-Fromm-Preis 2020. Mason verbinde seine Kritik an wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Missständen mit einem "leidenschaftlichen Engagement für Humanismus", begründete die Erich-Fromm-Gesellschaft ihre Entscheidung. Die Fromm-Gesellschaft verleiht den Preis an Menschen, die Hervorragendes für Erhalt oder Wiedergewinnung humanistischen Denkens und Handelns geleistet haben. Zu den bisherigen Preisträgern zählen das Ehepaar Christel und Rupert Neudeck, die Journalisten Hans Leyendecker und Heribert Prantl oder die Violinistin Anne-Sophie Mutter. Im vergangenen Jahr wurde die europäische Bewegung "Pulse of Europe" geehrt. Paul Mason erhält die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung am 23. März in Stuttgart.

Eröffnung von Academy Museum angekündigt

Der Termin für die Eröffnung eines "Oscar-Museums" steht fest. Tom Hanks gab während der Oscar-Gala in der Nacht zum Montag den 14. Dezember 2020 für die Eröffnung des neuen Academy Museum of Motion Pictures in Los Angeles bekannt. Los Angeles habe zahlreiche Museen, sogar ein Selfie-Museum, aber bisher keine Filmkunst-Einrichtung, so der Schauspieler. Auf knapp 30 000 Quadratmetern sollen Teile der Sammlung der Oscar-Akademie zu sehen sein, darunter Filme, Poster, Fotos, Drehbücher, Requisiten und Kostüme. Auch ein Großraumkino mit 1000 Plätzen ist geplant. 2012 hatten die Oscar-Akademie und der italienische Stararchitekt Renzo Piano die Pläne für den Bau verkündet. Ursprünglich sollte das Museum 2016 eröffnet werden, doch wegen einer Verdopplung der Baukosten auf rund 400 Millionen Dollar scheiterte dieser Termin. Stars wie Steven Spielberg, Barbra Streisand und George Lucas aber auch Filmstudios, Stiftungen und Firmen spendeten Millionenbeträge.

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