Seit 01:05 Uhr Tonart

Donnerstag, 09.04.2020
 
Seit 01:05 Uhr Tonart

Kulturnachrichten

Sonntag, 9. Februar 2020

Opernsängerin Mirella Freni gestorben

Die italienische Opernsängerin Mirella Freni ist tot. Sie starb im Alter von 84. Das teilte der Bürgermeister ihrer Heimatstadt Modena am Sonntag mit. Eine großartige Stimme habe uns verlassen, die den Namen der Stadt Modena in die Welt getragen habe, schrieb Gian Carlo Muzzarelli bei Facebook. Nach 50-jähriger Karriere hatte sich die Sopransängerin im Jahr 2005 zurückgezogen. Eine ihrer berühmtesten Rollen war die der "Mimi" in Giacomo Puccinis "La Boheme". Freni arbeitete mit einigen der größten Namen der Opernwelt zusammen, etwa mit dem Tenor Luciano Pavarotti (1935-2007). Er war ein Freund von ihr aus Kindheitstagen und stammte ebenfalls aus Modena.

Audiobeschreibung statt Van Gogh-Selbstbildnis

In der Bremer Kunsthalle soll eine Audiobeschreibung das "Selbstbildnis mit grauem Filzhut" von Vincent van Gogh ersetzen. "Die Abwesenheit des auratischen Werkes wird so spürbar gemacht und ermöglicht zugleich eine neue Art der Versenkung", teilte das Museum mit. Die Aufnahmen hat der Schauspieler Sky du Mont eingesprochen. Das berühmte Bild, das derzeit in der "Ikonen"-Ausstellung in Bremen zu sehen ist, werde für die Sonderausstellung "In the Picture" ab 21. Februar im Van-Gogh-Museum in Amsterdam benötigt und solle wie in Bremen eine zentrale Rolle spielen, teilte die Kunsthalle mit.

Historiker Winkler: Inflationärer Faschismus-Begriff

Der Historiker Heinrich August Winkler warnt in der Auseinandersetzung mit der AfD vor dem Begriff "Faschismus". Es "haben sich bestimmte Begriffe wie 'faschistisch' als Kampfbegriffe eingespielt", sagte er der "Welt am Sonntag". Aber der inflationäre Gebrauch des Begriffs "Faschismus" führt letztlich zu dessen Verharmlosung. Die AfD ist nach Winklers Verständnis auch nicht mit den Nationalsozialisten gleichzusetzen. "Sie ist am ehesten mit den Deutschnationalen der Weimarer Zeit zu vergleichen. Die Deutschnationale Volkspartei war eine antidemokratische, nationalistische und reaktionäre Rechtspartei mit einem starken völkisch-rassistischen Flügel. Es gehört ein hohes Maß an Geschichtsvergessenheit dazu, in die Fußstapfen dieser Partei zu treten." Die derzeitige Lage ist für Winkler nicht mit der Situation im Deutschen Reich auf dem Weg zur NS-Machtübernahme zu vergleichen, auch nicht die Wahl eines Ministerpräsidenten in Thüringen mit Hilfe der AfD: "Das was in Erfurt geschehen ist, ist alarmierend genug. Aber mit falschen Analogien wird die gegenwärtige Situation der deutschen Demokratie in ein völlig falsches Licht gerückt."

Dresdner Friedenspreis für syrische Bildungsaktivistin

Die syrische Bildungsaktivistin und Unicef-Sonderbotschafterin Muzoon Almellehan (21) ist am Sonntag mit dem Dresden-Preis geehrt worden. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung würdigt ihren engagierten Einsatz für bessere Bildungschancen für Kinder in Kriegs- und Krisengebieten, wie der Verein Friends of Dresden Deutschland als Mitveranstalter mitteilte. Der Preis wurde der jungen Aktivistin bei einer feierlichen Veranstaltung in der Semperoper übergeben. Almellehan hatte dem Verein zufolge mit ihrem Engagement bereits mit 14 Jahren in einem jordanischen Flüchtlingslager begonnen, wohin sie mit ihrer Familie aus Syrien geflohen war. Dort sei sie von Zelt zu Zelt gegangen und habe Eltern wie Kinder davon überzeugt, wie wichtig Schule sei. Heute lebt die Aktivistin in Großbritannien und setzt ihren Einsatz für bessere Bildungschancen für Kinder fort. 2017 wurde sie zur bis dahin jüngsten Botschafterin von Unicef, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen.

Medienanstalten fordern strengere Regeln für Internetplattformen

Behörden aus vier deutschen Bundesländern streben strengere Regeln für politische Werbung und gegen Falschinformationen auf Internetplattformen an. In einem Gutachten im Auftrag der EU-Kommission, das WDR und NDR vorliegt, geht es vor allem darum, wie die Netzwerke mit Falschmeldungen und mit politischer Werbung umgehen. Die Landesmedienanstalten aus NRW, Rheinland-Pfalz, Berlin-Brandenburg und Bayern kommen in dem Gutachten zu dem Ergebnis, dass die Plattformbetreiber ihre Selbstverpflichtungen nicht einhalten, die sie gegenüber der EU-Kommission abgegeben hatten: Falschmeldungen würden nicht ausreichend beseitigt. Nutzer könnten kaum erkennen, wer die Information ursprunglich verbreitet hat. Politische Werbung werde zu selten gekennzeichnet. Das System einer solchen Selbstregulierung sei "gescheitert".

Schriftsteller Frank Schätzing kritisch über Politikerberuf

Bestsellerautor Frank Schätzing hat sich kritisch über den Politikerberuf geäußert. Es ziehe ihn nicht in die Politik, sagte er im privaten Sender Hit: "Wenn Sie sich einmal in die Politik reinbegeben, verlieren sie ihre Freiheit, auch die Freiheit, Dinge auszusprechen". Die Parteienstrukturen, in denen Politiker sich von der Pike hocharbeiteten, seien wie Flüsse und die Menschen seien der Kiesel, so der Schriftsteller weiter: "Sie werden rund geschliffen, ob sie das wollen oder nicht. Andernfalls kommen sie ja gar nicht oben an."

Indie-Filmpreise für "Parasite", Zellweger und Sandler

Der südkoreanische Film "Parasite" hat bei der Verleihung der "Independent Spirit Awards" in Los Angeles den Preis als "Bester Internationaler Film" gewonnen. In der Nacht zu Sonntag ist der Thriller von Regisseur Bong Joon Ho damit nicht nur der große Favorit im Oscar-Rennen um den besten fremdsprachigen Film. Gleichzeitig ist die Story einer ärmlichen Familie, die sich im Haus reicher Leute breit macht, noch für fünf weitere Oscars nominiert, unter anderem für den besten Film sowie für die beste Regie und das beste Drehbuch. Renée Zellweger holte bei den "Spirit Awards" die Auszeichnung als beste Hauptdarstellerin - in der Judy-Garland-Filmbiografie "Judy". Als bester männlicher Hauptdarsteller wurde Adam Sandler ausgezeichnet, der in der Kriminalkömodie "Der schwarze Diamant" einen Juwelier und Glücksspieler mimt.

"Orden wider den tierischen Ernst" für Armin Laschet

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Laschet hat am Abend in Aachen den "Orden wider den tierischen Ernst" erhalten. Der Aachener Karnevalsverein verleiht die Auszeichnung seit 1950 für Humor und Menschlichkeit im Amt. Laschet setze auf Integration und Verständigung und setze damit ein deutliches Zeichen gegen politischen Populismus, hieß es. In seiner Rede rief der CDU-Politiker zu mehr Anstand auf. Man brauche wieder mehr Ritterlichkeit und keine braunen Raubritter, sagte er mit Blick auf die umstrittene Ministerpräsidentenwahl in Thüringen.

"Feministischer Aufstand" in Madrid

Tausende Frauen sind in Madrid auf die Straße gegangen, um wirkliche Gleichberechtigung einzufordern. Mit der Kundgebung habe man am Samstag einen einmonatigen "feministischen Aufstand" eingeleitet, erklärten die Organisatorinnen. Bis zum Internationalen Frauentag am 8. März solle es weitere Aktionen geben. Die Teilnehmerinnen bildeten im Zentrum der spanischen Hauptstadt eine etwa sieben Kilometer lange Menschenkette, die von der Museumsmeile Paseo del Prado bis zum Platz Puerta del Sol reichte. Sie legten damit den Verkehr im Zentrum teilweise lahm. Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmerinnen auf mindestens 7000. Sprecherinnen sagten, sie kämpften nicht nur für Gleichberechtigung und gegen jede Art von Diskriminierung, sondern unter anderem auch gegen Rassismus und für mehr Umweltschutz. Auf den Plakaten waren Slogans wie "Dieses System tötet", "Die Erde gehört euch nicht, genauso wenig wie unsere Körper" oder "Wir sind die Enkelinnen der Hexen, die ihr nicht verbrennen konntet" zu lesen.

Fassbinder-Schauspieler Volker Spengler gestorben

Der Schauspieler Volker Spengler ist tot. Er starb im Alter von 80 Jahren in Berlin, teilte die Deutsche Presse-Agentur mit. Berühmt geworden war der gebürtige Bremer mit seiner Rolle als Transsexuelle Elvira Weishaupt in dem Film "In einem Jahr mit 13 Monden" von Rainer Werner Fassbinder. Spengler wirkte auch in den Fassbinder Filmen wie "Die Sehnsucht der Veronika Voss", "Die Ehe der Maria Braun" und in der TV-Miniserie "Berlin Alexanderplatz" mit. Beim Regisseur Christoph Schlingensief gehörte er oft zum Ensemble, darunter im grotesken Mauerfall-Film "Das deutsche Kettensägenmassaker". Spengler soll schon als 14-jähriger Anfang der 1950er Jahre zur See gefahren sein und später eine Kaufmannslehre gemacht haben, bevor er in Salzburg und am Wiener Max-Reinhardt-Seminar Schauspiel studierte.

US-Schauspieler Orson Bean stirbt bei Autounfall

Der 91-jährige US-Schauspieler Orson Bean ist bei einem Autounfall in Venice, Kalifornien, gestorben. Er wurde in der Nacht zum Samstag von einem Auto überfahren. Ein zweites Auto soll in die Unfallstelle gekracht sein. Das berichten zahlreiche US-Medien unter Berufung auf die Polizei in Los Angeles. Bean verstarb noch am Unfallort. Der US-Schauspieler trat in über 100 Filmen und Serien auf - unter anderem in "Modern Family", "Desperate Housewives" oder "Being John Malkovich".

Satirische Proteste gegen Semperopernball

Begleitet von satirischem Protest ist am Freitagabend der Dresdner Semperopernball über die Bühne gegangen. Im Vorfeld des Balls demonstrierten vor der Semperoper rund 500 Menschen gegen die Veranstaltung. Bei ihrem alternativen "Dresdner Seifenopernball 2020" tanzten sie auf dem Schloßplatz, pusteten große Mengen Seifenblasen in die Luft und warfen den Veranstaltern "dubiose Machenschaften" vor. Initiator war ein Bündnis Dresdner Kulturschaffender. Der Veranstalter SemperOpernball e.V. war massiv in die Kritik geraten, weil er den ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi als "Brückenbauer und Friedensstifter" mit dem St. Georgs-Orden ausgezeichnet hatte. Nach deutschlandweiten Protesten will der Verein den Orden wieder aberkennen. Wie dies umgesetzt werden soll, ist bisher unklar.

"Cats" für Hollywoods Schmähpreise nominiert

Über diese Nominierungen freut sich keiner: Das Filmmusical "Cats", die Komödie "A Madea Family Funeral" und der Action-Streifen "Rambo: Last Blood" haben in diesem Jahr jeweils acht Chancen auf "Goldene Himbeeren". Alle drei sind unter anderem in der Sparte "Schlechtester Film" nominiert, wie die Verleiher von Hollywoods Spottpreisen am Samstag, einen Tag vor der Oscar-Gala, bekanntgaben. In der Spitzenkategorie mischen auch noch die Psychothriller "The Fanatic" und "The Haunting of Sharon Tate" mit.

Kulturnachrichten hören

Februar 2020
MO DI MI DO FR SA SO
27 28 29 30 31 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 1

Fazit

"Der Überläufer" im TVArme Hunde mit Heimweh
Die deutschen Soldaten Proska (Jannis Niewöhner) und Kürschner (Sebastian Urzendowsky) gucken aus einem Schuppen hervor. (NDR/Dreamtool Entertainment)

Lange Zeit galten Romane von Siegfried Lenz als altmodisch-verstaubte Schullektüre. Dabei schrieb er emotional und direkt, perfekt für die filmische Umsetzung. "Der Überläufer" im Fernsehen könnte der Anfang eines Lenz-Revivals sein.Mehr

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur