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Dienstag, 25.02.2020
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 26. Januar 2020

Kerzen am Holocaust-Mahnmal

75 Jahre nach der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz sind heute 75 Kerzen am Holocaust-Mahnmal in Berlin entzündet worden. Zum Gedenken an die ermordeten Juden Europas stellte der Vorstand des Förderkreises unter der Leitung der Vorsitzenden Lea Rosh rote Grabkerzen am Stelenfeld auf. "An jedem Tag, aber insbesondere am Holocaust-Gedenktag müssen wir Gesicht zeigen, müssen wir gemeinsam dafür aufstehen, dass das viel beschworene "Nie wieder" nicht zu einer hohlen Phrase verkommt", mahnte Rosh. Am 27. Januar 1945 hatte die Rote Armee die Häftlinge des deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz im von Hitler-Deutschland besetzten Polen befreit. Allein dort brachten die Nationalsozialisten mehr als eine Million Menschen um. Der Holocaust kostete insgesamt rund sechs Millionen Juden das Leben. Im Berliner Dom fand bereits am Vormittag ein Gedenkgottesdienst anlässlich des morgigen Jahrestags statt. Am Abend spielen die Roma und Sinti Philharmoniker ein "Requiem für Auschwitz" mit Musik von Roger Moreno-Rathgeb. Der niederländische Komponist stammt selbst aus einer Sinti-Familie. Die Idee zu dem Werk hatte er nach seinem ersten Besuch in einem Lager.

Ulrich-Wildgruber-Preis für Lilith Stangenberg

Die Schauspielerin Lilith Stangenberg von der Volksbühne Berlin ist mit dem Ulrich-Wildgruber-Preis ausgezeichnet worden. Die 31-Jährige erhielt die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung beim Neujahrsempfang im Hamburger St. Pauli Theater. Stangenberg sei eine Extrem-Schauspielerin im besten Sinne. Sie zeichne eine faszinierende Wandlungsfähigkeit aus, heißt es in der Begründung der Jury. Als Filmschauspielerin wurde sie vor allem in dem Film "Wild" von Nicolette Krebitz bekannt.

Twitter-Account von Auschwitz hat eine Million Follower

Kurz vor dem Holocaustgedenktag am 27. Januar hat der offizielle Twitter-Account der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau die Marke von einer Million Followern erreicht. Dieses Ziel hatten sich die Leiter der Erinnerungsstätte im früheren NS-Vernichtungslager gesetzt. "Ihr alle habt es geschafft. Ich bin tief bewegt von der Unterstützung von Menschen auf der ganzen Welt, die - zusammen mit uns - der Opfer von Auschwitz gedenken", sagte der Direktor der Gedenkstätte, Piotr Cywinski, in einem Tweet. Am Montag findet dort die zentrale Gedenkfeier für die Opfer des Holocaust statt. Es ist der 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz durch sowjetische Soldaten. In dem Todeslager im heutigen Polen ermordeten die Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkriegs 1,1 Millionen Menschen, die meisten Opfer waren Juden.

Leipziger Buchmesse erwartet stabile Aussteller-Zahlen

Auf der Leipziger Buchmesse präsentieren sich 2020 ähnlich viele Aussteller wie im Vorjahr. Buchmesse-Direktor Oliver Zille sagte, die Buchmesse werde "mindestens stabil" sein. 2019 hatten sich rund 2500 Verlage und andere Aussteller in Leipziger gezeigt. Die Frühlingsschau der Buchbranche wird vom 12. bis 15. März veranstaltet. Ein Gastland gibt es diesmal anders als in den Vorjahren jedoch nicht. Leipzig habe nicht das Konzept, jedes Jahr ein Gastland zu präsentieren, sagte Zille. Stattdessen treten zehn Länder Südosteuropas - von Albanien über Nordmazedonien bis Bulgarien - in einem gemeinsamen Projekt als Schwerpunktregion auf. 2019 waren 286.000 Besucher zur Messe und dem dazugehörigen Festival "Leipzig liest" gekommen.

US-Regisseure zeichnen Sam Mendes für "1917" aus

Die US-amerikanische Vereinigung der Regisseure (DGA) hat den britischen Regisseur Sam Mendes für sein Kriegsdrama "1917" mit dem Preis für die beste Regie ausgezeichnet. Mendes' Film über den Einsatz zweier junger Soldaten im Ersten Weltkrieg hatte bereits bei den Golden Globes die Preise als bestes Filmdrama und für die beste Regie gewonnen. Die Preise der Directors Guild of America gelten als Indikator für Erfolg bei den Oscars, weil viele Akademie-Mitglieder bei beiden Auszeichnungen stimmberechtigt sind.

"Leid und Herrlichkeit" gewinnt sieben Goyas

Der Film "Leid und Herrlichkeit" des spanischen Regisseurs Pedro Almodóvar ist in Malaga mehrfach mit dem spanischen Filmpreis Goya ausgezeichnet worden. Der Streifen gewann insgesamt sieben Trophäen, unter anderem in den Kategorien bester Film, beste Regie und bestes Drehbuch. Schauspieler Antonio Banderas wurde als bester Hauptdarsteller geehrt. "Leid und Herrlichkeit" ist auch als bester internationaler Film für die Oscars nominiert, die im Februar in Hollywood verliehen werden.

Max-Ophüls-Filmpreis für "Neubau"

Der Film "Neubau" (Deutschland 2020) von Johannes Maria Schmit hat beim 41. Max-Ophüls-Festival in Saarbrücken den mit 36.000 Euro dotierten Hauptpreis gewonnen. Den "Preis für den gesellschaftlich relevanten" Film erhielt der Hauptdarsteller Tucké Royale für Buch und Schauspiel. "Neubau" spielt im Sommer in der Brandenburger Provinz und erzählt von Markus (Tucké Royale), der hin- und hergerissen ist zwischen der Liebe zu seinen pflegebedürftigen Omas und der Sehnsucht nach einem anderen Leben in Berlin. "Es gibt Filme, die sind leise, aber sie wirken lange nach, die weiten den Blick, einfach, indem sie einladen, genau hinzuschauen", heißt es in der Begründung der Jury. "Sie kommen ohne Budenzauber aus, weil sie den Gegenstand ihrer Betrachtung ernst nehmen, ihm Würde verleihen. Solche Filme haben die Kraft, Empathie zu erzeugen."

Orden für Auschwitz-Überlebende Zofia Posmysz

Die Schriftstellerin und Auschwitz-Überlebende Zofia Posmysz ist vom polnischen Staatspräsidenten Duda mit der höchsten Auszeichnung der Republik Polen, dem Orden des weißen Adlers, geehrt worden. Die 96-Jährige sei weltweit eine der bekanntesten Zeitzeuginnen aus der Todeswelt des Vernichtungslagers, erklärte der Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, Christoph Heubner, anlässlich der Ehrung in Warschau. Als Schriftstellerin erregte sie 1962 mit ihrem Hörspiel "Die Passagierin aus Kabine 45" große Aufmerksamkeit. Das Hörspiel, das später auch als Roman in vielen Sprachen erschien, schildert die fiktive Begegnung einer Auschwitz-Überlebenden mit einer ihrer ehemaligen SS-Aufseherinnen während einer Ozeanüberquerung.

Franzen: Kampf gegen Klimawandel ist verloren

Der US-Schriftsteller Jonathan Franzen hält den Kampf gegen den Klimawandel für verloren. "Warum geben wir das nicht zu und nehmen uns dann die Freiheit, darüber nachzudenken, wie wir unsere Ressourcen einsetzen wollen?", sagte er dem "Spiegel". "Die Klimaaktivisten sollten aufhören, sich etwas vorzumachen." Das menschliche Verhalten werde sich nicht ändern, "solange wir glauben, dass wir immer noch Zeit haben, alles abzuwenden", sagte Franzen. "Wir sollten darüber nachdenken, wie wir uns auf die Erschütterungen vorbereiten, die kommen werden." Die Klimakatastrophe werde "richtig viel Geld kosten, so viel ist klar", so Franzen weiter. Die finanziellen Ressourcen seien allerdings begrenzt.

Musiker fordern mehr Geld aus Streamingdiensten

Deutsche Musikstars wie Rammstein, Helene Fischer, die Toten Hosen, Sarah Connor, Peter Maffay und Marius Müller-Westernhagen haben von ihren Plattenfirmen einen größeren Anteil an den stark wachsenden Einnahmen aus dem Streaming verlangt. Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS) berichtete vorab, 14 Manager und Anwälte von Musikern hätten sich gegen die Plattenfirmen zusammengeschlossen. Es gebe "das dringende und grundlegende Bedürfnis", die bisherigen Abrechnungs- und Verteilungsmethoden beim Musik-Streaming zu überprüfen. Im deutschen Musikgeschäft gab es einen solchen Aufstand laut "FAS" noch nie. Dem Bericht zufolge forderten die Manager der Stars die Vertreter der Plattenindustrie zu einem Treffen im Februar in Berlin auf, um über das Thema zu beraten.

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