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Kulturnachrichten

Dienstag, 19. November 2019

Architekt Herzog schlägt internationale Kostenplattform vor

Der Architekt des umstrittenen Museums der Moderne in Berlin, Jacques Herzog, kann die Kritik an dem 450 Millionen Euro teuren Projekt verstehen. "In Berlin gibt es ein sehr demokratisches Verständnis, aber immer auch Angst vor Veränderung", sagte der Schweizer in einer Diskussion in Berlin. "Es ist nicht so, dass wir so teuer waren und jetzt sind wir so teuer", sagte Herzog. Es sei erst jetzt ein konkretes Projekt da, das nicht billiger gebaut werden könne. Um Transparenz zu schaffen halte er es für notwendig, eine international vergleichbare Plattform zu schaffen, die "ohne ideologische Scheuklappen" deutlich mache, welche Kosten "wirklich, vernünftig und objektiv" entstehen. "Dann kann man immer noch sagen: Wir wollen uns das leisten oder wir wollen uns das nicht leisten - oder wir können es uns nicht leisten."

Picasso-Lose für einen guten Zweck

In Paris können Lose für das Bild "Stillleben" von Pablo Picasso gekauft werden. Wer 100 Euro investiert, kann das Bild aus dem Jahr 1921 gewinnen, dessen Wert auf eine Million Euro geschätzt wird. Der Besitzer des Gemäldes, der Kunstsammler David Nahmad, soll diese Summe erhalten, wenn das Bild den Besitzer wechselt. Mit dem erhofften Erlös von 20 Millionen Euro durch den Verkauf von 200.000 Losen soll das Projekt einer Hilfsorganisation in Afrika unterstützt werden. Die Auslosung findet am 6. Januar in Paris statt.

Macfarlane bekommt NDR Kultur Sachbuchpreis

Der britische Autor Robert Macfarlane bekommt an diesem Mittwoch in Hannover den mit 15.000 Euro dotierten NDR Kultur Sachbuchpreis. Die Jury kürte sein Natur- und Landschaftsbuch "Im Unterland. Eine Entdeckungsreise in die Welt unter der Erde" zum besten Sachbuch des Jahres. Der Autor wird die Auszeichnung bei einer Gala im Schloss Herrenhausen entgegennehmen, wie der NDR mitteilte. Die Laudatio hält die Präsidentin der Schriftstellervereinigung PEN-Zentrum Deutschland, Regula Venske. Macfarlanes Buch sei "großartig erzählt" und "in hohem Maße lesenswert", sagte der Jury-Vorsitzende Joachim Knuth, Programmdirektor Hörfunk des NDR. Der britische Wissenschaftler Robert Macfarlane ist laut NDR auf das Beschreiben von Landschaften, Orten und Reisen spezialisiert und gilt als einer der bedeutendsten Naturschriftsteller. Er lehrt und forscht an der Universität Cambridge.

"Das Wachsfigurenkabinett" restauriert auf Berlinale

Der Stummfilm "Das Wachsfigurenkabinett" soll im kommenden Jahr erstmals in digital restaurierter Fassung gezeigt werden. Die Deutsche Kinemathek in Berlin und die Cineteca di Bologna überarbeiten den Film von Regisseur Paul Leni aus dem Jahr 1924. Das hat die Berlinale mitgeteilt. Das Festival plant die Weltpremiere für den 21. Februar 2020. Im Auftrag von ZDF und Arte entsteht auch neue Musik zu dem expressionistischen Film. Die Berlinale gehört neben Cannes und Venedig zu den wichtigsten Filmfestivals der Welt. Die nächste Ausgabe ist vom 20. Februar bis 1. März 2020 geplant.

Ein Theaterstück über Rücktritt von Papst Benedikt

Mehr als sechs Jahre nach dem freiwilligen Rücktritt von Papst Benedikt XVI. bringt der lettische Regisseur Alvis Hermanis ein Theaterstück auf die Bühne, das sich mit den Umständen des historischen Amtsverzichts von Joseph Ratzinger beschäftigt. Die Aufführung "White Helicopter" basiert nach Angaben des Neuen Theaters Riga auf wahren Ereignissen und wird am 21. November in Riga uraufgeführt. Die Hauptrolle als Papst Benedikt XVI. übernimmt Ballett-Ikone Mikhail Baryshnikov. Papst Benedikt XVI. war nach acht Jahren als Pontifex im Februar 2013 überraschend von seinem Amt zurückgetreten. Hermanis hatte nach eigenen Angaben schon kurz nach dem päpstlichen Rücktritt Zweifel an den vorgebrachten Gesundheitsgründen - und eigene Untersuchungen angestellt. Insgesamt habe er zwei Jahre lang an der Inszenierung gearbeitet.

Picassos Elektriker wegen Hehlerei verurteilt

Picassos ehemaliger Elektriker und seine Frau müssen Kunstwerke von Pablo Picasso an dessen Sohn Claude zurückgeben. Außerdem wurden sie zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Sie hatten die 271 Arbeiten, deren Wert auf 60 Millionen Euro geschätzt wird, jahrzehntelang in ihrer Garage versteckt und nun behauptet, Picassos frühere Frau habe sie ihnen in den 70er Jahren zur Aufbewahrung anvertraut. Der Fall war bekannt geworden, nachdem der Elektriker selbst Picassos Sohn im Jahr 2010 darum gebeten hatte, die Authentizität der nicht signierten Werke prüfen zu lassen.

"about:documenta" gibt Einblicke in documenta 15

Die neue Dauerausstellung "about:documenta" befasst sich mit der Geschichte der weltweit bedeutendsten Schau für zeitgenössische Kunst in Kassel. Am Donnerstag wird sie eröffnet und wie Martin Eberle, der Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel, heute bekannt gab, werden die Kuratoren der kommenden documenta 15 dann auch Einblicke in die Entstehung der nächsten Ausstellung geben. Das indonesische Künstlerkollektiv ruangrupa hat dazu einen eigenen Raum in der neuen Dauerausstellung "about: documenta" gestaltet. Und zwar ein Wohnzimmer im Stil der 1950er/60er Jahre. Dort können Besucher auf einer Couch Filme über Kunstaktionen sehen oder sich anhand von Materialien über die Entstehung der nächsten documenta im Jahr 2022 informieren. Wie genau das ablaufen wird, wissen aber selbst die Kuratoren von "about:documenta" noch nicht.

Musikfest Hamburg unter dem Motto "Glauben"

Unter dem Motto "Glauben" steht vom 24. April bis 25. Mai 2020 die fünfte Ausgabe des Internationalen Musikfests Hamburg. Insgesamt stehen 42 Konzerte auf dem Programm, wie die Elbphilharmonie ankündigte. In dem 2017 eröffneten Konzerthaus finden die meisten Veranstaltungen statt. Zur Aufführung kämen unter anderem bedeutende Bekenntniswerke. Herzstück des Musikfests sind den Angaben zufolge drei Aufführungen der Oper "St. Francois d'Assise" von Olivier Messiaen im Großen Saal der Elbphilharmonie. Die insgesamt rund 33.000 Tickets stehen ab sofort zum Verkauf. Sie sind online und an den bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.

Preise für Islamwissenschaftler

Die Münsteraner Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide und Ahmad Milad Karimi sind für ihren differenzierten Umgang mit dem islamischen Glauben ausgezeichnet worden. Khorchide erhielt den Toleranzring der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste in Köln und Karimi den Deutschen Dialogpreis des Bunds Deutscher Dialog Institutionen, wie die Westfälische Wilhelms-Universität Münster mitteilte. Khorchide, Leiter des Zentrums für Islamische Theologie, wolle zu einem gewaltfreien Verständnis seiner Religion im politischen Umfeld beitragen. Karimi wurde als "vielgefragter und unermüdlich tätiger Vermittler zeitgenössischer islamischer Diskurse" gewürdigt. Der Toleranzring ehrt Persönlichkeiten, die sich für einen grenzüberschreitenden Dialog und gegen Rassismus einsetzen. Mit dem Deutschen Dialogpreis zeichnet der Bund Deutscher Dialog Institutionen in Frankfurt am Main Menschen und Institutionen aus, die zum Austausch zwischen den Kulturen und Religionen beitragen.

Europäischer Filmpreis für "Systemsprenger"

Wenige Wochen vor der Verleihung stehen schon einige der Gewinner beim Europäischen Filmpreis fest. Der Historienfilm "The Favourite", für den Olivia Colman für ihre Rolle als englische Königin Anne den Oscar als beste Hauptdarstellerin gewonnen hatte, wird in den Kategorien Kamera, Schnitt, Kostüm und Maskenbild geehrt. Das deutsche Drama "Systemsprenger" überzeugte die Jury mit seiner Musik von John Gürtler. Sie sei "modern, virtuos, impulsiv und überraschend", hieß es zur Begründung. Der Europäische Filmpreis gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen der Branche und wird am 7. Dezember in Berlin vergeben.

Musikfest Hamburg unter dem Motto "Glauben"

Unter dem Motto "Glauben" steht vom 24. April bis 25. Mai 2020 die fünfte Ausgabe des Internationalen Musikfests Hamburg. Insgesamt stehen 42 Konzerte auf dem Programm, wie die Elbphilharmonie ankündigte. In dem 2017 eröffneten Konzerthaus finden die meisten Veranstaltungen statt. Zur Aufführung kämen unter anderem bedeutende Bekenntniswerke. Herzstück des Musikfests sind den Angaben zufolge drei Aufführungen der Oper "St. Francois d'Assise" von Olivier Messiaen im Großen Saal der Elbphilharmonie. Die insgesamt rund 33.000 Tickets stehen ab sofort zum Verkauf. Sie sind online und an den bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.

PEN-Zentrums solidarisch mit türkischem Autoren

Das Präsidium des deutschen PEN-Zentrums hat den türkischen Schriftsteller und Journalisten Ahmet Altan zum Ehrenmitglied erklärt. Dieser war im Juli 2016 von einem Gericht in Istanbul wegen „Unterstützung einer Terrororganisation“ zu zehn Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Das deutsche Pen-Zentrum erklärte, man verfolge mit großer Sorge Altans Schicksal und fordere die Behörden auf, ihn sofort aus dem Gefängnis zu entlassen. Mit Altan solle eine der bekanntesten kritischen Stimmen in der Türkei zum Verstummen gebracht werden, so die Schriftstellervereinigung. Seine Verurteilung widerspreche dem Recht auf Meinungsfreiheit und daher der Charta des internationalen PEN.

Partitur Mozarts für 370.000 Euro versteigert

Eine Partitur des jungen Wolfgang Amadeus Mozart aus der Hinterlassenschaft des Schriftstellers Stefan Zweig ist in Paris für 372.500 Euro versteigert worden. Damit erzielte sie fast das Doppelte des Schätzpreises, wie das Auktionshaus Sotheby's mitteilte. Das Manuskript des 16-jährigen Mozart stammt aus dem Jahr 1772. Es umfasst zwei Menuette für Orchester, die er in Salzburg schrieb. Die nie veröffentlichte Partitur enthält einige Korrekturen und Änderungen, von denen ein oder zwei aus der Hand von Mozarts Vater Leopold stammen sollen. Die Partitur wurde zunächst von Mozarts Schwester Anna, auch genannt "Nannerl", aufbewahrt. Später kam sie in den Besitz des österreichischen Schriftstellers Stefan Zweig. Der jüdische Autor sammelte vor seiner Flucht aus Österreich vor den Nazis und seinem Suizid im brasilianischen Exil 1942 zahlreiche Musikstücke, vor allem aus der Hand Mozarts.

Deutscher Kleinkunstpreis für Pufpaff und Peterfalvi

Sebastian Pufpaff und Emmanuel Peterfalvi erhalten in den Sparten Kabarett und Kleinkunst den Deutschen Kleinkunstpreis 2020. Das teilte das Mainzer "Unterhaus"-Theater mit. Der eine ein "sympathischer Zyniker", der noch die komplexesten Probleme mit einer Pointe lösen könne. Dem anderen gelinge mit seiner Kunstfigur "Alfons" die "abgelegensten Gefilde des deutschen Wesens mit kindlicher Neugier zu erforschen". In der Sparte Chanson, Musik, Lied wird das feministische Liedermacherinnen-Duo "Suchtpotenzial", das aus Julia Gámez-Martin und Ariane Müller besteht, ausgezeichnet. Die langjährige Moderatorin der TV-Kabarettsendung "Ladies Night", Gerburg Jahnke, erhält den Ehrenpreis. Sie habe bereits in den 1980er Jahren "eine neue Form des weiblichen Humors etabliert", heißt es. Die Preisverleihung findet am 1. März 2020 statt.

Friedrich bekommt Unterstützung von Marianne Birthler

Nach Bekanntwerden seiner Tätigkeit als Inoffizieller Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit, hat der neuen Verleger des "Berliner Verlags", Holger Friedrich, prominente Unterstützung erhalten. Den Zeitungen werden bei der journalistischen Aufbereitung der heiklen Angelegenheit die frühere Leiterin der Stasi-Unterlagen-Behörde, Marianne Birthler, und der Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk helfen. Ein fünfköpfiges Reporter-Team wird mit den beiden zusammenarbeiten. für die Aufarbeitung des Fall Friedrichs benannt wurde. Die Journalisten sollen die entsprechenden Täter- und Opferakten der Stasi vor einer Veröffentlichung gemeinsam prüfen.

Spatenstich für Berliner Museum der Moderne

Der Spatenstich noch in diesem Jahr sei wichtig, sagt Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Deshalb wird am 3. Dezember in der Hauptstadt mit dem Bau des umstrittenen Museums der Moderne begonnen. "Sammler", so Parzinger, haben "ihre Werke für das Museum damit verbunden". Ab 2026 soll der Neubau die wichtigsten Malerinnen und Maler des 20. Jahrhunderts ausstellen. Jeweils etwa 1000 Quadratmeter sollen die umfassenden Privatsammlungen von Erich Marx sowie von Ulla und Heiner Pietzsch erhalten.

Architekt Gustav Peichl gestorben

Der österreichische Architekt Gustav Peichl, zu dessen Werken die Bundeskunsthalle in Bonn zählt, ist tot. Peichl starb im Alter von 91 Jahren am Sonntag in Wien, wie sein Sohn Markus Peichl der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Zu Peichls Bauten gehören auch das Probengebäude der Münchner Kammerspiele, der Anbau des Städel-Museums in Frankfurt sowie die Kindertagesstätte des Deutschen Bundestags im Berliner Regierungsviertel. Als "Ironismus" zeichnete er zudem Karikaturen unter anderem für die "Süddeutsche Zeitung" und den "Stern". Mit dem Zeichnen von Karikaturen begann der in Wien geborene Peichl laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA, um das Architekturstudium zu finanzieren. Im Laufe der Zeit wurde aus dem Hobby aber ein Zweitberuf. "Die Karikatur ist ein Ventil für mich. Sie erspart mir sozusagen den Psychiater", erklärte er einmal.

Der Bund unterstützt Bau eines Instituts für Fotografie

In Düsseldorf wird ein nationales Institut und Archiv für Fotografie entstehen. Das hat der Bundestag beschlossen. Die Wahl von Düsseldorf sei eine Referenz an die große fotografische Tradition der Stadt am Rhein und ihrer Region, so Kulturstaatsministerin Grütters. Wenn das Land Nordrhein-Westfalen zustimmt, wird der Bund den Bau ab kommendem Jahr mit bis zu 41 Millionen Euro bezuschussen.

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