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Samstag, 07.12.2019
 
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Kulturnachrichten

Montag, 18. November 2019

Architekt Gustav Peichl gestorben

Der österreichische Architekt Gustav Peichl, zu dessen Werken die Bundeskunsthalle in Bonn zählt, ist tot. Peichl starb im Alter von 91 Jahren am Sonntag in Wien, wie sein Sohn Markus Peichl der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Zu Peichls Bauten gehören auch das Probengebäude der Münchner Kammerspiele, der Anbau des Städel-Museums in Frankfurt sowie die Kindertagesstätte des Deutschen Bundestags im Berliner Regierungsviertel. Als "Ironismus" zeichnete er zudem Karikaturen unter anderem für die "Süddeutsche Zeitung" und den "Stern". Mit dem Zeichnen von Karikaturen begann der in Wien geborene Peichl laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA, um das Architekturstudium zu finanzieren. Im Laufe der Zeit wurde aus dem Hobby aber ein Zweitberuf. "Die Karikatur ist ein Ventil für mich. Sie erspart mir sozusagen den Psychiater", erklärte er einmal.

Spatenstich für Berliner Museum der Moderne im Dezember

Der Spatenstich noch in diesem Jahr sei wichtig, sagt Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Deshalb wird am 3. Dezember in der Hauptstadt mit dem Bau des umstrittenen Museums der Moderne begonnen. "Sammler", so Parzinger, haben "ihre Werke für das Museum damit verbunden". Ab 2026 soll der Neubau die wichtigsten Malerinnen und Maler des 20. Jahrhunderts ausstellen. Jeweils etwa 1000 Quadratmeter sollen die umfassenden Privatsammlungen von Erich Marx sowie von Ulla und Heiner Pietzsch erhalten.

Bund unterstützt Bau eines Instituts für Fotografie

Der Bund stellt ab 2020 bis zu 41 Millionen Euro für den Bau eines nationalen Instituts und Archivs für Fotografie zur Verfügung. Das hat der Bundestag beschlossen, wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters mitteilte. Entstehen soll die Einrichtung in Düsseldorf. Grütters sprach von einem "entscheidenden Schritt, um unser großes fotografisches Kulturerbe auf Dauer zu bewahren, aufzuarbeiten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen". Dass der Bundestag den Standort Düsseldorf - vorbehaltlich einer entsprechenden Kofinanzierung durch das Land Nordrhein-Westfalen - bevorzuge, sei eine Reverenz an die große fotografische Tradition dieser Stadt und dieser Region, erklärte die CDU-Politikerin. Ein Expertenteam unter der Leitung des Foto-Kurators Thomas Weski werde im kommenden Frühjahr seine Empfehlungen vorlegen.

Florian Lutz wird Theaterintendant in Kassel

Florian Lutz wird neuer Intendant des Staatstheaters Kassel. Der gebürtige Kölner werde sein Amt in Kassel zur Spielzeit 2021/2022 antreten, teilte das hessische Kunstministerium mit. Lutz werde zunächst einen Fünf-Jahres-Vertrag erhalten. Er folgt auf Thomas Bockelmann, der das Staatstheater seit der Spielzeit 2004/2005 leitet. Die hessische Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn würdigte Lutz als einen der gefragtesten Akteure des gegenwärtigen Theaterlebens. Gerade zu Kassel als Stadt der Moderne und der Gegenwartskunst passe er ideal. Lutz ist seit der Spielzeit 2016/17 Intendant der Oper Halle. Unter seiner Leitung wurde die Oper neben vielen weiteren Auszeichnungen 2018 in der Kritikerumfrage des Fachmagazins "Die Deutsche Bühne" das "Beste Theater abseits der Zentren". Außerdem erhielt das Haus 2017 den Deutschen Theaterpreis "Der Faust" für die spartenübergreifende Raumbühne "Heterotopia" und 2019 den Theaterpreis des Bundes.

Polizei in Italien sprengt Ring von Antikenhändlern

Die italienische Polizei hat einen Schlag gegen einen Ring von Antiquitätenhehlern in Kalabrien gelandet. Tausende Objekte sowie Materialien für illegale Grabungen seien beschlagnahmt worden, teilte das Kulturministerium mit. An den Ermittlungen der Carabinieri-Spezialabteilung für Kulturgüter seien auch Polizeistellen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Serbien sowie Europol beteiligt gewesen. Bei den Drahtziehern der verzweigten Vereinigung soll es sich um zwei Männer aus der Provinz Crotone handeln. Dem Bericht zufolge ließen die beiden über Jahre hinweg Trupps nach archäologischen Objekten suchen, teilweise mit Baggern und Metalldetektoren. Allein der Wert der nun beschlagnahmten Stücke bewege sich um die zwei Millionen Euro, so die Zeitung.

Sechs Kommunen erhalten Preis für kulturelle Bildung

Für ihre Konzepte zur kulturellen Bildung sind sechs Kommunen ausgezeichnet worden. Es sind: Bielefeld, Düsseldorf, Gütersloh, Minden, Remscheid und Solingen. Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen sagte bei der Verleihung im Rheinischen Landestheater Neuss: "durch kluge Bündelung unterschiedlicher Akteure setzen sie sich für ein dichtes Netz qualitätsvoller kultureller Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche ein". Der Preis wird im Rahmen des Wettbewerbs "Kommunale Gesamtkonzepte für Kulturelle Bildung" vergeben und ist mit einer Förderung von jeweils 15.000 Euro durch das Land verbunden.

Neue Dauerausstellung über documenta

Die Neue Galerie in Kassel richtet eine Dauerausstellung zu Geschichte und Rezeption der Kunstausstellung documenta ein. Anhand von Kunstwerken, Fotografien, Installationen und Collagen werde jede der bislang 14 documenta-Ausgaben vorgestellt sowie Hintergründe und Besonderheiten dargestellt, teilte die Museumslandschaft Hessen Kassel mit. Auch gebe es Infos zum jeweiligen Kunstverständnis der Zeit. Besucher erwarten demnach Werke von Tadashi Kawamata, Gerhard Richter, Miriam Cahn, Susan Hiller, Georg Meistermann, Markus Lüpertz oder Mario Merz aus der Sammlung der documenta-Kunstwerke. Geöffnet ist die Schau ab Freitag. Die documenta ist eine der bedeutendsten Ausstellungen für Gegenwartskunst. Sie wurde 1955 gegründet, findet seit 1972 alle fünf Jahre statt und dauert jeweils 100 Tage. Die Nächste ist für 2022 geplant.

Deutscher Lehrerpreis geht sechsmal nach NRW

Fünf Lehrkräfte und ein Pädagogenteam aus NRW sind für ihr herausragendes pädagogisches Engagement mit dem "Deutschen Lehrerpreis" ausgezeichnet worden. Das bevölkerungsreichste Bundesland schnitt gut ab: Von bundesweit 16 geehrten Lehrern sind fünf Lehrkräfte aus NRW. In der zweiten Kategorie - innovative Unterrichtsprojekte - wurden sechs Pädagogenteams geehrt. Darunter war eines aus NRW, es erhielt einen "Sonderpreis". Das Team von der Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Moers habe mit einer Lern-App fürs iPad neuartiges Lernmaterial für den Philosophie- und Ethikunterricht geschaffen, begründete die Jury. NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer sprach von einem "Ritterschlag" für die Preisträger. Guter, innovativer Unterricht sei der Schlüssel zu bester Bildung. Den Preis vergeben die Vodafone Stiftung Deutschland und der Deutsche Philologenverband, den Sonderpreis steuert "Die Zeit" bei.

Klassische Rollenbilder bestimmen Arbeitswelt

Klassische Rollenbilder prägen laut Statistik noch immer die Arbeitswelt in Deutschland. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden zum morgigen Weltmännertag mit. In vielen technischen Berufen dominieren Männer. So lag 2018 in der Berufsgruppe Maschinen- und Fahrzeugtechnik der Männeranteil bei 89 Prozent. Mit 85 Prozent ist der Anteil in Informatik und Kommunikationstechnikberufen ähnlich hoch. Ganz anders sieht es in den allgemeinbildenden Schulen mit nur etwas 25 Prozent und insbesondere den Grundschulen mit einem Männeranteil von nur 9 Prozent aus. An den Hochschulen sind Männer mit 58 Prozent jedoch wieder in der Überzahl. In den als Frauenberufen geltenden Jobs wie der Altenpflege oder Kinderbetreuung ist ihr Anteil mit 16 Prozent in der Pflege und 6,4 Prozent in der Kindertagesbetreuung weiterhin gering.

Besucherrekord beim Kasseler Filmfest

Mit einem neuen Besucherrekord von rund 16.000 Zuschauern ist am Sonntagabend das 36. Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest zu Ende gegangen. Während der sechs Festivaltage seien 236 Dokumentarfilme aus 39 Ländern gezeigt worden, teilten die Veranstalter mit. Darüber hinaus seien fünf Preise in Höhe von insgesamt 23.000 Euro verliehen worden. Der "Goldene Schlüssel" für die beeindruckendste dokumentarische Nachwuchsarbeit in der Sektion Kurzfilm ging an Markus Fiedler, Nanna Katrine Hansen, Thomas Elsted und Stanley Edwards. Den Preis für die beeindruckendste dokumentarische Nachwuchsarbeit in der Sektion Langfilm erhielten Nanfu Wang und Jialing Zhang. Der "Goldene Herkules" ging an Franziska Wank für ihren Film "Sonntagmorgen". Der Preis zeichnet die beste nordhessische Produktion aus. Den "Golden Cube" für die beste Installation der Ausstellung "Monitoring" erhielt Kapwani Kiwanga. Ein Ehrenpreis ging an den Kasseler Filmemacher Jan Peters für besonders innovative Leistungen in Film und Kunst.

Rapperin Shirin David erhält Bambi

Die Rapperin und Influencerin Shirin David wird mit dem Medienpreis "Bambi" ausgezeichnet. Sie erhalte das goldene Rehkitz in der Kategorie Shootingstar, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa vom veranstaltenden Burda-Verlag. Damit werde der kometenhaften Aufstieg des Social-Media-Superstars und Davids besonderes Gespür für Inhalte, die junge Leute begeistern, gewürdigt. David gilt als eine der bekanntesten und erfolgreichsten Influencer Deutschlands. Die ausgebildete Musikerin startete in diesem Jahr außerdem eine Karriere als Rapperin. Mit ihrem Debütalbum "Supersize" schaffte sie es als erste Solo-Rapperin an die Spitze der offiziellen deutschen Albumcharts. Der Bambi wird am kommenden Donnerstag in Baden-Baden verliehen. Einige der Preisträger stehen schon fest - darunter sind Sängerin Sarah Connor, Leichtathlet Niklas Kaul, Schwimmer Florian Wellbrock und Belgiens Königin Mathilde.

Schanelec gewinnt Regie-Preis in Mar del Plata

Die deutsche Filmemacherin Angela Schanelec ist beim Internationalen Filmfestival von Mar del Plata in Argentinien mit den Astor-Preis für die beste Regie ausgezeichnet worden. Die 57-Jährige erhielt den Preis für ihr Erziehungsdrama "Ich war zuhause aber", für das sie bereits auf der diesjährigen Berlinale den Silbernen Bären erhalten hatte. Schanelec, die zur "Berliner Schule" gezählt wird, teilt sich den Preis mit dem Portugiesen Pedro Costa, der für "Vitalina Varela" den Astor empfing. Der Spielfilm "Lo que arde" (Was brennt) des spanischen Regisseurs Oliver Laxe gewann den Goldenen Astor für den besten Film. Auch das Drehbuch des Filmes wurde bei der Preisverleihung ausgezeichnet. Mar del Plata ist das einzige A-Festival mit internationalem Wettbewerb in Lateinamerika. Zu den Gästen des Festivals zählte in diesem Jahr auch der Berliner Dokumentarfilmer Thomas Heise, der seinen Film "Heimat ist ein Raum aus Zeit" vorstellte.

"Berliner Zeitung" will Stasi-Vergangenheit aufbereiten

Nach dem Bekanntwerden der Stasi-Kontakte des neuen Besitzers des Berliner Verlags, Holger Friedrich, will das Medienhaus den Fall journalistisch aufbereiten. "Wir werden Fakten sammeln, wir wollen die Akten - die Opfer- und die Täterakte - einsehen", schrieben die Chefredakteure von "Berliner Zeitung" und "Berliner Kurier", Jochen Arntz und Elmar Jehn, in den Online-Ausgaben ihrer Blätter. Die Redaktion werde sich ein Bild machen, Experten hinzuziehen und wolle auch mit Menschen reden, die in den Akten auftauchen. Holger Friedrich habe der Redaktion ausdrücklich zugesichert, sie auf diesem Weg zu unterstützen.

Zentrale Gedenkstätte für NS-Justiz neu eröffnet

Die NS-Gedenkstätte in der Justizvollzugsanstalt Wolfenbüttel hat ihr neu errichtetes Dokumentationszentrum eröffnet. Über die Gedenkstätte und die neue Ausstellung sagte Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) bei einem Festakt im Wolfenbütteler Lessingtheater: "Sie zeigen eindrucksvoll, wie schnell der Rechtsstaat ausgehöhlt und am Ende abgeschafft werden kann." Mit dem rund fünf Millionen teuren Neubau ist Wolfenbüttel nach Angaben der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten die zentrale deutsche Gedenkstätte zur Geschichte von Justiz und Strafvollzug im Nationalsozialismus. Die Nazis hatten im Strafgefängnis Wolfenbüttel ihre zentrale Hinrichtungsstätte für Norddeutschland eingerichtet. Von 1937 bis 1945 starben dort 526 Menschen durch das Fallbeil. Exekutiert wurden vor allem rassistisch und sozial Ausgegrenzte und politisch Andersdenkende.

Deutscher Karikaturenpreis geht an Axel Bierwolf

Der sächsische Künstler Axel Bierwolf ist in Dresden mit dem Deutschen Karikaturenpreis ausgezeichnet worden. Geehrt wurde er für sein Werk "Flucht der Regenwürmer", teilte die "Sächsische Zeitung" mit, die den Preis zusammen mit dem "Weser-Kurier" vergibt. Der erste Preis, der "Geflügelte Bleistift" in Gold, ist mit 4.000 Euro dotiert. Der Wettbewerb stand unter dem Thema "Prima Klima". Der Preis wurde zum 20. Mal verliehen. Ausgezeichnet wurden zudem die Arbeit "Neues Klima" des Bremers Mock und die Karikatur "CO2" der Berlinerin Kittihawk. Lahs aus Frankfurt am Main erhielt als bester Newcomer ebenfalls einen "Geflügelten Bleistift". Für den Wettbewerb hatten insgesamt 258 Zeichner aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mehr als 1.100 Werke eingereicht.

Fotograf Terry O'Neill mit 81 Jahren gestorben

Er wurde mit Aufnahmen der Beatles oder der Rolling Stones aus den 1960er Jahren berühmt: Im Alter von 81 Jahren ist der britische Fotograf Terry O'Neill nach langer Krankheit gestorben. Dies teilte seine Agentur Iconic Images mit. In den 60er Jahren galt O'Neill als Chronist der "Swinging Sixties" in London, wo er sich in der Welt von Musikern, Models und anderen Berühmtheiten bewegte. Er porträtierte Schauspieler wie Sean Connery, Audrey Hepburn und Brigitte Bardot. Eines seiner berühmtesten Fotos zeigt die Schauspielerin Faye Dunaway, mit der Terry O'Neill einige Jahre verheiratet war, am Morgen nach ihrem Oscar-Gewinn für "Network" 1977 am Pool sitzend. Seine Werke seien heute in zahlreichen Museen und Galerien weltweit zu sehen.

Schriftsteller Meckel bekommt Antiquaria-Preis

Der Schriftsteller und Grafiker Christoph Meckel erhält den Antiquaria-Preis für Buchkultur. Der 84-Jährige werde für sein grafisches Werk und seine faszinierende Eigenart ausgezeichnet, in außergewöhnlicher Weise Dichtung und Grafik ineinander zu führen, teilte die Jury mit. Meckel wird die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung Mitte Januar zur Eröffnung der Antiquariatsmesse in Ludwigsburg entgegennehmen. Der in Berlin geborene Meckel veröffentlichte 1959 seinen ersten Grafikband, später auch Radierzyklen sowie zahlreiche Prosa- und Gedichtbände. Für sein Schaffen ist Meckel bereits vielfach ausgezeichnet worden.

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