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Samstag, 07.12.2019
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 17. November 2019

Zwei Verlage mit Berliner Verlagspreis ausgezeichnet

Der Berliner Verlagspreis geht in diesem Jahr gleich an zwei Buchverlage. Bei einem feierlichen Festakt im Deutschen Theater wurden der Berenberg Verlag und der Verbrecher Verlag ausgezeichnet, wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels mitteilte. Trotz programmatischer Unterschiede entwickelten die Verlage kontinuierlich vielfältige und wichtige Positionen, so die Jury. Förderpreise im Wert von je 15 000 Euro erhielten die Verlage "edition.fotoTAPETA" und "KOOKbooks". Der Berliner Verlagspreis wird von den Senatsverwaltungen für Kultur und Europa sowie Wirtschaft verliehen und zeichnet unabhängige Verlage aus, die als Initiatoren von ästhetischen, thematischen und herstellerischen Innovationen die Berliner Verlagslandschaft bereichern.

Volkstrauertag: Engagement gegen Rechte gefordert

Der Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Wolfgang Schneiderhan, hat die deutsche Bevölkerung dazu aufgerufen, sich Rechtspopulisten mutig entgegenzustellen. Der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr sagte bei der zentralen Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag im Bundestag, es müssten nicht nur die Straftäter verurteilt, sondern auch den geistigen Brandstiftern entgegengetreten werden. Im Mittelpunkt der Gedenkfeier stand die Erinnerung an den Beginn des Zweiten Weltkrieges vor 80 Jahren. Am Volkstrauertag gedenkt Deutschland der Toten von Krieg und Gewaltherrschaft. Der Volksbund kümmert sich im Auftrag der Bundesregierung um die Gräber von etwa 2,7 Millionen Kriegstoten auf 832 Soldatenfriedhöfen in 45 Staaten.

Zentrale Gedenkstätte für NS-Justiz neu eröffnet

Die NS-Gedenkstätte in der Justizvollzugsanstalt Wolfenbüttel hat ihr neu errichtetes Dokumentationszentrum eröffnet. Über die Gedenkstätte und die neue Ausstellung sagte Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) bei einem Festakt im Wolfenbütteler Lessingtheater: "Sie zeigen eindrucksvoll, wie schnell der Rechtsstaat ausgehöhlt und am Ende abgeschafft werden kann." Mit dem rund fünf Millionen teuren Neubau ist Wolfenbüttel nach Angaben der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten die zentrale deutsche Gedenkstätte zur Geschichte von Justiz und Strafvollzug im Nationalsozialismus. Die Nazis hatten im Strafgefängnis Wolfenbüttel ihre zentrale Hinrichtungsstätte für Norddeutschland eingerichtet. Von 1937 bis 1945 starben dort 526 Menschen durch das Fallbeil. Exekutiert wurden vor allem rassistisch und sozial Ausgegrenzte, politisch Andersdenkende.

Deutscher Karikaturenpreis geht an Axel Bierwolf

Der sächsische Künstler Axel Bierwolf ist in Dresden mit dem Deutschen Karikaturenpreis ausgezeichnet worden. Geehrt wurde er für sein Werk "Flucht der Regenwürmer", teilte die "Sächsische Zeitung" mit, die den Preis zusammen mit dem "Weser-Kurier" vergibt. Der erste Preis, der "Geflügelte Bleistift" in Gold, ist mit 4.000 Euro dotiert. Der Wettbewerb stand unter dem Thema "Prima Klima". Der Preis wurde zum 20. Mal verliehen. Ausgezeichnet wurden zudem die Arbeit "Neues Klima" des Bremers Mock und die Karikatur "CO2" der Berlinerin Kittihawk. Lahs aus Frankfurt am Main erhielt als bester Newcomer ebenfalls einen "Geflügelten Bleistift". Für den Wettbewerb hatten insgesamt 258 Zeichner aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mehr als 1.100 Werke eingereicht.

Fotograf Terry O'Neill mit 81 Jahren gestorben

Er wurde mit Aufnahmen der Beatles oder der Rolling Stones aus den 1960er Jahren berühmt: Im Alter von 81 Jahren ist der britische Fotograf Terry O'Neill nach langer Krankheit gestorben. Dies teilte seine Agentur Iconic Images mit. In den 60er Jahren galt O'Neill als Chronist der "Swinging Sixties" in London, wo er sich in der Welt von Musikern, Models und anderen Berühmtheiten bewegte. Er porträtierte Schauspieler wie Sean Connery, Audrey Hepburn und Brigitte Bardot. Eines seiner berühmtesten Fotos zeigt die Schauspielerin Faye Dunaway, mit der Terry O'Neill einige Jahre verheiratet war, am Morgen nach ihrem Oscar-Gewinn für "Network" 1977 am Pool sitzend. Seine Werke seien heute in zahlreichen Museen und Galerien weltweit zu sehen.

"Joker" stellt Milliarden-Kassenrekord auf

Der Erfolgs-Thriller "Joker" stellt an den Kinokassen einen weiteren Rekord auf. Die düstere Charakterstudie mit Joaquin Phoenix als psychisch kranker Batman-Gegenspieler hat die Milliarden-Marke geknackt - also weltweit mehr als eine Milliarde Dollar eingespielt. Die Comicverfilmung von Todd Phillips ist somit der erste R-Rated-Kinofilm aller Zeiten, der diese Hürde überwand, wie das Branchenblatt "Variety" berichtete. Nach der strengen R-Altersfreigabe in den USA dürfen Jugendliche unter 17 Jahren den Film nur in Begleitung Erwachsener sehen. Die bisher erfolgreichsten R-Filme waren "The Matrix Reloaded" (2003) mit knapp 830 Millionen Dollar an weltweiten Einnahmen, gefolgt von "Deadpool 2" (2018) mit rund 785 Millionen Dollar.

Ottfried Fischer erhält Bayerischen Kulturpreis

Ottfried Fischer (66), Kabarettist und Schauspieler, erhält den diesjährigen Sonderpreis des Kulturpreises Bayern für sein Lebenswerk. "Er ist der bayerische Schauspieler schlechthin", sagte Kunstminister Bernd Sibler (CSU) in München. Er sprach von einer nie enden wollenden künstlerischen Vielfalt Fischers: "Als Schauspieler und Kabarettist ist er legendär. Jetzt begeistert er auch als Schriftsteller mit humoristisch-melancholischen, nachdenklich-heiteren Anekdoten aus seinem Leben." Die Preisverleihung findet am Donnerstag in München statt. Zu den bisherigen Sonderpreisträgern gehören unter anderen Gerhard Polt, Klaus Doldinger und Dieter Dorn.

Schriftsteller Meckel bekommt Antiquaria-Preis

Der Schriftsteller und Grafiker Christoph Meckel erhält den Antiquaria-Preis für Buchkultur. Der 84-Jährige werde für sein grafisches Werk und seine faszinierende Eigenart ausgezeichnet, in außergewöhnlicher Weise Dichtung und Grafik nebeneinander zu stellen und ineinander zu führen, teilte die Jury der Ludwigsburger Antiquariatsmesse mit. Meckel wird die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung Mitte Januar 2020 zur Eröffnung der Antiquariatsmesse in Ludwigsburg entgegennehmen, wie die Organisatoren bekanntgaben. Der in Berlin geborene Meckel veröffentlichte 1959 seinen ersten Grafikband, später auch Radierzyklen sowie zahlreiche Prosa- und Gedichtbände. Sein Werkkatalog umfasst etwa 60 Bücher, darunter Lyrik, Prosa, Romane, Hörspiele, Grafiken und Zeichnungen. Für sein Schaffen ist Meckel bereits vielfach ausgezeichnet worden.

Berliner Bibliotheken schließen für eine Woche

Auch der Online-Katalog kann nicht genutzt werden, wie der Verbund Öffentlicher Bibliotheken Berlin mitteilte. Bis zum 24. November sollen alle Daten in das IT-Dienstleistungszentrum Berlin überspielt werden. Dabei wird die Datenbank auf ein anderes System umgestellt. Zudem werde der Online-Katalog, auf dem die Medien des Verbundes recherchiert und gebucht werden können, um neue Funktionen erweitert, hieß es. Die Internet-Seite erhalte ein neues Aussehen und werde unter anderem mit erweiterten Filtermöglichkeiten und Merklisten technisch verbessert. Betroffen sind 81 Bibliotheken. Mahngebühren fallen während der Schließzeit nicht an.

Thriller "Der letzte Mieter" erhält Publikumspreis "Lüdia"

Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung für den Film über die Gentrifizierung in Berlin nahm der Regisseur Georg Erler am Abend beim Kinofest in Lünen entgegen. Der Kinderfilmpreis ging an "Checker Tobi und das Geheimnis unseres Planeten" von Martin Tischner. Die Geschichte des neugierigen Tobi und einer geheimnissvollen Flaschenpost habe die Herzen des jungen Publikums erobert, hieß es. Saskia Rosendahl erhielt den Lüner Schauspielpreis für ihre Darstellung in "Mein Ende dein Anfang". In ihrem Spiel merke man trotz der großen schauspielerischen Spannweite keinerlei Anstrengung, würdigte die Jury. Der Drehbuchpreis ging an Michael Fetter Nathansky für seinen Film "Sag du es mir". Die brillanten Dialoge begeisterten mit offenherzigem Humor, hieß es. Bei der 30. Ausgabe des Kinofestets wurden elf Filmpreise vergeben. Sie sind mit insgesamt 30.000 Euro dotiert.

"Preis für Verständigung und Toleranz" verliehen

Außenminister Heiko Maas (SPD) und der Künstler Anselm Kiefer haben den "Preis für Verständigung und Toleranz" des Jüdischen Museums Berlin erhalten. Maas habe sich als Politiker fortwährend für ein vereintes Europa ausgesprochen, hieß es zur Begründung. Gelobt werden seine "klaren Worte im Kampf gegen den erstarkenden Rechtspopulismus" sowie sein Engagement gegen Judenhass und für jüdisches Leben in Deutschland. Der Künstler Anselm Kiefer wird für seine "monumentalen Arbeiten" geehrt, mit denen er bereits 1969 das Schweigen der Deutschen über den Nationalsozialismus und die Schuld am Holocaust gebrochen habe. Mit seinen Werken habe er nicht nur die Kunstwelt begeistert, "sondern auch die jüdische Kultur als festen Bestandteil der deutschen Gesellschaft ins kollektive Gedächtnis zurückgeholt", so die Jury.

66. Bremer Literaturpreis geht an Barbara Honigmann

Die deutsche Schriftstellerin Barbara Honigmann erhält den mit 25.000 Euro dotierten Bremer Literaturpreis 2020. Mit der Auszeichnung würdigt die Jury ihren Roman "Georg". Das in dem Werk in poetischer Prosa gezeichnete Porträt eines Bonvivant, Kommunisten und deutschen Juden vergegenwärtige die Geschichte des 20. Jahrhunderts, indem es in die Abgründe dieser Figur blicke, teilte die Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung am Samstag mit. Der mit 6000 Euro dotierte Förderpreis geht an den österreichischen Autor Tonio Schachinger für sein Romandebüt "Nicht wie ihr". Er erzählt die Geschichte eines Profikickers aus Wien, der mit Witz und kontrollierter Wut auf Zumutungen und ethnische Vorurteile reagiert. Die Preisverleihung ist am 20. Januar 2020 im Bremer Rathaus.

Proteste bei Nikolaus-Ankunft in Niederlanden

Begleitet von Protesten und unter massivem Polizeischutz ist am Samstag der Sinterklaas (Nikolaus) mit seinen umstrittenen schwarzen Helfern in den Niederlanden eingezogen. Am Rande der zentralen Ankunftsfeier in Apeldoorn wurden mehrere Mitglieder des niederländischen Ablegers der islam- und ausländerfeindlichen Protestbewegung Pegida vorübergehend festgenommen, unter ihnen deren Anführer Edwin Wagensveld. Sie hatten sich geweigert, ihre Protestaktion auf einen dafür zugewiesenen Bereich zu beschränken. Der Pegida-Chef hatte sich als "Zwarte Piet" verkleidet, um für die Beibehaltung dieser Tradition zu demonstrieren. Um die schwarzgeschminkten Gehilfen wird seit Jahren gestritten. Kritiker sehen darin ein Symbol der Sklavenzeit sowie der Diskriminierung von Menschen mit dunkler Hautfarbe. In diesem Jahr wurde Sinterklaas deshalb in Apeldoorn erstmals von Pieten begleitet, die lediglich Rußflecken im Gesicht hatten. Die Erklärung: Die Pieten rutschen beim Geschenkeverteilen traditionell durch die Schornsteine der Häuser.

Kunst-Detektiv spürt Ring von Oscar Wilde auf

Fast 20 Jahre nach seinem Diebstahl ist ein goldener Ring des irischen Schriftstellers Oscar Wilde von einem niederländischen Kunst-Detektiv aufgespürt worden. Das Schmuckstück war 2002 bei einem Einbruch in die britische Oxford Universität gestohlen worden. Wilde schenkte den Ring 1876 zusammen mit einem Kommilitonen dem gemeinsamen Freund William Ward. Er trägt unter anderem die griechische Inschrift "Geschenk der Liebe an jemanden, der Liebe wünscht". Der Wert des Schmuckstücks wurde damals mit 35.000 britischen Pfund (40.650 Euro) angegeben. Das College schrieb eine Belohnung in Höhe von 3500 Pfund aus. Es gab Befürchtungen, der wie ein kleiner Gürtel geformte Ring aus 18-karätigem Gold könnte eingeschmolzen worden sein.

ARD und ZDF vernetzen ihre Mediatheken

Wer ab diesem Montag die Mediatheken von ARD und ZDF im Browser benutzt, wird auf das jeweils andere Angebot verlinkt. "Ab Montag, 18. November 2019, 12.00 Uhr, verlinken beide Sender wechselseitig die Livestreams der Hauptprogramme ihrer Mediatheken. Außerdem vernetzen sie zentrale Inhalte", teilten die beiden Öffentlich-Rechtlichen am Samstag mit. Wer künftig "Tagesschau" beim ZDF suche, werde zur ARD geleitet, umgekehrt funktioniere das gleiche etwa für die ZDF-"heute-show" bei der ARD. Insgesamt tauschten die Sender demnach mehr als 200 Formate und Suchbegriffe aus. Die vernetzte Suche sei zunächst aber nur im browsergestützten Angebot verfügbar, nicht in den Apps.

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