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Kulturnachrichten

Samstag, 16. November 2019

"Preis für Verständigung und Toleranz" verliehen

Außenminister Heiko Maas (SPD) und der Künstler Anselm Kiefer haben den "Preis für Verständigung und Toleranz" des Jüdischen Museums Berlin erhalten. Maas habe sich als Politiker fortwährend für ein vereintes Europa ausgesprochen, hieß es zur Begründung. Gelobt werden seine "klaren Worte im Kampf gegen den erstarkenden Rechtspopulismus" sowie sein Engagement gegen Judenhass und für jüdisches Leben in Deutschland. Der Künstler Anselm Kiefer wird für seine "monumentalen Arbeiten" geehrt, mit denen er bereits 1969 das Schweigen der Deutschen über den Nationalsozialismus und die Schuld am Holocaust gebrochen habe. Mit seinen Werken habe er nicht nur die Kunstwelt begeistert, "sondern auch die jüdische Kultur als festen Bestandteil der deutschen Gesellschaft ins kollektive Gedächtnis zurückgeholt", so die Jury.

37.000 Euro Entschädigung für Punkband Pussy Riot

Die Punkband Pussy Riot hat vom russischen Staat eine Entschädigungszahlung in Höhe von 37.000 Euro für die Verurteilung ihres Punk-Gebets in der Moskauer Christi-Erlöser-Kathedrale erhalten. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Damit ist Russland der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte nachgekommen. Dieser hatte geurteilt, die Frauen seien misshandelt und einem ungerechten Prozess unterzogen worden. Außerdem hatte der EuGHMR eine Entschädigung sowie eine Revision des Urteils angeordnet.

66. Bremer Literaturpreis geht an Barbara Honigmann

Die deutsche Schriftstellerin Barbara Honigmann erhält den mit 25.000 Euro dotierten Bremer Literaturpreis 2020. Mit der Auszeichnung würdigt die Jury ihren Roman "Georg". Das in dem Werk in poetischer Prosa gezeichnete Porträt eines Bonvivant, Kommunisten und deutschen Juden vergegenwärtige die Geschichte des 20. Jahrhunderts, indem es in die Abgründe dieser Figur blicke, teilte die Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung am Samstag mit. Der mit 6000 Euro dotierte Förderpreis geht an den österreichischen Autor Tonio Schachinger für sein Romandebüt "Nicht wie ihr". Er erzählt die Geschichte eines Profikickers aus Wien, der mit Witz und kontrollierter Wut auf Zumutungen und ethnische Vorurteile reagiert. Die Preisverleihung ist am 20. Januar 2020 im Bremer Rathaus.

Katharina Thalbach erhält den Lubitsch-Preis

Die Schauspielerin Katharina Thalbach wird für ihre Leistung in der Musikkomödie "Ich war noch niemals in New York" mit dem Ernst-Lubitsch-Preis 2020 ausgezeichnet. Der Preis des Clubs der Filmjournalisten Berlin wird am 29. Januar überreicht, wie der Vorsitzende Markus Tschiedert am Samstag bestätigte. Laut eines Berichts der "Berliner Zeitung" fiel die Wahl der Jury "mit überwältigender Mehrheit" auf die Künstlerin. Thalbach spielt in der Kinokomödie mit den Hits von Udo Jürgens an der Seite von Uwe Ochsenknecht und Heike Makatsch eine ältere Dame, die nach einem Unfall kaum noch Erinnerung hat und auf ein Kreuzfahrtschiff nach New York gerät. Der traditionsreiche, undotierte Lubitsch-Preis will die beste Leistung in einer deutschsprachigen Filmkomödie würdigen. Er erinnert an den Regisseur und Komödienmeister Ernst Lubitsch (1892-1947).

Proteste bei Nikolaus-Ankunft in Niederlanden

Begleitet von Protesten und unter massivem Polizeischutz ist am Samstag der Sinterklaas (Nikolaus) mit seinen umstrittenen schwarzen Helfern in den Niederlanden eingezogen. Am Rande der zentralen Ankunftsfeier in Apeldoorn wurden mehrere Mitglieder des niederländischen Ablegers der islam- und ausländerfeindlichen Protestbewegung Pegida vorübergehend festgenommen, unter ihnen deren Anführer Edwin Wagensveld. Sie hatten sich geweigert, ihre Protestaktion auf einen dafür zugewiesenen Bereich zu beschränken. Der Pegida-Chef hatte sich als "Zwarte Piet" verkleidet, um für die Beibehaltung dieser Tradition zu demonstrieren. Um die schwarzgeschminkten Gehilfen wird seit Jahren gestritten. Kritiker sehen darin ein Symbol der Sklavenzeit sowie der Diskriminierung von Menschen mit dunkler Hautfarbe. In diesem Jahr wurde Sinterklaas deshalb in Apeldoorn erstmals von Pieten begleitet, die lediglich Rußflecken im Gesicht hatten. Die Erklärung: Die Pieten rutschen beim Geschenkeverteilen traditionell durch die Schornsteine der Häuser.

ARD und ZDF vernetzen ihre Mediatheken

Wer ab diesem Montag die Mediatheken von ARD und ZDF im Browser benutzt, wird auf das jeweils andere Angebot verlinkt. "Ab Montag, 18. November 2019, 12.00 Uhr, verlinken beide Sender wechselseitig die Livestreams der Hauptprogramme ihrer Mediatheken. Außerdem vernetzen sie zentrale Inhalte", teilten die beiden Öffentlich-Rechtlichen am Samstag mit. Wer künftig "Tagesschau" beim ZDF suche, werde zur ARD geleitet, umgekehrt funktioniere das gleiche etwa für die ZDF-"heute-show" bei der ARD. Insgesamt tauschten die Sender demnach mehr als 200 Formate und Suchbegriffe aus. Die vernetzte Suche sei zunächst aber nur im browsergestützten Angebot verfügbar, nicht in den Apps.

Kunst-Detektiv spürt Ring von Oscar Wilde auf

Fast 20 Jahre nach seinem Diebstahl ist ein goldener Ring des irischen Schriftstellers Oscar Wilde von einem niederländischen Kunst-Detektiv aufgespürt worden. Das Schmuckstück war 2002 bei einem Einbruch in die britische Oxford Universität gestohlen worden. Wilde schenkte den Ring 1876 zusammen mit einem Kommilitonen dem gemeinsamen Freund William Ward. Er trägt unter anderem die griechische Inschrift "Geschenk der Liebe an jemanden, der Liebe wünscht". Der Wert des Schmuckstücks wurde damals mit 35.000 britischen Pfund (40.650 Euro) angegeben. Das College schrieb eine Belohnung in Höhe von 3500 Pfund aus. Es gab Befürchtungen, der wie ein kleiner Gürtel geformte Ring aus 18-karätigem Gold könnte eingeschmolzen worden sein.

Landesmuseum in Halle wird ausgebaut

Das Landesmuseum für Vorgeschichte, in dem unter anderem die Himmelsscheibe von Nebra ausgestellt wird, soll für drei Millionen Euro ausgebaut werden. Geplant ist unter anderem, die Dauerausstellung zu erweitern, die Barrierefreiheit zu verbessern und die Sicherheitstechnik zu modernisieren. Das Geld kommt aus EU-Mitteln, wie Sachsen-Anhalts Kulturminister Rainer Robra (CDU) mitteilte. "Durch die einzelnen Teilprojekte des Vorhabens soll die Zukunftsfähigkeit des Hauses gesichert werden", heißt es in der Mitteilung. Zu seinem 100-jährigen Bestehen im vergangenen Jahr lagen mehr als 16,5 Millionen Einzelfunde im Depot des Museums. In das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle sind laut Landesarchäologe Harald Meller im vergangenen Jahr rund 75.000 Besucher gekommen und damit rund 12.000 mehr als 2017. Es gehört eigenen Angaben zufolge zu den wichtigsten archäologischen Museen in Mitteleuropa.

20 neue Stellen gegen Verfall von Kulturbauten

Für die Umsetzung dringend notwendiger Sanierungsarbeiten an Gebäuden der Stiftung Preußischer Kulturbesitz stehen im kommenden Jahr 20 neue Stellen beim Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung zur Verfügung. Stiftungs-Präsident Hermann Parzinger sieht darin ein wichtiges Zeichen für den Erhalt bestehender Gebäude. Es solle nun umgehend ein Plan für die Instandhaltung umgesetzt werden, hieß es bei der Stiftung in Berlin. Der Bundesrechnungshof hatte zuletzt wichtige Kulturbauten der Hauptstadt in ihrem Bestand gefährdet gesehen. Über viele Jahre hinweg sei ein erheblicher Bauunterhaltsstau entstanden, hieß es in einem Bericht des Rechnungshofes an den Haushaltsausschuss des Bundestages. Die von Bund und Ländern getragene Stiftung begegne dem nicht effektiv, kritisieren die Prüfer. Die Stiftung zählt mit mehr als 20 Museen, Sammlungen, Bibliotheken, Instituten und Archiven zu den weltweit größten Kultureinrichtungen.

Katharina Wagner bleibt Festspiel-Chefin in Bayreuth

Katharina Wagner bleibt Chefin der Bayreuther Richard-Wagner-Festspiele. Die Gesellschafter-Versammlung der Festspiele beschloss in Nürnberg eine Vertragsverlängerung um fünf Jahre bis 2025. Der Vertrag soll in Kürze unterzeichnet werden, wie das bayerische Kunstministerium mitteilte. Die Urenkelin des Komponisten Richard Wagner (1813-1883) hatte die Festspielleitung im Jahr 2008 gemeinsam mit ihrer Halbschwester Eva Wagner-Pasquier übernommen, seit 2015 ist sie alleinige Chefin auf dem Grünen Hügel. Wagner dankte den Gesellschaftern der Festspiele für ihre Vertrauen und sagte: "Es freut mich sehr, in den nächsten fünf Jahren meine Arbeit für die Bayreuther Festspiele kontinuierlich fortsetzen und weiterentwickeln zu können."

Eigentümer der "Berliner Zeitung" war bei der Stasi

Der neue Besitzer des Berliner Verlags, Holger Friedrich, ist in der DDR zeitweise Inoffizieller Mitarbeiter der Stasi gewesen. Nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" war er unter dem Decknamen "Peter Bernstein" für das Ministerium für Staatssicherheit tätig. Demnach berichtete er während seines Wehrdienstes bei der Nationalen Volksarmee über Kameraden und belastete diese dem Bericht zufolge teilweise schwer. Wie Friedrich selbst "in eigener Sache" in der "Berliner Zeitung" erklärte, habe er eine handschriftliche Verpflichtungserklärung bei der Stasi aus einer Notsituation nach einer Verhaftung heraus verfasst, um einer befürchteten Gefängnisstrafe zu entgehen. Nach den Worten Friedrichs endete die Zusammenarbeit mit der Stasi, weil er sich als Mitarbeiter öffentlich zu erkennen gab.

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Fazit

Ersan Mondtags "Die Verdammten" in KölnUnter Untoten
Eine lange Tafel, an deren beiden Enden zwei Frauen sitzen. Eine Frau sitzt auf dem Tisch. Im Hintergrund ist ein überdimensioniertes Foto eines Babys zu sehen. Dahinter ist eine Treppe zu sehen, auf deren oberen Ende ein Mann sitzt. Über allem liegt eine Schicht weiße Federn. (Birgit Hupfeld / Schauspiel Köln)

Ersan Mondtag inszeniert Luchino Viscontis „Die Verdammten“ am Schauspiel Köln. Das Stück über eine deutsche Industriellenfamilie, die sich mit den aufstrebenden Nationalsozialisten einlässt, lässt für unseren Kritiker Michael Laages Fragen offen.Mehr

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