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Kulturnachrichten

Dienstag, 12. November 2019

Neues Denkmal für Opfer des Oktoberfest-Attentats

Über 200 lebensgroße Silhouetten sollen auf der Münchner Theresienwiese künftig an die Opfer des Oktoberfest-Attentats von 1980 erinnern. Mit integrierten Bildern und Texten sollen Informationen zu dem Attentat vermittelt werden - sowohl analog als auch digital. Entworfen wurde das Denkmal von dem Münchner Gestaltungsbüro Müller-Rieger, fertiggestellt werden soll es zum 26. September 2020 - wenn sich das Attentat zum 40. Mal jährt. Eine Bombe riss damals am Haupteingang des Oktoberfests zwölf Festbesucher in den Tod, mehr als 200 wurden verletzt. Auch der Attentäter starb. Ob auch er eine Silhouette bekommt, muss laut Sprecherin des Kulturreferats noch mit den Überlebenden und Angehörigen der Todesopfer abgestimmt werden.

Experten beklagen prekäre Situation der Provenienzforschung

Museumsexperten und Kunsthistoriker des Arbeitskreises Provenienzforschung kritisieren die prekäre wirtschaftliche Situation des Forschungsgebiets. Eine nachhaltige Arbeit könne nicht gewährleistet werden, wenn der Großteil der Forschungsarbeit noch immer über kurzfristige Projekte realisiert werde, erklärte der Vorstand des Arbeitskreises in Düsseldorf. Die Provenienzforschung widmet sich der Herkunft von Kunstwerken und Kulturgütern, die im Zuge der NS- und Kolonialzeit ihren ursprünglichen Besitzern entwendet wurden. Neben einer besseren finanziellen Ausstattung ist ein weiteres Anliegen der Forscher die Digitalisierung und Online-Archivierung von Ergebnissen, um Doppelrecherchen zu vermeiden.

Leitfaden für Provenienzforschung zur NS-Zeit erschienen

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste hat einen Leitfaden veröffentlicht, mit dem Museen und Archive NS-Raubkunst erkennen können. Er beinhaltet praktische Hinweise, Fallbeispiele sowie Adressen, Quellen und Internetzugänge, wie das Zentrum in Magdeburg mitteilte. Zudem liefert der Leitfaden politische, rechtliche und ethische Grundlagen für die Herkunftsforschung. Der Fokus liegt auf Gemälden, Skulpturen, Bücher, Münzen, Porzellan, Grafiken und Silberbestecken, die im Zuge der Verfolgung durch die Nationalsozialisten entzogen wurden. Auch eine englische Übersetzung ist geplant. Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste wurde Anfang Januar 2015 als Stiftung von Bund, Ländern und den drei kommunalen Verbänden gegründet.

EKD richtet Betroffenenrat zum Missbrauchsskandal ein

Die Evangelische Kirche in Deutschland hat einen Betroffenenbeirat zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs eingerichtet. Das teilte die EKD am Rande ihrer Synode in Dresden mit. Das Gremium besteht aus zwölf Mitgliedern und soll ein kritisches Gegenüber sein, das die Betroffenenperspektive bei der Aufarbeitung und bei der Prävention einnimmt. Im Bereich von evangelischer Kirche und Diakonie sind 770 Fälle sexuellen Missbrauchs bekannt. Die EKD-Beauftragte, Bischöfin Kirsten Fehrs, kündigte an, dass für die Aufarbeitung im kommenden Jahr rund eine Million Euro zur Verfügung gestellt wird. Im vergangenen Jahr hatte die EKD-Synode 1,3 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Bad Ischl wird Europäische Kulturhauptstadt 2024

Bad Ischl im Salzkammergut in Österreich wird eine der Europäischen Kulturhauptstädte 2024. Das teilte die Jury in Wien mit. Das Salzkammergut hatte sich mit rund 20 Gemeinden aus den Bundesländern Oberösterreich und Steiermark um den Titel beworben. Das Motto lautet "Salz und Wasser als DNA". Weitere Kulturhauptstädte sind 2024 das estnische Tartu sowie das norwegische Bodø. Der Titel Europäische Kulturhauptstadt wird seit 1985 vergeben, die Wahl fiel damals auf Athen. Aus Österreich trugen bereits die Städte Graz (2003) und Linz (2009) diesen Titel. 2019 sind das italienische Matera und Plowdiw in Bulgarien Europäische Kulturhauptstädte.

Klang der Staatskapelle Dresden wird erforscht

Die für ihren warmen Klang gerühmte Staatskapelle Dresden rückt ins Blickfeld der Musikforschung. Wissenschaftler aus drei Ländern wollen dabei Kontinuitäten in der 471 Jahre langen Geschichte des Orchesters nachgehen, teilte die Musikhochschule "Carl Maria von Weber" mit. Dazu wurden der Lehranstalt vom sächsischen Wissenschaftsministerium rund eine Million Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds genehmigt. In dem Vorhaben geht es darum, die Mythen um den Klang der Staatskapelle mit Zeitzeugnissen zu belegen.

Österreichs Oscar-Kandidat disqualifiziert

Die Oscar-Akademie hat einen weiteren Film aus dem Wettbewerb geworfen. Dieses Mal traf es die Produktion "Joy" aus Österreich der Regisseurin Sudabeh Mortezai. In dem Film geht es um eine junge Frau aus Nigeria, die in Österreich als Prostituierte arbeitet. Wie die Oscar Academy mitteilte, wird in dem Film nur etwa 30 Prozent nicht-englisch gesprochen. Damit entspricht er nicht den offiziellen Teilnahmebedingungen in der Kategorie "Bester internationaler Film". Von 1957 bis 2019 wurde der "Beste fremdsprachige Film" ausgezeichnet. Im kommenden Jahr soll die Kategorie "Bester internationaler Film" heißen. Geblieben ist die Regel, dass die Sprache, die hauptsächlich gesprochen wird, nicht-englisch sein soll. In der vergangenen Woche war bereits der nigerianische Film „Lionheart“ disqualifiziert worden.

Neuer Chefdirigent des MDR-Sinfonieorchesters

Das MDR-Sinfonieorchester bekommt einen neuen Chefdirigenten - den 75-jährigen US-Amerikaner Dennis Russell Davies. Er dirigierte renommierte Orchester in Nordamerika und Europa, darunter das Chicago Symphony Orchestra, das Concertgebouworkest Amsterdam und das Gewandhaus Leipzig. Seit den 1980er Jahren ist Davies vor allem im deutschsprachigen Raum tätig, seinen Posten beim MDR-Sinfonieorchester in Leipzig tritt er im Herbst 2020 an.

Weltrekordversuch im Dauertalken in der ARD

In der ARD starten zwei Moderatoren einen Weltrekordversuch mit einer über drei Tage geplanten Dauertalkshow. Im "Das schafft du nie!"-Kanal bei YouTube wird der Versuch von Ariane Alter und Sebastian Meinberg live gestreamt. Die beiden wollen im Rahmen der ARD-Themenwoche "Zukunft Bildung" 72 Stunden mit Ausnahme kurzer Pausen durchgehend talken. Damit wollen sie den bisher vom syrischen Staatsfernsehen gehaltenen Weltrekord von 70 Stunden und fünf Minuten brechen.

Veranstalter entschuldigt sich bei Israel

Moritz van Dülmen, Chef der Agentur Kulturprojekte Berlin, die für die Bühnenshow zum 30. Geburtstag des Mauerfalls verantwortlich zeichnet, hat sich für den israelischen Schriftzug entschuldigt, der auf Deutsch "Schluss mit der Besatzung" bedeutet. Er habe mit dem israelischen Botschafter telefoniert, so van Dülmen. Ihm sei die Bedeutung des Schriftzugs nicht bewusst gewesen. "Das entschuldigt es aber nicht." Kulturprojekte Berlin hatte sich bereits am Sonntag auf Facebook entschuldigt. Der hebräische Satz sei Teil einer künstlerischen Videosequenz von rund 20 friedlichen Protestaktionen weltweit gewesen.

Dirigent Werner Andreas Albert gestorben

84 Jahre wurde er alt - der Karajan-Schüler Werner Andreas Albert. Das meldet der Bayerische Rundfunk. Nach seinem Studium und dem Debüt mit Yehudi Menuhin in Mannheim ging es beruflich schnell bergauf: Vom Ersten Kapellmeister der Nordwestdeutschen Philharmonie zu deren Chefdirigent. Nach Abstechern ins Ausland leitete er die Nürnberger Symphoniker und das Bayerische Jugendorchester. Bis 1998 dirigierte Werner Andreas Albert das Queensland Symphony Orchestra in Brisbane, Australien.

ProSiebenSat.1 plant Audio-Streamingdienst

Im nächsten Frühling soll es losgehen: Mit einem kostenlosen und einem Bezahl-Streamingdienst bei ProSiebenSat.1. Die Plattform mit dem Titel "FYEO - For Your Ears Only" solle unter anderem eigene Inhalte im Podcast-Format sowie Talksendungen und Dokumentationen produzieren. Laut einer Studie des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hören rund 14 Prozent der Deutschen solche Formate mindestens einmal pro Woche. In der jungen Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen sind es 25 Prozent.

Großbritannien gibt Kulturgüter nach Afghanistan

Neun Bodhisattva-Köpfe und eine Figur aus Gips, hergestellt zwischen dem 4. und 6. Jahrhundert in Afghanistan, das zu damaliger Zeit noch mehrheitlich buddhistisch geprägt war: Diese Kulturgüter, die 2002 auf dem Londoner Flughafen beschlagnahmt worden waren, werden nun - knapp zwei Jahrzehnte nachdem die Taliban die monumentalen Buddha-Statuen im Bamian-Tal zerstörten - zurück nach Afghanistan geschickt. Das teilte Scotland Yard mit. Die späte Rückführung sei der instabilen Situation im Land geschuldet. Das British Museum teilte mit, dass seit 2009 rund 2350 meist illegal gehandelte Objekte aus Afghanistan, dem Irak und Usbekistan mithilfe der Museumsexperten wieder an ihren Herkunftsort gebracht werden konnten.

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