Seit 19:05 Uhr Oper

Samstag, 07.12.2019
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 5. November 2019

Stuttgarter Opernsanierung wird teuer

Die Sanierung der Stuttgarter Oper könnte mehr als eine Milliarde Euro kosten und länger dauern als angenommen. Nach einer jahrelangen Debatte über das Projekt haben Stadt und Land dem Verwaltungsrat der Württembergischen Staatstheater die Pläne vorgelegt - für die Gestaltung des Dreispartenhauses und eine Übergangslösung. Das gut 100 Jahre alte Opernhaus muss dringend generalsaniert werden. Unter anderem soll eine moderne Kreuzbühne Bühnenbildwechsel vereinfachen, außerdem hat die Intendanz Tausende Quadratmeter zusätzliche Nutzfläche angemeldet. Stadt und Land rechnen nun für die Sanierung und Erweiterung des Opernhauses mit Kosten zwischen 740 und 960 Millionen Euro. Zusätzlich werden Kosten von über 100 Millionen Euro für die Interimsstätte am Kulturzentrum Wagenhallen erwartet. Mit einem Baubeginn wird jetzt frühestens 2025 gerechnet.

Ehrenpreis für Regisseur Rosa von Praunheim

Für seine Verdienste um den deutschsprachigen Film erhält der Regisseur Rosa von Praunheim (76) den Ehrenpreis des Saarbrücker Filmfestivals "Max Ophüls Preis" (MOP) 2020. Er sei Anfang der 1970er durch seine Filme zum "öffentlichen Wegbereiter der Schwulenbewegung in Westdeutschland" geworden, erklärten die Festivalorganisatoren. Viele Beiträge in den vergangenen 40 Jahren des Nachwuchsfilmfestivals wären ohne das Wirken Praunheims nie entstanden. Es sei für die jungen Talente, aber auch für die Gesellschaft in seinem vielschichtigen Schaffen ein unbedingtes Vorbild. Der in Berlin lebende Praunheim drehte seit 1967 bis heute den Angaben zufolge rund 150 Kurz- und Langfilme. Außerdem inszeniere er an Oper und Theater, schreibe Bücher und Gedichte, zeichne, male, fotografiere und sei Aktivist. Seine Art des Erzählens sei direkt, persönlich und teils unkonventionell. Damit habe er zahllose Künstler inspiriert. Das Festival findet vom 20. bis zum 26. Januar statt. Der undotierte Ehrenpreis wird zur Eröffnung an Praunheim verliehen.

Bosnier demonstrieren gegen Nobelpreis für Handke

Mehrere Dutzend Überlebende des Bosnien-Kriegs haben in Sarajevo gegen eine Nobelpreisvergabe an Peter Handke demonstriert. Sie riefen das Nobelkomitee auf, seine Entscheidung zu revidieren. Die Demonstranten versammelten sich vor der schwedischen Botschaft im Zentrum der Hauptstadt von Bosnien-Herzegowina. Auf ihren Transparenten wurde Handke mit dem serbischen Autokraten Slobodan Milosevic sowie mit Radovan Karadzic und Ratko Mladic, bosnisch-serbischen Führern aus der Zeit des Kriegs der Jahre 1992 bis 1995, verglichen. Handke wird seit Langem dafür kritisiert, dass er während der Kriege auf dem Balkan in den 1990er Jahren Serbien mit seiner Arbeit als Autor verteidigte. 2006 sprach er auf Milosevics Beerdigung.

Gestohlenes Heinz-Erhardt-Denkmal steht wieder

Das vermutlich bundesweit einzige Heinz-Erhard-Denkmal steht knapp zwei Monate nach einem Diebstahl wieder auf seinem angestammten Platz in Göttingen. Die Rückkehr der Stele wurde mit einem kleinen Festakt gefeiert. Die Figur des beliebten Komikers war drei Wochen lang verschwunden, bevor eine Spaziergängerin die beschädigte Stele auf dem Stadtwall wiederfand. Inzwischen sei das Denkmal repariert und verstärkt worden, damit es besser vor Diebstählen geschützt sei, sagte ein Stadtsprecher. Das Standbild war 2003 aufgestellt worden. Es zeigt, wie Erhardt (1909-1979) in der Rolle des Polizisten Eberhard Dobermann im Film "Natürlich die Autofahrer" den Verkehr regelt. Die etwa zwei Meter hohe Standfigur aus Plexiglas wiegt rund 20 Kilo. Sie erinnert auch an Göttingens Zeit als Filmstadt. Allein Heinz Erhardt, der 1979 im Alter von 70 Jahren in Hamburg starb, drehte zwischen 1956 und 1960 insgesamt acht Filme in der südniedersächsischen Universitätsstadt. Von den Dieben, die Heinz Erhardt vom Sockel rissen, fehlt nach Angaben der Polizei jede Spur.

Berliner Kult-Kino Moviemento bedroht

Die Betreiber des Berliner Kult-Kinos "Moviemento" fürchten um ihre Existenz. Wie die "taz" berichtet, will die Immobilienfirma Deutsche Wohnen das Gebäude im Bezirk Kreuzberg, in dem sich neben Wohnungen auch das Kiez-Kino befindet, verkaufen. Mehr als zwei Millionen Euro sollen die etwa 600 Quadratmeter großen Filmräume kosten. Die Betreiber des Moviemento, Wulf Sörgel und Iris Praefke, befürchten eine Verfünffachung der aktuellen Miete und wollen das Lichtspielhaus retten, indem sie es selber kaufen. Dazu haben sie eine Crowdfunding-Aktion gestartet. Die Spendenkampagne wird von Kunstschaffenden und Filmemachern unterstützt, zum Beispiel vom bekannten Regisseur Tom Tykwer, der fast 15 Jahre als Filmvorführer, Kassierer und Programmier im Moviemento gearbeitet hat. Das 1907 eröffnete Kino Movimiento ist eines der ältesten in Deutschlands.

Glücksatlas 2019 sieht zufriedenes Deutschland

Die Menschen in Deutschland sind laut einer Untersuchung wieder zufriedener mit ihrem Leben. Nach zwei Jahren mit leicht sinkenden Werten sei 2019 ein "Glückssprung" auf ein neues Allzeithoch gemessen worden, heißt es im neuen Glücksatlas, dessen neunte Ausgabe in Berlin vorgestellt wurde. Auf einer Skala zwischen 0 und 10 bewerteten die Befragten ihre Zufriedenheit im Schnitt mit 7,14 Punkten - etwas mehr als im Vorjahr (7,05). Auch das Lebensglück der Menschen im Osten Deutschlands erreiche mit 7,0 Punkten einen Höchstwert. Die Ost-Werte liegen demnach noch 0,17 Punkte hinter denen des Westens. Die Gesamt-Entwicklung sei etwa der niedrigen Arbeitslosenrate, guten Lohnabschlüssen und der soliden Gesundheit der Bevölkerung geschuldet, hieß es. Im Vergleich der deutschen Regionen sind Tabellenführer und -schlusslicht gegenüber 2018 unverändert: Die zufriedensten Menschen sieht der Glücksatlas in Schleswig-Holstein (7,44 Punkte), die unglücklichsten in Brandenburg (6,76). Für den Report wurden Daten einer großen Langzeitstudie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung und aktuelle Erhebungen der Uni Freiburg mit insgesamt mehreren Tausend Befragten ausgewertet.

Österreichischer Buchpreis 2019 für Norbert Gstrein

Der Schriftsteller Norbert Gstrein (58) ist für seinen Roman "Als ich jung war" mit dem Österreichischen Buchpreis ausgezeichnet worden. Gstrein sei ein Meister des "zwielichtigen Erzählens", erklärte die Jury. Der in Tirol geborene und derzeit in Hamburg lebende Autor geht in seinem im Juli erschienenen Roman der Frage nach, wie viel ein Mensch über die eigenen Abgründe wissen kann. Hauptfigur ist ein Wirtssohn, der Hochzeiten fotografiert. Nach dem rätselhaften Tod einer Braut bricht er in die USA auf, arbeitet als Skilehrer in den Rocky Mountains und kehrt 13 Jahre später zurück nach Tirol, wo der Bruder mittlerweile den Hotelbetrieb übernommen hat. Der Protagonist erzählt seine Geschichte, aber je mehr Details er vorbringt, umso unsicherer wird der Leser. Der zum vierten Mal verliehene Österreichische Buchpreis ist mit 20.000 Euro dotiert. Gstrein wurde zuvor unter anderem mit dem Alfred-Döblin-Preis und dem Uwe-Johnson-Preis ausgezeichnet.

Silins neuer Direktor der Lettischen Nationaloper

Der international renommierte Sänger Egils Silins hat die Leitung der Lettischen Nationaloper und des Balletts übernommen. Der 57 Jahre alte Bassbariton tritt die Nachfolge des von 2013 bis 2019 amtierenden Direktors Zigmars Liepins an. Dies teilte die Nationaloper in Riga mit. Silins ist seit rund 30 Jahren regelmäßig auf den bedeutenden Bühnen der Welt zu Gast und will auch weiter auftreten. Sein Repertoire umfasst nach eigenen Angaben über 90 Partien des deutschen, französischen, italienischen und russischen Fachs. Einen Namen machte sich Silins als Wagner-Sänger - 2018 feierte er sein Debüt bei den Bayreuther Festspiele in "Lohengrin".

Wandgemälde von Keith Haring soll versteigert werden

Ein Wandgemälde des US-Künstlers Keith Haring (1958-1990) könnte bei einer Auktion in New York bis zu 5 Millionen Dollar einbringen. Es handele sich um das erste Wandgemälde des Künstlers, das bei einer Versteigerung angeboten werde, teilte das Auktionshaus Bonhams mit. Keith Haring ist für seine comic-ähnlichen Männchen berühmt. Das Werk besteht aus 13 verschiedenen Figuren, die Haring Anfang der 80er Jahre bei einer Party in das Treppenhaus einer katholischen Jugendeinrichtung im Norden Manhattans gemalt hatte. Später stand die Einrichtung lange leer, nun will die Kirche das Haus aus Geldnot verkaufen. Das insgesamt rund 25 Meter hohe Wandgemälde wurde herausgeschnitten und soll nun - in 13 Einzelteilen mit jeweils einer Figur darauf - versteigert werden. Die Auktion ist für den 13. November geplant.

Wissen auf Himmelsscheibe kommt aus Nahem Osten

Das Wissen auf der über 3600 Jahre alten "Himmelsscheibe von Nebra" stammt aus dem Nahen Osten. Dieser Nachweis ist nun auf Grund von Funden in Süditalien gelungen. Ein Team von Wissenschaftlern des Landesmuseums Halle rekonstruierte die Route bei einer Expedition an der Adriaküste in Süditalien. "Die Forschungsergebnisse geben einzigartige Einblicke in die Infrastruktur der Bronzezeit", sagte Landesarchäologe Harald Meller. Die Himmelsscheibe ist einer der bedeutendsten archäologischen Funde des vergangenen Jahrhunderts. Sie zeigt Horizontbögen, Mond, Sterne und ein Schiff. Es ist zugleich ein Bildprogramm. Archäologen fanden heraus, dass die Scheibe als kombinierter Sonne- und Mondkalender benutzt wurde und sich mit ihr der kürzeste Tag des Jahres damit bestimmen ließ. Die Himmelsscheibe gehört zu einem Bronzeschatz, der 1999 auf dem Mittelberg nahe der Kuppe illegal ausgegraben wurde. 2002 wurde der Schatz sichergestellt und gehört seitdem zur Schatzkammer des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle. Seit 2008 ist die Himmelsscheibe in der Dauerausstellung des Landesmuseums zu sehen.

Türkische Journalisten kommen unter Auflagen frei

Nach mehr als drei Jahren Haft hat ein türkisches Gericht die Freilassung zweier prominenter Journalisten und Autoren angeordnet. Die Reporter Ahmet Altan und Nazli Ilicak wurden allerdings zu mehrjährigen Haftstrafen wegen Unterstützung einer Terrororganisation verurteilt, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Das Istanbuler Gericht verurteilte Altan demnach zu zehn Jahren und sechs Monaten Haft, Ilicak erhielt eine Strafe von acht Jahren und neun Monaten. Die beiden Journalisten würden unter Auflagen freigelassen, sie müssten sich regelmäßig bei der Polizei melden. Altan und Ilicak waren kurz nach dem Umsturzversuch verhaftet worden. Im Februar 2018 waren sie wegen angeblicher Gülen-Verbindungen zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ein höheres Gericht hob die Haftstrafen im Juli jedoch wieder auf und wies den Fall an das untergeordnete Gericht zurück.

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