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Kulturnachrichten

Sonntag, 3. November 2019

Nürnberg erfreut über Solidarität mit Christkind

Der Nürnberger Oberbürgermeister Maly hat sich erfreut über viele positive Reaktionen im Internet auf das neue Nürnberger Christkind Benigna Munsi geäußert. Er sei überrascht, "dass das Netz Haltung und Menschenwürde gezeigt hat", sagte er. Die 17-Jährige Munsi wird am 29. November als neues Christkind von der Empore der Nürnberger Frauenkirche den Prolog zur Eröffnung des Christkindlesmarkt sprechen. Sie ist die Tochter einer deutschen Mutter und eines indischstämmigen Vaters. An ihrer Wahl hatte unter anderem der AfD-Kreisverband München-Land Anstoß genommen. Auf Facebook postete er einen Vergleich mit der Ausrottung der Ureinwohner in Amerika: "Nürnberg hat ein neues Christkind. Eines Tages wird es uns wie den Indianern gehen." Munsi sagte, sie fühle sich gut und für das neue Amt "noch motivierter" durch den vielfachen Zuspruch im Internet. Ihr Vater Kausik Munsi sagte, er sei immer mit offenen Armen in Deutschland aufgenommen worden. Er war als 19-jähriger Student in die Bundesrepublik gekommen, wo er seine Familie gründete.

Gedenkort für NSU-Opfer in Zwickau eingeweiht

Ein neuer Gedenkort für die Mordopfer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) ist in Zwickau eingeweiht worden. Für alle zehn Opfer wurden in der sächsischen Stadt, in der das NSU-Trio jahrelang lebte und seinen letzten Unterschlupf hatte, Bäume gepflanzt. Zudem wurden Gedenktafeln mit den Namen der Mordopfer angebracht. Oberbürgermeisterin Pia Findeiß mahnte bei der Veranstaltung, mit der Einweihung des Gedenkortes dürfe das Engagement für die freiheitlich-demokratische Grundordnung nicht enden. Die Bäume sollten auch ein Zeichen der Hoffnung auf ein friedliches Zusammenleben sein. Anfang Oktober war in Zwickau ein erst kurz zuvor gepflanzter Gedenkbaum für das erste NSU-Mordopfer Enver Simsek abgesägt worden. Die Rechtsextremisten Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos hatten den türkischen Blumenhändler im September 2000 in Nürnberg erschossen.

MDR: Helmut Richter ist tot

Der Leipziger Lyriker Helmut Richter ist tot. Er starb im Alter von 85 Jahren. Das berichtet der MDR unter Berufung auf die Familie des Künstlers. Richter wurde durch die Zeilen "Über sieben Brücken musst du gehen, sieben dunkle Jahre überstehen" berühmt. Für einen Film gleichen Namens hatte der Keyboarder der Ostberliner Band Karat, Richters Verse vertont. Der Film lief 1978 im DDR-Fernsehen. Über dem Abspann lief das von Herbert Dreilich gesungene Lied, das zum Welthit wurde. Helmut Richter wurde 1933 als Sohn eines Schneiders im mährischen Freudenthal geboren. Nach Kriegsende wurde er mit seiner Mutter als Sudetendeutscher vertrieben und blieb zunächst in Sachsen-Anhalt. Er verdingte sich als Landarbeiter und Maschinenschlosser. Nach dem Besuch der Arbeiter- und Bauern-Fakultät studierte er in Leipzig Physik und war danach als Prüfingenieur tätig. Anfang der Sechziger Jahre entdeckte er seine Begabung fürs Schreiben und begann, am "Johannes R. Becher"-Institut für Literatur in Leipzig zu studieren. Ab 1970 leitete Richter dort das Lyrik-Seminar.1982 gründete er den Kulturalmanach "Leipziger Blätter". 1990 wurde er zum Direktor des Literatur-Institutes gewählt, an dem er zuvor als Dozent tätig war. Unterstützt von prominenten Autoren wie Elfriede Jelinek oder Peter Turrini gelang es ihm, die Schließung abzuwenden.

Sängerin und Schauspielerin Marie Laforêt gestorben

Die französisch-schweizerische Sängerin und Schauspielerin Marie Laforêt ist tot. Sie sei im Alter von 80 Jahren in der Schweiz gestorben, berichtete unter anderem die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Familie. Laforêt drehte an der Seite von Sophie Marceau, Béatrice Dalle und Jean-Paul Belmondo. Zu ihren bekanntesten Filmen zählen "Fröhliche Ostern" (1984) oder "Der Windhund" (1979). Laforêt wurde 1939 in Soulac-sur-Mer an der französischen Atlantikküste geboren. Sie lebte seit den 1970er Jahren in der Schweiz. Sie veröffentlichte mehr als ein Dutzend Studioalben auf Französisch und sang auf auch auf Spanisch, Portugiesisch und Italienisch. Die Künstlerin interpretierte außerdem internationale Hits wie "Paint it Black" von den Rolling Stones neu.

Klosterkirche in Oberschwaben wird "Basilica Minor"

Papst Franziskus hat die ehemalige Klosterkirche Sankt Georg im oberschwäbischen Ochsenhausen zur "Basilica Minor" erhoben. Der Rottenburg-Stuttgarter Bischof Gebhard Fürst segnete in einem Festgottesdienst am Sonntag eine entsprechende Gedenktafel. Der Ehrentitel soll das Gotteshaus als geistliches Zentrum und Veranstaltungsort würdigen. Besucher erkennen eine "Basilica Minor" am Papstwappen über der Eingangstür. Weltweit tragen rund 1.600 Kirchen diesen Ehrentitel, bundesweit sind es rund 70.

Wilhelm-Raabe-Literaturpreis für Norbert Scheuer

Der Autor Norbert Scheuer ist in Braunschweig mit dem Wilhelm-Raabe-Literaturpreis ausgezeichnet worden. Der 67-Jährige bekommt die mit 30 000 Euro dotierte Auszeichnung für seinen Roman "Winterbienen". Mit seinem Werk, das auch für den Deutschen Buchpreis nominiert war, erreiche Scheuer eine äußerste Nähe von symbolischem Zeichen und konkreter Realität, heißt es in der Begründung der Jury. Scheuer erzählt in Tagebuch-Form die Geschichte eines Imkers, der Juden zur Flucht verhilft, um sich Medikamente zur Behandlung seiner Epilepsie kaufen zu können. Der jährlich verliehene Preis gehört zu den angesehensten literarischen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum. Stifter sind die Stadt Braunschweig und der Deutschlandfunk. Namensgeber ist der Schriftsteller Wilhelm Raabe (1831-1910).

Kinemathek widmet "Lindenstrasse" eine Sammlung

Die Deutsche Kinemathek in Berlin widmet der ARD-Kultserie „Lindenstraße“ ab der kommenden Woche eine eigene Sammlung. Das Museum hat dafür in Zusammenarbeit mit dem WDR und der Produktionsfirma GFF rund 370 Folgen ausgewählt. Ausgesucht wurden etwa alle Folgen, die Hochzeiten, Todesfälle oder Bundestagswahlen zeigen. Für die Fernsehforscherin Klaudia Wick ist die Serie „ein Stück bundesrepublikanische Zeitgeschichte“. Wick sagte der Deutschen Presseagentur, Produzent Geißendörfer habe sich 1985 etwas Gewagtes vorgenommen, als er ein Gegenmodell zu Serien wie „Schwarzwaldklinik“ oder „Dallas“ schaffen wollte: „Die Leute sollten den Fernseher anmachen und sich selbst wiedererkennen.“ Gleichzeitig sei die Serie ihrer Zeit aber oft vorausgewesen. Wick verwies etwa auf einen Zungenkuss von zwei Männern oder vegane Ernährung, die schon 1995 in der Serie Thema war. Die Wissenschaftlerin bedauerte, dass die „Lindenstraße“ wegen sinkender Einschaltquoten im März 2020 eingestellt wird. Eine Serie, die so auf Dauer angelegt sei, habe andere Qualitäten als nur die momentane Popularität.

Musiker bekommt vergessene historische Geige zurück

Der britische Musiker Stephen Morris hat nach einem Bericht der BBC seine historische Geige zurück bekommen. Morris hatte sie vor knapp zwei Wochen in einem Zug liegen gelassen. Nach einem öffentlichen Aufruf meldete sich ein Mann über Twitter und bot die Rückgabe an. Die Violine aus der Barock-Zeit wurde nach geheimen Verhandlungen unter Beobachtung der Polizei auf einem Parkplatz zurückgegeben. Instrument und Geigenbogen seien intakt, hieß es. Der Wert der Geige wird auf knapp 300.000 Euro geschätzt. Stephen Morris hat mit Musikern wie Andrea Bocelli, David Bowie und Stevie Wonder zusammengearbeitet.

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