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Mittwoch, 11.12.2019
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 1. November 2019

Museum prüft SED Druck auf Kunstsammler

Das Staatliche Museum Schwerin prüft Vorwürfe der Erben des Malers Otto Nagel: Dass es Hinweise darauf gebe, die SED habe nach dem Tod des Künstlers 1967 Druck auf die Erben ausgeübt. Das teilten die Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern mit. Zudem werde Hinweisen nachgegangen, dass Bilder von Otto Nagel unrechtmäßig aus öffentlichen Sammlungen über den staatlichen Kunsthandel der DDR verkauft wurden.

"Beat-Club" bekommt eine Briefmarke

Die erste Fernseh-Popshow mit internationalen Künstlern währte in Deutschland nur sieben Jahre - von 1965 bis 1972. Aber bis heute hat der "Beat-Club" Kultstatus. Deshalb bekommt er morgen vom Bundesfinanzministerium eine eigene Briefmarke - im Wert von ein-Euro-zehn, was die Standardpost ins Ausland kostet. Das Motiv besteht aus dem legendären Logo eines weiß-roten-Verkehrsschilds mit dem blau-weißen Namen der Show. Im Hintergrund: Das ebenso legendäre wie untergegangene Testbild zum täglichen Sendeschluss des westdeutschen Fernsehens.

Neue Kondition im Prozess gegen Serebrennikow

Olessja Mendelejewa heißt eine neue Richterin, die den seit mehr als zwei Jahren andauernde Prozess gegen den Regisseur Kirill Serebrennikow verhandelt. Der 50-Jährige muss sich wegen angeblichen Betrugs verantworten. Bis zum Urteil, ordnete Mendelejewa an, werde der Prozess täglich fortgesetzt. Serebrennikow bleibe auf freiem Fuß und dürfe auch reisen. Die Staatsanwaltschaft konnte bislang nicht belegen, dass der Angeklagte staatliche Fördergelder in Millionenhöhe unterschlagen hat. Wegen zahlreicher Widersprüche hatte eine Richterin den Fall zurückgegeben. In zweiter Instanz wurde jedoch entschieden, ihn mit neuer Richterbesetzung weiter zu verhandeln.

Apple TV+ gestartet

Seit heute hat Apple einen eigenen Streamingdienst. Gegen die großen Konkurrenten Netflix und Amazon setzt der US-Konzern zuerst auf vier Serien, eine Doku, eine Buchsendung und mehrere Kinderprogramme. Die Serien "The Morning Show", "See", "For all Mankind" und "Dickinson" sind hochpreisig produziert. Kritiker bemängeln zum Start die konventionelle Erzählweise. Bei "The Morning Show" mit Jennifer Aniston und Reese Witherspoon käme hinzu, dass das Script von der Weinstein-Affäre überrollt worden sei.

Höchstdotierter Kunstpreis für Doris Salcedo

Der mit einer Million US-Dollar ausgestattete, erstmals vergebene Nomura-Kunstpreis geht an die kolumbianische Künstlerin Doris Salcedo. Eine internationale Jury verlieh den höchstdotierten Preis für zeitgenössische bildende Kunst am 31. Oktober in Shanghai an die 61-Jährige. Der Preis solle helfen, neue Projekte ganz oder teilweise zu finanzieren, erklärte der japanische Finanzdienstleister und Preisstifter Nomura. Die Künstlerin beschäftigt sich in Objekten, Skulpturen und großformatigen Installationen mit den Auswirkungen von Gewalt und Ausgrenzung in ihrer Heimat Kolumbien. Der Preis sei Salcedo "als Anerkennung für das tiefgründige und formal erfinderische Werk" verliehen worden, begründete Nomura-Geschäftsführer Hajime Ikeda.

Preis für Comic-Künstler Nicolas Mahler

Nicolas Mahler ist der derzeit international renommierteste deutschsprachige Comic-Künstler, findet das Caricatura-Museum in Frankfurt. Deshalb hat sie dem 1969 geborenen Österreicher den diesjährigen Sondermann-Preis für komische Kunst zuerkannt. Mahler verarbeitet vor allem Weltliteratur zu ideen- und formenreichen Bildern. In den vergangenen Jahren erschienen Thomas Bernhards "Alte Meister", Robert Musils "Mann ohne Eigenschaften" und Marcel Prousts "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit". Den Förderpreis bekommt die 1986 ebenfalls in Österreich geborene Schriftstellerin Stefanie Sargnagel. Mit ihren «Callcenter-Monologen», die unter dem Titel «Binge Living» 2013 als Buch erschienen, habe sich Sargnagel als eine der originellsten Autorinnen in den Sozialen Medien etabliert.

Jüdisches Museum zeichnet Maas und Kiefer aus

Bundesaußenminister Maas und der Künstler Anselm Kiefer werden vom Jüdischen Museum Berlin mit dem Preis für Verständigung und Toleranz ausgezeichnet. Maas habe sich fortwährend für ein vereintes Europa ausgesprochen und früh klare Worte im Kampf gegen Rechtspopulismus und Antisemitismus gefunden, erklärte das Museum. Im Falle Kiefers würdigte das Museum, dass der Künstler mit seinen monumentalen Arbeiten schon 1969 das Schweigen der Deutschen über den Nationalsozialismus und die Schuld am Holocaust gebrochen habe.

Karlsruhe und Potsdam von Unesco aufgenommen

Karlsruhe als Stadt der Medienkunst und Potsdam als Filmstadt sind in das Unesco-Netzwerk der kreativen Städte aufgenommen worden. Die Organisation mit Sitz in Paris bestimmte 66 Städte als Neumitglieder, darunter das französische Metz als Musikstadt und das italienische Bergamo als Stadt der Gastronomie.
Weitere Kategorien sind Kunsthandwerk, Design und Literatur. In Karlsruhe gibt es mit dem Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) eine weltweit beachtete Einrichtung der Medienkunst. In Potsdam befindet sich das Filmstudio Babelsberg mit einer über 100-jährigen Tradition, wo unter anderem Fritz Langs "Metropolis" (1927) und in der jüngeren Vergangenheit auch Hollywood-Blockbuster entstanden.

Sting wird für Lebenswerk ausgezeichnet

Der britische Musiker Sting wird für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Er bekommt beim neuen Musikpreis IMA den "Hero Award" . Der frühere Sänger der Band The Police soll zudem bei der Verleihung am 22. November in Berlin auftreten. Die vom Musikmagazin "Rolling Stone" präsentierten International Music Awards (IMA) sind die ersten Musikpreise nach dem Ende des Echo vor eineinhalb Jahren. Bei der Preisvergabe in mehreren Kategorien soll nach Angaben der Veranstalter nicht allein der kommerzielle Erfolg, sondern vor allem die künstlerische Relevanz stehen.

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