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Mittwoch, 13.11.2019
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 22. Oktober 2019

Londoner Kunstexperte wird Haus der Kunst leiten

Andrea Lissoni von der Tate Modern in London wird künstlerischer Leiter im Haus der Kunst in München. Der Kunsthistoriker und Kulturmanager werde seine Arbeit am 1. April 2020 aufnehmen, teilte Bayerns Kunstminister Bernd Sibler in München mit. Lissoni sei in der Museumswelt international sehr gut vernetzt und erfahren im Management von Kunstinstitutionen. Zudem besitze er einschlägige inhaltliche Expertise in der modernen und zeitgenössischen Kunst. Auf den Kunstexperten wartet in München eine anspruchsvolle Aufgabe. Das Haus der Kunst befindet sich in einem Umstrukturierungsprozess, ausgelöst durch massive Geldprobleme. Zudem steht die umfassende Sanierung des neoklassizistischen Gebäudes an, das die Nationalsozialisten errichtet und 1937 eröffnet hatten. Andrea Lissoni folgt auf Okwui Enwezor.

Lichtgestalter Ingo Maurer gestorben

Der Lichtdesigner Ingo Maurer ist mit 87 Jahren gestorben. Das gab seine Agentur bekannt. Schon seine erste Leuchte machte ihn berühmt: "Bulb", der Entwurf aus dem Jahr 1966 wurde in die Design Collection des Museum of Modern Art in New York aufgenommen, "Little Black Nothing" und das Niedervolt-Seilsystem "YaYaHo" folgten etwa zwanzig Jahre später. Mit seiner Firma "Design M" in München entwickelte Maurer besondere Beleuchtungskonzepte, Lichtinszenierungen und -systeme. Seine Arbeiten wurden international gezeigt und mit Preisen geehrt. Geboren wurde Ingo Maurer auf der Insel Reichenau im Bodensee, er absolvierte zunächst eine Ausbildung als Typograph und studierte Graphikdesign in München.

Bundesanwalt und Aktivist Manfred Bruns gestorben

Der Bundesanwalt a.D. und Aktivist Manfred Bruns ist gestorben. Das teilte der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) mit, dessen langjähriges Vorstandsmitglied und Justiziar Bruns war. Bruns führte lange ein Doppelleben: Als Bundesanwalt in Karlsruhe, der seine sexuelle Orientierung unterdrückte. Nach seinem Outing in den 1980er Jahren kämpfte er für die Abschaffung des sogenannten Schwulen-Paragrafen 175. Bis zu seinem Tod engagierte er sich die Gleichstellung und die Emanzipation von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans-* und intergeschlechtlichen Menschen. Er sei ein "Vorkämpfer in der deutschen LSBTI* Rechtsgestaltung und Gesetzgebung" gewesen, so der LSVD. Für sein ehrenamtliches Engagement erhielt Bruns vielen Auszeichnungen und Würdigungen. Er war Träger des Bundesverdienstkreuzes und erster Träger des Antidiskriminierungspreises der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Bruns wurde 85 Jahre alt.

Streaming-Angebote sorgen für Rekordumsatz

Die Radio- und Fernsehsender in Deutschland setzen dank eines anziehenden Streaming-Geschäfts auf Rekorderlöse. Der Umsatz dürfte 2019 um 4,7 Prozent erstmals auf mehr als 13 Milliarden Euro steigen, erklärte der Branchenverband Vaunet am Dienstagabend in seiner Prognose für den audiovisuellen Medienmarkt. Im vergangenen Jahr hatte es ein Plus von sieben Prozent gegeben. Wachstumstreiber seien "insbesondere Streaming- und interaktive Angebote", sagte Vaunet-Experte Frank Giersberg. Während die Radiowerbung aller privaten und öffentlich-rechtlichen Angebote um zwei Prozent auf 805 Millionen Euro kletterten dürfte, werde die TV-Werbung wie im Vorjahr sinken - und zwar diesmal um ein Prozent auf 4,49 Milliarden Euro. Vaunet vertritt die Interessen der privaten audiovisuellen Medien wie RTL und ProSiebenSat.1.

"Schießbild" von Museumswand gestürzt

Ein sogenanntes "Schießbild" von Niki de Saint Phalle ist im städtischen Museum Abteiberg in Mönchengladbach aus unbekannter Ursache von einer Glaswand gefallen und beschädigt worden. Wie ein Stadtsprecher sagte, wurde das Kunstwerk zunächst aus der Ausstellung genommen: "Das ist jetzt ein Fall für den Restaurator." Das Gipsrelief mit dem Namen "Tir", das die französisch-schweizerische Künstlerin 1961 mit Farbbeuteln gefüllt und dann mit einem Gewehr beschossen hatte, ist laut dem Sprecher einen "niedrigen sechsstelligen Betrag" wert. Es gehört dem Museum und war für eine aktuelle Ausstellung an der Glaswand befestigt worden. Am vergangenen Freitag sei das 15 Kilo-Kunstwerk dann runter gefallen und "an der Oberfläche beschädigt worden", so der Stadtsprecher. Beziffern könne man den Schaden nicht.

Neue Leitung für Augsburger Brechtfestival

Das Augsburger Brechtfestival wird künftig von Jürgen Kuttner und Tom Kühnel geleitet werden. Die beiden Künstler arbeiten seit 2001 als Regie-Duo vor allem am Deutschen Theater Berlin. Jürgen Kuttner ist zudem als Radiomoderator, als Kulturwissenschaftler und Mitbegründer der taz-Ostausgabe bekannt. Das Programm des nächsten Brechtfestivals wird im Dezember vorgestellt werden, es findet vom 14. bis 23. Februar statt.

"Kir-Royal"-Schauspielerin Billie Zöckler ist tot

Die Schauspielerin Billie Zöckler ist tot. Sie sei bereits vergangene Woche gestorben, bestätigte ihre Familie der Deutschen Presse-Agentur in München. Die 70-Jährige sei krank gewesen. Zu den berühmtesten Rollen der Münchnerin zählte ihr Auftritt als warmherzige, gewitzte Sekretärin Edda in Helmut Dietls Kultserie "Kir Royal", mit rotgelockter Perücke. Erst im Juli spielte Zöckler in der ARD-Komödie "Club der einsamen Herzen". Neben ihren Fernsehrollen, war Billy Zöckler auch auf der Bühne zu sehen.

Hugo-Ball-Preis für Autor Bov Bjerg

Der Autor und Kabarettist Bov Bjerg erhält im Februar den mit 10.000 Euro dotierten Hugo-Ball-Preis der Stadt Pirmasens. Bjerg, der mit bürgerlichem Namen Rolf Böttcher heißt, werde für sein "vielseitiges Werk als gesellschaftlich schreibender und handelnder Erzähler, als Autor der eingreifenden Performance in bester politischer Dada-Tradition" gewürdigt, wie die Stadt mitteilte. Bjerg gründete mehrere Lesebühnen in Berlin und veröffentlichte etwa die Bücher "Die Modernisierung meiner Mutter: Geschichten" oder "Auerhaus". Der mit 5.000 Euro dotierte Förderpreis geht an die deutsch-ungarische Lyrikerin Kinga Toth. Die Stadt Pirmasens vergibt die Auszeichnungen alle drei Jahre an Autoren, die mit ihren Arbeiten an den in Pirmasens geborenen Schriftsteller, Journalisten und Kulturkritiker Ball erinnern.

Weniger Besucher in Theatern und Orchestern

Rund 34,7 Millionen Menschen haben in der Spielzeit 2017/2018 Aufführungen deutscher Theater und Sinfonieorchester besucht. Das bedeutet einen Rückgang um rund 800.000 gegenüber dem Vorjahr, wie aus der in Köln veröffentlichten Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins hervorgeht. Die öffentlich getragenen Theater und Orchester erhielten im selben Zeitraum 2,5 Prozent mehr Zuschüsse, insgesamt etwa 2,7 Milliarden Euro. Die Zahl der Vorstellungen ist mit 65.356 im Vergleichszeitraum leicht gesunken. Um mehr als neun Prozent gewachsen ist dagegen das theaternahe Rahmenprogramm, darunter Programmeinführungen, Publikumsgespräche oder Podiumsdiskussionen. Das zeige, wie sehr die öffentlichen Theater und Orchester daran arbeiteten, "in ihren Städten und Regionen künstlerisch und gesellschaftlich am Ball zu bleiben", erklärte der Geschäftsführende Direktor des Deutschen Bühnenvereins, Marc Grandmontagne.

Einheitsdenkmal: Berliner Naturschützer klagen

Der Baubeginn des Freiheits- und Einheitsdenkmals in Berlin könnte sich weiter verzögern. Der Naturschutzbund (NABU) Berlin hat Klage gegen die Genehmigung der Senatsbauverwaltung eingereicht, die im Oktober grünes Licht für den Baubeginn unter strengen Natur- und Artenschutzauflagen gegeben hatte. Dabei geht es um Ausgleichsmaßnahmen für geschützte Fledermäuse, die im Gewölbe unter dem künftigen Denkmalsockel am Berliner Schloss leben. Laut NABU hat die Behörde aber bisher kein ausreichendes Ersatzquartier und alternative Brutplätze für die seltenen Wasserfledermäuse geschaffen. Für das seit Jahren umstrittene Projekt hatte der Bundestag im vergangenen Jahr 17 Millionen Euro freigegeben.

Berühmte Strickjacke von Kurt Cobain wird versteigert

Eine berühmte Strickjacke des verstorbenen Nirvana-Sängers Kurt Cobain wird diese Woche in New York versteigert. Das Auktionshaus Julien's Auctions rechnet mit einem Erlös von zwischen 200.000 und 300.000 Dollar (179.000 bis 269.000 Euro) für die Jacke, die der Grunge-Musiker bei der Aufnahme des "Unplugged"-Albums im Jahr 1993 trug. Im Preis inbegriffen ist ein großes Zigaretten-Brandloch in der Weste. "Kurt hat den Grunge-Look geschaffen", sagte der Chef von Julien's Auctions, Darren Julien, der Nachrichtenagentur AFP. Die Jacke sei das wichtigste Kleidungsstück, das der Sänger jemals getragen habe, und damit so etwas wie der "Heilige Gral" von Cobains Bekleidung. Die Strickjacke war bereits 2015 versteigert worden und hatte 137.500 Dollar eingebracht.

Japan: Steinmeier beeindruckt von Inthronisierung

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich beeindruckt gezeigt von der Zeremonie zur Inthronisierung des japanischen Kaisers Naruhito. "Da verbindet sich Geschichte, Tradition, die Freude über die Thronbesteigung des neuen Kaiserpaares, aber eben auch viel Hoffnung auf Zukunft", sagte Steinmeier im Anschluss an die 30-minütige Zeremonie im Palast in Tokio zu deutschen Journalisten. Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender gehörten zu rund 2000 Würdenträgern aus rund 190 Ländern und von internationalen Organisationen, die zur Zeremonie geladen waren. Die Zeremonie war Höhepunkt einer Reihe von Thronfolge-Ritualen, die im Mai begonnen hatten, als Naruhito die Nachfolge seines Vaters Akihito antrat.

Politik-Chef Nikolaus Blome verlässt "Bild"

Der Politik-Chef und stellvertretende Chefredakteur, Nikolaus Blome, verlässt die "Bild"-Zeitung. Blome geht laut einem Intranet-Eintrag des Konzerns "auf eigenen Wunsch und im gegenseitigen Einvernehmen zum 31. Oktober 2019". Die Nachfolge für die Leitung des Ressorts Politik werde in Kürze bekanntgegeben. Blome wurde mit diesen Worten zitiert: "Ich danke "Bild" von Herzen für viele wunderbare Jahre. Nun möchte ich aus persönlichen Gründen einen anderen Weg einschlagen." Seit Ende 2015 war Blome bei "Bild" für die Politik- und Wirtschaftsberichterstattung verantwortlich. Zum Konzern Axel Springer kam er erstmals 1997 in der Funktion Ressortleiter Außenpolitik bei der "Welt". Zwischen 2013 und 2015 war er für das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" als Leiter des Hauptstadtbüros und Mitglied der Chefredaktion tätig.

Beliebte Sendungen bei "hr2 kultur" bleiben bestehen

Im Sommer kündigte der Hessische Rundfunk an, aus dem kulturellen Vollprogramm "hr 2 kultur" einen reinen Klassik-Musikkanal zu machen. Es folgten große Proteste. Schriftsteller*innen meldeten sich genauso zu Wort wie 10.000 Hörer*innen in einer Online-Petition. Nun ist klar: Der Protest war zumindest in Teilen erfolgreich. "Die längeren Formate in 'hr2 kultur' wie der 'Doppelkopf', wie 'der Tag', aber auch wie die Lesung oder das Feature sind von diesem Veränderungsprozess erst einmal überhaupt nicht betroffen", sagte Kulturredakteur Alf Mentzer am Rande der Frankfurter Buchmesse. Mentzer leitet im Hessischen Rundfunk die Arbeitsgruppe, die die Kulturberichterstattung des Frankfurter Senders neu aufstellen soll. Zunächst soll bis zum Jahresende eine neue, crossmediale Kulturredaktion aufgebaut werden, die verschiedene Kanäle und vor allem das Internetangebot im Feld der HR-Kulturberichterstattung bedienen soll. Erst in einem zweiten Schritt soll dann "hr2 kultur" reformiert werden.

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