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Montag, 14.10.2019
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 3. September 2019

Atwood und Rushdie im Rennen um Booker Prize

Margaret Atwood und Salman Rushdie gehen mit ihren neuen Romanen ins Rennen um den diesjährigen Booker Prize. Die Shortlist für den renommierten britischen Buchpreis wurde in London bekannt gegeben. Demnach wird Atwoods für "The Testaments" nominiert, ihre mit Spannung erwartete Fortsetzung des dystopischen Romans "The Handmaid's Tale" ("Der Report der Magd"). Rushdie konkurriert mit "Quichotte", seiner modernen Interpretation des Klassikers "Don Quijote". Die übrigen vier Finalisten sind Lucy Ellmanns, Bernardine Evaristo, Chigozie Obiomas und Elif Shafaks. Wer den Preis bekommt, wird am 14. Oktober in London bekannt gegeben.

Thüringer Literaturpreis für Sibylle Berg

Die Schriftstellerin Sibylle Berg ist in Erfurt mit dem Thüringer Literaturpreis 2019 ausgezeichnet worden. Zur Begründung erklärte die Jury wörtlich: "In stilistischer und struktureller Klarheit beschreibt Berg die zentralen Veränderungen und Verunsicherungen unserer Gesellschaft und analysiert ihre Wirkung auf den Einzelnen mit großer Präzision." Dabei wirke sie kritisch wie politisch engagiert am zeitgenössischen Diskurs mit und bringe so mehrere Generationen zusammen. Der Thüringer Literaturpreis ist mit 12.000 dotiert und wird alle zwei Jahre vergeben. Die 1962 in Weimar geborene Sibylle Berg folgt als Preisträgerin auf Lutz Seiler.

Banksy-Kunstwerk in Paris gestohlen

In Paris ist ein Werk des berühmten Streetart-Künstlers Banksy vor dem Parkhaus des Centre Pompidou gestohlen worden. Das Schablonengraffiti habe sich auf der Rückseite des Eingangschilds zur Tiefgarage befunden, teilte das Museum mit. Man habe wegen Diebstahls und Beschädigung Anzeige erstattet. Das Werk stellt eine Ratte mit einem Bleistift und einer verdeckten Schnauze dar. Die Diebe haben nach Angaben des Centre Pompidou das Werk aus dem Metallkastenschild herausgeschnitten. Es habe bereits im Juli 2018 einen solchen Versuch gegeben, der jedoch vom Sicherheitspersonal verhindert werden konnte. Erst Anfang 2019 sorgte in Paris der Diebstahl eines mutmaßlichen Banksy-Werkes für Schlagzeilen. Das Graffiti wurde mitsamt der Tür, auf der es angebracht war, aus der Pariser Konzerthalle Bataclan gestohlen.

Berliner ICC unter Denkmalschutz

Das Internationale Congress Centrum Berlin, ICC, steht unter Denkmalschutz. Diese Entscheidung hat das Landesdenkmalamt gefällt. In einer Mitteilung heißt es zur Begründung wörtlich: "Für den Erhalt des 40 Jahre alten Kongresszentrums sehen die Denkmalschützer künstlerische, geschichtliche und städtebauliche Gründe." Kultursenator Klaus Lederer (Linke) sprach von einem "der wichtigsten Bauwerke der deutschen Nachkriegszeit". Das 1979 nach Plänen von Ralf Schüler und Ursulina Schüler-Witte fertiggestellte ICC wurde vor fünf Jahren sitllgelegt. Es bot in 80 Sälen Platz für bis zu 20.000 Veranstaltungsteilnehmer und war lange Zeit eines der größten Kongresszentren der Welt. Ein Sprecher der Messe Berlin wollte sich nicht zu den Kosten einer Sanierung äußern.

Schule in Tennessee verbannt Harry-Potter-Bücher

Eine katholische Schule im US-Bundesstaat Tennessee hat die Bücher der Harry-Potter-Reihe aus ihrer Bibliothek entfernt. Der Schulleiter habe die Entscheidung in Absprache mit Exorzisten getroffen, berichtete "The Tennessean". Die Zeitung berief sich dabei auf eine E-Mail der Schule in der es heißt, die Zaubersprüche und Flüche in den Büchern könnten beim Lesen tatsächlich "böse Geister" beschwören. Die katholische Kirche nehme keine offizielle Position gegenüber den Harry Potter-Büchern ein, sagte die Leiterin der katholischen Diözese Nashville. Deshalb habe der Pastor der Schule das letzte Wort.

Laschet warnt vor rechtspopulistischem Druck auf Kunstfreiheit

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Amin Laschet (CDU) hat zunehmende Versuche von rechtspopulistischen Kreisen kritisiert, Druck auf Theatermacher auszuüben. Die Freiheit der Kunst gelte uneingeschränkt, sagte Laschet bei der Jubiläumsfeier zum hundertjährigen Bestehen des Landestheaters in Detmold. Dies schließe auch Kritik und Provokation ein. "Wir brauchen das Theater als einen Ort der Auseinandersetzung und der Kunst", unterstrich Laschet. Das 1919 eröffnete Landestheater Detmold stehe in enger Verbindung mit der Gründung der ersten deutschen Demokratie, erklärte Laschet.
Heute weise Nordrhein-Westfalen die höchste Theaterdichte aller Bundesländer auf.

Anita Lasker-Wallfisch mit Nationalpreis ausgezeichnet

Als eine "starke Streiterin gegen den Antisemitismus" hat die Deutsche Nationalstiftung die 94-Jährige Anita Lasker-Wallfisch in Berlin mit dem mit 30.000 Euro dotiertem Nationalpreis 2019 ausgezeichnet. Seit 1994 nehme sie immer wieder große Anstrengungen auf sich, um Schüler in Deutschland über die Gräuel der Nazi-Zeit zu informieren, erklärte die Nationalstiftung. Lasker-Wallfisch sieht darin auch eine Pflicht der letzten Zeugen: "Wir sind die Stimmen der Menschen, die man umgebracht hat". Als jüngste von drei Töchtern aus bildungsbürgerlichem Haus erlebte sie, wie die Eltern im April 1942 deportiert werden. Die beiden jüngeren Schwestern werden nach Auschwitz gebracht. Die beiden jungen Frauen überleben, weil Anita als Cellistin Mitglied im Frauenorchester des Lagers ist. Nach Kriegsende wandert sie nach England aus und macht als Cellistin Karriere. Lange hat Anita Lasker-Wallfisch über ihre Erinnerungen geschwiegen. Fast ein halbes Jahrhundert nach ihrer Befreiung hat sie dann ihre Erfahrungen zunächst für ihre Kinder und Enkel aufgeschrieben. Das Buch "Ihr sollt die Wahrheit erben" erschien 1997 erstmals auch auf Deutsch.

Archiv mit DDR-Privatfilmen geht online

Ein digitales Archiv mit 425 Stunden DDR-Alltag auf Schmalfilm ist ab Mitte September online abrufbar. Das Projekt "Open Memory Box" wurde 2013 vom schwedisch-deutschen Filmproduzenten Alberto Herskovits und dem kanadischen Politikwissenschaftler Laurence McFalls initiiert. Die Privataufnahmen von insgesamt 149 Familien entstanden zwischen 1947 und 1990. Die "Open Memory Box" ist den Angaben zufolge die bisher umfassendste digitalisierte Sammlung von Privatfilmen aus der DDR.

Autorentheatertage geben neue Jury bekannt

Dea Loher, Nina Hoss und David Tushingham bilden die Jury der Autorentheatertage 2020. Mit Dea Loher leitet eine der weltweit meistgespielten Dramatikerinnen ihrer Generation die Jury. Ihr zur Seite stehen die Theater- und Filmschauspielerin Nina Hoss und der englische Dramaturg und Übersetzer David Tushingham. Für die Autorentheatertage 2020 sucht das Deutsche Theater Berlin noch bis Mitte September nach neuen, deutschsprachigen Theatertexten. Aus allen eingesandten Stücken wählt die Jury drei Beiträge aus, die im Juni 2020 im Rahmen der "Langen Nacht der Autoren und Autorinnen" auf den Bühnen des Deutschen Theaters zur Uraufführung kommen. Die Gewinner erhalten eine Uraufführungspauschale von jeweils 10.000 Euro.

Filmproduzent Tom Zickler gestorben

Der 55-Jährige Filmproduzent Tom Zickler ist gestern nach kurzer schwerer Krankheit gestorben, teilte die Studio Babelsberg AG mit. Christoph Fisser, Vorstand der AG, erklärte: "Die deutsche Filmlandschaft verliert einen der größten Filmproduzenten und leidenschaftlichsten Geschichtenerzähler, der wie kein anderer wusste, wie man Zuschauer begeistert." Zickler hat mit dem Schauspieler und Regisseur Til Schweiger zahlreiche erfolgreiche Kinofilme produziert, darunter "Knockin' on Heaven's Door" (1997), "Keinohrhasen" (2007), "Kokowääh" (2011/2013) und "Honig im Kopf" (2014). Im Jahr 2017 gründete die Produktionsfirma Traumfabrik Babelsberg mit dem Ziel, vermehrt deutsche Kinofilme an dem Standort zu entwickeln und zu produzieren.

Roland Berger Preis für drei Demokratieprojekte

Geehrt werden das Büro des Bürgerrechtsbeauftragten der Republik Polen und dessen Leiter Adam Bodnar, das Programm "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage von Aktion Courage" und der Verein "#ichbinhier", der gegen Falschbehauptungen auf Facebook kämpft. Die zum achten Mal vergebene Auszeichnung unter dem diesjährigen Thema "Demokratie in Europa in Gefahr?!" wird im Oktober im Jüdischen Museum Berlin verliehen. Die Festrede hält Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble. Preisstifter Roland Berger: "Dass wir es wieder verstärkt mit menschenverachtenden Hassparolen zu tun haben und Nationalisten eines der größten Friedensprojekte aller Zeiten - Europa - in Frage stellen, erfüllt uns alle mit tiefer Sorge." Zugleich stimme ihn optimistisch, dass sich viele "mutige" Menschen für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, für Vielfalt und Respekt einsetzten, so der Unternehmensberater.

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