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Kulturnachrichten

Donnerstag, 22. August 2019

Schlagertexterin Irma Holder gestorben

Sie schrieb Hits wie "Hello Again" von Howard Carpendale und textete Schlager für Michelle, Heino, Freddy Quinn und Udo Jürgens. Nun ist die Schlagertexterin Irma Holder im Alter von 93 Jahren in baden-württembergischen Gärtringen gestorben. Holder, die rund 1000 Musiktitel geschrieben hat, starb bereits am 16. August. In den 1970er Jahren fing die gelernte Bankkauffrau unter anderem mit Texten für Udo Jürgens und Monica Morell an, später arbeitete sie auch für Roy Black, Tommy Steiner und Karel Gott. Von Holder stammt unter anderem der Text für den ersten Erfolg von Stefanie Hertel ("Über jedes Bacherl geht a Brückerl"), den Schlager "Und morgen früh küss' ich Dich wach" von Helene Fischer sowie für Andrea Bergs Hit "Du hast mich tausendmal belogen". Hunderte Songs aus ihrer Feder schafften es in die Charts. 2017 wurde Irma Holder mit dem Deutschen Musikautorenpreis geehrt.

Pilgerweg der Franken will Weltkulturerbe werden

Der alte Pilgerweg der Franken nach Rom, die Via Francigena, bewirbt sich als Weltkulturerbe der Unesco. Eine italienische Studie dazu soll nach Aussage von Luca Bruschi, Präsident der Europäischen Vereinigung der Vie Francigene, im Herbst mit den drei anderen Ländern am Frankenweg besprochen werden. Nach den Konsultationen mit Großbritannien, Frankreich und der Schweiz wolle man sich mit dem Projekt bei der Unesco bewerben, sagte Bruschi im Interview mit Vatican News. Die Via Francigena ist ein System alter Pilger- und Handelsstraßen, das vom englischen Canterbury über Reims und Lausanne nach Rom führt. Die Route ist seit dem 9. Jahrhundert bekannt. Seit einigen Jahren erlebt der Frankenweg wie auch der Jakobsweg eine Renaissance.

Deutscher Filmpreis künftig auch für "Visuelle Effekte"

Beim Deutschen Filmpreis gibt es künftig auch eine Auszeichnung in der Kategorie "Beste visuelle Effekte und Animation". Visuelle Effekte gehörten inzwischen zum Standardrepertoire erfolgreicher Filmproduktionen und würden immer wichtiger, erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Den neuen Preis, der mit 10 000 Euro dotiert ist, beschloss sie gemeinsam mit der Deutschen Filmakademie. Deutsche Firmen seien in diesen Technologien international sehr gefragt, so Grütters. Mit der neuen Preiskategorie solle diese Leistung gewürdigt werden. Die "Lolas", die wichtigste Auszeichnung für das deutsche Kino, werden das nächste Mal im April 2020 verliehen.

Verfassungsschutz mit Comedy gegen Salafisten

Der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz hat zwei Youtube-Kanäle zur Salafismus-Prävention gestartet. Wenn Salafisten wie der Islamische Staat ihre Propaganda ins Netz stellten, dann dürfe das nicht unwidersprochen bleiben, sagte Innenminister Herbert Reul bei der Vorstellung des Projekts auf der Spielemesse Gamescom in Köln. Der NRW-Verfassungsschutz ist die erste Sicherheitsbehörde in Deutschland mit eigenem Angebot gegen islamistische Propaganda auf der Videoplattform. Auf einem Kanal setze die Behörde auf Witz und Humor. Ziel des zweiten Youtube-Kanals sei es, Fakten gegen Lügen zu setzen. 32 Folgen seien für den Comedy-Kanal ("Jihadi Fool") und 16 für den Wissenskanal geplant.

Deutsche Direktorin muss Museum in Florenz verlassen

Die Deutsche Kunstexpertin Cecilie Hollberg hat wegen der Umkehr einer Museumsreform in Italien ihren Posten in der Galleria Dell'Accademia in Florenz verlassen. Sie sei "aus allen Wolken gefallen", als sie Anfang August vom vorzeitigen Ende ihres Vertrages erfahren habe, sagte Hollberg heute der Zeitung "Corriere della Sera". Die Galleria ist weltweit für Michelangelos David-Skulptur bekannt und gehört zu den meistbesuchten Museen in Italien. Hollberg hatte den Chefposten seit etwa vier Jahren inne und in dieser Zeit die Besucherzahlen nach oben geschraubt. Sie war eine der wenigen ausländischen Direktoren, die bei einer Museumsreform der sozialdemokratischen Vorgängerregierung eingesetzt wurden.

Interesse an Klassik steigt laut Orchestervereinigung

Deutschlands Orchester vermelden ein größeres Publikumsinteresse an klassischer Musik, insbesondere die Besucherzahlen bei Open-Air-Konzerten seien ein Beleg, dass Klassik auf dem Erfolgskurs sei, sagte der Geschäftsführer der Deutschen Orchestervereinigung, Gerald Mertens. Allein zum Open-Air-Konzert der Berliner Philharmoniker am Brandenburger Tor unter dem neuen Chefdirigenten Kirill Petrenko würden am kommenden Samstag über 30.000 Menschen erwartet. Weiter verwies Mertens auf "45.000 Besucher bei der Oper für alle mit Deutscher Staatsoper und Staatskapelle Berlin auf dem Bebelplatz im Juni und 75.000 Besucher im Nürnberger Luitpoldhain bei den Nürnberger Philharmonikern." Diese Tausenden Musikliebhaber tauchten jedoch bislang in keiner offiziellen Besucherstatistik auf, denn der Eintritt zu vielen großen Klassik-Open-Air-Veranstaltungen sei frei, sagte der Geschäftsführer.

Polnischer Filmproduzent Wozniak-Starak ist tot

Wie die polnische Polizei mitteilte, hatten Rettungskräfte die Leiche des seit einem Bootsunfall vermissten 39-Jährigen im Kisajno-See im Nordosten des Landes gefunden. Der Filmproduzent war am frühen Sonntagmorgen von einem Motorboot in den See gefallen. Eine 27-jährige Frau, die sich ebenfalls auf dem Boot befand, konnte sich ans Ufer retten. Zu den bekanntesten von Wozniak-Starak produzierten Filmen zählen "Götter" von Regisseur Lukasz Palkowski (2014) und "Die Kunst der Liebe" (2017) von Regisseurin Maria Sadowska.

"Systemsprenger" geht ins Oscar-Rennen

Der Spielfilm "Systemsprenger" von Nora Fingscheidt geht für Deutschland ins Oscar-Rennen. Er wurde unter sieben Bewerbern als Kandidat für die Kategorie bester nicht-englischsprachiger Film ausgewählt. Dies teilte German Films, die Auslandsvertretung des deutschen Films, in München mit. Auf der Bewerber-Liste standen sieben Filme, darunter die Hape-Kerkeling-Biografie "Der Junge muss an die frische Luft" von Regisseurin Caroline Link und "Lara" von Jan-Ole Gerster. Die Oscar-Akademie wählt im Januar 2020 fünf Bewerber-Filme aus, die offiziell für den Oscar für den besten fremdsprachigen Film nominiert werden.

Bolsonaro stoppt Ausschreibungen für LGBT-Filme

Brasiliens Präsident Jair Messias Bolsonaro hat Ausschreibungen für TV-Serien mit LGBT-Themen für das öffentliche Fernsehen gestoppt. Das berichten brasilianische Medien. Nach Regierungsangaben sollen nun neue Kriterien für die öffentliche Filmförderung ausgearbeitet werden, hieß es. Bolsonaro hatte zuvor angekündigt, keine öffentlichen Gelder für "Sex-Filme" bereitstellen zu wollen. Der Präsident hatte explizit drei geförderte Filme kritisiert, die über das Leben von trans- und homosexuellen Personen erzählen. Zudem drohte er, die für das Auswahlverfahren zuständigen Mitarbeiter der staatliche Filmagentur Ancine "zu köpfen", also zu entlassen. Vertreter der Filmbranche warnten vor einer Zensur durch die Regierung.

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