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Kulturnachrichten

Montag, 15. Juli 2019

Deutschland gibt geraubtes Gemälde an Uffizien zurück

Deutschland gibt das im Zweiten Weltkrieg aus den Uffizien in Florenz geraubte Gemälde "Vaso di Fiori" diesen Freitag an Italien zurück. Für die Übergabe der "Blumenvase" des holländischen Malers Jan van Huysum (1682-1749) werden Außenminister Heiko Maas (SPD) und sein italienischer Amtskollege Enzo Moavero nach Florenz reisen, wie das Kulturministerium am Montag in Rom mitteilte. Bei der Übergabe wird auch der deutsche Leiter der Gemäldegalerie, Eike Schmidt, dabei sein. Das Werk wurde nach Angaben der Uffizien von Soldaten der Wehrmacht aus dem Palazzo Pitti geraubt. Schmidt hatte zu Beginn des Jahres an Deutschland appelliert, alles dafür zu tun, dass das Bild nach Italien zurückkomme. Es sei "offenkundig", dass es sich um NS-Raubkunst handelt. In Deutschland war es zuletzt im Privatbesitz.

Hohenzollern: Sammlungen in Museen bleiben erhalten

Die Hohenzollern wollen die historischen Sammlungen in den Museen für die Öffentlichkeit erhalten. Das geht aus einer Erklärung ihres Anwalts Markus Hennig hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. "Das Haus Hohenzollern hat in den Gesprächen wiederholt zum Ausdruck gebracht, dass es seiner historischen Verantwortung und Aufgabe Rechnung trägt", heißt es darin. "Entgegen verschiedener Berichte ist es aus Sicht des Hauses das primäre Ziel, die Sammlungen in den bestehenden Museen zu erhalten und der Öffentlichkeit weiterhin zugänglich zu machen." Das Haus Hohenzollern, deren Chef der Ururenkel des letzten deutschen Kaisers ist, verhandelt mit Bund, Berlin und Brandenburg über die Rückgabe zahlreicher Kunstobjekte.

Offenbar Leiche von Charles Levin gefunden

In einer abgelegenen Gegend in Oregon ist eine Leiche gefunden worden, bei der es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um den vermissten US-Schauspieler Charles Levin handelt. Das teilte die Behörde  für öffentliche Sicherheit der Kleinstadt Grants Pass mit. In dem Ort war der 70-jährige Darsteller vor einer Woche von seinem Sohn vermisst gemeldet worden. Levin hatte vor allem etliche TV-Rollen in Sitcoms wie "Seinfeld" und "Harrys wundersames Strafgericht" gespielt.

Antikenmuseen geben gegenseitig Werke zurück

Nach mehr als 70 Jahren sind 26 im jeweils anderen Museum vermisste Stücke der Antikensammlungen in Dresden und Berlin wieder an ihrem ursprünglichen Ort. Im Zuge der Provenienzforschung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) und der Staatlichen Museen zu Berlin wurden zwölf der Objekte in die Hauptstadt sowie 14 Stücke in die Elbestadt zurückgegeben, wie die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) und die SKD am Montag mitteilten. Die Antiken waren von sowjetischen Trophäenkommissionen 1945 beschlagnahmt und bei der Rückgabe durch die Sowjetunion an die DDR 1958 irrtümlich der falschen Antikensammlung zugeordnet worden. In die Berliner Antikensammlung kehrten mehrere Kleinbronzen, aus Knochen gefertigte Geräte wie Löffel, ein Siegel aus Steatit und eine Tonkanne zurück. Der Dresdner Antikenbestand bekommt zwei Bronzestatuetten, mehrere Bronzegefäße und -geräte sowie als bedeutendstes Stück ein marmornes Relieffragment mit der Darstellung eines bärtigen Männerkopfs. Es stammt aus der um 1900 in Ägypten entstandenen Sammlung des Unternehmers Ernst von Sieglin.

OVG entscheidet gegen Telekom

Die Deutsche Telekom muss ihre "StreamOn"-Tarife nach einer Gerichtsentscheidung ändern. Der Datenverkehr werde nicht wie vorgeschrieben gleichbehandelt - dies sei ein Verstoß gegen die Netzneutralität, teilte das Oberverwaltungsgericht in Münster mit und gab in dem sogenannten Eilverfahren der Bundesnetzagentur recht. Zudem würden EU-Roamingregeln nicht eingehalten. Bei "StreamOn" wird der Datenverbrauch bei bestimmten Apps nicht auf das Monatsvolumen angerechnet. Allerdings drosselt die Telekom die Übertragungsrate. Diese "Videodrossel" stört die Netzagentur und das OVG, da hierbei Datenströme eben nicht gleichbehandelt würden. Der Beschluss der Münsteraner Richter ist die zweite und höchste Instanz des Eilverfahrens. Er ist unanfechtbar. Ein Sprecher der Netzagentur zeigte sich nach der Entscheidung erfreut. Die Telekom will die Gerichtsentscheidung prüfen. Bei Konkurrent Vodafone steht - ebenfalls wegen nicht eingehaltener EU-Roamingregeln - noch ein Gerichtsurteil aus.

Kunstsammler Frieder Burda ist tot

Der Kunstsammler und Mäzen Frieder Burda ist tot. Der Gründer des nach ihm benannten Museums in Baden-Baden starb nach längerer Krankheit im Kreise seiner Familie in der Kurstadt. Burda wurde 83 Jahre alt. Zur Todesursache wurden keine Angaben gemacht. "Mit Frieder Burda verliert die Kunstwelt einen ihrer großen Sammler, der seine Liebe und Begeisterung für die Kunst immer mit besonders vielen Menschen teilen wollte", erklärte das Museum in einer Würdigung. Er sei für seine Mitarbeiter ein Vorbild an Bescheidenheit und Menschlichkeit gewesen. Als Privatmensch habe er es vermocht, Familie und Freunde immer wieder neu zusammenzuführen. Burda wurde am 29. April 1936 als Sohn des Verlegerehepaars Franz und Aenne Burda in Gengenbach geboren. Zunächst absolvierte er eine Drucker- und Verlagslehre und später eine Ausbildung als Kaufmann im Konzern. Ende der 60er Jahre begann er damit, Kunst zu sammeln. Sein jüngerer Bruder Hubert Burda übernahm den Druck- und Verlagsbereich.

Künstlernachlässe als Kulturgut schützen

Die Nachlässe von regional wichtigen Künstlern sollten als Kulturgut anerkannt und geschützt werden. Dafür haben sich die Kulturstiftung der Länder sowie der Bundesverband Künstlernachlässe in Berlin ausgesprochen. Bundesweit werde in den kommenden Jahren mit der Übergabe von mehreren Tausend Nach- und Vorlässen von Künstlern gerechnet. "Nicht jeder Künstler bekommt sein eigenes Museum und nicht jeder Nachlass kann in eine Museumssammlung übergehen", sagte der Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder, Markus Hilgert. Zahlreiche Kreative und Kunstschaffende, die international weniger bekannt sind, spielten jedoch für das kulturelle Selbstverständnis einzelner Orte oder Regionen in Deutschland eine große Rolle. Deren Werk sollte - am besten schon zu Lebzeiten - systematisch erfasst und digitalisiert sowie als schützenswertes Kulturgut anerkannt werden. Nötig sei dafür eine stärkere Förderung durch öffentliche Gelder, betonte Hilgert.

Reste einer mittelalterlichen Kirche entdeckt

Archäologen haben Reste einer sehr alten Kirche entdeckt. Außerdem wurden etwa 2200 Jahre alte Scherben von Gefäßen gefunden. Der Ort der Grabungen bei Marienborn (Landkreis Börde) war in der römischen Kaiserzeit und im frühen Mittelalter ein wichtiger Siedlungsort, wie der Archäologe Götz Alper erklärte. Die Kirche sei im 12. Jahrhundert durch eine kleinere ersetzt worden, so Alper unter Hinweis auf historische Aufzeichnungen. Von dem jüngeren Sakralbau fanden die Archäologen während ihrer viermonatigen Grabungen unter anderem Dachziegelstücke und Scherben von Fenstern. Aufzeichnungen zufolge hieß das zu der Kirche einst gehörige Dorf "Twelven". Die Grabungsfunde sollen später im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle gezeigt werden. Das Museum beherbergt auch die rund 3600 Jahre alte "Himmelsscheibe von Nebra", die zum Unesco-Weltdokumentenerbe gehört.

"Revolverheld" kritisiert Gloria von Thurn und Taxis

Die deutsche Pop-Rock-Band "Revolverheld" hat bei den Schlossfestspielen in Regensburg Hausherrin Gloria von Thurn und Taxis kritisiert. "Wir spielen hier auf dem Grund einer Frau, mit deren Werten wir überhaupt nicht übereinstimmen", sagte Sänger Johannes Strate einem Video auf der Facebook-Seite der Band zufolge. Explizit warb er für die Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer. Nächstenliebe bedeute, Menschen unabhängig von Herkunft und Religion mit offenen Armen zu empfangen "und nicht elendiglich im Mittelmeer verrecken" zu lassen. Kritik übte Strate auch an Steve Bannon, mit dem Gloria von Thurn und Taxis Kontakt gehabt haben soll. Er sei "ein lupenreiner Rassist". Die Hausherrin selbst war beim Konzert nicht anwesend. Dem BR sagte sie hinterher, sie sehe das Statement ganz locker. "Wahrscheinlich haben sie sich das gut überlegt und gesagt, das müssen wir jetzt machen, wir sind schließlich Künstler. Und Gott sei Dank kann man heute noch seine Meinung sagen. Insofern können wir da ganz froh sein." Die "Mittelbayerische" zitierte sie mit den Worten: "Ich denke, dass sie sich auf das beziehen, was sie in der Zeitung lesen, und wahrscheinlich hat die Zeitung wie immer übertrieben."

Der unbekannte Humboldt-Schatz

Am 14. September wäre Alexander von Humboldt 250 Jahre alt geworden.
Aus diesem Anlass erscheinen jetzt erstmals die "Sämtlichen Schriften" des Naturforschers. Ein internationeals Wissenschaftlerteam um Oliver Lubrich hat sie über Jahre auf der ganzen Welt gesammelt und dabe auch nach größtenteils vergessenen Texten des Natur- und Kulturforschers gesucht. Sie fanden 3.600 Artikel, Aufsätze und Briefe, die zu Humboldts Lebzeiten veröffentlicht wurden. 95 Prozent der "Sämtlichen Schriften" aber, die dtv am 19. Juli in zehn Bänden veröffentlicht, wurden nach Humboldts Tod nie wieder gedruckt. In ihnen sind viele neue, bisher ungekannte Facetten verborgen. "Was wir heute wieder entdecken, das ist diese vollkommen kreative, unerwartete Fähigkeit, Botanik mit Migration zusammen zu denken, oder sozioökonomische Faktoren mit meteorologischen, um dann den Klimawandel zu begreifen", so Lubrich. Die fächerübergreifenden Fragen und Lösungswege machten Humboldt besonders aktuell - schließlich ließen sich auch heutige Fragestellungen nur derart lösen.

Paul McCartney holt Ringo Starr auf die Bühne

Paul McCartney hat bei einem Konzert in Los Angeles zur Überraschung der Fans seinen früheren Beatles-Kollegen Ringo Starr auf die Bühne geholt. Der 79 Jährige setzte sich anschließend ans Schlagzeug. Die beiden letzten noch lebenden Beatles spielten zusammen die Nummern "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band" und "Helter Skelter". Der inzwischen 77 Jahre alte McCartney ist derzeit mit seiner «Freshen Up»-Tour unterwegs durch Amerika. Im Dodger-Stadion in Los Angeles spielte er nach Medienberichten über drei Stunden lang seine größten Hits.

Sammelbildhersteller Panini steht vor dem Verkauf

Der italienische Sammelbildhersteller Panini steht laut einem Zeitungsbericht vor dem Verkauf in die USA. Das berichtet die "La Republica". Insgesamt hat Panini 400 Sammelhefte in 120 Ländern im Angebot, zumeist Sport aber auch Comics. Wie die Zeitung berichtet, habe der jetzige Firmenchef Aldo Sallustro bereits länger nach Käufern gesucht, allerdings einen Verkaufspreis von rund einer Milliarde Euro aufgerufen. Aus den USA sei nun ein enstprechendes Angebot eingegangen. Eine grundsätzliche Verständigung sei bei einem Treffen in Modena erreicht worden. Einen offizielle Bestätigung steht noch aus.

Museen zum Gedenken an Putschversuch in der Türkei

Zum Gedenken an den Putschversuch in der Türkei vor drei Jahren eröffnen in Istanbul und Ankara zwei Museen. Dort werden nach Medienberichten unter anderem durch Fotografien und Videoinstallationen die Abläufe des Putschversuchs vom 15. Juli 2016 dargestellt. In Istanbul sind demnach auch persönliche Gegenstände der Opfer ausgestellt. Bei dem Umsturzversuch kamen mehr als 200 Menschen ums Leben. Präsident Erdogan macht den in den USA lebenden islamischen Prediger Gülen für den Putschversuch verantwortlich.

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