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Donnerstag, 12.12.2019
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 12. Juli 2019

Grundsäulen der Großen Synagoge von Vilnius gefunden

Ein internationales Team von Archäologen hat in Litauen die Fundamente von zwei Grundsäulen der einstigen Großen Synagoge von Vilnius aus dem 17. Jahrhundert gefunden. "Diese Säulen waren früher neun Meter hoch. Der enthüllte Ort ist etwas Besonderes - hier würde der Rabbi während des Gebets stehen", erklärte der leitende Archäologe Jon Seligman in einer Mitteilung. Vor dem Zweiten Weltkrieg waren 40 Prozent der Einwohner von Vilnius Juden. Die Stadt galt auch als "Jerusalem des Nordens" und die Große Synagoge von Vilnius galt als größtes und wichtigstes Bauwerk des litauischen Judentums. Während der deutschen Besatzung ermordeten die Nationalsozialisten und einheimische Helfer mehr als 90 Prozent aller damals rund 200 000 in Litauen lebenden Juden. Die Ruine der im Krieg zerstörten Synagoge musste in der Sowjetzeit dem Bau einer Grundschule weichen. Darunter finden noch bis zum 19. Juli Ausgrabungen statt. Beteiligt daran sind den Angaben zufolge Archäologen aus den USA, Israel und Litauen.

Britische Musiker, Labels und Studios erklären den Klimanotstand

Ein Reihe britischer Musiker, Labels und Studios hat den Klimanotstand ausgerufen. Das Kollektiv namens Music Declares Emergency (Musik erklärt den Notstand) teilte mit, die Musikindustrie habe bislang eine geschlossene Antwort auf den Klimawandel vermissen lassen. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem die Gruppen Radiohead und Pretenders sowie die Plattenlabels Sony, Decca, Polydor und Universal. Die Unterzeichner "erkennen den Einfluss der Musikindustrie auf die Umwelt an" und seien bemüht, Notmaßnahmen zu ergreifen, um diese abzustellen, heißt es in der Erklärung. Die britische Regierung sei aufgerufen, den Verlust der Biodiversität umzukehren und die Klimaneutralität bis zum Jahr 2030 zu erreichen.

Die Akademie der Künste in Berlin hat 17 neue Mitglieder

Die Akademie der Künste hat 17 neue Mitglieder, davon 10 Frauen, in ihre Künstlersozietät gewählt. Die Wahlen fanden auf der 53. Mitgliederversammlung der Akademie in Berlin statt. Alle neu hinzugewählten Mitglieder haben in der Zwischenzeit die Wahl angenommen. Candice Breitz, Katharina Fritsch, Nanne Meyer und Adrian Piper wurden in die Sektion Bildende Kunst gewählt. Die Sektion Musik hat Annette Schmucki und Jennifer Walshe neu aufgenommen. Ulrike Draesner, Thomas Hettche, Robert Menasse, Lothar Trolle und Cécile Wajsbrot sind neue Mitglieder der Sektion Literatur. Herbert Fritsch und Thomas Ostermeier sind zukünftig in der Sektion Darstellende Kunst vertreten. Die Sektion Film- und Medienkunst hat Claudia von Alemann, Sławomir Idziak, Paul Plamper und Gundula Schulze Eldowy aufgenommen. Die Sektion Baukunst hat in diesem Jahr keine neuen Mitglieder vorgeschlagen. Insgesamt zählt die Akademie der Künste nun 428 Mitglieder.

Rheingau-Musik-Preis für Kammerphilharmonie Bremen und Paavo Järvi

Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen und ihr künstlerischer Leiter Paavo Järvi sind mit dem Rheingau-Musik-Preis 2019 ausgezeichnet worden. Das Orchester und sein estnischer Dirigent seien eine musikalische Ausnahmeerscheinung, sagte die hessische Staatssekretärin für Wissenschaft und Kunst, Ayse Asar, bei der Preisverleihung im Kurhaus Wiesbaden. Auch das Engagement für die musikalische Bildung von Kindern und Jugendlichen habe Vorbildcharakter in ganz Deutschland und darüber hinaus. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wird seit 1994 jährlich vergeben.

Geraubtes Gemälde nach mehr als 45 Jahren entdeckt

Nach mehr als 45 Jahren ist ein aus der Kirche St.-Marie-Madeleine im französischen Marcoussis gestohlenes Gemälde in einem Wiesbadener Auktionshaus aufgetaucht. Ein französischer Restaurator habe das Kunstwerk "Jesus bei Martha und Maria" des Malers Théodore Chasseriau im Internet entdeckt, teilte die Polizei in Wiesbaden mit. Nach einem Hinweis des französischen Kultusministeriums im Mai habe das Bundeskriminalamt angeregt, das Gemälde wegen des Verdachts der Hehlerei sicherzustellen. Der Besitzer des Kunstwerks gab an, das Gemälde geerbt und sich nun für den Verkauf entschieden zu haben. Der Wert des Gemäldes kann den Angaben zufolge nicht genau beziffert werden, da es aus dem Rahmen herausgetrennt worden und leichte beschädigt sei. Zudem fehle eine Signatur. Auf dem Kunstmarkt werden andere Gemälde des Künstlers demnach aber ab 10.000 Euro gehandelt.

US-Gericht lässt Verfahren um Welfenschatz zu

Im Rechtsstreit um den millionenschweren Welfenschatz hat die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) einen Rückschlag hinnehmen müssen. Wie die Stiftung in Berlin mitteilte, lehnte der Court of Appeals in den USA es am Donnerstag ab, ein Gerichtsverfahren um den Schatz bis zur Klärung der Zuständigkeit zu stoppen. Damit werde voraussichtlich demnächst das Beweiserhebungsverfahren in der Sache beginnen. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz plant nun beim Obersten Bundesgerichtshof der USA (U.S. Supreme Court) beantragen, die Unzulässigkeit der Klage auf Herausgabe des Welfenschatzes festzustellen, erklärte Präsident Hermann Parzinger. Nach Auffassung der Stiftung sind für diesen Fall amerikanische Gerichte nicht zuständig. Auch sei die Klage in der Sache unbegründet, da der Verkauf des Welfenschatzes 1935 kein NS-verfolgungsbedingter Zwangsverkauf gewesen sei.

Haus Hohenzollern verlangt Kunstwerke zurück

Das Adelshaus Hohenzollern und die öffentliche Hand streiten in erst jetzt bekannt gewordenen geheimen Verhandlungen seit Jahren über Kunstgegenstände von historischer Bedeutung. "Zur Zeit liegen die Verhandlungspositionen immer noch sehr weit auseinander", ließ Kulturstaatsministerin Monika Grütters mitteilen. Laut Berliner "Tagesspiegel" geht es um tausende Kunstwerke von teils nationaler Bedeutung aus öffentlichen Museen in Berlin und Brandenburg. Nach Angaben der Kulturbeauftragten sind Sammlungsobjekte Gegenstand, die sich heute vor allem bei der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und beim Deutschen Historischen Museum befinden.

Karl-Sczuka-Hörspielpreis verliehen

Der Karl-Sczuka-Preis des SWR geht in diesem Jahr an Ulrike Janssen und Marc Matter für das Hörspiel "Meerschallschwamm und Schweigefang". Die Regisseurin und der Klangkünstler erhalten die mit 12 500 Euro verbundene Auszeichnung am 20. Oktober bei den Donaueschinger Musiktagen, teilte der Südwestrundfunk mit. Die Jury würdigte die Autorenproduktion für Deutschlandfunk Kultur als eine spielerische Sprachkomposition, die mit subtilem Humor eine Führung durch ein imaginäres Museum kurioser Apparaturen zur Schallaufzeichnung und Klangwandlung entwerfe. Der Karl-Sczuka-Preis gehört zu den bedeutendsten Hörfunkauszeichnungen in Deutschland.

Mikhail Agrest wird Musikdirektor in Stuttgart

Nach 35 Jahren bekommt das Stuttgarter Ballett einen neuen Musikdirektor und Dirigenten: Mikhail Agrest werde das Amt im September 2020 von James Tuggle übernehmen, kündigte das Staatstheater an. Der gebürtige Russe hat in den USA studiert, bevor er seine Dirigierstudien in Sankt Petersburg verfeinerte. Mit dem Orchester des Mariinski-Theaters, bei dem er seit 2001 als Dirigent arbeitet, ging er im selben Jahr auf Tournee nach Europa, Japan, in den Fernen Osten und die USA. Sein Operndebüt gab Agrest 2008 mit Puccinis "Tosca" an der Königlichen Oper Schweden, er stand zudem unter anderem in London, Paris, Houston, Neapel, Dresden und Helsinki am Dirigentenpult.

Grütters weist Vorwürfe gegen Deutsche Welle zurück

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat die von einer türkischen Denkfabrik erhobenen Vorwürfe gegen die Deutsche Welle zurückgewiesen. Der Hörfunksender trete mit objektivem und unabhängigem Qualitätsjournalismus weltweit für demokratische Werte und für die Wahrung fundamentaler Menschenrechte ein, erklärte die CDU-Politikerin in Berlin. Unabhängige Berichterstattung müsse gerade auch gegenüber staatlichen Institutionen unbequem sein können. Die als regierungsnah geltende türkische Stiftung Seta hatte der Deutschen Welle und anderen Medien einseitige und "ideologische" Berichterstattung über die Türkei vorgeworfen.

Neue Preisträger der Akademie für Sprache und Dichtung

Nach der Bekanntgabe des Georg-Büchner-Preisträgers hat die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung die Gewinner von zwei weiteren hoch dotierten Auszeichnungen bekanntgegeben. Die Literaturwissenschaftlerin Daniela Strigl erhält den Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik, wie die Akademie mitteilte. Der Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa geht an den Philosophen Thomas Macho. Strigl wie Macho sind in Wien geboren und erhalten die mit 20 000 Euro dotierten Auszeichnungen am 2. November. Am selben Tag wird auch der Georg-Büchner-Preis an den Schweizer Autoren Lukas Bärfuss vergeben.

Merkel bei Eröffnung der James-Simon-Galerie

In Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde die James-Simon-Galerie als neuer Zugang zur Berliner Museumsinsel eröffnet. Das 134 Millionen Euro teure Gebäude von Stararchitekt David Chipperfield dient künftig nicht nur als zentraler Empfang und Servicestation des zum Weltkulturerbe zählenden Ensembles aus Pergamonmuseum, Alter Nationalgalerie, Bode Museum, Altem Museum und Neuem Museum. Für die jährlich zuletzt knapp 2,5 Millionen Besucher beginnt in der Galerie zudem die neue archäologische Promenade, die die einstmals über Brücken untereinander verbundenen Gebäude künftig unterirdisch anbinden soll.

R. Kelly erneut verhaftet

Der US-Sänger R. Kelly ist wegen des Verdachts auf Kinderpornographie und weiterer Vergehen erneut verhaftet worden. Wie die Zeitung "New York Times" berichtete, nahm die US-Bundespolizei den 52-Jährigen in Chicago fest. Insgesamt wirft die Staatsanwaltschaft Kelly demnach 13 weitere Vergehen vor, darunter auch Verführung einer Minderjährigen und Justizbehinderung. Kelly war bereits im Februar wegen schweren sexuellen Missbrauchs in zehn Fällen verhaftet worden, er befand sich bisher gegen Kaution auf freiem Fuß. Bei einem Schuldspruch drohen ihm bis zu 30 Jahre Haft.

David Bowies Ziggy Stardust als Barbie

Ein halbes Jahrhundert nach der Veröffentlichung von David Bowies Album "Space Oddity" widmet der Hersteller der Barbie-Puppe der britischen Pop-Ikone eine Figur. Sie trägt ein Outfit, das dem von Bowies Kunstfigur Ziggy Stardust aus den frühen 70er Jahren nachempfunden ist - stilecht mit metallischem Raumanzug und roten Plateau-Stiefeln. Das teilte die Firma auf ihrer Webseite mit. Die Puppe zu Bowies Ehren gebe es nur in limitierter Auflage.

Unesco-Welterbe-Region soll Urlaubsgebiet werden

Brasiliens Präsident Jair Messias Bolsonaro will ein Naturschutzgebiet südlich von Rio de Janeiro in ein Urlaubsparadies nach dem Vorbild der mexikanischen Kasino-Stadt Cancun verwandeln. Das berichten örtliche. Erst vor wenigen Tagen hatte die Unesco der Region aufgrund ihrer Biodiversität und ihrer kulturellen Bedeutung den Welterbe-Titel verliehen. Bolsonaro war 2012 in dem Schutzgebiet beim illegalen Fischen erwischt worden.

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