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Montag, 09.12.2019
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 2. Juli 2019

Schachfigur aus der Wikingerzeit versteigert

Eine Schachfigur aus der Wikingerzeit ist bei einer Auktion in London für 735 000 Pfund versteigert worden. Die im 12. Jahrhundert geschnitzte Turmfigur aus Walrosszahn ging an einen unbekannten Bieter, wie das Auktionshaus Sotheby's mitteilte. Ein Antiquitätenhändler hatte sie 1964 in Schottland für fünf Pfund erstanden, ohne ihre wirkliche Bedeutung zu erkennen. Der Turm gehört den Angaben zufolge zu einer 1831 auf der schottischen Hebrideninsel Lewis entdeckten Sammlung von 93 ausdrucksstarken Schachfiguren. Die meisten von ihnen befinden sich heute im British Museum in London und im schottischen Nationalmuseum in Edinburgh. Fünf Figuren galten bislang als verschollen. Der jetzt versteigerte Turm ist die erste von ihnen, die wiedergefunden wurde.

Lena wegen Anti-Mobbing-Engagements ausgezeichnet

Für ihr couragiertes Eintreten gegen Mobbing und Hass im Internet ist Lena Meyer-Landrut mit dem Bildungspreis der Hochschule Ansbach ausgezeichnet worden. Mit ihrem Eintreten für Toleranz und Respekt trage Lena, die 2010 den Eurovision Song Contest für Deutschland gewann, zu einer positiven Persönlichkeitsbildung vieler Menschen bei, sagte die Präsidentin der Hochschule, Ute Ambrosius. Neben dem Preisgeld von 2500 Euro ist mit der Auszeichnung die Namenspatenschaft für einen Hörsaal auf dem Campus der mittelfränkischen Stadt verbunden. Das Geld spendet die Musikerin für das von ihr betreute Projekt "After School Hustle" für Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien. In kostenlosen Workshops werden diese dabei auf das Berufsleben vorbereitet. In seiner Laudatio sagte der bei der ARD für den Eurovision Song Contest zuständige Thomas Schreiber, Lena habe in den sozialen Medien so viel Häme, Hass, Neid und üble Nachrede erlebt wie kaum eine andere öffentliche Person in Deutschland. "Dass Du Dich wehrst, dass Du deine Verletzlichkeit öffentlich machst, dafür hast Du den Preis längst verdient."

Geburtsstätte Jesu Christi bleibt Unesco-Welterbe

Die Unesco hat die Geburtsstätte Jesu Christi von der Liste des bedrohten Weltkulturerbes genommen. Das teilte das in Baku tagende Welterbekomitee mit. Die Geburtsstätte Jesu Christi in Bethlehem zählt demnach seit 2012 zum Welterbe und wurde seitdem auf der Liste des gefährdeten Erbes geführt. Der zunehmende bauliche Verfall der Geburtskirche, der wachsende Tourismus und ein Tunnelbauprojekt hatten die Stätte bedroht. Inzwischen wurden umfassende Restaurierungsarbeiten an der Kirche vorgenommen. Die Welterbestätte umfasst laut der Unesco die Geburtskirche in Bethlehem, die umliegenden Klöster mit ihren Glockentürmen und Terrassengärten sowie den Pilgerweg, der sich vom Damaskustor in Jerusalem bis zur Geburtskirche erstreckt.

Ungarn verabschiedet umstrittenes Hochschulgesetz

Das ungarische Parlament hat ein umstrittenes Hochschulgesetz verabschiedet. Die Mehrheit der Abgeordneten stimmte für das Gesetz, das ein bedeutendes Netzwerk von Forschungseinrichtungen der Kontrolle durch die Regierung unterstellt. Wissenschaftler sehen darin einen Angriff auf die Freiheit von Wissenschaft und Forschung. Das Gesetz soll die fast 200 Jahre alte Ungarische Akademie der Wissenschaften (MTA) reformieren. Ein neues Gremium, dessen Mitglieder durch die Regierung ernannt werden, soll künftig für die Verwaltung der Forschungsgelder zuständig sein. Auch Teile des Grundbesitzes und der allgemeinen Verwaltung der MTA sollen der Kontrolle dieses Gremiums unterliegen. Die Reform widerspreche "den europäischen Grundsätzen der Forschungsfinanzierung und bedroht die Freiheit der Wissenschaft", kritisierte der Direktor der Akademie, Laszlo Lovasz. Er befürchte zudem, andere Regierungen in der EU, "die Einfluss auf Forscher ausüben wollen", könnten sich davon inspirieren lassen.

Medienpreis für Ehepaar Klarsfeld

Beate und Serge Klarsfeld erhalten morgen Abend in Paris den Deutsch-Französischen Medienpreis 2019. Sie werden für ihr Lebenswerk und für ihr Engagement gegen Antisemitismus und Rassismus ausgezeichnet. Bei der Ankündigung der Auszeichnung sagte der Vorsitzende des Deutsch-Französischen Journalistenpreises, Thomas Kleist, das Ehepaar Klarsfeld sei seit Jahrzehnten "Vorbild für den Kampf gegen das Vergessen, für Menschlichkeit und gegen Nationalismus". Die Klarsfelds hätten sich immer an der Seite der Opfer für Wahrheit und Gerechtigkeit eingesetzt, so der Intendant des Saarländischen Rundfunks. Dafür könne man ihnen angesichts der aktuellen Entwicklungen nur dankbar sein. Der Medienpreis wird seit 1983 an Persönlichkeiten oder Organisationen vergeben, die sich besonders um die deutsch-französische und europäische Einigung verdient gemacht haben.

Streit um Mondrian-Bilder in Krefeld

Vier Gemälde des niederländischen Malers Piet Mondrian befinden sich nach Überzeugung der Stadt Krefeld rechtmäßig im Besitz der städtischen Kunstmuseen. Diese Haltung werde durch ein Gutachten zur Herkunft der Bilder gestützt, erklärten Vertreter der Stadt. Demnach spreche viel dafür dass die abstrakten Gemälde bereits 1929 in der Stadt waren, die seinerzeit eine Hochburg der Moderne war. Die in den Vereinigten Staaten lebenden Nachfahren der Mondrian-Erben verlangen die Herausgabe und drohen mit einer Klage in den USA. Der Anwalt der Stadt, Peter Raue, erklärte, die Gegenseite habe bislang kaum mehr als Mutmaßungen und unbelegte Verdächtigungen vorgelegt. Die Kunstwerke seien nach seiner Überzeugung rechtmäßig in den Besitz des Museums gekommen. Alle Indizien sprächen dafür. Zudem seien die Ansprüche der Erben verjährt. Einen schriftlichen Beleg über die Herkunft der Bilder oder einen Kaufvertrag gibt es nicht.

Neuer Direktor für Zentrum für verfolgte Künste

Der Kunsthistoriker Jürgen Joseph Kaumkötter wird neuer Direktor des Zentrums für verfolgte Künste. Er wurde einstimmig zum Nachfolger von Rolf Jessewitsch gewählt. Kaumkötter sei anerkannter Experte der verfolgten Künste und seit Gründung des Zentrums 2015 als Kurator verantwortlich für das Ausstellungsprogramm. Aktuell berät Kaumkötter als Experte für die Kunst der Schoah in der spanischen TV Serie "This is Art". 2018 produzierte er gemeinsam mit dem Museum of Contemporary Art Krakau (Mocak) den Dokumentarfilm "Kichka. Life is a Cartoon" über die Auswirkungen des Holocaust auf die nachfolgenden Generationen. Das Mocak in Krakau berief ihn Anfang dieses Jahres in seinen Aufsichtsrat.

Wien bleibt auf Roter Liste des Weltkulturerbes

Das historische Zentrum von Wien bleibt auf der Roten Liste des gefährdeten Welterbes. Das hat das Unesco-Welterbekomitees im aserbaidschanischen Baku entschieden. Der Stadt mit einem zweijährigen Moratorium Zeit gegeben werden, um Maßnahmen zum Erhalt der Welterbestätte umzusetzen. Anlass der Vorbehalte ist ein Hochhaus-Projekt, das die historische Stadtsilhouette nach Meinung der Unesco beeinträchtigen würde. Das 66 Meter hohe Gebäude soll am Rand des Zentrums nahe der berühmten Ringstraße entstehen. Die Unesco kritisiert schon seit Jahren diese Pläne und hatte dringend empfohlen, das Gebäude höchstens 43 Meter hoch zu bauen. Wien mit seinem von Bauten aus dem 19. Jahrhundert geprägten Zentrum war 2017 auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes gekommen.

Sibylle Berg bekommt Thüringer Literaturpreis

Die Autorin Sibylle Berg wird mit dem Thüringer Literaturpreis ausgezeichnet. Das teilte die Staatskanzlei des Freistaates mit. Die Jury würdigte die in Weimar geborene Schriftstellerin für ihre Beschreibungen der politischen und gesellschaftlichen Veränderungen und ihre Auswirkungen auf die Menschen. Berg sei auch in den sozialen Medien aktiv und bringe mehrere Generationen zusammen. Der Thüringer Literaturpreis ist mit 12 000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre vergeben, in diesem Jahr am 3. September.

Brücke-Museum hat neuen Schmidt-Rottluff im Bestand

Das Brücke-Museum in Berlin hat ein bedeutendes Gemälde des Malers Karl Schmidt-Rottluff (1884-1976) für seine Sammlung erworben. Das Ölgemälde "Bildnis R.S. (Rosa Schapire)" stammt aus dem Jahr 1915. Es zeigt das Büstenporträt der Hamburger Kunsthistorikerin Rosa Schapire (1874-1954), die mit dem Künstler eng befreundet war. Das Gemälde sei ein zentrales Werk Schmidt-Rottluffs aus der Zeit, bevor er als Soldat in den Ersten Weltkrieg gezogen sei, teilte das Museum mit. Nur wenige Werke aus dieser Zeit seien noch vorhanden. Auch zwei Holzkästchen und ein Kissen von Karl Schmidt-Rottluff habe das Museum erwerben können. Für den Erwerb konnte das Museum, dessen Grundbestand auf eine Schenkung des Künstlers zurückgeht, auf Mittel der Karl und Emy Schmidt-Rottluff Stiftung sowie der Ernst von Siemens Kunststiftung zurückgreifen.

Warhol-Stiftung gewinnt Streit um Prince-Kunstwerk

Ein Porträt des Musikers Prince von Andy Warhol steht im Zentrum eines Rechtsstreits zwischen Kunst und Fotografie. Die renommierte Fotografin Lynn Goldsmith ging wegen eines mutmaßlichen Copyright-Verstoßes gegen die Stiftung von Andy Warhol vor. Ein US-Bezirksrichter entschied aber zugunsten des Pop-Art-Künstlers Warhol, da sein Werk sich deutlich von der Originalaufnahme in schwarz-weiß unterscheide. Goldsmith war vor Gericht gezogen, weil ihr eine Veröffentlichung des Warhol-Kunstwerks 2016 ihrer Ansicht nach eine hochkarätige Lizenzmöglichkeit nahm. Ihr Anwalt kündigte Berufung an. Mit dem Urteil werde das Aushöhlen von Rechten von Fotografen zugunsten von berühmten Künstlern fortgesetzt, die ihren Namen auf Arbeiten setzten, die normalerweise vom Fotografen abgeleitet würden.

Emotionale Nähe holt Menschen ins Konzert

Kulturinstitutionen sollten mehr auf die Bedürfnisse potentieller Besucher eingehen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Kulturwissenschaftlers und Kultursoziologen Martin Tröndle. Er hat erforscht, wieso manche Menschen Konzerte und Opernhäuser meiden –und so zu Nicht-Besuchern werden.Tröndle sagte im Deutschlandfunk, der typische Nicht-Besucher von Opern- und Konzerthäusern ist Wirtschaftswissenschaftler, hört Hip-Hop und Schlager und sitzt in seiner Freizeit gerne vor dem Computer. Potenzielle Konzertbesucher hingegen haben Eltern, die Kultur- oder Geisteswissenschaften studiert haben und sich mit Kultur auseinandersetzen. Erfahrene Nähe zur Kultur ist laut Tröndle ein entscheidender Faktor, der die Menschen ins Konzert lockt. Bei Festivalprogrammen, Konzertreihen oder Spielplänen sollten Kultureinrichtungen mehr an potentielle Besucher denken. Vielen Nicht-Besuchern fehlt auch nur eine Begleitung. Tröndle schlägt eine App vor, über die man sich zu einem Konzertbesuch oder Ähnlichem verabreden könnte. Für seine Untersuchung hat der Wissenschaftler 1.264 Menschen befragt.

Eisenmann dringt auf Zentralabitur

Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) fordert ein bundesweites Zentralabitur innerhalb von fünf bis zehn Jahren. Auch für andere Schulabschlüsse fordert sie zentrale Prüfungen. Das sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Außerdem solle es deutschlandweit einheitliche Regeln dafür geben, welche Fächer ins Abitur eingebracht werden können. Dafür seien vergleichbare Lehrpläne nötig. 2017 hatte Eisenmann sich noch gegen ein Zentralabitur ausgesprochen. Den Vorschlag von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU), mit Hilfe eines Nationalen Bildungsrats die Vergleichbarkeit zwischen den Ländern zu verstärken, lehnt Eisenmann ab. Der - noch zu gründende - Nationale Bildungsrat soll sich um viel diskutierte Probleme in Deutschland kümmern: die Unterschiede bei der Bildung zwischen den Bundesländern, die Vergleichbarkeit des Abiturs oder darum, wie ein Umzug von Familien mit Schulkindern von einem Bundesland in ein anderes erleichtert werden kann. Den Aufbau des Gremiums haben Union und SPD im Koalitionsvertrag vereinbart. Es soll aus Experten und Vertretern von Bund und Ländern bestehen, die dann Empfehlungen aussprechen.

Funde aus über 2500 Jahren in der Altstadt von Halle

Archäologen haben in der Altstadt von Halle Funde aus über 2500 Jahren geborgen. Drei Monate lang wurde in der Nähe des Marktes gegraben. Die Besiedlung von Halle reicht bis in die frühe Eisenzeit vor über 2500 Jahren zurück. Der Wohlstand der Stadt basierte auf Solequellen, die in der Stadt sprudelten. Hier wurde Salz gesiedet und weit über die Region verkauft. Die Archäologen fanden sogenannte technische Keramik, die zum Salzsieden diente. Zum Beispiel den Rest eines Solebeckens. Ebenso fanden sich Ringe und ein Kastenbrunnen aus dem Mittelalter. Aber auch Alltagsgestände aus dem 19. und 20. Jahrhundert, wie Mineralwasserflaschen aus Ton, ein Tintenfass und ein Federhalter.

Erstes Poster-Museum der USA eröffnet in New York

Die Museumsmetropole New York hat eine weitere Ausstellungshalle dazu bekommen. Das "Poster House" im Stadtteil Chelsea widmet sich nach eigenen Angaben als bislang erstes und einziges Museum in den USA exklusiv Plakaten. Zum Auftakt zeigt das Museum, das eine Sammlung mit rund 7000 Plakaten aus mehr als 100 Ländern besitzt, eine Ausstellung über den tschechischen Künstler Alphonse Mucha und eine über die deutsche Künstlergruppe Cyan. Die zehn Millionen Dollar die für Gründung des Museums und Renovierung des Hauses gebraucht wurden, kamen aus Spenden zusammen.

Neue Oscar-Akademie-Mitglieder eingeladen

Die deutschen Schauspieler Nina Hoss und Sebastian Koch können der Oscar-Akademie beitreten. Sie zählen zu den 842 Filmschaffenden, die von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences in diesem Jahr als neue Mitglieder eingeladen werden. Wie der Verband in Beverly Hills mitteilte, stehen unter anderem 21 Oscar-Preisträger und Vertreter aus 59 Ländern auf der Liste. Neben Hoss ("Barbara") und Koch ("Das Leben der Anderen") sind unter den Dutzenden ausgewählten Darstellern auch Lady Gaga ("A Star is Born"), der Schwede Alexander Skarsgård und der französische Alt-Star Jean-Louis Trintignant ("Liebe").

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Fazit

Nach dem SPD-ParteitagFortgesetzte Selbstverzwergung
Ein Schkoladen-Nikolaus steht auf einem Tisch beim SPD-Parteitag (picture alliance/Michael Kappeler/dpa)

Der SPD-Parteitag sollte der Partei Aufwind geben. Aber ist die Sozialdemokratie gerettet? SPIEGEL-Journalist Nils Minkmar hat Zweifel. Die Genossen müssten internationaler denken, die Intellektuellen zurückgewinnen und die Selbstzweifel bekämpfen. Mehr

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