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Kulturnachrichten

Dienstag, 2. April 2019

Twitter blockiert Aktion der französischen Regierung

Im Europawahlkampf ist der französischen Regierung ihr eigenes Gesetz gegen Falschnachrichten auf die Füße gefallen. Der Onlinedienst Twitter habe sich geweigert, eine vom Pariser Innenministerium finanzierte Kampagne zu verbreiten, die zur Teilnahme an der Europawahl aufruft, teilte die Informationsbehörde der Regierung am Dienstag mit. Dabei habe sich Twitter auf ein im Dezember verabschiedetes Gesetz gegen die Verbreitung von Falschnachrichten berufen. Der Informationsdienst der Regierung wollte mit der Kampagne unter dem Schlagwort "Ouijevote" ("Jaichwähle") Bürger dazu bewegen, sich in die Wahllisten für die Abstimmung am 26. Mai einzutragen. Dabei wollte die Regierungsbehörde auch bezahlte Werbung bei Twitter nutzen. Im Dezember war das Gesetz, das die "Manipulation von Informationen" verhindern soll, erlassen worden. Es zielt vor allem auf Online-Unternehmen wie Google, Facebook und Twitter. Diese sollen bezahlte Politik-Werbung als solche kenntlich machen, um Manipulationen und Wahleinmischung zu verhindern. So müssen etwa der Auftraggeber und die Finanzierung angegeben werden. Anders als Google und Facebook sei Twitter derzeit dazu nicht in der Lage, teilte das Unternehmen mit. Twitter habe deshalb beschlossen, alle politischen Werbekampagnen abzulehnen. Der Informationsdienst der Regierung betonte dagegen, bei der Kampagne handele es sich nicht um politische oder parteienbezogene Werbung, sondern um eine Aufklärungskampagne, die zur Wahl aufrufe.

Unibibliothek Bonn erhält 600 verlorene Bücher zurück

Die Universitätsbibliothek Bonn hat über 600 verloren geglaubte Bücher zurückerhalten. "Es handelt sich um die größte gelungene Rückführung von vermissten Büchern in der 200-jährigen Geschichte der Universitätsbibliothek", teilte die Hochschule mit. Demnach gibt es am 11. April deshalb einen Festakt im Universitätsclub. Die Bücher waren laut Uni nach dem Zweiten Weltkrieg unter ungeklärten Umständen aus Bonn verschwunden. Es handele sich um mittelalterliche Handschriften und Urkunden, historische Karten sowie frühe und seltene Drucke. Eine Belgierin hatte die Bücher geerbt und einige wertvolle Stücke dem Londoner Auktionshaus Sotheby's angeboten, wie es hieß. Sotheby's habe nach eingehender Prüfung die Universitätsbibliothek kontaktiert. Darauf sei die Rückgabe schnell und einvernehmlich erfolgt.

"Kleine weiße Friedenstaube" neu eingespielt

Das bekannte DDR-Kinderlied "Kleine weiße Friedenstaube" ist 70 Jahre nach seinem Erscheinen neu auf CD eingespielt worden. Jetzt wurde die CD mit zwei Varianten des von der früheren Kindergärtnerin Erika Schirmer geschriebenen Liedes in Nordhausen vorgestellt, berichtete ein Sprecher der Stadtverwaltung. Die heute 92 Jahre alte Texterin und Komponistin, die in Nordhausen lebt, hatte das von Generationen Ostdeutscher gesungene Lied 1949 unter dem Eindruck der Folgen des Zweiten Weltkriegs geschrieben. Auf der CD singen es Kindergartenkinder aus Nordhausen und der Ernst-Busch-Chor aus Berlin. Schirmer hatte sie sich von der Friedenstaube des spanischen Malers Pablo Picasso inspirieren lassen. Mit seiner einfachen Melodie und der pazifistischen Botschaft wurde es auch in anderen Ländern populär.

Deutscher Kamerapreis für Benedict Neuenfels

Benedict Neuenfels erhält den Ehrenpreis des Deutschen Kamerapreises 2019. Das Kuratorium würdigte seine Fähigkeit, Geschichten und Filmstoffen unterschiedlichste Blickwinkel zu erschließen, wie der WDR in Köln mitteilte. Dort wird der Preis auch am 10. Mai ´verliehen. Neuenfels' Arbeit zeichne sich durch eine Bildsprache aus, die "oftmals provozierend, emotional und auf jeden Fall stilbildend" sei, hieß es in der Erklärung des Kuratoriums. Neuenfels arbeitete etwa an dem oscarprämierten Film "Die Fälscher" über ein Geldfälscherprojekt während des Nationalsozialismus mit. In "Homevideo" beschäftigte er sich mit Internetmobbing unter Teenagern. Als sein jüngster Film erschien 2018 das Flüchtlingsdrama "Styx". Dem Verein Deutscher Kamerapreis gehören neben dem WDR unter anderen die Sender NDR, BR, SWR und ZDF, die Stadt Köln sowie die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LFM) an.

Dirigent Jurowski will in München und Berlin arbeiten

Ungeachtet seines Wechsels an die Bayerische Staatsoper bleibt Dirigent Vladimir Jurowski weiter an der Spitze des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin (RSB). Er werde seinen Vertrag bis einschließlich der Spielzeit 2022/23 verlängern, teilte Anselm Rose, Geschäftsführer der Orchester-Dachgesellschaft ROC, mit. Jurowski ist seit 2017 RSB-Chefdirigent. Zusammen mit dem belgischen Kulturmanager Serge Dorny als Intendant wird er ab 2021 das neue Führungsduo der Bayerischen Staatsoper bilden. Jurowski sagte, ein Dirigent brauche mindestens fünf Jahre für eine nachhaltige Zusammenarbeit mit einem Orchester. Seine künftige Position als Generalmusikdirektor in München und seine Stellung in Berlin ergänzten einander gut.

Frei.Wild will auf jeden Fall nach Flensburg kommen

Trotz des geplatzten Konzerts in der Flens-Arena will die Südtiroler Band Frei.Wild am 20. April nach Flensburg kommen. Die Band suche nach einer Ersatzspielstätte in der Region, werde aber in jedem Fall an die Flensburger Förde kommen - und sei es nur auf ein Bier mit den Fans oder für eine Autogrammstunde, sagte Konstantin Grosse von der Agentur KGB event an promotion der Deutschen Presse-Agentur. Gegen die Entscheidung des Landgerichts Flensburg vom Vortag werde nicht Berufung eingelegt. Das Gericht hatte einen Antrag des Konzertveranstalters auf eine einstweilige Verfügung verworfen. Der Veranstalter wollte die Halle für das Konzert bekommen. Der Hallenbetreiber lehnte unter anderem wegen Sicherheitsbedenken ab. Gegen das Konzert hatte sich viel Widerstand in Flensburg geregt. Kritiker werfen den Deutschrockern eine Nähe zur rechten Szene vor, was die Musiker bestreiten.

Tatverdächtiger im Mordfall Nipsey Hussle identifiziert

Nach dem Mord an dem US-Rapper Nipsey Hussle hat die Polizei in Los Angeles einen Tatverdächtigen ermittelt. Es handele sich um einen 29-Jährigen aus der Stadt, heißt es in einem veröffentlichten Fahndungsaufruf. Der Mann sei nach den tödlichen Schüssen am Sonntag in einem von einer Frau gefahrenen Auto geflüchtet. Er werde wegen Mordes gesucht. Bei einer Mahnwache für Hussle wurden am Montagabend 19 Menschen verletzt, zwei von ihnen lebensgefährlich, wie die Feuerwehr mitteilte. Unter den Anwesenden war Panik ausgebrochen. Nach Informationen der "Los Angeles Times" kam der mutmaßliche Täter aus dem Umfeld des 33 Jahre alten Rappers und soll Verbindungen in die Gang-Szene haben. Vor der Tat sei es zwischen beiden Männern zu einem Streit gekommen. Hussle war vor einem Bekleidungsladen erschossen worden, dessen Mitbesitzer er war. Nach Polizeiangaben wurden zudem zwei weitere Menschen durch Schüsse verletzt.

Kritik von Knobloch: Neuer Titel für Landesausstellung

Der in die Kritik geratene Titel für die Bayerische Landesausstellung 2020 in Friedberg und Aichach wird geändert. Das hat ein "konstruktiver Austausch" in München zwischen der Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, Kunstminister Bernd Sibler (CSU) und dem Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte, Richard Loibl, erbracht. Die Schau werde nun unter dem Motto "Stadt befreit - Wittelsbacher Gründerstädte" laufen statt unter "Stadtluft macht frei". In dem ursprünglich geplante Titel sah Knobloch eine sprachliche Nähe zu dem menschenverachtenden "Arbeit macht frei" des NS-Regimes. Zum Hintergrund des Rechtssatzes "Stadtluft macht frei" erklärte Richard Loibl, dieser beschreibe die gegenüber der Landbevölkerung erheblich erweiterten Freiheitsrechte der Bürger in den mittelalterlichen Städten. Er sei aus aufklärerisch-liberaler Tradition und dem Nationalsozialismus entgegengesetzter Philosophie formuliert worden.

Merkel: Urheberrecht wird Internet nicht lahmlegen

Kanzlerin Angela Merkel hat die Kritik an der EU-Urheberrechtsreform und Sorgen vor einer Einschränkung der Meinungsfreiheit im Internet zurückgewiesen. In einer Diskussion mit Schülern in Berlin sagte sie, der kritisierte Artikel 13 - der inzwischen Artikel 17 heißt - sei "vollkommen technikneutral" formuliert und bestimme eben nicht die Einführung sogenannter Upload-Filter für eine automatische Löschung von urheberrechtsgeschützten Inhalten. Es gebe bessere technische Lösungen, um Rechte etwa von Künstlern zu schützen. Merkel erwähnte etwa elektronische Signaturen und Lizenzregelungen. "Ich kann wirklich versprechen, das Internet wird darüber nicht lahmgelegt." Das Europaparlament hatte die umstrittene Reform des Urheberrechts beschlossen. Vor allem viele junge Menschen hatten im Vorfeld dagegen protestiert.

Belgier Bart Moeyaert erhält Astrid-Lindgren-Preis

Der Astrid-Lindgren-Gedächtnispreis geht in diesem Jahr an den Belgier Bart Moeyaert. Die Werke des flämischen Schriftstellers bewiesen, dass Bücher für Kinder und Jugendliche einen selbstverständlichen Platz in der Weltliteratur hätten, erklärte die Vorsitzende der Preisjury, Boel Westin, bei der Bekanntgabe in Stockholm. Die verdichtete und musikalische Sprache des 54-Jährigen vibriere nur so vor unterdrückten Gefühlen und unausgesprochenen Wünschen. Westins Bücher wurden mehrmals ausgezeichnet und auch auf Deutsch übersetzt, unter anderen sein Erstlingswerk "Leander, Liselot und die Liebe". Mit fünf Millionen schwedischen Kronen (rund 480 000 Euro) ist der Astrid Lindgren-Preis die höchstdotierte Auszeichnung seiner Art.

Facebook fördert Abo-Modelle bei deutschen Verlagen

Facebook hat ein Förderprogramm aufgelegt, um digitale Bezahlmodelle bei deutschen Verlagen voranzutreiben. Das zwei Millionen Euro schwere Programm gehört zu einer breiter angelegten Initiative mit einem Volumen von über 260 Mio Euro, mit der Nachrichtenorganisationen auf der ganzen Welt gefördert werden. Es s soll Verlage dabei unterstützen, "neue Leserinnen und Leser zu finden und diese stärker an sich zu binden", kündigte das Online-Netzwerk an. Zu den teilnehmenden Verlagsgruppen gehören demnach unter anderem Rheinische Post Digital, Funke Mediengruppe, MHS Digital, Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung, Nordbayern Infonet, Oberpfalz Medien, Verlag und Druckerei Main-Echo, DuMont, Ippen Digital, Mediengruppe Main-Post, Mediengruppe Oberfranken und Lensing Media.

Neuer Chamisso-Preis an María Cecilia Barbetta

Zwei Jahre nach Ende des Chamisso-Preises der Robert-Bosch-Stiftung gibt es eine neue Literaturauszeichnung, die nach dem französischen Dichter Adelbert von Chamisso (1781-1838) benannt ist: Der mit 15 000 Euro dotierte Chamisso-Preis/Hellerau wird von Wirtschaft und Zivilgesellschaft in Dresden gestiftet. Erste Preisträgerin ist die Argentinierin María Cecilia Barbetta. Die Jury lobte den Roman "Nachtleuchten" der in Berlin lebenden Schriftstellerin als außergewöhnlich anschaulich und einfallsreich. Der Chamisso-Preis/Hellerau soll herausragende Beiträge zur Gegenwartsliteratur von Autoren würdigen, die aus einem persönlichen Sprach- oder Kulturwechsels heraus neue literarische Antworten auf den Wandel der globalisierten Welt geben.

Wechsel von der Alten Oper zum Wiener Musikverein

Der Intendant der Alten Oper Frankfurt, Stephan Pauly, wird Chef des Wiener Musikvereins. Der teilte der Musikverein mit. Pauly war vor seiner Zeit in Frankfurt von 2002 bis 2012 künstlerischer Leiter und kaufmännischer Geschäftsführer der internationalen Stiftung Mozarteum Salzburg. Dort hat der gebürtige Kölner mit Neuerungen wie einem explizit der zeitgenössischen Musik gewidmetem Festival für Aufsehen gesorgt. Seit 2012 ist er an der Alten Oper. Sein Vertrag dort wurde 2015 bis 2022 verlängert. Der aktuelle Intendant des Wiener Musikvereins, wo unter anderem das weltweit beachtete Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker erklingt, ist Thomas Angyan. Er hatte Ende 2018 angekündigt, nach 32 Jahren seinen im Sommer 2020 endenden Vertrag nicht mehr verlängern zu wollen. Der Wiener Musikverein zählt zu den bedeutendsten Konzerthäusern der Welt.

Flamingo-Graffiti: "Sprayer von Zürich" muss zahlen

Harald Naegeli, der berühmte "Sprayer von Zürich", muss wegen seiner Flamingo-Graffiti an Düsseldorfer Hauswänden zahlen. Das Verfahren gegen ihn wegen Sachbeschädigung wurde vom Düsseldorfer Amtsgericht nur gegen Geldauflagen eingestellt. So wurde der 79-Jährige zur Wiedergutmachung des Schadens der Hauseigentümer in Höhe von insgesamt fast 800 Euro und zur Zahlung von 500 Euro an ein Kinderhospiz verpflichtet. Naegeli reagierte enttäuscht: "Ich wollte ein Kunstwerk an Stelle des Geldes geben, aber im Kapitalismus zählt halt nur das Geld", sagte der Schweizer. Für die Kunststadt Düsseldorf sei die Entscheidung "eine Peinlichkeit". Zuvor hatte Naegeli zugegeben, an der NRW-Akademie der Wissenschaften und der Künste sowie weiteren Häusern Flamingos aufgesprüht zu haben.

JeungBeum Sohn gewinnt Pianistenpreis

JeungBeum Sohn aus Südkorea hat den mit 20 000 Euro dotierten Internationalen Deutschen Pianistenpreis gewonnen. Er wurde nach dem Finalkonzert in der Alten Oper Frankfurt als Preisträger gekürt. JeungBeum Sohn überzeugte die Jury mit Johannes Brahms' erstem Klavierkonzert "durch seine große Ausdrucksfreude und ein perfektes Spiel auf höchstem musikalischem Niveau", wie die Organisatoren mitteilten. Der mit 3000 Euro dotierte Publikumspreis, über den die Zuschauer im Saal und die Zuhörer der weltweiten Liveübertragung entschieden, ging an Luka Okros aus Georgien. Rund 100 Pianisten hatten sich beworben, eine Nominierungsjury wählte sechs von ihnen aus.

Hausarrest für Regisseur Serebrennikow verlängert

Der russische Regisseur Kirill Serebrennikow muss für weitere drei Monate mit massiven Einschränkungen seiner Freiheit im Hausarrest in Moskau leben. Ein Gericht in Moskau verlängerte auf Antrag der Staatsanwaltschaft den bereits seit mehr als anderthalb Jahren bestehenden Arrest bis 3. Juli, wie die Agentur Interfax meldete. Das Verfahren steht international als inszeniert in der Kritik. Filmstars, Theaterschaffende und Politiker haben Russland aufgefordert, die Verfolgung liberaler Künstler zu beenden. Die russische Justiz wirft Serebrennikow sowie weiteren Angeklagten Veruntreuung staatlicher Fördermittel in Millionenhöhe vor. Der Regisseur weist das zurück. Serebrennikow arbeitet trotz eingeschränkter Bewegungsfreiheit in seiner Wohnung. Auch die Staatsoper Hamburg und die Oper Stuttgart hatten unter anderen seine Aufführungen trotz Abwesenheit des Regisseurs auf die Bühne gebracht.

Studie: Youtube ist Schleichwerbeplattform

YouTube entwickelt sich zunehmend zu einem profitorientierten Werbeunternehmen. Zu diesem Schluss kommt ein Forschungsteam, das im Auftrag der gewerkschaftsnahen Otto-Brenner-Stiftung die 100 am häufigsten abonnierten deutschen YouTube-Kanäle analysiert hat. Dabei zeigte sich, dass die meisten deutschen Top-100-Influencer „neben trivialer Unterhaltung“und alten Geschlechterstereotypen oft Materialismus und platten Konsum predigen. Das führt laut Studie dazu, dass viele Kinder und Jugendliche inzwischen die auf YouTube gezeigte, oft nicht gekennzeichnete Werbung für normal halten. Die Studie kritisiert die Landesmedienanstalten, die zuständig sind für die Aufsicht von YouTube: Sie seien zu nachsichtig mit Schleichwerbung.

Experte: Mehr Popmusik im Schulunterricht

Zeitgenössische Songs sollten nach Worten des Popkulturexperten Michael Behrendt häufiger als bisher im Schulunterricht besprochen werden. Es sei wichtig, sich mit Musik und ihren gesellschaftlichen Auswirkungen auseinanderzusetzen, sagte Behrendt im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). So habe im vergangenen Frühjahr der Skandal um antisemitische Liedzeilen der Rapper Kollegah und Farid Bang für eine Reform des Echo-Musikpreises gesorgt. Solange ein Song nicht eindeutig einen Straftatbestand erfülle, seien Verbote nicht hilfreich, sagte Behrendt weiter. Über Künstler, die etwa "auf unangenehme Art in Richtung rechtsaußen schillern", müsse die Gesellschaft diskutieren, so der Experte: "Musik ist ein Spiegel der jeweiligen Zeit. In ihr findet sich alles wieder, auch die unangenehmen Seiten der Gesellschaft."

Clooney legt gegen Sultan von Brunei nach

Hollywood-Star George Clooney legt bei seinem Boykott-Aufruf gegen die Luxus-Hotels des Sultans von Brunei nach. In einem Beitrag für das Online-Portal "Deadline" warnte der US-Schauspieler davor, dass die geplante Einführung von Steinigungen in Brunei für gleichgeschlechtlichen Sex in anderen Ländern Schule machen könnte. In dem kleinen Sultanat auf der südostasiatischen Insel Borneo treten an diesem Mittwoch härtere Gesetze in Kraft. Homosexuellen droht künftig die Todesstrafe, bislang standen auf Homosexualität in Brunei zehn Jahre Haft. Sultan Hassanal Bolkiah gehören verschiedene Luxushotels rund um die Welt, darunter das "Beverly Hills" und das "Bel Air" in Los Angeles. Clooney hatte vergangene Woche dazu aufgerufen, sie zu boykottieren. Andere Prominente wie Elton John schlossen sich an.

Singapur: Kritik an Gesetzesplänen gegen "Fake News"

Mit Plänen für ein neues Gesetz gegen die Verbreitung vermeintlich falscher Nachrichten ("Fake News") hat Singapur international Kritik ausgelöst. Mehrere Organisationen warnten davor, dass die Pressefreiheit in dem autoritär regierten südostasiatischen Stadtstaat weiter eingeschränkt wird. Die Pläne, mit denen sich derzeit das Parlament befasst, sehen unter anderem vor, dass klassische Medien ebenso wie Internet-Konzerne nach staatlicher Aufforderung Artikel entfernen müssen. Unter bestimmten Umständen sollen sie auch gezwungen werden können, "Berichtigungshinweise" zu veröffentlichen. Im Extremfall drohen mehr als 650 000 Euro Geldstrafe und bis zu zehn Jahren Haft. Das Vorhaben betrifft auch soziale Netzwerke wie Facebook, Google und Twitter, die alle in Singapur große Niederlassungen haben. Auf einer RSF-"Liste der Pressefreiheit" liegt Singapur im internationalen Vergleich weit hinten auf Platz 151 von 180.

Internationale Museumszusammenarbeit wächst

Bis Ende des Jahres sollen die "notwendigen rechtlichen und strukturellen Voraussetzungen" zur Gründung der geplanten Agentur für internationale Museumszusammenarbeit geschaffen werden. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion hervor. Angestrebt werde eine Organisation, "die als Schnittstelle zwischen internationalen Anfragen bei Konzeption und Bau von Museen und dem in Deutschland vorhandenen Wissen und Möglichkeiten wirkt". Außenminister Heiko Maas (SPD) hatte zu Jahresbeginn der "Süddeutschen Zeitung" gesagt, die Bundesregierung wolle mit der Einrichtung vor allem den Austausch und die Kooperation mit Museen in Afrika fördern. Für das Vorhaben sind in diesem Jahr acht Millionen Euro im Bundeshaushalt vorgesehen. In den kommenden drei Jahren sollen nach bisherigen Plänen jeweils fünf Millionen Euro fließen.

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