Seit 04:05 Uhr Tonart

Sonntag, 16.12.2018
 
Seit 04:05 Uhr Tonart

Kulturnachrichten

Mittwoch, 12. März 2014

Wiener Burgtheater: Neuer Intendant in zwei Jahren

Die Suche nach einem neuen Intendanten für das Wiener Burgtheaters ist offenbar gar nicht so einfach.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Christian Strasser, sagte der Nachrichtenagentur APA, man brauche eine Spitzenkraft. Diese seien aber meist vertraglich woanders gebunden. Nach einer Finanzaffäre mit Millionenverlusten hatte Kulturminister Josef Ostermayer den bisherigen Intendanten Matthias Hartmann gestern fristlos entlassen. Der Aufsichtsrat kündigte die Benennung eines Interims-Direktors innerhalb der nächsten Woche an. Ab der Saison 2015/2016 soll es dann einen neuen Intendanten geben. Aufsichtsratsvorsitzender Strasser betonte, zudem müsse der Finanzskandal restlos aufgeklärt werden, um wieder finanzielle Stabilität in das Haus zu bringen.

Budgetkürzungen: Frankreichs Kulturschaffende protestieren

Die Budget-Kürzungen in Frankreich treiben hunderte Kulturschaffende auf die Straße.

Mit einem "Marsch für die Kultur" protestierten sie heute gegen die Streichungen - unter anderem in Paris, Marseille, Toulouse, Bordeaux und Lille. Ein Gewerkschaftsvertreter sagte, Kürzungen in einem solchen Ausmaß habe man noch nie erlebt. Das Budget sei unter das Niveau von 1981 gesunken. Für den Kulturhaushalt 2013/2014 sind rund 2,3 Milliarden Euro vorgesehen. Für das kommende Jahr sind weitere Kürzungen geplant. An ersten Protesten Anfang Februar hatte auch Frankreichs Kulturministerin Aurélie Filippetti teilgenommen.

Dorny: Ministerin rechtfertigt Kündigung - erster Gütetermin vor Gericht

"Dies war für mich eine sehr schwere Entscheidung."

Mit diesen Worten hat Sachsens Kulturministerin Sabine von Schorlemer die Kündigung des Semperoper-Intendanten Serge Dorny gerechtfertigt. In einer Regierungserklärung betonte sie, es sei nicht um einen Streit zwischen dem Chefdirigenten der Staatskapelle, Christian Thielemann, und Dorny gegangen, sondern um die Frage, wie man ein Repertoire-Theater erfolgreich in die Zukunft führen könne. Dornys Vertrag war noch vor seinem offiziellen Amtsantritt gekündigt worden. Der Belgier klagt dagegen. Einen ersten Gütetermin hat das Dresdner Amtsgericht für den 26. März angesetzt.

Nach Wahl von Kardinal Marx: Glückwünsche für neuen Vorsitzenden der Bischofskonferenz

Weitsicht, Erfolg und Gottes Segen -

diese drei Dinge hat Bundespräsident Gauck dem neuen Vorsitzenden der Katholischen Bischofskonferenz, Erzbischof Reinhard Marx, gewünscht. In seinem Amt sei er ein wichtiger Brückenbauer zwischen Kirche, Staat und Gesellschaft. Auch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken begrüßte die Wahl. Präsident Alois Glück sagte, Marx stehe für eine offene Gesprächskultur. Die Evangelische Kirche in Deutschland hofft auf eine enge Zusammenarbeit beider Kirchen. Nur so könne man in die Gesellschaft hineinwirken, sagte der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider. Ähnlich äußerte sich der Zentrat der Juden. Marx tritt die Nachfolge des Freiburger Erzbischofs Robert Zollitsch an.

Schweiz: Diskussion um polnisches Museum in Rapperswil

Eine der ältesten polnischen Kultureinrichtungen im Ausland steht möglicherweise vor dem Aus.

1870 gründeten polnische Emigranten auf Schloss Rapperswil am Zürichsee ein Museum mit umfangreichen Archivalien, Gemälden, Münzen und Volkskunst. Das Museum ist vor allem dem Kampf der Polen um nationale Unabhängigkeit gewidmet. Jetzt ließ die Gemeinde ihre Bewohner über den Erhalt abstimmen. Die Mehrheit entschied, im Schloss solle zukünftig die Geschichte der eigenen Region ausgestellt werden. Davon erwarte man sich unter anderem mehr Besucher. Die Kampagne lief unter Federführung der "Obersee Nachrichten" - einem Sprachrohr der rechtspopulistischen Schweizer Volkspartei. Polnische Diplomaten bemühen sich nun darum, dass das Museum weiter bestehen kann.

Russische Künstler unterstützen Putin

Wladimir Putin bekommt Rückendeckung.

Nach der Kritik zahlreicher Kulturschaffender am russischen Vorgehen in der Krim-Krise haben sich rund hundert russische Künstler auf die Seite des Präsidenten gestellt. Das Kulturministerium veröffentlichte ein entsprechendes Schreiben. Darin sichern die Unterzeichner Putin ihre "volle Unterstützung" zu. Unterschrieben wurde der Brief unter anderem von den Leitern des Bolschoi- und Mariinski-Theaters, Wladimir Urin und Waleri Gergijew. - Schon in der vergangenen Woche hatten rund hundert russische Schriftsteller ein erstes Solidaritäts-Schreiben an Putin gesandt.

Aufwärtstrend: Traditioneller Buchhandel legt zu

Bis jetzt kriselte es bei den Buchhandlungen - jetzt melden sie zum ersten Mal seit langem Umsatzzuwächse.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels gab zu Beginn der Leipziger Buchmesse einen Aufwärtstrend bekannt. Demnach hat der traditionelle Buchhandel im vergangenen Jahr um 0,9 Prozent zugelegt. Laut Hauptgeschäftsführer Alexander Skipis habe der lange totgesagte klassische Buchhandel jetzt wieder die Nase vor dem Online-Handel. Dessen Umsätze seien um rund zwei Prozent gesunken. In Leipzig präsentieren sich bis Sonntag gut 2.000 Aussteller. Der indische Publizist Pankaj Mishra wird heute Abend mit dem Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet.

Presserat rügt Onlineportal faz.net

Dieser Bericht über den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst war nicht in Ordnung.

Das meint der deutsche Presserat und hat deshalb das Onlineportal "faz.net" gerügt. Das Portal der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" habe Gerüchte über eine mögliche psychische Erkrankung des Bischofs veröffentlicht und eine konkrete Diagnose genannt, heißt es in der Entscheidung. Eine Stellungnahme des Bischofs enthielt der Artikel nicht. Nach Ansicht des Gremiums hat die Redaktion damit die Privatsphäre des Bischofs verletzt und gegen die journalistische Sorgfaltspflicht verstoßen.

Kardinal Marx : Franziskus hat Aufbruch eingeleitet

Der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz sieht sich nicht als "Papst von Deutschland".

Das betonte der Erzbischof von München-Freising, Reinhard Kardinal Marx, nach seiner Wahl in Münster. Vielmehr sei er Sprecher der Bischofskonferenz und wolle deshalb immer in Gemeinschaft mit seinen Amtsbrüdern handeln. Nach den Worten des neuen Vorsitzenden hat die katholische Kirche durch Papst Franziskus einen Aufbruch erlebt. Diesen gelte es nun zu festigen. Seine neue Aufgabe sieht Marx als große Herausforderung. Er schloss nicht aus, andere Ämter dafür abzugeben. Marx war am Vormittag zum Nachfolger des Freiburger Erzbischofs Robert Zollitsch gewählt worden.

Deutsches Fernsehballett tanzt vorerst weiter

Der Kulturrat hatte das Deutsche Fernsehballett vor kurzem auf die Liste der bedrohten Kultureinrichtungen gesetzt.

Jetzt gibt es gute Nachrichten für die Tänzer: Das Ballett des MDR ist vorerst gerettet. Manager Peter Wolf sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Compagnie könne wegen voller Auftragsbücher bis mindestens Ende 2015 weiter tanzen. Ende November hatte Wolf angekündigt, das Ballett zum 31. März dieses Jahres wegen Auftragsmangel schließen zu wollen. Nach den Worten des Managers sei das Ballett danach "von einer Welle der Solidarität geradezu überrollt worden".

Smiljan Radic entwirft den diesjährigen Pavillon der Londoner "Serpentine Gallery"

Sein erster Entwurf für das Projekt bestand aus einem mit Isolierband beklebtem Euter, ausgehöhlten Kieseln und Donuts aus Pappmaché.

Der chilenische Architekt Smiljan Radic wird in diesem Jahr den Kunstpavillon der Serpentine Gallery im Londoner Hyde Park entwerfen. Wie der britische "Guardian" schreibt, plant Radic einen durchscheinenden Glasfaser-Kokon auf einem Ring aus Felsbrocken. Den Entwurf begründet der Architekt mit seiner Vorliebe für provisorische Behausungen. Julia Peyton-Jones und Hans Ulrich Obrist, die Radic ausgewählt haben, bezeichnen ihn als wichtigen Vertreter einer erstaunlichen "Architektur-Explosion" in Chile. Seit 14 Jahren lässt die Galerie jedes Jahr einen neuen Pavillon bauen - zum Beispiel nach Entwürfen von Zaha Hadid, Frank Gehry, Peter Zumthor und im vergangenen Jahr Sou Fujimoto.

Hier lesen Sie, was der "Guardian" noch über Radic schreibt.

Kardinal Marx zum neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt

Der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz ist ein Westfale aus Bayern.

Der Erzbischof von München-Freising, Reinhard Kardinal Marx, ist in Münster zum Nachfolger von Robert Zollitsch gewählt worden. Zollitsch hatte aus Altersgründen nicht mehr kandidiert. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz hat vor allem repräsentative Aufgaben und vertritt die katholischen Bischöfe als Sprecher nach außen. Er wird turnusgemäß für sechs Jahre gewählt. - Schon bei der Wahl 2008 galt Marx als aussichtsreicher Kandidat. Er hat außerdem wichtige Ämter im Vatikan inne: Erst am Wochenende ernannte ihn Papst Franziskus zum Koordinator des neuen Wirtschaftsrats im Vatikan. Seit dem vergangenen Jahr ist Marx zudem Mitglied im Kardinalsrat zur Kurienreform.

Verlagswesen in Deutschland: Börsenverein sieht Politik in der Pflicht

Wenn es um das Überleben der Verlage in Deutschland geht, ist auch die Politik gefragt.

So sieht es Peter Kraus vom Cleff, Geschäftsführer des Rowohlt-Verlags und Mitglied im Verlegerausschuss des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Er sagte dem Evangelischen Presse-Dienst, die Branche kämpfe gegen mächtige Lobbykräfte - etwa beim Preisbindungsgesetz, dem Urheberrecht oder der kulturellen Ausnahmeregelung im transatlantischen Freihandelsabkommen.

Mit Blick auf Online-Versandhändler wie Amazon betonte Kraus vom Cleff, man müsse anerkennen, wie perfekt diese den Kunden ins Zentrum rückten. Deshalb sei die Devise für den stationären Buchhandel: "Lernen statt zu verteufeln".

Anne Frank: Original-Texte kommen erstmals auf die Bühne

Für das neue Stück "Anne" wurde extra ein eigenes Theater gebaut.

Das Drama basiert auf dem Tagebuch der Anne Frank und wird ab Mai in Amsterdam aufgeführt. Regisseur Theu Bormans sagte, damit würden die Original-Texte zum ersten Mal auf die Bühne gebracht. Die Rechte des Tagebuchs besitzt der Anne-Frank-Fonds in Basel. Dieser hatte das niederländische Schriftsteller-Ehepaar Jessica Durlacher und Leon de Winter mit dem Schreiben des Stücks beauftragt. Nach der Weltpremiere am 8. Mai soll "Anne" auch in anderen Ländern gezeigt werden.

Terézia Mora über die Gentrifizierung in Berlin: "Das erzeugt Druck"

"Es ist schon frustrierend, wenn man in einer Gegend wohnt, wo alles am oberen Limit dessen kostet, was man sich leisten kann."

Das sagt die Schriftstellerin Terézia Mora über ihr Leben im gentrifizierten Berlin. Im Interview der Online-Zeitung "Prenzlauer Berg Nachrichten" fragt sie: "Bin ich die Einzige, die zu den Loosern gehört, oder wer kauft diese Wohnungen? Wie kamen die zu so viel Geld?" Mora, in Ungarn geboren, lebt seit mehr als 20 Jahren in Berlin. In ihren Romanen finden sich immer wieder Orte und Erlebnisse aus dieser Zeit wieder. Im vergangenen Jahr wurde Terézia Mora mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet.

Mehr dazu lesen Sie hier.

Gegen Nacktfotos und Graffiti: Peruanische Behörden verschärfen Kontrollen in Machu Picchu

In der Inka-Zitadelle Machu Picchu herrschen offenbar zunehmend lose Sitten.

Das peruanische Kulturministerium hat jetzt jedenfalls angekündigt, die Überwachung der Sehenswürdigkeit zu verschärfen. Man verurteile alle respektlosen und aufmerksamkeitsheischenden Handlungen von Besuchern. Zuletzt waren in sozialen Netzwerken wiederholt Bilder von Touristen aufgetaucht, die sich nackt vor dem Unesco-Weltkulturerbe fotografiert hatten. Vergangene Woche war zudem ein Steindenkmal im Inca-Roca-Palast mit Farbe beschmiert worden. Es war nach Angaben der Behörden bereits die vierte "Graffiti-Attacke" in diesem Jahr.

Gambia will Englisch als Amtssprache abschaffen

Bislang wird in Gambia offiziell Englisch gesprochen.

Doch das will der Präsident der früheren britischen Kolonie jetzt ändern. Staatschef Yahya Jammeh kündigte an: "Wir werden unsere eigene Sprache sprechen". Welche genau das sein soll, sagte er allerdings nicht: In dem westafrikanischen Land gibt es mehr als zwanzig verschiedene Sprachen. Am weitesten verbreitet sind Mandinka, Fula und Wolof. Im Oktober war Gambia aus dem Commonwealth ausgetreten. Die Regierung hatte den Zusammenschluss ehemaliger britischer Kronkolonien damals als "neokoloniale Einrichtung" kritisiert. Seine Ankündigung, eine neue gambische Amtssprache einzuführen, formulierte Präsident Jammeh übrigens auf Englisch.

Ägypten unterstellt Moscheen der staatlichen Kontrolle

In Ägypten werden alle Moscheen unter staatliche Aufsicht gestellt.

Das Ministerium für Religionsangelegenheiten in Kairo teilte mit, es werde künftig sowohl die Freitagspredigten als auch die Ernennung von Imamen kontrollieren. Auch das Spendensammeln in Moscheen und anderen islamischen Gebetsstätten wird reguliert. Ohne schriftliche Genehmigung dürfen außerdem keine Prediger zu Vorträgen oder Seminaren eingeladen werden. Die ägyptische Übergangsregierung versucht seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im Juli 2013, den Einfluss von Islamisten zurückzudrängen. - Bereits im September erließ das Ministerium ein Predigtverbot für 55.000 Geistliche.

Frankreich gibt von Nationalsozialisten geraubte Kunstwerke zurück

Die französische Kulturministerin Aurélie Filipetti sprach von einer "Geste der Wiedergutmachung und Gerechtigkeit".

Frankreich hat drei von den Nationalsozialisten geraubte Gemälde an die Nachfahren ihrer rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben. Es handelt sich um Kunstwerke des flämischen Malers Joos de Momper und des Italieners Lippo Memmi. Der Schöpfer des dritten Werks ist unbekannt. Die Bilder wurden in Paris an die Enkel und Urenkel übergeben, die unter anderem aus Chile, Großbritannien und den USA angereist waren. - Die Nationalsozialisten hatten in Frankreich zwischen 1940 und 1944 tausende Kunstobjekte gestohlen, vor allem von jüdischen Besitzern.

Wertvolle Schenkung: NRW-Kunstsammlung erhält Richter-Bild

Das "Portrait Schmela" von Gerhard Richter ist nach Schätzungen mehrere Millionen Euro wert.

Nun gehört es der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen. Die Wertvolle Schenkung kam von der Kunsthistorikerin und TV-Journalistin Viktoria von Flemming. Das frühe Gemälde Richters zeigt den Kunsthändler Alfred Schmela. Er gehörte seit den späten 50er Jahren zu den wichtigsten Wegbereitern der Avantgarde in Deutschland. Das Werk aus dem Jahr 1964 wird nun als Dauerleihgabe der NRW-Landesgalerie in Düsseldorf zur Verfügung gestellt.

Hip-Hop-Star Sean Combs will offenbar Musiksender "Fuse TV" kaufen

Sean Combs alias "Puff Daddy" alias "Diddy" vertreibt Klamotten, Parfum und Wodka.

Jetzt will der amerikanische Hip-Hop-Musiker offenbar den Musiksender Fuse TV kaufen. Die Agentur Bloomberg meldet, der Künstler habe ein Angebot über 200 Millionen Dollar abgegeben. Fuse TV wurde 2003 gegründet und ist in 74 Millionen Haushalten zu sehen. Die "Süddeutsche Zeitung" schreibt, mit dem Kauf und einer Fusion könne Combs seinem eigenen Musiksender "Revolt TV" zu mehr Relevanz und Reichweite verhelfen.

Hier der Link zum Bericht von Bloomberg.

Tove-Jansson-Park: Helsinki ehrt Schöpferin der "Mumins"

So gut wie jedes finnische Kind wächst mit den "Mumins" auf.

In Helsinki soll jetzt ein Park nach der Schöpferin der Trolle, Tove Jansson, benannt werden. Darauf hat sich der Stadtplanungsausschuss verständigt. Üblicherweise würden in der finnischen Hauptstadt bestehende Namen nicht geändert, hieß es. Für die 2001 verstorbene Autorin mache man zu deren 100. Geburtstag aber eine Ausnahme.

Im schwedischen Stockholm sollte eigentlich eine Straße nach Tove Jansson benannt werden. Anders als in Helsinki waren ihre Erben aber dagegen - sie hielten die Gegend, in der die Straße liegt, für unpassend. Die "Mumin"-Bücher wurden in mehr als 30 Sprachen übersetzt.

Tim Berners-Lee plädiert für eine Internet-Verfassung

Ein weltweites Grundgesetz für das Internet - nichts weniger fordert der britische Computer-Experte Tim Berners-Lee.

Der MIT-Professor gilt als Erfinder des World Wide Web. 25 Jahre nach dessen Anfängen sei es notwendig, Grundrechte im digitalen Raum festzulegen, sagte Berners-Lee dem britischen "Guardian". Der 58-Jährige unterstützt damit die Kampagne, "The Web We Want" für ein offenes und neutrales Internet. Ohne gesicherte Rechte für die Online-Kommunikation könne es keine funktionierenden Demokratien, keine guten Gesundheitssysteme und keine kulturelle Diversität geben, erklärte Tim Berners-Lee.

Am heutigen Tag gegen Internet-Zensur hat die Organisation "Reporter ohne Grenzen" eine neue Liste der "Feinde des Internets" veröffentlicht. Darauf steht
erstmals auch der US-Geheimdienst NSA.

Den Artikel des "Guardian" finden Sie hier.

"Reporter ohne Grenzen" erklärt NSA und GCHQ zu "Feinden des Internets"

"Wer selbst massenhaft Bürger ausspäht, kann andere Regierungen kaum glaubwürdig zu mehr Achtung der Informationsfreiheit im Internet drängen."

Mit dieser Begründung hat "Reporter ohne Grenzen" den amerikanischen Geheimdienst NSA und den britischen Dienst GCHQ in seine Liste der "Feinde des Internets" aufgenommen. Insgesamt nennt die Organisation 32 Behörden und Institutionen, denen sie vorwirft, kritische Stimmen und unerwünschte Informationen im Netz zu unterdrücken - darunter Russlands Inlandsgeheimdienst FSB, das chinesische Internet-Informationsamt, die äthiopische Netzwerksicherheitsbehörde INSA und der staatliche turkmenische Anbieter Turkmen Telecom.

Den vollständigen Bericht von "Reporter ohne Grenzen" lesen Sie hier.

100.000 Euro teures Tauben-Loft am Potsdamer Platz sorgt für weniger Dreck

Berliner Tauben müssen sich nicht mit einem schnöden Vogelhaus begnügen.

Auf einem Hochhaus am Potsdamer Platz wurde Ende 2012 ein "Tauben-Loft" eröffnet - Kostenpunkt: 100.000 Euro. Die haben sich nach Ansicht der Initiatoren schon ausgezahlt: Der Dreck am Potsdamer Platz sei deutlich reduziert worden, sagte Kerstin Winkel vom Quartier-Management der Deutschen Presse-Agentur. Inzwischen lebe in dem Luxus-Vogelhaus ein fester Schwarm von 100 bis 120 Tieren. Legen die Tauben Eier, werden diese durch Attrappen aus Kunststoff ersetzt. - Das Projekt lobt auch der Tierschutzvereins Berlin als sanfteste und nachhaltigste Form des "Tauben-Managements".

ARD-Intendanten plädieren für Abschaltung von UKW

Schluss mit UKW.

Diese Forderung kommt von mehreren Chefs öffentlich-rechtlicher Rundfunkstationen. Beim Digitalradio-Gipfel des Bayerischen Rundfunks forderte Deutschlandradio-Intendant Willi Steul die ARD auf, bis zum Jahr 2025 den UKW-Hörfunk abzuschalten und auf Digitalradio umzusteigen. Dann habe die Industrie Klarheit, so Steul. BR-Intendant Ulrich Wilhelm meinte, niemand glaube, dass UKW als analoge Insel in einer digitalen Medienwelt überleben werde. Wenn man jetzt ein Abschaltdatum nenne, werde der Druck erhöht.

Ursprünglich sollten schon bis 2010 alle Radiosender ihren Sendebetrieb auf Digitalradio umgestellt haben. Nach massiven Widerständen hatte der Gesetzgeber einen festen Termin aber gestrichen.

"Zu viel Angst": KMK-Präsidentin will das Arbeitsklima an Schulen verbessern

Schüler haben Angst vor ihren Lehrern, und Lehrer haben Angst vor ihren Klassen.

Ein solches Klima beobachtet die Präsidentin der Kultusminister-Konferenz, Silvia Löhrmann. Die Schulen seien vielfach angstbesetzt, und das könne krank machen, sagte die Grünen-Politikerin der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Das Problem des Burnouts gebe es inzwischen nicht mehr nur bei Lehrern, sondern auch schon bei Schülern. Verbessern kann man die Lage nach Einschätzung der nordrhein-westfälischen Ministerin durch weniger Leistungsdruck - auch von seiten der Eltern - und durch mehr Ganztagsschulen.

Löhrmann kritisierte auch die Bundesregierung: Für den gesamten Bildungsbereich seien im Koalitionsvertrag für vier Jahre sechs Milliarden Euro vorgesehen - aber elf Milliarden für die Rente.

Studie: Frauen sind in amerikanischen Filmen deutlich unterrepräsentiert

Das amerikanische Kino ist von Gleichberechtigung noch meilenweit entfernt.

Eine Studie der San Diego State University kommt zu dem Schluss, dass in US-Filmen nach wie vor deutlich weniger Frauen als Männer vorkommen. In den 100 erfolgreichsten Kinofilmen des vergangenen Jahres waren demnach nur 15 Prozent der Hauptdarsteller weiblich. Insgesamt war rund ein Drittel aller Sprechrollen mit Frauen besetzt. Zudem würden weibliche Figuren seltener als Leitfiguren mit identifizierbaren Zielen dargestellt, hieß es weiter. - Diese Zahlen haben sich nach Angaben der Autorin der Studie im vergangenen Jahrzehnt nicht nennenswert verändert: Weibliche Charaktere blieben dramatisch unterrepräsentiert, betonte Martha Lauzen.

Eine Zusammenfassung der Studie lesen Sie hier.

Internetseite macht Krim zu russischem Staatsgebiet

Die Krim gehört bereits zu Russland - zumindest im Internet.

Das legt die Webseite nahe, welche die moskaufreundliche Regionalregierung der Krim zu der umstrittenen Volksabstimmung am Sonntag eingerichtet hat. Die Adresse dieser Seite lautet: referendum2014.ru. "RU" ist die Länderkennung für Russland. Auf dem Portal findet sich unter anderem eine Umfrage, nach der 77 Prozent der Krim-Bewohner für einen Anschluss an Russland seien. Nur acht Prozent hätten sich für einen Verbleib in der Ukraine ausgesprochen, heißt es.

DAAD baut Zusammenarbeit mit russischen Hochschulen aus

Ungeachtet der diplomatischen Spannungen zwischen Deutschland und Russland baut der DAAD die Zusammenarbeit mit russischen Hochschulen aus.

An der Universität von Kasan an der Wolga wurde ein neues Informationszentrum des Deutschen Akademischen Austauschdienstes eröffnet. Die Einrichtung soll über Fördermöglichkeiten des DAAD für Studierende und Wissenschaftler aufklären. Es neben den Niederlassungen in Sankt Petersburg und Nowosibirsk das dritte Zentrum in Russland. Nach seinen Angaben waren im vergangenen Wintersemester etwa 11.000 russische Studenten an deutschen Universitäten eingeschrieben.

Amnesty International kritisiert geplantes Gastspiel des Globe Theatre in Nordkorea

Zum 450. Geburtstag von William Shakespeare plant das Londoner Globe Theatre eine Welttournee -

und die soll die Schauspieltruppe auch nach Nordkorea führen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hält das für keine gute Idee: Keine Tragödie komme dem nahe, was hunderttausende Häftlinge täglich in den nordkoreanischen Gefangenenlagern erleiden müssten, erklärte Amnesty. Das Globe Theatre wies die Kritik zurück: Shakespeares Drama "Hamlet" rege den Dialog an - überdies dürfe niemandem die Chance genommen werden, dieses Stück selbst zu erleben. Ein weiteres Gastspiel des Globe Theatre ist Ende Mai in der ukrainischen Hauptstadt Kiew geplant.

Leipziger Buchmesse und Lit.Cologne werden eröffnet

Bücherfreunde haben dieser Tage die Wahl zwischen Leipzig und Köln.

Am Abend werden sowohl die Leipziger Buchmesse als auch die Lit.Cologne eröffnet. In Leipzig präsentieren bis Sonntag gut 2.000 Aussteller literarische Neuigkeiten. Der indische Publizist Pankaj Mishra wird mit dem Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet. Zu dem Literaturfestival in Köln werden unter anderem die Schriftsteller Margaret Atwood, Zadie Smith, Yazmina Reza und Jussi Adler-Olsen erwartet.

"Tatort"-Kommissarin Broich benennt ihre Figur nach einem Opfer der Nationalsozialisten

Der "Stolperstein" vor ihrer Tür hat Margarita Broich inspiriert.

Die Schauspielerin hat ihrer "Tatort"-Kommissarin den Namen Selma Jacobi gegeben. Selma Jacobi wurde 1943 von den Nazis ins Vernichtungslager Theresienstadt deportiert und dort ermordet. Zurzeit laufen die Dreharbeiten mit Broich und ihrem Kollegen Wolfram Koch als neue Ermittler in der Frankfurter Ausgabe der ARD-Krimireihe. Die erste Folge soll Anfang 2015 zu sehen sein.

Mit dem "Stolperstein"-Projekt erinnert der Künstler Gunter Demnig seit 1992 mit kleinen Gedenktafeln im Straßenpflaster an Opfer der Nationalsozialisten. Mittlerweile wurden schon rund 45.000 Stolpersteine verlegt.

Keith Richards schreibt Kinderbuch

Keith Richards wechselt in eher ungewöhnliches Genre.

Der Rolling-Stones-Gitarrist will nach seiner Autobiografie jetzt auch ein Kinderbuch auf den Markt bringen. Es trägt den Titel "Gus and Me: The Story of My Granddad and My First Guitar" und handelt von Richards´ Jugend und der Beziehung zu seinem Großvater. Der Musiker betonte, die Bindung zwischen Kindern und ihren Großeltern sei einzigartig und müsse in Ehren gehalten werden. Das Buch erscheint voraussichtlich im September.

Kulturnachrichten hören

März 2014
MO DI MI DO FR SA SO
24 25 26 27 28 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
31 1 2 3 4 5 6

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur