Seit 01:05 Uhr Tonart
Mittwoch, 23.06.2021
 
Seit 01:05 Uhr Tonart

Kulturnachrichten

Mittwoch, 23. Juni 2021

Film-Friedenspreis für Senta Berger

Senta Berger ist in München mit dem Friedenspreis des Deutschen Films "Die Brücke" für ihr Lebenswerk geehrt worden. Sie gelte als grandiose Schauspielerin, die durch ihre Darstellungskunst der Seele Nahrung gebe, aber auch als widerständige Demokratin, so Susanne Breit-Keßler, Vorsitzende des Bayerischen Ethikrates, in ihrer Laudatio. Die Auszeichnung ehrt künstlerisch wertvolle Filme mit humanistischer und gesellschaftspolitischer Dimension. Sie wird seit 2002 vom Bernhard Wicki Gedächtnis Fonds verliehen in Erinnerung an den Filmemacher Bernhard Wicki und seinem Antikriegsfilm "Die Brücke". Berger lobte in ihrer Dankesrede Wickis Werk von 1959. Viele andere Filme über den Zweiten Weltkrieg seien Verherrlichungen eines heroischen Krieges und seiner Helden. Vor allem deutsche Streifen seien oft verlogen gewesen und hätten versucht, alle Verbrechen zu rechtfertigen, sagte die 80-Jährige.

Auch San Sebastián vergibt Darstellerpreise neu

So wie bei der Berlinale sollen beim renommierten Internationalen Filmfestival von San Sebastián die Preise für die besten Schauspielerinnen und Schauspieler künftig unabhängig von deren Geschlecht vergeben werden. Bei der nächsten Ausgabe des Festivals im September wird es keine Silberne Muschel für den besten männlichen Darsteller und die beste weibliche Darstellerin mehr geben, kündigten die Organisatoren an. Stattdessen soll mit dem Preis die beste Hauptrolle und die beste Nebenrolle in Filmen geehrt werden. Die Festival-Jury werde künftig einfach nur noch zwischen guten und schlechten Darstellungen unterscheiden, sagte Festival-Direktor José Luis Rebordinos. Bei der Berlinale war die Änderung auf geschlechtsunabhängige Preise vergangenes Jahr bekannt gegeben worden - und auch auf Kritik gestoßen. Das Filmfestival von San Sebastián findet von 17. bis 25. September statt.

Gutenberg-Preis für Judith Schalansky

Die Buchgestalterin, Autorin und Herausgeberin Judith Schalansky ist mit dem Gutenberg-Preis 2021 der Stadt Leipzig ausgezeichnet worden. Sie erhielt die mit 10.000 Euro dotierte Ehrung im Deutschen Buch- und Schriftmuseum. Die Jury lobte die 1980 geborene Greifswalderin "für ihr konsequentes Eintreten rund um das zeitgenössische Buch". Mit ihrem innovativen Erzählansatz in Verbindung mit einem ästhetisch-typografischen Gestaltungswillen mache sie aus dem Medium Buch stets ein Gesamtkunstwerk. Mit dem Gutenberg-Preis werden Persönlichkeiten und Einrichtungen geehrt, die sich um die Förderung der Buchkunst verdient machen.

Pollesch solidarisiert sich mit greichischen Ebros-Theater

Mit dem kürzlich von der Polizei geschlossenen, selbstverwalteten Theater Embros in Athen solidarisiert sich der Regisseur und designierte Intendant der Berliner Volksbühne René Pollesch. Seinen Offenen Brief an die Regierung veröffentlichte das griechische "Institute for Experimental Arts" auf seiner Website. Bereits 2013 wurde das Haus gesperrt und war danach aus Protest gegen die radikalen Streichungen der Kulturförderung erneut von Künstlerinnen und Künstlern besetzt worden. In seinem Schreiben bezeichnete der deutsche Regisseur die Räumung als Teil einer "autoritäre Umgestaltung" der griechischen Gesellschaft. Pollesch, der im Herbst seine erste Spielzeit als Intendant der Berliner Volksbühne eröffnet, habe eine Zusammenarbeit mit dem Embros geplant.

Venedig ist Kandidat für die Rote Liste der Unesco

Venedig könnte auf die Rote Liste der gefährdeten Welterbestätten aufgenommen werden. Das schlagen Experten der Unesco vor. Die Kulturbehörde der Vereinten Nationen soll ab Mitte Juli darüber entscheiden. Die UN-Fachleute fällen in ihrer Studie ein hartes Urteil über die Versuche Italiens, die Schäden durch große Schiffe und den Anstieg der Besucherzahlen in Venedig einzudämmen. Die Regierung in Rom reagierte mit einem aufgeregten Appell, dass sie nun schnell für Abhilfe sorgen wolle. Die italienische Regierung, die Region Venetien und die Stadt Venedig liefern sich ein Dauertauziehen mit Bürgerinitiativen und der Wirtschaft um den richtigen Kurs. Das Welterbe-Label kurbelt den Tourismus und die örtliche Wirtschaft an.

Berlinische Galerie kauft Gemälde von Lovis Corinth

Die Berlinische Galerie hat ein Gemälde von Lovis Corinth erworben. Das Werk "Bacchant" von 1913 soll in der Dauerausstellung des Landesmuseums präsentiert werden. Zur Sammlung gehören bereits sechs von elf Bildern aus einem Zyklus des Berliner Malers. "Baccchant" wurde von Corinth für den Festsaal des Ritterguts Freienhagen nahe Oranienburg geschaffen. Zu sehen ist eine tanzende männliche Figur mit Leopardenfell, bekränzt mit Weinlaub und Trauben. Daneben sitzt ein Leopard. Das Bild war lange in Privatbesitz und wurde nun über das Auktionshaus Grisebach gekauft. Eine Summe nannte das Museum dabei nicht. Der Ankauf wurde mit Mitteln des Bundes, der Senatskulturverwaltung und des Fördervereins der Berlinischen Galerie ermöglicht, wie es in der Mitteilung heißt.

Regisseur Bellocchio bekommt Goldene Ehrenpalme

Der italienische Regisseur Marco Bellocchio ("Der Sprung ins Leere", "Der Verräter") erhält beim diesjährigen Filmfestival in Cannes eine Goldene Ehrenpalme. Damit werde sein einzigartiges Schaffen geehrt, das das zeitgenössische Kino mit Kraft und Freiheit geprägt habe, hieß es in einer Mitteilung der Festivalleitung. Festivalpräsident Pierre Lescure sagte, Bellocchio revolutioniere mit jedem seiner Werke die etablierte Ordnung. Dem 81-Jährigen soll der Preis zum Abschluss des Filmfestivals überreicht werden. Ebenfalls mit einer Goldenen Ehrenpalme ausgezeichnet wird in diesem Jahr die US-amerikanische Schauspielerin und Regisseurin Jodie Foster.

Schweizer Polizei-Fotograf Odermatt gestorben

Der Schweizer Polizist und Fotokünstkler Arnold Odermatt ist mit 96 Jahren gestorben. Das bestätigte ein Familienmitglied dem Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). Odermatt war 40 Jahre bei der Nidwaldner Kantonspolizei, seine Unfallfotos dokumentierten nicht nur das Geschehen, sondern hatten einen künstlerischen Anspruch. Die schwarzweißen Bilder von Blechschäden, Autowracks und verbeulten Leitplanken wurden von der Kunstwelt spät entdeckt. Erst um die Jahrtausendwende widmeten Museen Odermatts Werke Ausstellungen, die Bilder des Autodidakten wurden 2001 auch auf der Biennale in Venedig gezeigt. Als Arnold Odermatt in Rente ging, hatte er 60.000 Aufnahmen gemacht.

EuGH: YouTube haftet nicht für Urheberrechtsverstöße

Nach Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) sind Anbieter wie YouTube nicht verantwortlich für Urheberrechtsverstöße auf ihren Plattformen. Solange die Betreiber von Internetplattformen keine Kenntnis von den hochgeladenen Inhalten hätten, seien sie von der Haftung befreit, teilten die Richter mit. Einer der beiden verhandelten Fälle geht auf einen Rechtsstreit des Musikproduzenten Frank Peterson zurück. 2008 waren mehrere seiner Tonträger ohne seine Erlaubnis auf die zu Google gehörende Video-Plattform YouTube hochgeladen worden. Das Urteil zu dem schon länger zurück liegenden Fall erging auf Grund einer alten Rechtslage. Inzwischen gilt ein neues Urheberrecht, nach dem Plattformen für illegal eingestellte Inhalte haften.

Kulturnachrichten hören

Juni 2021
MO DI MI DO FR SA SO
31 1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 1 2 3 4

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur