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Donnerstag, 26.11.2020
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 27. September 2020

Am Abend beginnt der jüdische Versöhnungstag Jom Kippur

Für Juden in aller Welt beginnt am Abend der höchste Feiertag, der Versöhnungstag "Jom Kippur". Er wird in Israel als strenger Ruhe- und Fastentag begangen; das öffentliche Leben einschließlich des Flugverkehrs kommt vollständig zum Erliegen. Auch nicht-religiöse Juden begehen mehrheitlich Jom Kippur. An diesem Tag wird man von Sünden befreit. Durch den zweiten Lockdown in Israel sind in diesem Jahr auch während Jom Kippur die Bewegungsfreiheit sowie das gottesdienstliche Leben stark eingeschränkt. Außer in bestimmten Ausnahmefällen dürfen sich Menschen maximal 1.000 Meter von ihrem Wohnort entfernen. Dies gilt auch für die Besuche von Gottesdiensten.

Kai Uwe Peter leitet Schillergesellschaft

Kai Uwe Peter, Geschäftsführer des Berliner Sparkassenverbandes, ist zum Präsidenten der Deutschen Schillergesellschaft gewählt worden. Der gebürtige Backnanger folgt auf Peter-Andre Alt, der die Schillergesellschaft seit 2012 geleitet und auf eine weitere Kandidatur verzichtet hatte. Die Gesellschaft mit rund 2.000 Mitgliedern trägt das Literaturarchiv. Baden-Württembergs Kunstministerin Bauer würdigte das Archiv als "herausragende Kultureinrichtung mit internationaler Strahlkraft". Laut Bauer sind im Nachtragshaushalt des Landes für 2021 zusätzliche Mittel für die bauliche und organisatorische Weiterentwicklung enthalten.

Kulturwissenschaftler Kaschuba warnt vor zu großen Beschränkungen

Der Ethnologe und Kulturwissenschaftler Kaschuba hat vor zu großen Einschränkungen in der Corona-Pandemie gewarnt. Die Gesellschaft müsse unbedingt einen Teil ihrer Freiheiten erhalten, sagte er im Deutschlandfunk. Viele der Dinge, die derzeit eingeschränkt würden, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, gehörten zum festen Lebensstil der Menschen. Insbesondere in den Städten hätten sich in den letzten Jahrzehnten viele Freiheiten etabliert, unter anderem die Möglichkeit, täglich auszugehen und miteinander zu feiern oder sich durch Umarmungen zu begrüßen. Wenn die Politik diese Freiheiten nun einschränke, dann sei das ein Balanceakt, betonte Kaschuba. Es sei falsch, dabei nur auf das Urteil von Epidemiologen zu hören.

Der Bund stützt Galerien mit 16 Millionen Euro

Galerien für Gegenwartskunst in Deutschland erhalten 16 Millionen Euro Soforthilfe aus dem Corona-Rettungspaket "Neustart Kultur" der Bundesregierung. Die Gelder sind zum Einkauf von Kunstwerken gedacht. Man wolle erreichen, dass Künstler aus ganz Deutschland zum Zuge kommen. Die Kunstwerke sollten später in Ausstellungen öffentlich gezeigt und Museen als langfristige Leihgaben angeboten werden, sagte Kulturstaatsministerin Grütters der "Welt am Sonntag". Die Fördersumme liegt zwischen 5.000 und 35.000 Euro. Zehn Prozent der Fördersumme müssten selbst aufgebracht werden. Eine unabhängige Jury entscheide über die Vergabe, hieß es.

Schlöndorff will möglicherweise sein Archiv verlagern

Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff denkt darüber nach, sein Archiv aus dem Deutschen Filminstitut in Frankfurt am Main abzuziehen. Sowohl seine Heimatstadt Wiesbaden als auch das Filmmuseum Potsdam interessierten sich verständlicherweise für seinen Vorlass, sagte Schlöndorff der Nachrichtenagentur dpa. Schlöndorff wurde 1939 in Wiesbaden geboren und lebt in Potsdam. 1980 war er mit der Grass-Verfilmung "Die Blechtrommel" zu Weltruhm gelangt. 1992 hatte der Regisseur alle noch vorhandenen Unterlagen zu seinen Filmen ans Deutsche Filminstitut & Filmmuseum in Frankfurt am Main gegeben. Das Institut sei in intensiven Gesprächen mit Volker Schlöndorff. Ziel sei der dauerhafte Verbleib der Sammlung in Frankfurt, sagte DFF-Direktorin Ellen Harrington.

San Sebastián: Vier Preise für Film aus Georgien

Die französisch-georgische Co-Produktion "Dasatskisi" hat beim Filmfestival in San Sebastián gleich mehrere Preise erhalten. Das Drama der jungen Regisseurin Dea Kulumbegaschwili handelt von der Unterdrückung einer Frau und ihrer inneren Wandlung. Der Film erhielt die "Goldene Muschel" für den besten Film und die "Silberne Muschel" für die beste Regie. Hauptdarstellerin Ia Sukhitaschwili wurde als beste Schauspielerin geehrt. Außerdem erhielt der Film den Preis der Jury für das beste Drehbuch. Als beste Schauspieler wurde eine Darsteller-Gruppe aus der dänisch-schwedisch-niederländischen Films Produktion "Druk" geehrt: Mads Mikkelsen, Thomas Bo Larsen, Magnus Millang und Lars Ranthe. Ein Spezialpreis der Jury ging an den von Johnny Depp produzierten Dokumentarfilm "Crock of Gold: A Few Rounds with Shane MacGowan" unter der Regie von Julian Temple über den Bandleader der britischen Kultband "The Pogues". Das Festival von San Sebastián ist das wichtigste Filmfestival Spaniens. Es findet bereits seit 1953 statt.

Erste Statue für schwarze Heldin in Paris

Paris will eine Heldin im Kampf gegen die Sklaverei mit einer Statue ehren - es wäre die erste Statue für eine schwarze Frau in der französischen Hauptstadt. Bürgermeisterin Anne Hidalgo weihte am Samstag einen Park ein, der nach der jungen Schwarzen Solitude benannt wurde und in dem die Statue errichtet werden soll. Solitude war Anfang des 19. Jahrhunderts eine der Schlüsselfiguren des Aufstands gegen die französischen Kolonialherrscher auf der Karibikinsel Guadeloupe, dem sich zahlreiche ehemalige Sklavinnen anschlossen.
Sie wurde am 29. November 1802 im Alter von 30 Jahren hingerichtet. Einen Tag vor ihrer Hinrichtung hatte sie noch ein Kind zur Welt gebracht. Die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, sprach auf Twitter von einem "starken Symbol". Die Initiative solle dafür sorgen, dass Solitudes "Kampf nie in Vergessenheit gerät."

Weihnachtsmarkt-Schausteller lehnen Alkoholverbot ab

Der Deutsche Schaustellerbund lehnt ein Alkoholverbot auf Weihnachtsmärkten in der Corona-Pandemie ab. "Natürlich ist das Glühweintrinken ritualisiert. Niemand geht nur auf den Weihnachtsmarkt, um eine Wollmütze zu kaufen", sagte Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg der "Rheinischen Post" vom Samstag.
Zuletzt hatten sich mehrere Politiker dafür ausgesprochen, Weihnachtsmärkte mit Hygienevorgaben zu erlauben, jedoch starke Beschränkungen beim Alkoholausschank verlangt. Hakelberg sagte der "Rheinischen Post", die Schausteller wüssten genau, dass die diesjährigen Weihnachtsmärkte eine Bewährungsprobe für die Volksfeste im kommenden Jahr seien, und wollten entsprechend restriktiv beim Ausschank vorgehen. "Allen ist klar, dass die Ordnungsbehörden Dauergast auf den Weihnachtsmärkten sein werden und streng kontrollieren."

Theodor-Heuss-Preis für Filmregisseur Andreas Dresen

Der Filmregisseur Andreas Dresen ist in Stuttgart mit dem "Theodor-Heuss-Preis" ausgezeichnet worden. Die Verleihung stand in diesem Jahr unter dem Motto "Nach 30 Jahren. Wie schafft Demokratie Einheit in Vielfalt?". Wie die Theodor-Heuss-Stiftung erklärte, erhält Andreas Dresen die Auszeichnung für sein künstlerisches Werk, das auf ehrliche und kraftvolle Weise Geschichten aus Ostdeutschland für ein gesamtdeutsches Publikum erzähle. Das komme vor allem bei Filmen wie "Gundermann" und "Als wir träumten" zum Ausdruck. In ihnen mache Andreas Dresen "das Selbstverständnis vieler Ostdeutscher mit Geschichten von Anpassung und Widerstand zum Thema. Plakative politische Aussagen sind ihm fremd“, so die Stiftung. Der Preis wird zur Erinnerung an den ersten Bundespräsidenten vergeben.

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