Seit 05:05 Uhr Studio 9
Donnerstag, 26.11.2020
 
Seit 05:05 Uhr Studio 9

Kulturnachrichten

Montag, 14. September 2020

Pariser Kunstmesse FIAC fällt wegen Corona aus

Die Pariser Kunstmesse FIAC fällt wegen der Corona-Krise aus. Sie gehört neben der Art Basel und der Frieze in London zu den wichtigsten Messen der Branche. Wie der Veranstalter mitteilte, wurde die eigentlich vom 22. bis zum 25. Oktober im Ausstellungsgebäude Grand Palais geplante Veranstaltung abgesagt. Die 47. FIAC-Messe ist jetzt vom 21. bis zum 24. Oktober kommenden Jahres in der französischen Hauptstadt geplant. Im vergangenen Jahr waren rund 200 Galerien bei der FIAC vertreten, darunter die wichtigsten Namen der Branche wie Gagosian, Thaddaeus Ropac, Hauser & Wirth und David Zwirner.

Schauspielerin Sabine Hahn gestorben

Die Schauspielerin Sabine Hahn ist tot. Die 83-Jährige sei bereits in der Nacht zum Samstag in Hamburg nach kurzer schwerer Krankheit gestorben, teilte ihre Agentur mit. Die in Breslau geborene Schauspielerin spielte ab 1953 an verschiedenen Bühnen, darunter am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Außerdem war sie in zahlreichen Kino- und Fernsehfilmen wie "Schwester Weiß" oder "Ihr letzter Wille kann mich mal" und in TV-Serien zu sehen.

EU-Kulturminister beraten in Berlin

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat sich heute in Berlin mit den Kulturministern der EU-Länder getroffen. Dabei ging es um Maßnahmen, die die Kultur in der Corona-Pandemie stärken sollen. In der Kultur schlage das Herz Europas, sagte die CDU-Politikerin. Der gesamte Kulturbereich in Europa - und damit auch Europa selbst - stehe vor der größten Herausforderung der letzten Jahrzehnte. "Wir sind uns einig darin, dass der Kultur- und Kreativsektor bei den europäischen Aufbauhilfen angemessen berücksichtigt werden muss", so Grütters. Sie halte "Pandemie-Regelungen mit Augenmaß" für notwendig, um die Kultur in Europa am Leben zu erhalten. Gesundheitsschutz habe immer Vorrang, allerdings gebe es inzwischen aus ganz Europa eine Reihe von Beispielen, die zeigten, dass eine Rückkehr zur lebendigen kulturellen Teilhabe auch in Zeiten der Pandemie möglich sei. Die in Berlin besprochenen Ansätze sollen nun auf Fachebene weiter vertieft werden.

Bauhaus-Archiv wird teurer

Die Arbeiten am Berliner Bauhaus-Archiv werden voraussichtlich mehr Geld kosten und wohl auch länger dauern. Nach Angaben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen mussten Arbeiten am Rohbau für das Museum erneut ausgeschrieben werden. Im Zuge der Nachprüfung sei ein möglicher Interessenkonflikt festgestellt worden. An dem Unternehmen, das die ausgeschriebenen Abdichtungsarbeiten ausführen sollte, sei eine Nachfolgefirma beteiligt, die bei der Ausschreibung mitgewirkt habe, hieß es zur Begründung. Deshalb werde der Auftrag neu ausgeschrieben. Das Bauhaus-Archiv in Berlin ist seit zwei Jahren geschlossen und wird vergrößert.

Dörrie und Zaree leiten Jury der ARD-Hörspieltage

Die Regisseurin und Schriftstellerin Doris Dörrie und die Schauspielerin und Filmemacherin Maryam Zaree leiten erstmals die Jury der ARD-Hörspieltage. Wie der Südwestrundfunk in Baden-Baden mitteilte, bewerben sich die zwölf besten Hörspiele von ARD, Deutschlandradio, Österreichischem Rundfunk und dem Schweizer Sender SRF. Das Festival werde dieses Jahr coronabedingt "hybrid" veranstaltet, also mit deutlich weniger Publikum und einer Veranstaltung vor Ort und im Netz. Der Deutsche Hörspielpreis der ARD ist mit einem Preisgeld von bis zu 5.000 Euro dotiert und gilt damit als höchstdotierter Hörspielpreis im deutschsprachigen Raum.

5,5 Millionen Euro für Deutsche Digitale Bibliothek

Die Deutsche Digitale Bibliothek erhält für eine Neustrukturierung 5,5 Millionen Euro an Bundesmitteln. Kulturstaatsministerin Grütters sagte in Berlin, sie wolle die DDB als zentrale digitale Plattform stärken, die frei von wirtschaftlichen Interessen Bestände vieler Kultur- und Wissenseinrichtungen aus ganz Deutschland online zugänglich mache. Das Projekt läuft demnach bis Dezember 2021. Im Vordergrund stehen neue Formate für eine interaktive Teilhabe der Nutzer sowie eine Förderung der Digitalisierung in Partnerinstitutionen der DDB. Oberstes Ziel sei es, das kulturelle Erbe Deutschlands online zugänglich und auf niederschwellige Weise erfahrbar zu machen, hieß es.

Müntefering gegen Zerschlagung von SPK

In der Debatte um eine Reform der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) plädiert die Staatsministerin für internationale Kulturpolitik im Auswärtigen Amt, Michelle Müntefering, für eine stärkere Internationalisierung. Bei der nötigen Reform gehe es unter anderem darum, wie sich die SPK langfristig aufstellen müsse, um mit vergleichbaren Institutionen wie etwa dem Louvre in Paris oder dem Smithsonian in Washington D.C. mithalten zu können, erklärte Müntefering in einem Gastbeitrag in der "Berliner Morgenpost". Eine zentrale Frage bei den Reformüberlegungen laute daher, wie man die Vernetzung und Internationalisierung der größten deutschen Kulturinstitution stärken könne. Dabei sprach sich Müntefering gegen eine Zerschlagung der "Gesamtstruktur der SPK" aus.

NRW fördert 21 Privattheater mit extra Geld

Nordrhein-Westfalen hat die Förderung für 21 Privattheater in der Corona-Krise aufgestockt. Die Unterstützung für die vor allem im Ruhrgebiet und im Rheinland angesiedelten Theater werde noch einmal um 200 000 auf rund 915 000 Euro erhöht, teilte das Kulturministerium in Düsseldorf mit. Privattheater würden sonst nicht vom Land gefördert. Ziel sei es, die kulturellen Strukturen im Land zu erhalten, sagte die parteilose Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen. Privattheater seien ein wesentlicher Teil der vielfältigen Theaterlandschaft in NRW. Insgesamt umfasst das Stärkungspaket "Kunst und Kultur" 185 Millionen Euro.

Museum Kolumba wieder Sanierungsfall

Das vor 13 Jahren vom Schweizer Stararchitekten Peter Zumthor gebaute Kölner Kunstmuseum Kolumba muss vermutlich erneut saniert werden. Das Problem der undichten Fassade sei nicht gelöst, sagte Direktor Stefan Kraus der Katholischen Nachrichten-Agentur. Zumthor werde Anfang November zu Beratungen nach Köln kommen. Die Schäden seien aber keine Gefahr für die ausgestellten Werke, so Kraus. An dem Museum des Erzbistums Köln waren vor acht Jahren Schäden am Lehmputz festgestellt worden. Durch feinste Haarrisse zwischen Backsteinen und Fugenmörtel war Regenwasser gedrungen. Die bisherigen Ausbesserungen kosteten rund 450.000 Euro.

Preisträger des Jüdischen Filmfestivals geehrt

Die Preisträger des Jüdischen Filmfestivals Berlin und Brandenburg (JFBB) stehen fest: "The end of love" der israelischen Regisseurin Keren Ben Rafael wurde mit dem Preis "Beste Regie Spielfilm" ausgezeichnet. "Masel tov cocktail" von Arkadij Khaet und Mickey Paatzsch erhielt den Preis "Bester Nachwuchsfilm" und "Kiss me kosher" von Shirel Peleg die "Empfehlung für den besten deutschen Film mit jüdischer Thematik". Das teilten die Veranstalter des Festivals mit, das gestern Abend zuende gegangen war. Die Preise sind mit 2000 und 3000 Euro dotiert.

Verbände fordern Freiheitsrechte für Hongkong

Autoren- und Publizistikverbände in Deutschland haben gefordert, dass die Freiheitsrechte in Hongkong bewahrt werden. Mit dem "Gesetz zur nationalen Sicherheit in Hongkong" vom Juni stünden die Ausübung des Rechts auf freie Meinungsäußerung, auf Publikationsfreiheit und auf Versammlungsfreiheit de facto unter Strafe. Die Bundesregierung und die EU müssten sich gegenüber der chinesischen Regierung "entschieden für den Erhalt von Freiheitsrechten einsetzen". Unterzeichner des Aufrufs sind der Schriftstellerverband PEN-Zentrum, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, das Internationale Literaturfestival, Reporter ohne Grenzen und der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller in ver.di.

Spielepreis 2020 geht an kooperative Spiele

Das Spiel "Die Crew" erhält den Deutschen Spielepreis 2020. Die Auszeichnung für das beste Kinderspiel erhält "Andor Junior". In beiden prämierten Titeln müssten die Spieler gemeinsam eine Aufgabe lösen statt gegeneinander anzutreten, wie der Friedrich Merz Verlag in Bonn mitteilte. Er verleiht den Spielepreis seit 30 Jahren. Alle ausgezeichneten Spiele werden im Oktober auf der weltgrößten Messe für Gesellschaftsspiele vorgestellt, wie es weiter hieß. Die "Spiel" in Essen findet in diesem Jahr ausschließlich digital statt.

Digitales Bildungsportal Mundo ist online

Angesichts des Bedarfs an digitalen Unterrichtsangeboten in der Coronakrise haben die 16 Bundesländer ein gemeinsames Bildungsportal freigeschaltet. Das Onlineportal Mundo stellt allen pädagogischen Fachkräften, Schülern und Eltern mit dem neuen Schuljahr kostenlos geprüfte Unterrichtsmedien zur Verfügung, wie die Kultusministerkonferenz (KMK) in Berlin mitteilte. Das Bildungsportal wird demnach kontinuierlich ausgebaut und um neue Lerninhalte ergänzt. Unter anderem steuern öffentlich-rechtliche Sender dazu didaktische audiovisuelle Medien bei. Es können etwa Videos, Audiodateien oder Arbeitsblätter heruntergeladen werden. Eine Austauschplattform namens Sodix soll zudem dafür sorgen, dass die Länder, Rundfunkanstalten, Lehrkräfte und andere Anbieter von Lerninhalten Bildungsmedien bereit stellen und Länder diese dann in ihre eigenen Landesportale integrieren können. Sodix soll innerhalb der kommenden 28 Monate umgesetzt werden.

Atwood erhält Friedenspreis für ihr Lebenswerk

Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood wird mit dem Dayton Literatur-Friedenspreis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Die 80-Jährige lehre ihre Leserinnen und Leser, soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz einzufordern, so die Begründung der US-Stiftung, die die Auszeichnung vergibt. Atwood zeige, was es bedeute, anders zu sein und könne gerade dadurch mehr Mitgefühl für Menschen wecken, die nicht genauso seien "wie wir". Atwood ist besonders durch den Roman "Der Report der Magd" von 1985 bekannt geworden, der als Vorlage einer Verfilmung und einer Fernseh-Serie diente. Darin beschreibt sie eine in den USA errichtete fundamentalistisch-christliche Diktatur, in der Frauen entrechtet sind und zum Kinderzeugen gezwungen sind.

Buchmesse mit bleibenden Einschränkungen

Der Chef der Frankfurter Buchmesse, Juergen Boos, rechnet nach der eingedampften Ausgabe im kommenden Monat mit bleibenden Einschränkungen für die Veranstaltung. Die Messe werde sich dauerhaft verändern, sagte Boos der Deutschen Presse-Agentur. Volle Messehallen, Gedränge in den Gängen und Besucherrekorde werde man so schnell nicht wieder erleben. Die Frankfurter Buchmesse wird in diesem Jahr mit nur einem Zehntel der Aussteller im Vergleich zum Vorjahr stattfinden. Der Grund hierfür sind vor allem die Corona bedingten Reiseeinschränkungen. Es gibt digitale Angebote, Veranstaltungen in der Festhalle und an Dutzenden Orten in der Stadt - mit vielen Stars. Nur die gewohnten Stände in den Messehallen wird es nicht geben.

Denkmaltag erstmals überwiegend digital

Der Tag des offenen Denkmals fand in diesem Jahr überwiegend digital statt. Die auf einer zentralen Website präsentierten Angebote seien sehr gut angenommen worden, teilte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit. Hunderte Denkmäler beteiligten sich mit mehr als 1.200 Beiträgen, darunter Filme, digitale Rundgänge, Fotoreihen, Live-Veranstaltungen und Podcasts. Damit waren Blicke hinter die Fassaden von Kirchen, Burgen und anderen historischen Gebäuden oder Parks möglich. Bis Ende September sollen die Beiträge auf www.tag-des-offenen-denkmals.de abrufbar sein, unter anderem eine virtuelle Baustellenführung durch die Bonner Beethovenhalle.

Berlin Art Week ist zu Ende gegangen

Die Berlin Art Week mit Ausstellungen in Galerien, Museen und dem Technoclub Berghain ist am Sonntag nach fünf Tagen zu Ende gegangen. Die Veranstalter bewerteten die Kunstwoche, die wegen der Corona-Pandemie ihr Konzept an vielen Stellen ändern musste, als gelungen. Die große Nachfrage und die restlos ausgebuchten Time-Slots hätten bestätigt, dass die Lust auf analoge Veranstaltungen, immer unter Einhaltung der gebotenen Abstands- und Hygieneregeln, groß sei, so die Veranstalter. Beteiligt waren unter anderem 20 Kunstinstitutionen und Museen, die Messe Positions Berlin Art Fair, 13 Privatsammlungen sowie zahlreiche Galerien.

"Gang nach Buchenwald" erinnert an KZ-Befreiung

Mit einem Gedenkweg ist in Weimar an die Opfer des KZ Buchenwald und die Befreiung des Lagers durch die US-Armee 1945 erinnert worden. Ein "Nie wieder" könne nur gelingen, wenn wir nicht wegschauten, wenn heute wieder Menschen wegen ihres Glaubens oder ihrer Hautfarbe angegriffen werden, sagte Thüringens Ministerpräsident Ramelow am Sonntag zum Auftakt bei dem "Gang nach Buchenwald" anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung. Der ursprüngliche Termin im Frühjahr war wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. Der Gedenkweg vom Weimarer Bahnhof zum ehemaligen KZ auf dem Ettersberg war ein gemeinsames Projekt der aktuell laufenden Achava-Festspiele, des Kunstfests Weimar, der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und dem Deutschlandfunk Kultur.

Autoren setzen sich für inhaftierten Blogger Badawi ein

Zahlreiche Autoren haben sich in einem Appell an Bundespräsident Steinmeier und Außenminister Maas für den inhaftierten saudi-arabischen Blogger Raif Badawi eingesetzt. Dieser sei seit nunmehr acht Jahren in Haft, wurde zu öffentlich vollzogenen Peitschenhieben verurteilt und befinde sich inzwischen in einem äußerst besorgniserregenden Zustand, hieß es in einem am Sonntag veröffentlichten Schreiben des PEN-Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland. Unterzeichnet wurde das Schreiben unter anderem von Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller, Guy Stern, Dogan Akhanli und Barbara Honigmann. Sie appellierten an die Politiker, auf die Verantwortlichen in Riad mit einzuwirken, damit Badawi aus dem Gefängnis entlassen wird und zu seiner Familie nach Kanada ausreisen kann.

Kulturnachrichten hören

September 2020
MO DI MI DO FR SA SO
31 1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 1 2 3 4

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur