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Kulturnachrichten

Dienstag, 8. September 2020

"taz"-Kolumne verstößt nicht gegen Pressekodex

Der Deutsche Presserat hat Beschwerden gegen eine polizeikritische Kolumne "Abschaffung der Polizei: All cops are berufsunfähig" der Tageszeitung "taz" als unbegründet abgelehnt. Die Polizei als Teil der Exekutive müsse sich gefallen lassen, von der Presse scharf kritisiert zu werden, begründete der Beschwerdeausschuss des Rates seine Entscheidung. Die Mitte Juni erschienene Kolumne einer Autorin der linken Tageszeitung mit Sitz in Berlin hatte bundesweit große Aufmerksamkeit erregt. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte zeitweise erwogen, Strafanzeige gegen die Verfasserin zu stellen, was er letztlich aber nicht tat. Der Rat hatte fast 400 Beschwerden zu dem Text erhalten und ein Verfahren eingeleitet, das nun der Beschwerdeausschuss behandelte und entschied.

Letzte Journalisten australischer Medien verlassen China

Die letzten zwei Korrespondenten in Diensten australischer Medien in China haben das Land verlassen. Bill Birtles vom Sender ABC und Michael Smith von der Wirtschaftszeitung "Australian Financial Review" seien von Shanghai nach Sydney geflogen, meldeten beide Medien. Ihre Ausreise aus China folgte auf eine Mitteilung der australischen Regierung vergangene Woche, wonach die Australierin Cheng Lei, Nachrichtensprecherin beim chinesischen englischsprachigen Staatssender CGTN, verhaftet worden sei. Zum ersten Mal seit 40 Jahren gibt es nun keine Vertreter australischer Medien in China mehr. Die Beziehungen der beiden Länder sinken damit auf einen neuen Tiefpunkt. Zugleich sehen Experten die Ausreise von Birtles und Smith als Beweis für die wachsenden Risiken ausländischer Journalisten, wenn sie in China arbeiten.

Frankfurter Buchmesse ohne Hallenausstellung

Der Hauptteil der Frankfurter Buchmesse, die klassische Hallenausstellung, fällt aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr aus. Aufgrund der aktuell geltenden Reisebeschränkungen können zahlreiche Länderstände nicht wie geplant umgesetzt werden, teilten die Veranstalter mit. Zudem mache die ab 1.
Oktober 2020 in Kraft tretende Quarantäneverordnung die Teilnahme von europäischen Ausstellern oder Fachbesuchern nahezu unmöglich. Die Verleihungen des Deutschen Buchpreises und des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels sollen wie geplant stattfinden. Hinzu kommen Leseveranstaltungen vor Ort und im Netz.

Nachwuchsschauspieler bekommen O.E. Hasse-Preis

Die Nachwuchsschauspieler Emma Lotta Wegner und Alexander Wertmann erhalten den O.E. Hasse-Preis. Sie teilen sich in diesem Jahr die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung, wie die Akademie der Künste mitteilte. Beide studieren an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. Der Preis erinnert an den Schauspieler Otto Eduard Hasse (1903-1978) und soll "herausragende Begabungen" fördern.

OECD: Anteil der Bildungsausgaben am BIP gesunken

Die OECD-Länder haben in den vergangenen Jahren anteilig am Bruttoinlandsprodukt (BIP) immer weniger Geld für Bildungseinrichtungen ausgegeben. Dies geht aus dem in Berlin veröffentlichten Bericht "Bildung auf einen Blick 2020" hervor. Demnach sind die Ausgaben zwischen 2015 und 2017 im Durchschnitt um 1,2 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent und somit unter den Wert von 2005 gefallen. Deutschland liegt dabei mit 4,2 Prozent unter dem Durchschnitt. Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie warnte die OECD vor den Folgen langer Schulschließungen für den Bildungsstandort Deutschland. Vorteile sieht die OECD dagegen in der starken beruflichen Bildung in Deutschland.

Gästebesetzung von TV-Talkshows verzerrt Realität

Die Talkshows von ARD und ZDF bilden mit ihrer Gästebesetzung die Realität des politischen Systems nur unzureichend ab. Das ergab eine Studie des Think-Tanks "Das Progressive Zentrum". Zwei Drittel aller Gäste kamen der Untersuchung zufolge aus Politik und Medien, 8,8 Prozent aus der Wissenschaft, 6,4 Prozent aus der Wirtschaft und 2,7 Prozent aus der organisierten Zivilgesellschaft. Auffallend niedrig sei die Präsenz von Organisationen, die besonders hohes Vertrauen in der Gesellschaft genießen würden, beispielsweise Verbraucherschützer, Nichtregierungsorganisationen oder Gewerkschaften. Ebenfalls unterrepräsentiert waren Vertreter der kommunalen und europäischen Ebene. Untersucht wurden über 1000 Sendungen über einen Zeitraum von drei Jahren bis 2020.

Mehr Wissenschaftsberichte bei Öffentlich-Rechtlichen

Inmitten der Corona-Pandemie planen öffentlich-rechtliche Sender im deutschsprachigen Raum mehr Beiträge über Wissenschaft. Die Krise habe deutlich gemacht, dass wissenschaftliche Erkenntnisse konkrete Auswirkungen auf den Alltag haben, heißt es in einem gemeinsamen Papier von öffentlich-rechtlichen Sendern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ziel des "Leipziger Impulses II" ist es, Gemeinwohlorientierung, der sich die öffentlich-rechtlichen Sender verpflichtet fühlen, zeitgemäß umzusetzen. Unterschreiben haben das Papier WDR, MDR, ZDF, Deutschlandradio sowie ORF in Österreich und SRG in der Schweiz.

US-Chartsrekord für Taylor Swift

Pop-Superstar Taylor Swift hat Whitney Houston eingeholt: Sie sind nun gemeinsam die beiden Künstlerinnen, die in den meisten aufeinanderfolgenden Wochen auf Platz 1 der US-amerikanischen "Billboard 200 Charts" standen. Swifts Überraschungsalbum "Folklore", das sie ohne Ankündigung im Juli veröffentlicht hatte, steht seit sechs Wochen an der Spitze der Musikcharts. Insgesamt standen ihre Studioalben damit 46 Wochen auf Platz 1 der US-Hitparaden, wie das Branchenmagazin "Billboard" schrieb.

Boykottaufrufe überschatten Start von Disneys "Mulan"

Zum Start seines Films über die chinesische Kämpferin "Mulan" sieht sich Disney mit Boykottaufrufen konfrontiert. Grund für die Empörung ist der Abspann des Films, in dem sich die Filmemacher bei Sicherheitsbehörden in der westchinesischen Region Xinjiang bedanken, wo nach Angaben von Menschenrechtlern seit Jahren Hunderttausende Mitglieder der muslimischen Minderheit der Uiguren in Umerziehungslagern festgehalten werden und anderen Repressalien ausgesetzt sind. Disney machte zunächst keine Angaben dazu, was genau die Kooperation beinhaltete und ob in Xinjiang gedreht wurde. Der Film war wegen der Corona-Pandemie am vergangenen Freitag nicht im Kino sondern auf Disneys Streaming-Portal angelaufen.

Covid-19: Früherer Temptations-Sänger gestorben

Er prägte viele Jahre den Sound der US-Band The Temptations - nun ist der R'n'B-Sänger Bruce Williamson gestorben. Er erlag mit 49 Jahren in Las Vegas den Folgen einer Covid-19-Erkrankung, wie sein Sprecherteam der US-Zeitschrift "USA Today" mitteilte. Der gebürtige Kalifornier Williamson, der seine Karriere als Sänger in einer Kirche startete, war erst 2006 zu der legendären Soul-Band gestoßen. Bis 2015 stand er mit der Gruppe auf der Bühne. In den 1960er und 1970er Jahren hatten die Temptations und deren Label Motown mit Hits wie "My Girl", "I Can't Get Next To You" und "Papa Was A Rollin' Stone" ihre größten Erfolge. 1989 wurde die Band in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

Ehrung für die Junge Norddeutsche Philharmonie

Die Junge Norddeutsche Philharmonie ist mit dem Würth-Preis der Jeunesses Musicales Deutschland ausgezeichnet worden. Mit Selbstinitiative, Tatendrang und neuen Aufführungsformaten begeistere das Orchester eine neue Musiker-Generation, hieß es zur Begründung. Das Ensemble wurde 2010 von jungen Musikerinnen und Musikern gegründet und will nach eigener Darstellung moderne Formen des Konzerts ausloten. IDer mit 15.000 Euro dotierte Preis wirdseit 1991 verliehen und von der Stiftung Würth gefördert. In den vergangenen Jahren waren unter anderen der Dirigent Gustavo Dudamel, der Perkussionist Martin Grubinger und Ensembles wie das STEGREIF.orchester ausgezeichnet worden.

Feierliche Saisoneröffnung an der Wiener Staatsoper

Die Wiener Staatsoper hat am Abend ihre Saison eröffnet. Nach sechs Monaten Corona-Pause gab es die Premiere von Giacomo Puccinis "Madama Butterfly" vor mehr als 1.000 Zuschauern. Wegen des Mindestabstands blieben viele Plätze leer. Normalerweise verfügt die Wiener Staatsoper über gut 1.700 Sitzplätze und mehr als 550 Stehplätze. Im Gebäude durften sich die Besucher nur mit Atemschutzmaske bewegen, auf den Sitzplätzen konnten sie diese abnehmen.

Kritik an Berichten über Solingen-Tragödie

Die Stadt Solingen legt gegen die Berichterstattung der "Bild"-Zeitung und von RTL über die getöteten Kinder Beschwerde beim Deutschen Presserat ein. Nach Ansicht von Oberbürgermeister Tim Kurzbach wurden zahlreiche Grenzen des Pressekodex überschritten. Vor allem der Schutz der Persönlichkeit von Kindern und Jugendlichen sowie der Grundsatz der Unschuldsvermutung seien nicht beachtet worden. Die Opferschutzorganisation "Weißer Ring" warnte vor den Folgen von Sensationsjournalismus für die Opfer von Verbrechen. Manchen Medienvertretern fehle leider jedes Bewusstsein dafür, was es bedeute, Opfer einer Straftat mit lebenslangen Folgen geworden zu sein, sagte die Bundesgeschäftsführerin Bianca Biwer dem Evangelischen Pressedienst.

Frankreich kommt seinen Museen zu Hilfe

Frankreich unterstützt seine großen Museen, Denkmäler und Kathedralen in der Corona-Pandemie finanziell. 614 Millionen Euro Direkthilfe soll es geben. Davon gehen laut Kulturministerium mehr als die Hälfte an die international bekannten Museen wie den Louvre, an Versailles, das Orsay-Museum und das Centre Pompidou. Sie verzeichneten wegen der Corona-Schutzmaßnahmen einen Besucherrückgang von 40 bis 80 Prozent. Der Direktor des Louvre, Jean-Luc Martinez, bezifferte den Einnahmeverlust auf über 40 Millionen Euro. Das Louvre-Publikum kommt zu 75 Prozent aus dem Ausland, vor allem aus den USA und China. Die Gelder sind Teil eines Kultur-Hilfspakets in Höhe von 2 Milliarden Euro.

Höhere Reichweite für Digitalradio DAB+

In Autos und Haushalten in Deutschland befinden sich inzwischen knapp zehn Millionen Radios, die DAB+ empfangen können. Das ist eine Million mehr als im Vorjahr, heißt es im aktuellen Digitalisierungsbericht der Medienanstalten. Das bedeutet, dass knapp ein Viertel der Bevölkerung Radioprogramme auf digitalem Weg empfangen kann. Aus dem Digitalisierungsbericht geht außerdem hervor, dass die Zahl der UKW-Radios in den deutschen Haushalten auf hohem Niveau leicht sinkt. Rund 91 Prozent der Haushalte haben noch ein UKW-Radio. In Europa hat sich bisher nur Norwegen komplett vom UKW-Funk verabschiedet. Auch Südtirol und die Schweiz planen die vollständige Umstellung auf DAB+.

Berlinale: Filmmarkt bekommt neuen Leiter

Am Rande der Berlinale kommen jedes Jahr Tausende Fachbesucher zu einer Messe zusammen. Der European Film Market erhält nun eine neue Leitung. Dennis Ruh soll den Branchentreff ab November leiten, wie die Filmfestspiele mitteilten. Bisher arbeitete Ruh für German Films, die Auslandsvertretung des deutschen Films. Der bisherige Filmmarkt-Direktor Matthijs Wouter Knol wechselt zur Europäischen Filmakademie. Die nächste Berlinale ist für Februar 2021 geplant. Wegen der Corona-Pandemie soll der European Film Market teilweise online stattfinden.

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