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Kulturnachrichten

Samstag, 28. September 2019

Nina Hoss in San Sebastián als beste Schauspielerin ausgezeichnet

Beim Filmfestival im nordspanischen San Sebastián hat Nina Hoss die Silberne Muschel für die beste Schauspielerin erhalten. Die 44-jährige Stuttgarterin wurde für ihre Rolle als strenge Geigenlehrerin im deutschen Drama "Das Vorspiel" von Ina Weisse ausgezeichnet. Den Preis bekam bei der 67. Ausgabe des Festivals neben Hoss auch die Spanierin Greta Fernández. Die "Concha de Oro", die Goldene Muschel für den besten Film, gewann die brasilianische Produktion "Pacified" des US-Regisseurs Paxton Winters. In dem Streifen über eine 13-jährige Bewohnerin einer Favela, eines Elendsviertels der Stadt Rio de Janeiro, macht auch der in Belgien geborene brasilianisch-kongolesische Schauspieler und Sänger Bukassa Kabengele mit, der in San Sebastián als bester männlicher Darsteller geehrt wurde. Das "Festival Internacional de Cine de San Sebastián" ist das wichtigste Filmfestival Spaniens. Es findet bereits seit 1953 jedes Jahr statt. Größen des Filmgeschäfts wie Alfred Hitchcock, Bette Davis und Lana Turner waren schon zu Gast in der malerischen Stadt am Atlantik. Deutschland konnte zuletzt 2003 die Goldene Muschel gewinnen, damals für Dito Tsintsadzes Thriller "Schussangst".

Barocke Paraderäume im Dresdner Residenzschloss wiedereröffnet

Knapp 75 Jahre nach ihrer Zerstörung sind in Dresden die Königlichen Paraderäume im Residenzschloss wiedereröffnet worden. Die barocken Räume wurden bis ins kleinste Detail rekonstruiert. Es sei nicht nur ein besonderer Ort sächsischer Geschichte von der Renaissance bis zur Gegenwart, sondern ein Teil der deutschen und europäischen Geschichte, sagte Ministerpräsident Kretschmer (CDU) bei einem Festakt. Die Paraderäume sind die "Krönung" beim 1986 begonnenen Wiederaufbau des 1945 zerstörten Gebäudes als Museumskomplex der Staatlichen Kunstsammlungen. In die teils "fadengenaue" Rekonstruktion von Eckparadesaal, Audienzgemach und Paradeschlafzimmer samt Vorzimmern investierte der Freistaat knapp 35 Millionen Euro. Sachsens legendärer Kurfürst August der Starke (1670-1733) hatte die Räume anlässlich der Hochzeit seines Sohnes umbauen und kostbar ausstatten lassen.

Mahnmal zu Anschlägen von Oslo und Utøya enthüllt

Mehr als acht Jahre nach den Anschlägen in Oslo und Utøya mit 77 Toten ist in Norwegen ein Mahnmal zu Ehren der Opfer enthüllt worden. Das Monument "Jernrosene" (zu Deutsch: die Eisenrosen) besteht aus rund 1000 eisernen Rosennachbildungen. Sie sollen an die Reaktion der Norweger auf die Anschläge erinnern. In den Tagen und Wochen nach den Vorfällen hatte sich ein Blumenmeer vor dem Osloer Dom gebildet. Dort steht nun auch das Kunstwerk von Tobbe Malm und Tone Mørk Karlsrud. Die Rosen wurden von Menschen aus aller Welt geschmiedet, darunter auch Überlebende und Angehörige der Opfer.
Der Rechtsterrorist Anders Behring Breivik hatte am 22. Juli 2011 zunächst eine Autobombe im Regierungsviertel von Oslo gezündet und im Anschluss auf der Insel Utøya Dutzende Teilnehmer eines Ferienlagers der Jugendorganisation der sozialdemokratischen Arbeiterpartei erschossen.

Russischer Regisseur Mark Sacharow gestorben

Der russische Regisseur Mark Sacharow ist tot. Er ist im Alter von 85 Jahren nach langer Krankheit gestorben, wie das Lenkom-Theater in Moskau mitteilte. Dort war er bis zuletzt künstlerischer Leiter. In vier Jahrzehnten hat er mehr als 40 Aufführungen auf die Bühne gebracht. Sacharow, der sich auch in Deutschland einen Namen gemacht hatte, führte darüber hinaus bei zahlreichen Filmen Regie - etwa bei "Zwölf Stühle" von 1976 und "Genau jener Münchhausen" von 1979. Sie seien Klassiker des sowjetischen Kinos, erklärte das Theater. Außerdem drehte er mehr als 20 Fernsehsendungen. Er erhielt für sein Wirken viele Auszeichnungen. 2018 bekam er den Titel "Held der Arbeit" verliehen. Der russische Präsident Wladimir Putin drückte der Familie sein Beileid aus. Er würdigte Sacharow als einen Mann mit außergewöhnlichem Talent und innerer Freiheit. Seine Werke seien einzigartig in der russischen Kunst.

Metallica muss Down-Under-Tournee verschieben

Wegen Behandlung der Suchterkrankung ihres Frontmanns James Hetfield muss die US-amerikanische Metal-Band Metallica ihre ab Mitte Oktober geplante Tournee durch Australien und Neuseeland verschieben. Hetfield müsse - wie die meisten wahrscheinlich wüssten - seit Jahren immer wieder gegen seine Sucht kämpfen. Er müsse nun "leider" erneut ein Behandlungsprogramm aufnehmen, um wieder an seiner Genesung zu arbeiten, twitterten die drei anderen Bandmitglieder Lars Ulrich, Kirk Hammett und Robert Trujillo am Freitagabend (Ortszeit). "Es tut uns wirklich leid, unseren Fans und Freunden mitteilen zu müssen, dass wir unsere bevorstehende Tournee durch Australien und Neuseeland verschieben müssen."

Die goldenen Muscheln von San Sebastián

Heute Abend werden beim 67. internationalen Filmfestival von San Sebastián die Goldenen Muscheln verliehen. Im Wettbewerb ist auch der Film "Das Vorspiel" von Ina Weisse mit Nina Hoss in der Hauptrolle. Auf den Hauptpreis hoffen zudem unter anderem James Franco für seine neue Regiearbeit "Zeroville" und Guillaume Nicloux für seinen neuen Streifen "Thalasso". Die spanische Schauspielerin Penélope Cruz erhält beim diesjährigen Festival den Donostia-Preis für ihr Lebenswerk.

Stadtschreiberin lädt zum Lese-Marathon

Magdeburgs Stadtschreiberin Nele Heyse verabschiedet sich mit einem Lesefest aus der sachsen-anhaltischen Landeshauptstadt. Zusammen mit Freunden und Überraschungsgästen will sie den Roman «Zerbrechliche Welten - Gott ist die Schöpfung schön» in voller Länge lesen. Den hatte Heyse in Magdeburg fertig gestellt. Am Montag wird es noch eine Abschlussveranstaltung im Literaturhaus geben. Dort will die Stadtschreiberin ihren persönlichen Blick auf die Stadt an der Elbe zeigen.

Malu Dreyer erhält August-Bebel-Preis

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin und kommissarische SPD-Vorsitzende Malu Dreyer ist mit dem August-Bebel-Preis geehrt worden. Die alle zwei Jahre verliehene Auszeichnung wurde Dreyer am Freitagabend in Berlin überreicht. "Die sozialdemokratischen Werte - Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität- die August Bebel geleitet haben, sind die zeitlosen Werte, die unser Land auch im 21. Jahrhundert dringend braucht", sagte Dreyer nach Angaben ihrer Partei anlässlich der Preisverleihung. Die August-Bebel-Stiftung war 2010 vom Schriftsteller Günter Grass gegründet worden. Sie ehrt Menschen, die sich ähnlich August Bebel um die soziale Bewegung in Deutschland verdient gemacht haben. Die bisherigen Preisträger waren Oskar Negt, Günter Wallraff, Klaus Staeck und Gesine Schwan.

Argentinierin Martel erhält Murnau-Filmpreis

Der diesjährige Bielefelder Friedrich Wilhelm Murnau Filmpreis wird am Sonntag an die Regisseurin Lucrecia Martel aus Argentinien verliehen. Die Jury habe die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung "der wohl wichtigsten lebenden Regisseurin Lateinamerikas" einstimmig zuerkannt, teilten die Veranstalter in Bielefeld mit. Die 52-jährige Martel habe ein filmisches Werk zwischen narrativem Kurz- und Langfilm sowie Dokumentation und Musikvideo entwickelt. Es sei von ebenso großer Vielfalt wie künstlerischer Konsequenz geprägt. Die Filme der Regisseurin beschäftigten sich auf originäre Weise mit argentinischer Geschichte und Gesellschaft, hieß es. Gleichzeitig wiesen sie Einflüsse des internationalen Kinos auf. Martel teile die Lust am Erweitern der formalen und erzählerischen Möglichkeiten des Mediums mit dem Namensgeber des Preises, dem Filmpionier Friedrich Wilhelm Murnau (1888-1931).

Hilde-Domin-Preis an Natascha Wodin

Die russisch-ukrainische Schriftstellerin Natascha Wodin erhält den mit 15.000 Euro dotierten Hilde-Domin-Preis für Literatur im Exil 2019 der Stadt Heidelberg. Die 73-Jährige habe "mit ihren zuletzt erschienenen Romanen in einer einfachen, klarsichtigen Sprache eine überfällige Erzählung gestiftet für das Schicksal von Millionen sowjetischen Zwangsarbeitern in Deutschland", teilte die Stadt Heidelberg mit. Wodins Werke seien geprägt von Erfahrungen des "Fremdseins, der Entfremdung, des Befremdens". Zu ihren Büchern gehören der Roman "Die gläserne Stadt" (1983), "Nachtgeschwister" (2009), "Sie kam aus Mariupol" (2017) und "Irgendwo in diesem Dunkel" (2018).

Künast startet Appell gegen digitale Gewalt

Angesichts von Aggressionen im Internet hat die Grünen-Politikerin Künast gemeinsam mit Netzaktivistinnen und Frauenrechtlerinnen einen parteiübergreifenden Appell gegen digitale Gewalt gestartet. Das was im Netz stattfinde dürfe nicht als Empörungskultur oder "andere Meinung" weggewischt werden, sondern müsse klar benannt werden, heißt es in dem Aufruf, aus dem der Spiegel zitiert. Die Initiatorinnen fordern eine öffentliche Debatte über die geschlechtsspezifischen Aspekte von Gewalt im Netz und Hasskommentaren.
Auslöser für den Appell ist eine Gerichtsentscheidung, wonach sexistische und vulgäre Beleidigungen Künasts durch anonyme Facebook-Nutzer zulässig waren.

Grütters gibt NS-Raubkunst an Erben zurück

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat vier Zeichnungen aus NS-Raubkunst
an die Erben einer französischen Industriellenfamilie zurückgegeben. Der Vorbesitzer, der anonym bleibe wolle, habe sie für die Forschung im Kunstfund Gurlitt zur Verfügung gestellt, teilte Grütters in Berlin mit. Die Zeichnungen gehörten einst zum Bestand des Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt, dem Vater von Cornelius Gurlitt. Eigentümerin war die Familie Deutsch de la Meurthe. Im Kanzleramt nahm heute ein Enkel von Georgette Deutsch de la Meurthe die Zeichnungen entgegen. Sie hingen in ihrem Haus in Paris, das während der deutschen Besatzung von den Nationalsozialisten geplündert wurde.

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Fazit

Margaret Atwood wird 80Humanistin und hellsichtige Mahnerin
Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood (picture alliance / AP / Invision / Arthur Mola)

Weltberühmt wurde sie mit ihrer Dystopie "Der Report der Magd". Heute feiert die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood ihren 80. Geburtstag. Über ihre teilweise düsteren Visionen sagt sie: "Ich beschreibe nur, was wir schon tun oder tun könnten."Mehr

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