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Donnerstag, 14.11.2019
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 24. September 2019

Naidoo wehrt sich gegen Antisemitismus-Vorwürfe

Der Sänger Xavier Naidoo wehrt sich weiter gerichtlich gegen Antisemitismus-Vorwürfe. Eine entsprechende Klage des Musikers beschäftigt das Oberlandesgericht Nürnberg. Vorausgegangen waren Vorwürfe einer Mitarbeiterin der Heidelberger Amadeu-Antonio-Stiftung, die sich gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus einsetzt. Sie hatte Naidoo vorgeworfen, er sei antisemitisch. Dies lasse sich strukturell - etwa anhand seiner Liedtexte - nachweisen. Das Landgericht Regensburg hatte in erster Instanz der Klage Naidoos auf Unterlassung stattgegeben.

Chef der Hessischen Filmförderung muss gehen

Wegen eines Treffens mit dem AFD-Politiker Jörg Meuthen muss der Chef der Hessischen Filmförderung, Hans Joachim Mendig, gehen. Der Aufsichtsrat der Hessenfilm und Medien Gmbh gab dies nach einer außerordentlichen Sitzung bekannt. Viele Filmschaffende hatten angekündigt, sie wollten nicht mehr mit der HessenFilm zusammenarbeiten. Die Begegnung zwischen Mendig und Meuthen hatte schon im Juli stattgefunden, wured aber erst kürzlich bekannt. Hans Joachim Mendig bezeichnete das Treffen als privat.

Tom Hanks bekommt Golden Globe für Lebenswerk

Hollywood-Superstar Tom Hanks wird bei den Golden Globes im kommenden Jahr für sein Lebenswerk geehrt. Hanks habe im Laufe seiner langen Karriere die Zuschauer mit verspielten und vielschichtigen Charakteren begeistert, sagte Lorenzo Soria, der Präsident der Hollywood Foreign Press Association, die die Golden Globes verleiht. Der Schauspieler ist bekannt für diverse Filmrollen in Werken wie "Forrest Gump", "Philadelphia" und "Der Soldat James Ryan". Der 63-Jährige hat viermal den Golden Globe gewonnen und zwei Oscars. Der Preis für das Lebenswerk ist eine der höchsten Auszeichnungen der Globes. Mit dem sogenannten Cecil B. DeMille Award sind bereits Stars wie Jeff Bridges, Oprah Winfrey, Morgan Freeman, Meryl Streep, Jodie Foster und Barbra Streisand gewürdigt worden.

Sternekoch klagt gegen Guide Michelin

Der Michelin-Gastronomieführer hat bestätigt, dass ein französischer Spitzenkoch im Streit um die Bewertung seines Toprestaurants den Rechtsweg eingeschlagen hat. Der "Guide rouge" verstehe die Enttäuschung des Sternekochs Marc Veyrat aus der Alpenregion Savoyen und werde seine Fragen prüfen, teilte das Unternehmen auf Anfrage in Boulogne-Billancourt bei Paris mit. Die Feinschmecker-Bibel hatte zu Jahresbeginn das "Maison des Bois" in Manigod bei Annecey von der Bestnote drei Sterne auf zwei herabgestuft. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP will Veyrat die genauen Gründe für die Herabstufung wissen.

Archäologen finden goldenes Armband in Estland

Archäologen haben in Estland bei Untersuchungen an einer 1 700 Jahre alten Opferstätte auf der Ostseeinsel Saaremaa wertvollen historischen Schmuck gefunden. Kostbarstes Stück des Funds von Anfang September ist estnischen Medienberichten zufolge ein goldenes Armband aus dem 3. Jahrhundert. "Man kann sagen, dass dies wahrscheinlich der wertvollste Einzelfund ist, der im materiellen Sinne in Estland ausgegraben wurde", sagte die leitende Archäologin Marika Mägi von der Universität Tallinn dem estnischen Rundfunk. Goldene Armbänder seien damals ein Symbol für die Zugehörigkeit zu den höchsten Schichten der Gesellschaft gewesen. Das Schmuckstücke sollen nun im Museum von Saaremaa ausgestellt werden.

Leonardo-Zeichnung darf nun doch nach Paris

Es ist eines der berühmtesten Werke Leonardo da Vinci: der Vitruvianische Mensch. Nach längerem Gerangel zwischen Frankreich und Italien darf die Zeichnung nun bei der Ausstellung zum 500. Todestag des Universalgelehrten in Paris gezeigt werden. Dies bestätigte das italienische Kulturministerium am in Rom. Im Mai hatte der damalige italienische Kulturminister Alberto Bonisoli noch dementiert, dass die Leihgabe entschieden sei. Die populistische Regierung, die in Rom von Juni 2018 bis August dieses Jahres regierte, hatte sich gegen ein Abkommen der Vorgängerregierung gewehrt, wonach wichtige Leonardo-Werke als Leihgaben nach Frankreich gehen sollten. Die Ausstellung im Louvre eröffnet am 24. Oktober.

Europäische Filmakademie ehrt Juliette Binoche

Die Schauspielerin Juliette Binoche wird von der Europäischen Filmakademie ausgezeichnet. Die 55jährige Oscar-Preisträgerin bekommt einen Ehrenpreis für ihr "beeindruckendes Engagement" für das Kino, wie die Filmakademie (EFA) mitteilte. Die Französin soll die Auszeichnung am 7. Dezember entgegennehmen. Dann werden in Berlin die Europäischen Filmpreise verliehen. Binoche ("Drei Farben Blau", "Der englische Patient") sei bereits in mehr als 60 Spielfilmen in Englisch und Französisch, Mainstream- und Arthouse-Produktionen zu sehen gewesen, erklärte die Filmakademie. Zuletzt spielte Binoche etwa im Drama "So wie du mich willst" mit.

Quote bei den Emmys eingebrochen

Die Emmys haben ein Quotenproblem: Nur 6,1 Millionen Zuschauer verfolgten die Gala, wie US-Medien und Spiegel Online berichteten. Das waren mehr als 30 Prozent weniger als im Vorjahr. Dafür wurde nicht nur die ohnehin niedrige Quote des ausstrahlenden Senders Fox und die Konkurrenz eines Footballspiels bei NBC verantwortlich gemacht. Auch die Strategie, ohne Moderationsteam auszukommen, sei diesmal nicht aufgegangen. Zwar waren schon viele Emmys ohne Host verliehen worden, aber die diesjährige Ausgabe wurde übereinstimmend als zäh und uninspiriert wahrgenommen. Möglicherweise haben viele Zuschauer auch bei der Masse der Preise den Überblick verloren. Sie werden mittlerweile in über 90 Kategorien vergeben.

Warnung vor Artenrückgang bei Insekten

Der Bestand fast jeder zweiten in Deutschland vorkommenden Insektenart ist laut Bundesamt für Naturschutz rückläufig. Ein Grund dafür sei die industrielle Landwirtschaft, sagte Präsidentin Beate Jessel im Interview der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Zunehmend spiele aber auch der Klimawandel eine Rolle. Jessel warnte zugleich davor, den Insektenrückgang nicht ernst zu nehmen. Es gebe in der Natur komplexe Bestäubungsnetze. "Wenn da einzelne Maschen wegfallen, kommt es zu Verschiebungen im Artenspektrum, hat das Folgen für das Ökosystem, die wir derzeit noch nicht überschauen können." Der Klimawandel spiele beim Artenrückgang eine zunehmend wichtigere Rolle und werde sich neben der Art der Landbewirtschaftung zum größten Problem für unsere Tier- und Pflanzenwelt entwickeln.

"Amsterdam Machsor" kehrt nach Köln zurück

Nach fast 600 Jahren ist jetzt ein prächtiges jüdisches Gebetbuch an seinen Ursprungsort Köln zurückgekehrt. Der sogenannte "Machsor" war nach Vertreibung der jüdischen Gemeinde 1424 aus der Stadt verschwunden und im 17. Jahrhundert in Amsterdam aufgetaucht. Deswegen wird er heute als "Amsterdam Machsor" bezeichnet, obwohl er aus Köln stammt. Mittlerweile wurde das 331-seitige Werk mit Illustrationen, Schmuckbuchstaben und Gold-Illuminationen vom Jüdisch-Historischen Museum in Amsterdam und vom Landschaftsverband Rheinland in Köln gemeinsam aufgekauft. Nach Öffnung des zurzeit entstehenden Jüdischen Museums in Köln soll es abwechselnd dort und in Amsterdam ausgestellt werden. Vorab ist der Machsor nun im Kölner Wallraf-Richartz-Museum zu sehen.

Pornografie und Naziparolen in Handyspielen für Kinder

In einigen Handyspielen für Kinder finden sich nach Angaben von Experten Naziparolen und Pornografie. Tester der Stiftung Warentest stießen bei 14 geprüften Spieleapps auf Verweise auf Pornoseiten, Mitspieler mit rechtsextremen Pseudonymen wie "SiegHeil" und ein Spiel, in dem "böse Juden" getötet werden sollen. In einer App für Sechsjährige gab es Werbung für ein Spiel, in dem unablässig Menschen erschossen werden. Viele Apps verleiten demnach auch zu teuren Käufen, mit denen innerhalb von Apps zusätzliche Inhalte oder Dienste gekauft werden sollen wie Rohstoffe oder Kostüme für Spielfiguren. Oft seien die Kosten sehr intransparent. Darauf beruht das Geschäftsmodell bei Gratisapps.
Keines der 14 Handyspiele für Kinder, darunter Minecraft, Clash of Clans oder Fortnite, kann die Stiftung Warentest empfehlen.

PEN-Präsidentin sorgt sich um Lesevermögen

Die Präsidentin des deutschen Ablegers der Schriftstellervereinigung PEN sorgt sich um das Lesevermögen der Bevölkerung in Deutschland. "Es kann nicht sein, dass wir so viele Kinder und Jugendliche abhängen", sagte Regula Venske im Interview der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Rund 25 Prozent der Viertklässler könnten nicht sinnverstehend lesen. Venske gibt vor allem dem Internet eine Mitschuld daran. Sie befürchte negative Auswirkungen der digitalen Welt auf das Verhältnis von Menschen zu Text und Information, sagte die Schriftstellerin. Texte in Büchern würden intensiver gelesen, so Venske. Am BIldschirm lese man sehr selektiv.

Letzte Kunert-Gedichte erscheinen posthum

Die letzten Gedichte des verstorbenen Schriftstellers Günter Kunert sind unter dem Titel "Zu Gast im Labyrinth" erschienen. Wie eine Sprecherin des Carl Hanser Verlag in München mitteilte, handelt es sich um neue Gedichte. Außerdem wird der Wallstein Verlag im nächsten Jahr bisher nicht publizierte Erzählungen Kunerts herausbringen. Kunert blicke in seinen letzten Gedichten bis in die Kindheit, zurück auf ein bewegtes Leben in einer bewegten Zeit, teilte Hanser mit. Gleichzeitig beobachte er seine Gegenwart mit gewohnt illusionslosem Scharfsinn. Wallstein will den Erzählband im Februar oder März herausbringen. Der noch vor dem Tod Kunerts gewählte vorläufige Arbeitstitel laute „Vom Friedhof nichts Neues“, sagte eine Verlagssprecherin in Göttingen. Es handle sich um etwa 20 Erzählungen. Die ältesten entstanden noch zu DDR-Zeiten und wurden bisher nicht veröffentlicht.

Gemälde des Mittelalter-Malers Cimabue entdeckt

Eine ältere Dame hat ein Meisterwerk italienischer Kunst in ihrer Küche entdeckt. Das Bild "Der verspottete Christus" von dem florentinischen Meister Cimabue aus dem 13. Jahrhundert hing jahrelang unerkannt im Haus der Seniorin bei Paris, wie der renommierte Kunstgutachter Eric Turquin mitteilte. Der Wert des Bildes wird auf vier bis sechs Millionen Euro geschätzt. Die alte Dame hatte es für eine einfache Ikone gehalten. Erst als sie es verkaufen wollte, kam der wahre Wert ans Licht. Das kleine Gemälde soll Christus inmitten einer Menschenmenge mit wütendem und grimmigem Gesichtsausdruck zeigen und Ende Oktober versteigert werden. Die Werke von Cenni di Pepo, wie Cimabue eigentlich heißt, sind sehr selten. Der Florentiner Maler und Mosaikkünstler gilt als eine der größten Figuren der italienischen Vorrenaissance.

Jeder Dritte in Deutschland hört Podcasts

Mehr als ein Drittel der Menschen in Deutschland hört Podcasts. Allerdings gibt es große Unterschiede in der Nutzungshäufigkeit: So gaben bei einer YouGov-Umfrage 13 Prozent der teilnehmenden Nutzer an, täglich Podcasts zu hören. Ein Viertel nutzt sie wöchentlich, jeder Fünfte monatlich, wie das Umfrageinstitut mitteilte, das die Daten erhoben hat. Bevorzugtes Medium der Podcasthörer ist das Smartphone.

B.B.King-Gitarre für Hunderttausende Dollar versteigert

Eine Gitarre von Blues-Legende B.B. King ist in Los Angeles für 280 000 Dollar unter den Hammer gekommen. Damit erlöste die schwarze Gibson ES-345 weitaus mehr als die Schätzsumme von zwischen 80 000 und 100 000 Dollar, wie das Auktionshaus Julien's mitteilte. Der Käufer wolle anonym bleiben. Bei Julien's waren am vergangenen Wochenende in Los Angeles mehr als 550 Stücke aus dem Nachlass des 2015 im Alter von 89 Jahren verstorbenen Starmusikers versteigert worden. Insgesamt seien dabei 1,3 Millionen Dollar zusammengekommen, teilte Julien's mit.

Jerusalem zeigt Werke aus Gurlitt-Sammlung

Mehr als 80 Werke aus dem Erbe des deutschen Kunsthändlers Gurlitt sind ab heute im Jerusalemer Israel-Museum zu sehen. Die Ausstellung mit dem Titel "Fateful choices" (etwa: Schicksalsentscheidungen) zeigt Werke bekannter Künstler, darunter Otto Dix, Max Ernst, Erich Heckel, George Grosz, Pierre-Auguste Renoir, Claude Monet und Emil Nolde. Sie befasst sich auch mit der komplexen Figur Gurlitt, der einer der wichtigsten Kunsthändler der Nationalsozialisten war. Im Besitz von Gurlitts Sohn Cornelius waren 2012 rund 1500 Werke, viele auf Papier, entdeckt worden. Der Fund galt als Sensation. Große Teile der Sammlung standen im Verdacht, jüdischen Besitzern während der Nazi-Zeit geraubt worden zu sein. Bisher haben sich erst sieben der Kunstwerke eindeutig als NS-Raubkunst erwiesen. Cornelius Gurlitt starb 2014. Er vermachte die ganze Sammlung dem Kunstmuseum Bern.

Offener Brief unterstützt Kamila Shamsie

Mehr als 250 internationale Autoren haben in einem offenen Brief die Aberkennung des Nelly-Sachs-Preises an die britisch-pakistanische Schriftstellerin Kamila Shamsie kritisiert. Zu den Unterzeichnern des Briefes zählen unter anderen Noam Chomsky, Michael Ondaatje, Arundhati Roy und Alexander Kluge. Was bedeute ein Literaturpreis, fragen die Autoren, wenn er das Recht untergrabe, sich für Menschenrechte und Redefreiheit einzusetzen. Ohne diese Rechte seien Kunst und Kultur bedeutungsloser Luxus. Shamsie befürwortet die umstrittene BDS-Bewegung, die auf einen wirtschaftlichen und kulturellen Boykott Israels wegen seiner Palästinenserpolitik drängt. Davon habe die Jury vor ihrer Entscheidung nichts gewusst, so die Stadt Dortmund nach der Wahl. Die Jurymitglieder hätten ihre Entscheidung widerrufen, weil Shamsies Position im Widerspruch zu den Satzungszielen der Preisvergabe und zum Geist des Nelly-Sachs-Preises stehe.

Schauspieler Andreas Wimberger ist tot

Der Schauspieler Andreas Wimberger ist tot. Er sei bereits am 11. September gestorben, teilte die Schauspielagentur Dietrich - Claudia Spies in München mit. Der 60-Jährige spielte neun Jahre lang in der ARD-Reihe "Um Himmels Willen". Zuletzt drehte der Österreicher für das ZDF eine Folge der Krimireihe "Die Toten von Salzburg" sowie die zweite Staffel der ARD-Serie "Hindafing" mit Maximilian Brückner, die Ende November im Ersten gezeigt wird. Wimberger wohnte in München. Von 1978 bis 1980 studierte er am Mozarteum in Salzburg Klavier.

Christoph Terhechte neuer Intendant von DOK Leipzig

Christoph Terhechte soll zum 1. Januar 2020 neuer Intendant und Geschäftsführer des Dok-Filmfestivals Leipzig werden. Das habe eine Auswahlkommission entschieden, teilte die Stadt mit. Er wird Nachfolger von Leena Pasanen, deren Intendanz nach fünf Jahren regulär endet. Der Journalist und Filmkritiker Terhechte ist derzeit künstlerischer Leiter des Internationalen Filmfestivals Marrakesch. Von 2001 bis 2018 war er Leiter des Internationalen Forums des Jungen Films der Berlinale.

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