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Dienstag, 19.11.2019
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 20. September 2019

Breitbach-Preis für Schriftsteller Thomas Hettche

Der Schriftsteller Thomas Hettche hat eine der höchstdotierten deutschen Auszeichnungen für Literatur bekommen. Im Theater Koblenz erhielt er am Freitagabend den mit 50 000 Euro verbundenen Joseph-Breitbach-Preis. Hettche, geboren 1964 im mittelhessischen Treis an der Lumda, lebt als freier Schriftsteller in Berlin und in der Schweiz. Die Jury würdigte ihn als einen "eminenten Stilisten", der die gesellschaftlichen Entwicklungen und ästhetischen Debatten der letzten Jahrzehnte in innovativer Form mitgestaltet habe und seit seinem 1989 erschienenen Romandebüt "Ludwig muss sterben" zu den herausragenden Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur gehöre. Seit 2018 ist der Autor auch Honorarprofessor am Institut für Philosophie, Literatur-, Wissenschafts- und Technikgeschichte der Technischen Universität Berlin.

Eva Raabe leitet Frankfurter Weltkulturen-Museum

Die Ethnologin Eva Raabe ist neue Leiterin des Frankfurter Weltkulturen-Museums. Der Magistrat habe dem Vorschlag von Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) zugestimmt, teilte die Stadt in Frankfurt am Main mit. Ihre neue Funktion werde Raabe ab dem 1. Oktober wahrnehmen. Sie hatte 1985 als Kustodin ihre Laufbahn am Weltkulturen-Museum begonnen. 2011 wurde sie zur stellvertretenden Direktorin gewählt und vier Jahre später nach dem Ausscheiden von Clémentine Deliss als kommissarische Leitung eingesetzt.

Streit um Welfenschatz: Stiftung ruft Supreme Court an

Im seit Jahren andauernden Streit zwischen Nachfahren jüdischer Kunsthändler und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz um den Welfenschatz hat die Stiftung den Obersten Bundesgerichtshof der USA angerufen. "Die SPK hat den SupremeCourt gebeten, sich mit der Frage zu befassen, ob ein amerikanisches Gericht für eine Klage gegen eine ausländische Regierung und ein von ihr getragenes Museum zuständig ist, wenn sich der Fall außerhalb der USA zugetragen hat", begründet Stiftungspräsident Hermann Parzinger per Twitter. Der Welfenschatz umfasst kostbare Altaraufsätze, Schmuckkreuze und Schreine aus dem Braunschweiger Dom. Die Goldschmiedearbeiten aus dem 11. bis 15. Jahrhundert gelangten 1671 in den Besitz des Welfenhauses. Die Stiftung hat die 44 Goldreliquien seit der Nachkriegszeit in ihrer Obhut. Die Nachfahren der früheren Besitzer gehen davon aus, dass die Objekte ihren Vorfahren von den Nazis nur scheinbar legal weggenommen wurden. Die Stiftung ist überzeugt, dass es sich nicht um einen NS-verfolgungsbedingten Zwangsverkauf handelt.

Ältester Holocaust-Überlebender Österreichs gestorben

Der älteste Holocaust-Überlebende Österreichs, Marko Feingold, ist tot. Nach Angaben der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg starb er gestern im Alter von 106 Jahren. Feingold war bis März Präsident der Kultusgemeinde. Er wuchs in Wien auf, wo er 1939 verhaftet und nach Auschwitz deportiert wurde. Später überlebte er auch die Konzentrationslager Neuengamme, Dachau und Buchenwald. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs lebte Feingold in Salzburg, wo er ein Modegeschäft eröffnete. Als Überlebender der Shoa trat Feingold als Mahner auf und wirkte bei der Zeitzeugenproduktion "Die letzten Zeugen" am Wiener Burgtheater mit, die zum Berliner Theatertreffen und ans Staatsschauspiel Dresden eingeladen wurde.

Nach Protesten: Moskauer Schauspieler Ustinow frei

Ein Gericht in Moskau hat den zu dreieinhalb Jahren Straflager verurteilten Schauspieler Pawel Ustinow am Mittag aus der Haft entlassen. Sieben Wochen nach seiner Festnahme kam Ustinow unter Auflagen frei, darf Moskau aber nicht verlassen. In den letzten Tagen hatte es außergewöhnlich umfangreiche Proteste gegen Justizwillkür in Russland gegeben. Selbst kremltreue Kreise und die orthodoxe Kirche hatten gegen die Schärfe des Urteils protestiert. Ustinow soll einem Polizisten bei einer nicht erlaubten oppositonellen Kundgebung die Schulter ausgekugelt haben. Beweise für diese Behauptung gibt es nicht. Ein Urteil über Ustinow will das Gericht nächste Woche verkünden.

Freiburg bekommt ein neues Kunstmuseum

Drei Monate nach dem Tod des Freiburger Unternehmers und Kunstsammlers Paul Ege wird mit Werken seiner Sammlung ein neues Museum eröffnet. Es zeigt auf mehr als 1000 Quadratmetern in Freiburg zeitgenössische Kunst, teilen die Organisatoren mit. Ausgestellt werde in einer Dauerschau ein repräsentativer Ausschnitt aus der mehr als 900 Werke großen Sammlung Eges. Die "Paul Ege Art Collection" umfasst eine der bedeutendsten Sammlungen mit Werken der Kunstrichtung Radical Painting in Europa. Ege, Gesellschafter eines Freiburger Großhandelsunternehmens, hat den Angaben zufolge mehr als 60 Jahre lang Kunst gesammelt. Das neue "PEAC Museum" eröffnet am Sonntag.

Renate Künast will Schimpf-Urteil nicht hinnehmen

Die Bundestagsabgeordnete der Grünen, Renate Künast, will das Urteil des Berliner Landgerichts zu Beschimpfungen gegen sie im Internet nicht hinnehmen. Im Deutschlandfunk Kultur kündigte sie an, in die nächste Instanz zu gehen. Sie sieht die Demokratie gefährdet, wenn in einem solchen Fall keine Grenzen gesetzt werden: Im Netz "findet diese Verrohung und die sprachliche Verschiebung nach rechts außen ja schon statt, da sind Menschen nicht alle gleich viel wert, der eine ist Sondermüll, dann gibt's die sexuelle Gewaltandrohung oder Herabwürdigung [...]. Wo und wie leben wir denn, wenn wir das sagen dürfen und es dann auch in Handlungen und konkrete Übergriffe ausartet am Ende. Das kann man nicht akzeptieren. Mein erstes Mittel ist die Beschwerde."

Berliner Ensemble eröffnet neue Spielstätte

Zur Eröffnung seiner zweiten Spielstätte lässt das Berliner Ensemble seine Besucher selbst entscheiden, was ihnen die Vorstellung wert ist. Bis Ende September gilt im Neuen Haus das Prinzip "Pay what you want": Wer eine Aufführung besucht, zahlt nach der Vorstellung einen selbst gewählten Betrag. Für Veranstaltungen auf der großen Bühne gelten die normalen Preis. Das Neue Haus befindet sich in einem umgebauten Nebengebäude des Theaters am Schiffbauerdamm. Nach über einem Jahrhundert erhält das BE damit erstmals eine reguläre zweite Spielstätte. Sie wird heute Abend mit der Uraufführung von "Mütter und Söhne" eröffnet.

Ruth Heynen wird Schauspieldirektorin in Cottbus

Das Staatstheater Cottbus stellt sich neu auf. Ruth Heynen soll ab der Spielzeit 2020/21 neue Schauspieldirektorin werden, wie das Theater mitteilte. Der designierte Intendant, Stephan Märki sagte: "Ich bin davon überzeugt, dass Ruth Heynen mit ihren vielfältigen Erfahrungen dem Theaterstandort Cottbus neue und spannende künstlerische Impulse geben kann". Die Dramaturgin sei eine ausgewiesene Theater-Expertin. Heynen soll die Nachfolgerin von Jo Fabian werden, der seit 2017 die Stelle inne hatte. In der Spielzeit 2020/21 tritt auch Märki offiziell sein Amt an. Derzeit ist René Serge Mund als Interimsintendant im Amt. Der Schweizer Märki bereitet aber schon die nächste Spielzeit vor. Das Staatstheater Cottbus ist das einzige staatliche Theater in Brandenburg und das einzige mit vier Sparten - Schauspiel, Musiktheater, Orchester und Ballett.

Barockschloss bei Paris wurde ausgeraubt

Bei einem Überfall im Barockschloss Vaux-le-Vicomte südlich von Paris haben Unbekannte eine Beute im Schätzwert von etwa zwei Millionen Euro gemacht. Die Eigentümer des riesigen Gebäudes wurden in der Nacht gefesselt, blieben aber unverletzt, berichtete die Staatsanwaltschaft der Stadt Melun. Details zu der Beute wurden nicht mitgeteilt. Das Schloss liegt rund 50 Kilometer von Paris entfernt. Es gilt als Meisterwerk der Barockbaukunst und als ein Vorbild für das Königsschloss von Versailles vor den Toren der Hauptstadt. Nach Angaben der Internetseite des Schlosses ist es das größte historische Denkmal in Frankreich, das noch in privater Hand ist. Seit 1968 ist es für die Öffentlichkeit zugängig. Laut Nachrichtenagentur AFP hat die Anlage mit einem großen Garten jährlich rund 250.000 Besucher.

Jan Böhmermann wechselt ins ZDF-Hauptprogramm

Der Moderator Jan Böhmermann wird ins ZDF-Hauptprogramm wechseln. Das werde aber erst in einem Jahr der Fall sein, teilte der Sender mit. Noch ist nicht bekannt, wie das Format des 38-Jährigen dann aussehen wird und auf welchem Sendeplatz ausgestrahlt werde. Nach einem Bericht von „Spiegel Online soll Böhmermanns "Neo Magazin Royale" im Dezember zum letzten Mal bei ZDFneo laufen, Böhmermann werde auf diesem Kanal aber mit anderen Formaten weiterhin präsent sein.

App soll Hass-Kommentare im Netz eindämmen

Eine neue App soll dabei helfen, Hass-Kommentare und Shitstorms im Internet zu melden und weiter einzudämmen. Viele Internetnutzer würden gerne auf Hasskommentare reagieren, trauten sich aber nicht oder wissen nicht wie, sagte Beate Achilles, Sprecherin der Internetplattform "Love-Storm". Um die Hass-Postings dennoch nicht unkommentiert zu lassen, können Internetnutzer diese an "Love-Storm" weiterleiten. Anschließend reagieren geschulte Personen auf die gemeldeten Kommentare. Die Plattform "Love-Storm" setzt sich gegen Cyberhass und für Zivilcourage ein und wird vom Bundesfamilienministerium gefördert. Mit der App soll nun das Melden von Hass-Kommentaren einfacher werden. Auch die Zahl von Personen, die durch ein Onlinetraining von "Love-Storm" in Methoden gegen Hasspostings geschult werden, soll steigen. Die App wird heute zum "Tag der Zivilcourage" in Berlin vorgestellt werden.

Berliner Kunsthaus Tacheles soll 2022 öffnen

Das Berliner Kunsthaus Tacheles soll im Frühjahr 2022 wiederöffnen. Nach dem Mauerfall hatten Künstler die Kaufhausruine besetzt, derzeit wird das denkmalgeschützte Gebäude am Oranienburger Tor saniert. Auf dem Areal entstehen auch mehrere Neubauten mit Büroflächen, Eigentumswohnungen und Läden. Die ersten Gebäude sollen bis März 2022 fertig sein, wie der Projektentwickler Sebastian Klatt ankündigte. Bis Anfang 2023 sollen alle Häuser stehen. Nach einem Bericht des "Tagesspiegel" könnte das schwedische Fotomuseum "Fotografiska" in den sanierten Altbau einziehen.

Das Washington Monument ist wiedereröffnet

Nach mehrjähriger Reparatur ist das Washington Monument mit seiner Besucherebene unter der Spitze wieder für das Publikum geöffnet. Der rund 170 Meter hohe Obelisk in der US-amerikanischen Hauptstadt zu Ehren der Präsidenten war nach einem Erdbeben 2011 und anschließender technischer Probleme mehrfach geschlossen gewesen. Bei seiner Eröffnung 1884 galt der Obelisk als höchstes Gebäude der Welt und ist noch immer das höchste freistehende Steingebäude.

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Fazit

Margaret Atwood wird 80Humanistin und hellsichtige Mahnerin
Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood (picture alliance / AP / Invision / Arthur Mola)

Weltberühmt wurde sie mit ihrer Dystopie "Der Report der Magd". Heute feiert die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood ihren 80. Geburtstag. Über ihre teilweise düsteren Visionen sagt sie: "Ich beschreibe nur, was wir schon tun oder tun könnten."Mehr

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