Freitag, 15.11.2019
 

Kulturnachrichten

Donnerstag, 19. September 2019

Ruth Heynen wird Schauspieldirektorin in Cottbus

Das Staatstheater Cottbus stellt sich neu auf. Ruth Heynen soll ab der Spielzeit 2020/21 neue Schauspieldirektorin werden, wie das Theater mitteilte. Der designierte Intendant, Stephan Märki sagte: "Ich bin davon überzeugt, dass Ruth Heynen mit ihren vielfältigen Erfahrungen dem Theaterstandort Cottbus neue und spannende künstlerische Impulse geben kann". Die Dramaturgin sei eine ausgewiesene Theater-Expertin. Heynen soll die Nachfolgerin von Jo Fabian werden, der seit 2017 die Stelle inne hatte. In der Spielzeit 2020/21 tritt auch Märki offiziell sein Amt an. Derzeit ist René Serge Mund als Interimsintendant im Amt. Der Schweizer Märki bereitet aber schon die nächste Spielzeit vor. Das Staatstheater Cottbus ist das einzige staatliche Theater in Brandenburg und das einzige mit vier Sparten - Schauspiel, Musiktheater, Orchester und Ballett.

Barockschloss bei Paris wurde ausgeraubt

Bei einem Überfall im Barockschloss Vaux-le-Vicomte südlich von Paris haben Unbekannte eine Beute im Schätzwert von etwa zwei Millionen Euro gemacht. Die Eigentümer des riesigen Gebäudes wurden in der Nacht gefesselt, blieben aber unverletzt, berichtete die Staatsanwaltschaft der Stadt Melun. Details zu der Beute wurden nicht mitgeteilt. Das Schloss liegt rund 50 Kilometer von Paris entfernt. Es gilt als Meisterwerk der Barockbaukunst und als ein Vorbild für das Königsschloss von Versailles vor den Toren der Hauptstadt. Nach Angaben der Internetseite des Schlosses ist es das größte historische Denkmal in Frankreich, das noch in privater Hand ist. Seit 1968 ist es für die Öffentlichkeit zugängig. Laut Nachrichtenagentur AFP hat die Anlage mit einem großen Garten jährlich rund 250.000 Besucher.

Berliner Kunsthaus Tacheles soll 2022 öffnen

Das Berliner Kunsthaus Tacheles soll im Frühjahr 2022 wiederöffnen. Nach dem Mauerfall hatten Künstler die Kaufhausruine besetzt, derzeit wird das denkmalgeschützte Gebäude am Oranienburger Tor saniert. Auf dem Areal entstehen auch mehrere Neubauten mit Büroflächen, Eigentumswohnungen und Läden. Die ersten Gebäude sollen bis März 2022 fertig sein, wie der Projektentwickler Sebastian Klatt ankündigte. Bis Anfang 2023 sollen alle Häuser stehen. Nach einem Bericht des "Tagesspiegel" könnte das schwedische Fotomuseum "Fotografiska" in den sanierten Altbau einziehen.

Jan Böhmermann wechselt ins ZDF-Hauptprogramm

Der Moderator Jan Böhmermann wird ins ZDF-Hauptprogramm wechseln. Das werde aber erst in einem Jahr der Fall sein, teilte der Sender mit. Noch ist nicht bekannt, wie das Format des 38-Jährigen dann aussehen wird und auf welchem Sendeplatz ausgestrahlt werde. Nach einem Bericht von „Spiegel Online soll Böhmermanns "Neo Magazin Royale" im Dezember zum letzten Mal bei ZDFneo laufen, Böhmermann werde auf diesem Kanal aber mit anderen Formaten weiterhin präsent sein.

Dörte Hansen bekommt Rheingau-Literatur-Preis

Die nordfriesische Schriftstellerin Dörte Hansen wird mit dem Rheingau-Literatur-Preis 2019 geehrt. Sie bekommt den Preis für ihren Roman "Mittagsstunde", in dem sie den Wandel eines norddeutschen Dorfes schildert, teilte das hessische Kunstministerium in Wiesbaden mit. Im Roman kehrt der Protagonist der Geschichte nach Jahren in sein verändertes Heimatdorf zurückkehrt. Das Buch sei eine "bewegende Reise in eine verlorene Zeit", urteilte die Jury. Der Preis für die 55-jährige Dörte Hansen umfasst 11.111 Euro und 111 Flaschen Rheingau-Riesling. Ihren Debutroman "Altes Land" schrieb sie 2015.

Das Washington Monument ist wiedereröffnet

Nach mehrjähriger Reparatur ist das Washington Monument mit seiner Besucherebene unter der Spitze wieder für das Publikum geöffnet. Der rund 170 Meter hohe Obelisk in der US-amerikanischen Hauptstadt zu Ehren der Präsidenten war nach einem Erdbeben 2011 und anschließender technischer Probleme mehrfach geschlossen gewesen. Bei seiner Eröffnung 1884 galt der Obelisk als höchstes Gebäude der Welt und ist noch immer das höchste freistehende Steingebäude.

Christoph Ingenhoven erhält Semper-Architekturpreis

Der Düsseldorfer Architekt Christoph Ingenhoven erhält den Semperpreis der Sächsischen Akademie der Künste. "Mit ihm wird eine Persönlichkeit ausgezeichnet, deren Gestaltungsauffassung ökologische Aspekte ganzheitlich berücksichtigt und dies zu einer eigenständigen Architektursprache von höchstem ästhetischem Anspruch führt", teilte die Akademie zur Begründung mit. Das sei an Ingenhovens weltweit errichteten Bauten ablesbar. Zu seinen zahlreichen Entwürfen insbesondere unter ökologischen Aspekten zählen u.a. die Neue Messe Hamburg und der Breezé Tower, der als erstes umweltfreundliche Hochhaus in Japan mit einer gläsernen Doppelfassade gilt, die der natürlichen Belüftung der Innenräume dient. Der Preis wird Ende September in der Hochschule für Bildende Künste in Dresden verliehen.

"Spectrum"-Fotografiepreis für Künstlerin Fiona Tan

Die indonesische Fotografin Fiona Tan (53) erhält den internationalen "Spectrum"-Preis für Fotografie der Stiftung Niedersachsen. Tan, die in Amsterdam lebt, mache in ihrer Kunst die Dimension der Zeit sichtbar und bewege sich an der Schnittstelle zum Medium Film, würdigte das hannoversche Sprengel Museum die Künstlerin. Das Museum zeigt - als Teil der Auszeichnung - in der Ausstellung "Goraiko" Werke von Tan, bei denen sie sich mit dem Thema Licht und der langsamen Bewegung beschäftigt. Der "Spectrum"-Preis umfasst neben der Ausstellung im Sprengel-Museum auch die Herausgabe einer Künstlerpublikation und ist mit 15.000 Euro dotiert.

App soll Hass-Kommentare im Netz eindämmen

Eine neue App soll dabei helfen, Hass-Kommentare und Shitstorms im Internet zu melden und weiter einzudämmen. Viele Internetnutzer würden gerne auf Hasskommentare reagieren, trauten sich aber nicht oder wissen nicht wie, sagte Beate Achilles, Sprecherin der Internetplattform "Love-Storm". Um die Hass-Postings dennoch nicht unkommentiert zu lassen, können Internetnutzer diese an "Love-Storm" weiterleiten. Anschließend reagieren geschulte Personen auf die gemeldeten Kommentare. Die Plattform "Love-Storm" setzt sich gegen Cyberhass und für Zivilcourage ein und wird vom Bundesfamilienministerium gefördert. Mit der App soll nun das Melden von Hass-Kommentaren einfacher werden. Auch die Zahl von Personen, die durch ein Onlinetraining von "Love-Storm" in Methoden gegen Hasspostings geschult werden, soll steigen. Die App wird heute zum "Tag der Zivilcourage" in Berlin vorgestellt werden.

Recycling-Designpreis für Lampe aus Bio-Kunststoff

Der Deutsche Recycling-Designpreis geht an die Dortmunder Designerin Kathrin Breitenbach. Sie setzte sich mit einer Deckenleuchte aus biologisch basiertem Kunststoff durch, wie das Herforder Marta-Museum für Kunst und Design am Donnerstag mitteilte. Breitenbach stellte ihre Lampe per 3D-Druck aus alten Avocadokernen und biobasiertem Thermoplast her. Den zweiten Platz belegt das britische Recycling-Projekt "The Shellworks", das ähnlich wie Kathrin Breitenbach arbeitet und Maschinen entwickelt hat, mit denen Gastronomie-Abfälle zu biologisch abbaubaren Plastikprodukten wie Blisterverpackungen und Blumentöpfen verarbeitet werden. Der Recycling-Preis wird für Entwürfe aus Materialien aus industriellen und handwerklichen Produktionsrückständen vergeben. Rund 350 internationale Designerinnen und Designer hatten sich beworben.

Neuer Tiefstand bei Mütter- und Kindersterblichkeit

Nach Schätzungen des UN-Kinderhilfswerks Unicef und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind die Zahlen zu Kinder- und Müttersterblichkeit auf einem neuen Tiefststand. Weltweit überleben demnach mehr Mütter und ihre Kinder als je zuvor, Todesfälle von Kindern bis fünf Jahren sind seit dem Jahr 2000 um fast die Hälfte zurückgegangen, wie die Organisationen heute mitteilten. Hauptgrund für die gesunkenen Sterblichkeitsraten sei der verbesserte Zugang zu bezahlbarer und guter Gesundheitsversorgung. Nach wie vor sind allerdings die Überlebenschancen für global sehr ungleich: Ein Kind zu bekommen, ist für Frauen in Afrika südlich der Sahara 50 Mal gefährlicher als in Industrieländern. Der Report "Levels and Trends in Child Mortality" wird von Unicef erstellt, die Zahlen zur Müttersterblichkeit kommen von der WHO.

Musiktheater in Stuttgart-21-Baugrube

Die Baugrube des Mega-Projekts Stuttgart 21 der Deutschen Bahn wird zur Bühne, denn dort wird an vier Abenden der Regisseur und Sänger der Punkrockband Die Goldenen Zitronen, Schorsch Kamerun, ein Musiktheater aufführen. Mit dem Musik-Projekt "Motor City Super Stuttgart" im zukünftigen Bahnhof werde er die Philosophie des Projekts auf-, aber auch angreifen, sagte Kamerun vor der für heute Abend geplanten Premiere. Die Inszenierung will Kritik an einem Wachstumsdenken üben, für das auch Stuttgart 21 stehe. "Mich beeindruckt dieser technische Wirkungs- und Geltungskrampf schon lange nicht mehr", sagte Kamerun der Deutschen Presse-Agentur. "Ich finde es sogar unmodern, weil es für ein Festhalten am Wachstumszwang steht. Ich schaue traurig auf dieses Projekt." Die "Baustellensinfonie" führt Kamerun mit Einverständnis der Bauleitung direkt unterhalb einer der massiven Kelchstützen an den künftigen Gleisen auf.

Willy-Pitzer-Preis für Eckart von Hirschhausen

Für sein Engagement für kranke Menschen ist der Kabarettist und Arzt Eckart von Hirschhausen mit dem Willy-Pitzer-Preis ausgezeichnet worden. Hirschhausen erhalte den Preis für sein Engagement in der von ihm gegründeten Stiftung "Humor hilft heilen". Von der Musiktherapie auf der Frühgeborenenstation bis zu Forschungsprojekten über die Rolle von Humor in der letzten Lebensphase gebe die Stiftung Impulse vom Beginn bis zum Ende des menschlichen Lebens. Der Preis ist mit 50 000 Euro dotiert. Die Willy-Robert-Pitzer-Stiftung verleiht im jährlichen Wechsel den Erika-Pitzer- sowie den Willy-Pitzer-Preis. Im vergangenen Jahr wurde die Vorstandsvorsitzende der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, Brigitte Mohn, ausgezeichnet.

Opéra national du Rhin ist "Opernhaus des Jahres"

Die Opéra national du Rhin im Elsass ist von Kritikern zum "Opernhaus des Jahres" gewählt worden. In einer Umfrage der Zeitschrift "Opernwelt" unter 50 Musikjournalisten bekam das Haus mit Spielstätten in Straßburg, Colmar und Mülhausen die meiste Zustimmung, wie das Magazin mitteilte. Als beste Aufführung wurde die "Salome"-Produktion der Salzburger Festspiele ausgewählt. Der Italiener Romeo Castellucci gilt laut Umfrage als bester Regisseur und Bühnenbildner des Jahres. Die litauische Sopranistin Asmik Grigorian, die in "Salome" die Hauptrolle spielte, ist "Sängerin des Jahres". Als "Dirigentin des Jahres" wird Joana Mallwitz aufgeführt, die neue Musikchefin am Staatstheater Nürnberg.

Central Park wird für 110 Millionen Dollar renoviert

Der berühmte New Yorker Central Park wird für 110 Millionen Dollar renoviert.
Mehr als die Hälfte des Geldes kommt dabei von Privatleuten, das gab der Parkbetreiber bekannt. Unter anderem soll ein See, der an der Nordostspitze des Central Parks liegt, mit einem Kanal weiter südlich verbunden werden. Auch ein weiterer Teich wird entstehen. Die Bauarbeiten sollen im Frühling 2021 beginnen und drei Jahre dauern.

Pianistin Dina Ugorskaja gestorben

Die Pianistin Dina Ugorskaja ist tot. Die Künstlerin starb in München im Alter von 46 Jahren nach langer schwerer Krankheit, wie ihre Plattenfirma mitteilte. Die 1973 in Leningrad (heute St. Petersburg) geborene Ugorskaja, Tochter des berühmten Pianisten Anatol Ugorski, war 1990 mit ihren Eltern wegen antisemitischer Bedrohungen aus der Sowjetunion geflohen. Klavier studierte sie in Berlin und Detmold, seit 2007 lebte Ugorskaja in München, wo sie Ende vergangenen Jahres ihre letzten Auftritte absolvierte. Seit 2016 hatte Ugorskaja eine Klavierprofessur an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien inne. Ugorskaja hinterlässt ihren Ehemann und eine Tochter.

Preisverleihung an Placido Domingo verschoben

Der mit Belästigungsvorwürfen konfrontierte spanische Opernsänger Placido Domingo wird den Europäischen Kulturpreis in diesem Jahr noch nicht erhalten. "Placido Domingo und das Europäische Kulturforum haben gemeinsam entschieden, die Auszeichnung auf den 3. Oktober 2020 in Bonn zu verschieben", teilte Annett Reeder vom Kulturforum mit. Mehrere Frauen hatten Domingo zuletzt Übergriffe vorgeworfen, die zum Teil Jahrzehnte zurückliegen. Der Sänger wies die Anschuldigungen als unzutreffend zurück. Sie hätten ihn zutiefst beunruhigt. Viele Opernsängerinnen sprachen Domingo ihr Vertrauen aus.

Kanadischer Autor Graeme Gibson gestorben

Der kanadische Schrifstelller Graeme Gibson ist tot. Der langjährige Lebensgefährte von Bestseller-Autorin Margaret Atwood sei im Alter von 85 Jahren gestorben, teilte das Verlagshaus Doubleday mit. In den letzten Jahren seines Lebens hatte Gibson an Demenz gelitten. Margaret Atwood erklärte, sie und ihre Familie seien am Boden zerstört, aber auch dankbar, dass sie am Leben Gibsons teilhaben konnten. Die beiden hatten gemeinsam eine Tochter. Mit der Verlegerin Sherley Gibson hatte der Autor zwei Söhne. Gibson erreichte nie den Bekanntheitsgrad seiner Lebensgefährtin, veröffentlichte aber selbst zahlreiche Romane, unter anderem "Taumel".

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