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Donnerstag, 21.11.2019
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 6. September 2019

"Name Waffe Stern" ist schönstes deutsches Buch 2019

Das Buch "Name Waffe Stern. Das Emblem der Roten Armee Fraktion" ist am Freitagabend in Frankfurt am Main mit dem mit 10.000 Euro dotierten Preis der "Stiftung Buchkunst" ausgezeichnet worden. Das Werk wurde von den drei Absolventen der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst Felix Holler, Jaroslaw Kubiak und Daniel Wittner gestaltet worden, teilte die Stiftung mit. Es stelle die Frage nach der programmatischen Bedeutung des Emblems der Roten Armee Fraktion und dessen Elementen "Name", "Waffe", "Stern".

Willy Brandt-Preis für Erik Fosnes Hansen und Marie-Theres Federhofer

Die norwegisch-deutsche Willy-Brandt-Stiftung hat den norwegischen Schriftsteller Erik Fosnes Hansen und die deutsche Literaturwissenschaftlerin Marie-Theres Federhofer mit dem Willy-Brandt-Preis 2019 ausgezeichnet. Der Vorstand der Stiftung begründete die Entscheidung mit ihrem herausragenden Engagement bei der Förderung der norwegisch-deutschen Beziehungen: Durch ihre engagierte Arbeit vermittelten die Preisträger einem breiten Publikum Kenntnisse über das jeweils andere Land und trügen somit maßgeblich zu einem besseren gegenseitigen Verständnis bei. Der Preis wird am 16. Oktober im Rahmen der Frankfurter Buchmesse verliehen, bei der Norwegen Ehrengast ist.

Änderungen bei Plänen zu neuer Mitteldeutschen Schlösserstiftung

Thüringens Regierung möchte seine Aufstellung für die geplante gemeinsame Mitteldeutsche Schlösserstiftung mit Sachsen-Anhalt ändern. Anders als bisher kommuniziert, will Thüringen nun doch keine einzelnen Liegenschaften der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten übernehmen, hieß es bei der Staatskanzlei am Freitag. Zwei Varianten seien nun denkbar, sagte eine Regierungssprecherin. So könnte die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten mitsamt allen von ihr verwalteten Bauten und Parkanlagen in die neue Stiftung übergehen. Die andere Version wäre, die Thüringer Stiftung als solche zu erhalten, sie aber der übergeordneten Dachstiftung zu unterstellen. Bisher war davon die Rede gewesen, dass die Thüringer Stiftung Schlösser und Gärten einzelne Bauten an die gemeinsame Stiftung hätte abtreten sollen, darunter etwa auch wichtige Zeugnisse der Residenzkultur wie das Schloss und den Park Friedensstein in Gotha.

Australischer Film "Babyteeth" gewinnt Signis-Preis

Der Film "Babyteeth" der australischen Regisseurin Shannon Murphy ist bei den 76. Filmfestspielen in Venedig mit dem Signis-Preis der katholischen Jury ausgezeichnet worden. In dem Drama geht es um das Schicksal der 15-jährigen schwerkranken Milla, um Ängste und Hoffnungen ihrer Familie und um die Liebe. Murphy ist eine von zwei Regisseurinnen, deren Filme in der offiziellen Programmauswahl vertreten waren. In ihrem Debütfilm arbeite Murphy die Charaktere und ihre individuellen Herausforderungen sensibel und originell aus, so begründete die Jury ihre Auswahl. Die Filmfestspiele in Venedig enden am Samstagabend mit der Verleihung der Goldenen Löwen.

80 Prozent der Kinder gehen gerne zur Schule

80 Prozent der Erst- bis Sechstklässler in Deutschland gehen gerne in die Schule. Für eine repräsentative Befragung im Auftrag des Kinderkanals Kika wurden bundesweit 1.296 Schülerinnen und Schüler befragt. Sie sehen demnach die Schule als einen Ort, wo sie sich auf ihre Freunde, Schulkameraden und Lehrer freuen können. Die Zufriedenheitswerte sinken allerdings altersabhängig. In der ersten und zweiten Klassenstufe gehen den Angaben zufolge rund 90 Prozent der Kinder gerne beziehungsweise sehr gerne zur Schule. In der fünften und sechsten Jahrgangsstufe sind es nur noch durchschnittlich 73 Prozent. Die größte Kritik übten die Befragten an der mangelnden Ausstattung im Unterricht und im Schulgebäude. Der Wunsch nach Mitbestimmung wurde deutlich geäußert. Ein späterer Unterrichtsbeginn steht ganz oben auf der Wunschliste, am liebsten um 8.40 Uhr.

Rund 8000 Denkmäler am Sonntag geöffnet

Unter dem Motto "Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur" öffnen rund 8.000 historische Baudenkmale, Parks und archäologische Stätten deutschlandweit am Sonntag ihre Türen. Erstmals gibt es eine App zum Tag des Offenen Denkmals, teilte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit. Eine interaktive Übersichtskarte zeigt Nutzern alle beteiligten Denkmäler, die nach Regionen und Gattungen gefiltert werden können. Zudem gibt es Informationen dazu, ob ein Denkmal barrierefrei ist. Der Tag findet in Deutschland seit 1993 immer am zweiten Sonntag im September statt. Mancherorts auch am gesamten Wochenende.

1000 Einreichungen beim Deutschen Karikaturenpreis

Die rund 1.000 eingereichten Werke von 256 deutschsprachigen Karikaturisten und Cartoonisten böten ausreichend Diskussionsstoff zur Klimadebatte, teilte die "Sächsische Zeitung" als Mitveranstalter mit. Der Deutsche Karikaturenpreis wird am 17. November in Dresden verliehen und trägt in diesem Jahr das Motto "Prima Klima". Das Motto hatte Zeichner dazu eingeladen, sich sowohl meteorologischen als auch zwischenmenschlichen Wetterlagen zu widmen. Insgesamt 11.000 Euro Preisgeld werden in fünf Kategorien vergeben. Der Deutsche Karikaturenpreis gilt als eine der renommiertesten Auszeichnungen für Karikaturisten in Deutschland und wird zum 20. Mal verliehen.

Künstler übersprühen Naziparolen unter Polizeischutz

Graffiti-Künstler haben am Freitagmorgen Nazi-Schmierereien im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld übersprüht. Sie standen dabei unter dem Schutz der Polizei. Überdeckt wurden mit der Aktion Parolen in einem Straßenzug, den dort lebende Rechtsextremisten als vermeintlichen "Nazi-Kiez" für sich reklamieren. Dortmund-Dorstfeld gilt als eine bundesweit bekannte Hochburg und als Rückzugsort der Nazi-Szene. Mit der Aktion wollen Stadt, Polizei und engagierte Bürger ein Zeichen gegen rechte Hetze und Rechtsextremismus setzen.

Mexikanischer Maler Francisco Toledo gestorben

Der mexikanische Künstler Francisco Toledo ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Der aus Oaxaca stammende Toledo galt als bedeutendster zeitgenössischer Maler und Bildhauer seines Landes. Staatspräsident López Obrador würdigte ihn auf Twitter als "großen Maler sowie herausragenden Kulturförderer". Er stellte Toledos Engagement für Naturschutz und mexikanische Traditionen heraus. Toledo gehörte dem Volk der Zapoteken an. Seine Werke sind geprägt von Tierbildern und mythologischen Figuren. Er setzte sich künstlerisch auch mit der Gewalt in dem lateinamerikanischen Land auseinander.

"Goldene Kamera" wird eingestellt

Die Goldene Kamera als jährliche Preisgala im ZDF soll eingestellt werden. 2020 werde es die vorerst letzte TV-Show geben, teilte die Funke Mediengruppe am Abend mit. Die Sehgewohnheiten der Zuschauer haben sich laut Jochen Beckmann, Geschäftsführer der Funke Zeitschriften, über die Jahrzehnte geändert. Es sei an der Zeit, neue Optionen für die Marke Goldene Kamera auszuloten, an die man weiter fest glaube. Mit dem YouTube Goldene Kamera Digital Award hätte man bereits ein Format, das auf die fortschreitende Digitalisierung in der Mediennutzung ausgerichtet sei.

Glockenspiel der Potsdamer Garnisonkirche ist stumm

Das umstrittene Glockenspiel der Garnisonkirche in der Potsdamer Innenstadt ist seit Donnerstag stumm. Das sei eine gemeinsame Entscheidung der Landeshauptstadt und der Stiftung Garnisonkirche Potsdam, sagte ein Sprecher der Stadt. Nun solle der wissenschaftliche Beirat der Stiftung die Inschriften an dem Glockenspiel prüfen. Danach werde öffentlich der weitere Umgang mit dem Glockenspiel diskutiert. Wann genau die wissenschaftliche Prüfung abgeschlossen sein soll, war noch nicht bekannt. Der Turm der Garnisonkirche wird derzeit wieder aufgebaut. Mitte August hatten Künstler, Wissenschaftler und Architekten in einem Offenen Brief den Abriss des 1991 gestifteten Ensembles gefordert, unter anderem wegen seiner "rechtsradikalen Widmungen", so die Begründung.

Bauminstallation im Fußballstadion als Natur-Mahnmal

Mit einer riesigen Installation mit rund 300 Bäumen im Wörthersee-Fußballstadion in Österreich hinterfragt ein Kunstprojekt kritisch die Beziehung von Natur und Mensch. Das Umwelt-Mahnmal, eine Art Minimischwald, komme punktgenau und könne aktueller nicht sein, sagte der Schweizer Projektinitiator Klaus Littmann angesichts des Klimawandels, der Brandrodungen und des Waldsterbens. Die Kunstinstallation "For Forest" stelle auf spektakuläre Weise die Frage nach dem Umgang mit der Natur und ob der Wald bald nur noch als Schauobjekt wie in einem Museum zu bewundern sei. Das Projekt lehnt sich an eine Zeichnung des österreichischen Malers und Umweltaktivisten Max Peintner an. Sie zeigt ein Stadion voller Zuschauer, die einen Wald betrachten. Die Zusamenstellung des Miniwaldes hat der Landschaftsarchitekt Enzo Enea realsiert. Er verwendete etwa 50-jährige Bäume mit einer Höhe von rund 15 Metern für die Waldskulptur.

RBB-Intendantin verteidigt Sparpläne für Kulturradio

Die RBB-Intendantin Patricia Schlesinger hat in der Rundfunkratssitzung am Mittwochabend die Spar- und Umbaupläne für das Kulturradio des Senders verteidigt. In der Sitzung sicherte Schlesinger nach Angaben des RBB zu, dass der Sender mittelfristig nicht weniger Kultur im Programm haben wolle, sondern "über alle Ausspielwege mehr, und in noch besserer Qualität". Nach Angaben einer Initiative von freien Mitarbeitern von RBB Kultur soll im Gesamtetat von bisher zehn Millionen Euro eine Million Euro eingespart werden. Das bedeute für den Programmetat eine Kürzung von zwanzig Prozent und entspreche rund 4.000 Beiträgen pro Jahr über gesellschaftliche Debatten und Kultur. Schlesinger widersprach den Freien, dass die Kürzungen den Programmauftrag gefährden könnten. Die Einsparungen sollen ab 2021 greifen.

's Hertogenbosch zeigt Design im Nationalsozialismus

Das Design-Museum im niederländischen 's Hertogenbosch beschäftigt sich in einer großen Ausstellung mit der Rolle und Geschichte von Design im Nationalsozialismus. Die Nazis hätten Design gezielt und perfekt als Mittel zur Verführung der Massen und zum Terror eingesetzt, sagte der Direktor des Museums, Timo de Rijk, bei der Präsentation der Schau. Es sei die "Gestaltung des Bösen", so de Rijk. Ausgestellt werden Hunderte Original-Objekte aus der Zeit von 1933 bis 1945 - vom VW Käfer bis zur Hakenkreuz-Fahne. Zu sehen sind zudem Plakate, Broschüren, Möbel und Gebrauchsgegenstände. Auch Filme werden gezeigt, etwa von Parteitagen der NSDAP oder den Olympischen Spielen 1936 in Berlin. Sie illustrierten, wie sehr die Nazis auch Medien nutzten, um ihre rassistische Ideologie zu verbreiten. Nach Angaben des Museums ist es die erste große Übersichtsausstellung zu diesem Thema.

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