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Kulturnachrichten

Samstag, 29. September 2018

Musical "Kinky Boots" wird am Broadway eingestellt

Nach mehr als 2500 Vorstellungen ist Schluss

Das Musical "Kinky Boots" wird am 7. April am New Yorker Broadway nach sechs Jahren Laufzeit eingestellt. Das bestätigte Produzent Jordan Roth per Twitter. Das Stück handelt vom Erben Charlie Price, der die Schuhfabrik seiner Eltern übernimmt und sie gegen den Widerstand der Mitarbeiter erfolgreich zur Produktion von Schuhen für Dragqueens und Travestiekünstler nutzt. Nach der Premiere 2012 gewann "Kinky Boots" im Folgejahr in sechs Kategorien den Theaterpreis Tony, darunter auch den als "Bestes Musical". Weltweit haben das Stück mit Musik von Cyndi Lauper und einem Libretto von Harvey Fierstein laut Angaben der Produktionsfirma mehr als sechs Millionen Menschen gesehen, aktuell laufen unter anderem Adaptionen in Hamburg und in Japan.

Bis zu 5000 Jahre alte Friedhöfe in Albanien entdeckt

Archäologen finden auch Spuren einer Siedlung aus der Jungsteinzeit

In Albanien sind Archäologen bei Ausgrabungen auf Friedhöfe gestoßen, die bis zu 5000 Jahre alt sind. Die Grabstätten in einem fruchtbaren Talbecken nahe der Stadt Korca gäben einzigartige Einblicke in des Leben von Menschen vom Mittelalter bis in die Jungsteinzeit, sagte die Leiterin des Teams, Iris Pojani von der Universität Tirana, zu den am Freitag abgeschlossenen Ausgrabungen. In mehreren Schichten stießen die Archäologen auf einem 4000 Quadratmeter großen Areal bei dem Dorf Turan auf 1000 Gräber. In 18 Monaten legten sie drei Friedhöfe aus dem Mittelalter, der späten Römerzeit und der Eisenzeit frei. Die größte Sensation fand sich in der untersten Schicht: bis zu 5000 Jahre alte Gräber, dazu Spuren einer Siedlung aus der Jungsteinzeit. Die Siedlungen späterer Jahrhunderte konnten noch nicht lokalisiert werden, laut Pojani ist aber klar, dass das bis heute fruchtbare Talbecken immer Menschen angezogen hat. Grabbeigaben wie Ringe, Armringe, Bernstein- und Glasketten, wie sie im 11. oder 10. Jahrhundert vor Christus im benachbarten Griechenland verbreitet waren, zeugen vom Wohlstand einiger der Bestatteten. Aus dem Mittelalter stammen Holzsärge, Gewänder mit eingewobenen Silberfäden, Speere, Dolche, Messer und Schwerter.

Neuer Prozess um "Stairway to Heaven"

Berufungsgericht kippt Entscheidung zugunsten von Led Zeppelin

Der Prozess um mögliche Urheberrechtsverletzungen im Rock-Klassiker "Stairway to Heaven" von Led Zeppelin muss wegen Verfahrensfehlern neu aufgerollt werden. Ein Gericht in Los Angeles kippte am Freitag die Entscheidung einer Jury, die vor gut zwei Jahren die Bandmitglieder und Komponisten Robert Plant und Jimmy Page vom Plagiatsvorwurf freigesprochen hatte. In dem Streit geht es um die melancholische zweiminütige Gitarrensequenz zu Beginn des achtminütigen Stückes. Led Zeppelin wird vorgeworfen, dafür beim Song "Taurus" abgekupfert zu haben, den der verstorbene Gitarrist Randy Wolfe Ende 1966 für die kalifornische Band Spirit geschrieben hatte. Im ersten Verfahren hatte der Kläger auf deutliche Ähnlichkeiten zwischen den beiden Songs verwiesen. Page und Plant weisen den Plagiatsvorwurf zurück.

"Cabaret"-Autor Joe Masteroff gestorben

"Cabaret" gewann Tony Award als bestes Musical

Der Autor des Erfolgsmusicals "Cabaret", Joe Masteroff, ist im Alter von 98 Jahren gestorben. Das teilte die Roundabout Theatre Company mit; das Unternehmen brachte Neuinszenierungen von "Cabaret" und des Masteroff-Musicals "She Loves Me" an den Broadway. "Heute betrauern wir den Verlust unseres Freundes, eines Meisters des großen amerikanischen Musicals", hieß auf der Company-Website. Masteroff starb am Freitag im Lillian Booth Actors Home in Englewood im US-Bundesstaat New Jersey, wie Masteroffs Freund und Literaturagent Howard Marren der "New York Times" bestätigte. Masteroff hatte 1966 das Buch zum Musical "Cabaret" geschrieben, John Kander und Fred Ebb zeichneten für die Musik verantwortlich. Ein Jahr später wurde "Cabaret" mit dem Tony-Award als bestes Musical ausgezeichnet.

Neuer Chef der Dresdner Semperoper gewürdigt

Internationalität und Offenheit stünden auf seiner Agenda

Sachsens Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD) hat den neuen Intendanten der Dresdner Semperoper, Peter Theiler, zu dessen Amtsantritt gewürdigt. Theiler fühle sich dem Erbe der traditionsreichen Semperoper verpflichtet "und will uns gleichzeitig mitnehmen, selten gespielte, moderne und zeitgenössische Werke zu erleben und zu diskutieren", sagte Stange in Dresden. Weltweite Kooperationen mit anderen Opernhäusern und die Beibehaltung von Internationalität und Offenheit stünden auf seiner Agenda. "Er will weiter auf herausragende Besetzung und das Aufrechterhalten des hohen Anspruchs der Semperoper setzen und sieht gleichzeitig die Spielstätte als Vermittler von demokratischen, gesellschaftlichen Werten", betonte Stange weiter. Peter Theiler, 1956 in Basel geboren, war bereits an der Genfer Oper, der Oper Frankfurt und der Oper in Nizza tätig. Außerdem erhielt er einen Lehrauftrag an der Musikakademie Basel sowie Engagements am Nationaltheater Mannheim und am Staatstheater Nürnberg.

Online-Datenbank zur Zensur von DEFA-Filmen in BRD

Politische Vorbehalte seien ausschlaggebend gewesen.

Zwischen 1954 und 1966 hat der Interministerielle Ausschuss für "Ost-West-Filmfragen" im Auftrag der Bundesregierung über 3.000 Filme aus der Sowjetunion, Polen, Ungarn, der CSSR und vor allem der DDR gesichtet - in weit mehr als 100 Fällen verweigerte der Ausschuss die Einfuhr der Filme in die Bundesrepublik oder genehmigte eine Vorführung nur mit Auflagen. Fast immer seien politische Vorbehalte ausschlaggebend gewesen, erklärt Andreas Kötzing, Filmhistoriker und Leiter des Projekts im Filmmagazin "Vollbild" des Deutschlandfunk Kultur. "Die politischen Gründe, die sie ins Feld geführt haben – kommunistische Propagandafilme –, das liegt nahe, aber es waren auch andere Filme, andere Themen, die davon betroffen gewesen sind, zum Beispiel, wenn Filme auf die NS-Vergangenheit eingegangen sind, auf das Nachleben von ehemaligen NS-Angehörigen in der Bundesrepublik." In einer Online-Datenbank, die in den vergangenen Monaten am Hannah-Arendt-Institut in Dresden in Kooperation mit der DEFA-Stiftung erstellt worden ist, sind alle über 600 ostdeutschen Filme verzeichnet, die vom Ausschuss inhaltlich überprüft wurden. Auch die Begründungen sowie Zensurauflagen sind - sofern in den Protokollen vermerkt - in der Datenbank zu allen Filmen hinterlegt. In Zukunft soll die Datenbank filmzensur-ostwest.de durch Filme aus weiteren Ostblockländern erweitert werden.

Filmpremiere zum Werk von Theaterregisseur Gosch

Marcel Kohler: Typsiche Methoden Goschs heute noch aktuell

Neun Jahre nach dem Tod des Theaterregisseurs Jürgen Gosch widmen die Akademie der Künste und Koberstein Film ihm ein dreitägiges Programm. Ein Film mit bisher unveröffentlichten Aufnahmen dokumentiert die Proben seiner letzten Regiearbeiten. Darin kommen Schauspielerinnen wie Corinna Harfouch und Jutta Wachowiak zu Wort. Schauspieler und Regisseur Marcel Kohler gestaltet mit Studierenden der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch einen Theaterabend nach Motiven von Goschs Ödipus-Inszenierung von 1984. Im Interview mit dem Theatermagazin "Rang 1" auf Deutschlandfunk Kultur sagte Kohler, dass die Methode Goschs, der Prozess des Entstehens und das gemeinsame Entwickeln einer Inszenierung, auf heute noch relevant sei. Das Theater von Jürgen Gosch (1943–2009) handelt davon, was geschieht, wenn Menschen auf Menschen treffen. In Cottbus geboren, arbeitete Gosch erst als Schauspieler, dann als Regisseur. 1984 verließ Gosch die DDR. Bis heute werden seine Tschechow-Inszenierungen Onkel Wanja und Die Möwe am Deutschen Theater Berlin gespielt.

Jefferson-Airplane-Rocker Marty Balin ist tot

Der US-amerikanische Rockmusiker starb im Alter von 76 Jahren

Marty Balin ist am Donnerstag gestorben, wie sein Sprecher Ryan Romenesko am Freitag mitteilte. Balins Frau Susan Joy sei an seiner Seite gewesen. Die Todesursache wurde zunächst nicht bekannt. Balin hatte Mitte der 1960er Jahre zusammen mit Musikern wie dem 2016 gestorbenen Paul Kantner und Grace Slick die legendäre Band "Jefferson Airplane" in San Francisco gegründet. Sie wurden für ihren psychedelischen Blues-Rock und Hits wie "Somebody to Love" und "White Rabbit" bekannt. Beim Rockfestival von Woodstock trat die Band 1969 neben Musikgrößen wie Janis Joplin, Jimi Hendrix, Joan Baez und The Who auf. Als Leadsänger der aus Jefferson Airplane hervorgegangen Band Jefferson Starship hatte Balin zahlreiche Hits, darunter "Miracles" und "With Your Love".

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Fazit

Ersan Mondtags "Die Verdammten" in KölnUnter Untoten
Eine lange Tafel, an deren beiden Enden zwei Frauen sitzen. Eine Frau sitzt auf dem Tisch. Im Hintergrund ist ein überdimensioniertes Foto eines Babys zu sehen. Dahinter ist eine Treppe zu sehen, auf deren oberen Ende ein Mann sitzt. Über allem liegt eine Schicht weiße Federn. (Birgit Hupfeld / Schauspiel Köln)

Ersan Mondtag inszeniert Luchino Viscontis „Die Verdammten“ am Schauspiel Köln. Das Stück über eine deutsche Industriellenfamilie, die sich mit den aufstrebenden Nationalsozialisten einlässt, lässt für unseren Kritiker Michael Laages Fragen offen.Mehr

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