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Kulturnachrichten

Sonntag, 30. September 2018

Oktoberfest: Mehr Gäste und weniger Straftaten

Erste Zwischenbilanz der diesjährigen Wiesn

Eine sonnige Wiesn hat nach Schätzungen schon in der ersten Woche 3,3 Mio. Besucher angelockt. Das sind 300 000 mehr als im Vorjahr. Trotz des größeren Andrangs vergaßen die Besucher weniger Dinge, mussten weniger Jugendliche in der Jugendschutzstelle betreut werden und gab es weniger Straftaten. Eine tödliche Schlägerei überschattet jedoch das Fest. Am Freitag starb ein 58-Jähriger nach einem Streit an einer Hirnblutung. Gegen einen 42-Jährigen wird wegen Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt. Er stellte sich der Polizei und sitzt in U-Haft. Trotz gestiegener Besucherzahlen sank die Zahl der Sexualdelikte um gut ein Drittel (2018: 21 Fälle, 2017: 34), ebenso die der Maßkrugschlägereien (2018: 12 Fälle, 2017: 18). Die Körperverletzungen gingen um rund 14 Prozent zurück (2018: 128 Fälle, 2017: 149). Der Sanitätsdienst behandelte knapp 2 800 Patienten - fast 400 von ihnen hatten eine Alkoholvergiftung.

Oliver Polak wirft Kiepenheuer & Witsch Zensur vor

Sein neues Buch "Gegen Judenhass" erscheint nun bei Suhrkamp

In der "WELT am Sonntag" wirft der Comedian Oliver Polak seinem bisherigen Hausverlag Zensur vor: Kiepenheuer & Witsch habe kurz vor Drucklegung seines neuen Buchs "Gegen Judenhass" die Herausnahme zweier Kapitel gefordert. Darin geht es um ein antisemitisches Erlebnis mit einem Fernsehmoderator auf der Bühne einer Satire-Liveshow: Dieser "holte ein Desinfektionsspray hervor, das er extra bereitgestellt hatte, und fragte die Anwesenden auf der Bühne: 'Habt ihr dem die Hand gegeben?' Dann desinfizierte er ihre und seine eigenen Hände", erklärte Polak. Der Name des Moderators wird im Buch nicht genannt. Sein Verleger Helge Malchow indes erklärte in der "WaS", die kurze Passage sei "eine absolut gegenstandslose Unterstellung gegenüber einem anderen Autor des Verlages". Die Bitte, diese Passage herauszunehmen, entspreche der Fürsorgepflicht, die er als Verleger habe. Am Montag erscheint Polaks neues Buch bei Suhrkamp.

Comiczeichner René Pétillon ist tot

Der Erfinder der Jack-Palmer-Comics starb nach langer Krankheit

Der französische Comiczeichner René Pétillon, Schöpfer der Figur des Privatdetektivs Jack Palmer, ist tot. Er starb am Sonntag im Alter von 72 Jahren nach langer Krankheit, wie sein Verlag Dargaud mitteilte. Petillons berühmteste Figur ist der etwas trottelige Detektiv Palmer, den er 1974 erschuf. Von der humoristischen Reihe erschienen über ein Dutzend Alben, einige davon auch auf Deutsch. Der 1945 in der Bretagne geborene Pétillon hat während seiner Karriere auch für die französischen Satiremagazine "Le Canard Enchainé" und "Charlie Hebdo" gearbeitet.

Mehr als 120 000 Besucher bei Berlin Art Week

Alleine die Kunstmesse art berlin zog mehr als 35 000 Kunstinteressierte an

Messen, Vernissagen, Aktionen: Die fünftägige Berlin Art Week hat rund 120 000 Besucher angezogen. Das stadtweite Kunstevent habe damit seine eigenen Erwartungen übertroffen, sagte ein Sprecher am Sonntag zum Abschluss. Ursprünglich war mit rund 100 000 Besuchern gerechnet worden. Alleine die Kunstmesse art berlin in Hangars am früheren Flughafen Tempelhof zog nach Angaben der Veranstalter mehr als 35 000 Sammler, Kuratoren und Kunstinteressierte an. An dem neuen kollektiven Stand "Salon" zeigten demnach rund 40 Galerien Arbeiten aus ihren Programmen. Berlin habe sich nicht nur als Künstler- und Galeriestandort etabliert, sondern sei auch für Sammler anziehend, hieß es. Zahlreiche Galerien, Projekträume und Ausstellungshäuser beteiligten sich an der siebten Auflage der Kunstwoche.

Bester Kinderfilm 2018: "Jim Knopf"-Verfilmung

Bester Kinderdarsteller: Solomon Gordon

Der Film "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" ist als bester Kinderfilm 2018 mit dem Preis "EMMI" der 35. Kinderfilmtage im Ruhrgebiet ausgezeichnet worden. Hauptdarsteller Solomon Gordon erhielt für seine Rolle als Jim am Sonntag den Preis "EMO" als bester Kinderdarsteller. Mit der Verleihung des mit 2 000 Euro dotierten EMO und des mit 1 000 Euro dotierten EMMI endete das Kinderfilmfestival. Solomon Gordon sei eigens aus England angereist, um den EMO entgegenzunehmen, erklärten die Veranstalter. Der EMMI für den besten Kinderfilm wurde von einer sechsköpfigen Kinderjury vergeben.

Yoko Ono zeigt Werkschau in Leipzig

Die Künstlerin will zur Eröffnung am 1. Dezember nach Leipzig kommen

Das Museum der bildenden Künste Leipzig präsentiert vom 2. Dezember an Arbeiten der japanisch-amerikanischen Künstlerin Yoko Ono. Unter dem Titel "Peace is Power" seien etwa 60 Werke der mittlerweile 85-Jährigen zu sehen, teilte das Museum am Sonntag in Leipzig mit. Fünf Jahre nach ihrer Retrospektive in der Schirn Kunsthalle Frankfurt sei dies ihre bislang umfangreichste Werkschau in Deutschland. Die Künstlerin will zur Eröffnung ihrer Ausstellung am 1. Dezember nach Leipzig kommen. In der Leipziger Ausstellung sollen auch frühere Performances der 85-Jährigen aufgeführt werden.

Woche der Nobelpreise beginnt

Die mit je 870 000 Euro dotierten Nobelpreise werden am 10. Dezember verliehen

Traditionell beginnt die Nobelpreiswoche am Montag mit der Bekanntgabe des Medizin-Nobelpreises. Am Dienstag und Mittwoch verkündet die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften die Preisträger in den Kategorien Physik und Chemie. Den Träger des Friedensnobelpreises wählt eine Jury in der norwegischen Hauptstadt Oslo, wo er am Freitag auch verkündet wird. Am Montag (8. Oktober) folgt die Bekanntgabe der Preisträger für Wirtschaft. Dieser Preis wurde nicht von Alfred Nobel, sondern nachträglich von der schwedischen Reichsbank gestiftet, wird zumeist aber als Nobelpreis angesehen. Der Nobelpreis für Literatur fällt in diesem Jahr dagegen aus, weil die Schwedische Akademie mit einigen Skandalen zu kämpfen hat. Die Nobelpreise 2018 sind mit je neun Millionen schwedischen Kronen (etwa 870 000 Euro) dotiert und werden am 10. Dezember, dem Todestag von Preisstifter Alfred Nobel, verliehen.

Kanye West heißt ab jetzt "Ye"

Künstler bleibt Unterstützer von Trump

Der US-Rapper Kanye West nennt sich ab sofort "Ye". "Das Wesen, das offiziell als Kanye West bekannt ist. Ich bin YE." ("the being formally known as Kanye West – I am YE"), erklärte er am Samstag via Twitter. Ye ist schon lange sein Spitzname, genau wie Yeezy. "Ye" ist auch der Titel seines jüngsten Albums. Seine Namensänderung gab er kurz vor einem Auftritt in der US-Fernsehshow "Saturday Night Live" bekannt. Dabei trug Ye eine Kappe mit dem Wahlspruch von US-Präsident Donald Trump: "Make America Great Again". Er werde von vielen Menschen gefragt, warum er Trump möge, sagte der Musiker in der Show. "Wenn ich mir über Rassismus Sorgen machen würde, hätte ich Amerika schon vor langer Zeit verlassen." Er wiederholte auch sein Interesse, 2020 selbst als Präsidentschaftskandidat anzutreten.

Papst ruft zum Gebet gegen den Teufel auf

Satan versuche, die Menschen von Gott zu trennen und untereinander zu spalten

Papst Franziskus ruft zum Kampf gegen das Böse auf. Katholiken sollten dazu im Oktober täglich den Rosenkranz beten und dabei um den Schutz der Kirche vor dem Teufel bitten, heißt es in einer am Wochenende vom Vatikan veröffentlichten Mitteilung. Satan versuche, die Menschen von Gott zu trennen und untereinander zu spalten. In der Erklärung verweist der Vatikan auf eine Predigt des Papstes vom 11. September. Darin sprach Franziskus vom "Großen Ankläger", wie der Teufel in der Bibel auch genannt wird, "der in der Welt umherzieht und schaut, wen er anklagen kann". Weiter heißt es, die Kirche müsse sich ihrer Fehler, ihrer Schuld sowie vergangenen und gegenwärtigen Missbrauchs bewusst werden. Dagegen müsse sie ohne Ausnahme kämpfen, damit das Böse nicht siege.

US-Bluesgitarrist Otis Rush gestorben

"I Can't Quit You Baby" machte ihn 1956 berühmt

Der US-Bluesgitarrist Otis Rush ist tot. Er starb am Samstag im Alter von 84 Jahren an den Folgen eines vor Jahren erlittenen Schlaganfalls, wie sein Manager Rick Bates bekannt gab. Rush war der wichtigste Architekt des sogenannten West Side Sounds aus Chicago, der die 1950er- und 1960er-Jahre maßgeblich prägte. Rushs 1956 bei Cobra Records veröffentlichte Aufnahme "I Can't Quit You Baby" machte ihn berühmt. 1999 gewann er mit "Any Place I'm Going" einen Grammy in der Kategorie: beste traditionelle Blues-Aufnahme.

"Entre dos aguas" gewinnt Filmpreis in San Sebastian

Das Werk behandelt die Diskriminierung der spanischen Roma-Bevölkerung

Das Sozialdrama "Entre dos aguas" von Regisseur Isaki Lacuesta ist beim 66. Internationalen Filmfestival in San Sebastian mit der "Goldenen Muschel" als bester Festivalbeitrag gewürdigt worden. Der aus Katalonien stammende Lacuesta zeigt in dem Drama den verzweifelten Versuch zweier Brüder, einen Ausweg aus einem von Drogenschmuggel und Arbeitslosigkeit geprägten Leben in der strukturschwachen südspanischen Region Cadiz zu finden. Dabei wird deutlich, mit welchen gesellschaftlichen Hürden und Vorurteilen Angehörige der spanischen Roma-Bevölkerung auch heute noch zu kämpfen haben. Das Filmfestspiel in San Sebastian gehört neben Cannes, Venedig und Berlin zu den wichtigsten internationalen Filmfestivals in Europa.

Frans Francken II.: Gemälde für 1,5 Mio. Euro versteigert

Das Werk erzielte das Zehnfache seines Schätzpreises

Ein Gemälde des flämischen Malers Frans Francken des Jüngeren ist in Frankreich für knapp 1,5 Millionen Euro versteigert worden. Das Werk erzielte damit bei einer Versteigerung am Samstag in Troyes das Zehnfache seines Schätzpreises. Laut dem Auktionshaus Boisseau-Pomez stammte es aus französischem Privatbesitz und ging an einen "großen europäischen Sammler". Frans Francken der Jüngere stammte aus einer bekannten Malerfamilie aus Antwerpen. Spezialisiert war er auf Gemälde mit historischen, mythologischen oder allegorischen Themen.

Global Citizen Festival: Staraufgebot und Panik

Überschattet wurde das Festival von einer kurz andauernden Massenpanik

Janet Jackson, John Legend, Shawn Mendes und Cardi B haben bei einem gemeinsamen Konzert im New Yorker Central Park für mehr Engagement im Kampf gegen Armut und Krankheiten geworben. "Engagiert euch, wo auch immer ihr könnt", sagte Mendes bei dem Festival in der Nacht zum Sonntag. Auch Hugh Jackman und Forest Whitaker sowie Vertreter von Regierungen, den Vereinten Nationen und Hilfsorganisationen zeigten sich auf der Bühne. Zwischendurch kam es allerdings kurz zu einer Massenpanik, als viele Zuschauer das Geräusch einer umfallenden Metallabsperrung für Schüsse hielten und versuchten, zu fliehen. Sieben Zuschauer seien dabei leicht verletzt worden, sagte der Veranstalter. Tickets für das "Global Citizen Festival"-Konzert gab es wie jedes Jahr kostenlos im Internet.

Rund 1,5 Mrd. Abrufe nach zwei Jahren "funk"

Eine Steigerung bei YouTube um rund 200 Prozent

Das ARD/ZDF-Jugendangebot "funk" hat in seinem zweiten Jahr bei den Abrufen im Internet kräftig zugelegt. Von Oktober 2017 bis September 2018 wurden die Videos bei YouTube rund 870 Millionen Mal abgerufen und die bei Facebook rund 156 Millionen Mal. Das sei bei YouTube eine Steigerung um rund 200 Prozent und bei Facebook um etwa die Hälfte, teilte eine Sprecherin des öffentlich-rechtlichen Jugendangebots mit. Im ersten Jahr wurden 292 Millionen Videos bei YouTube und 102 Millionen Videos bei Facebook abgerufen. "Funk" bietet bei YouTube, Facebook, Instagram und Snapchat Unterhaltung und Informationen für 14- bis 29-Jährige. "funk" ist am 1. Oktober 2016 gestartet. Das ARD/ZDF-Jugendangebot hat inzwischen mehrere Auszeichnungen erhalten, unter anderem Grimme-Preise für die Serie "Wishlist" und das Porträt-Format "Germania".

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Kompressor

70 Jahre FSK Was Kinder sehen dürfen
Ein Filmausschnitt aus "Gier nach Liebe" (1955), mit dem "zu" tiefen Dekolletee von Brigit Bardot und der dazugehörigen Zurückweisung der FSK (Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft). Aufgenommen am 10.09.2011 im Deutschen Filmhaus in Wiesbaden. Das Deutsche Filmhaus in Wiesbaden zeigte vom 20. September bis zum 31. Oktober 2011 unter dem Motto "Die erotischen 50er" Filmplakate, Ausschnitte und Werbematerial von "Skandalfilmen" aus den 50er Jahren. Viele der Filme lösten zum Teil politische Debatten über Erotik und Moral aus.  (dpa / Fredrik von Erichsen)

Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, die Altersempfehlungen für Filme vergibt, feiert Geburtstag. Als erstes prüfte die FSK vor genau 70 Jahren den Film "Intimitäten". Wie der Prüf-Alltag heute aussieht, berichtet die Gutachterin Annette Lohse.Mehr

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