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Sonntag, 22.09.2019
 
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Kulturnachrichten

Montag, 17. September 2018

Horst Bosetzky mit 80 Jahren gestorben

Der Berliner entwickelte den deutschen Sozio-Krimi

Geboren in Berlin-Neukölln blieb er seiner Stadt immer treu: Der Schriftsteller Horst Bosetzky. Nach langer Krankheit ist er nun gestorben, teilte der Jaron Verlag mit. In den 70er Jahren zählte der Professor für Soziologie zu den erfolgreichsten deutschen Krimiautoren und gilt als Erfinder des deutschen Sozio-Krimis in der Tradition der Schweden Maj Sjöwall und Per Wahlöö. 1971 erschien der erste mit dem Titel "Zu einem Mord gehören zwei". Verfilmt wurden "Einer von uns beiden" und ""Feuer für den großen Drachen". Insgesamt veröffentlichte Bosetzky 60 Krimis, den letzten mit dem Titel "Abgerechnet wird zum Schluß" in diesem Jahr. Erfolg hatte er unter dem Pseudonym -ky aber auch mit zehn Familienromanen, die starken autobiographischen Einschlag hatten ("Brennholz für Kartoffelschalen", "Capri und Kartoffelpuffer").

Land Berlin überlässt DAU-Entscheidung dem Bezirk

Der zuständige Ausschuss des Abgeordnetenhauses tagte

Das Land Berlin will sich in das Genehmigungsverfahren für das Kunstprojekt DAU nicht einschalten. "Es ist nicht am Senat, da in irgendeiner Weise Druck auszuüben", sagte Kultursenator Klaus Lederer (Linke). Über die Genehmigung müssten ausschließlich Bezirk und Sicherheitsbehörden entscheiden. Sie hätten am Schluss auch die Verantwortung. "Wir können höchstens als Ermöglicher auftreten", so Lederer. Für das Projekt des russischen Filmemachers Ilya Khrzhanovsky soll vom 12. Oktober an vier Wochen lang ein Gebäudekomplex an der Straße Unter den Linden mit einer Betonmauer abgeriegelt werden, um Diktatur erneut erfahrbar zu machen.

Big Jay McNeely stirbt mit 91 Jahren

Das meldet die Zeitung LA Weekly

Er war der Letzte einer großen Ära: Der Saxophonist Big Jay McNeely. Geboren im April 1927 in Los Angeles, gehörte er zu den Erfindern des extrovertierten "Honkin"-Stils und bereitete dem Rock'n Roll seinen Weg. Ersten Plattenaufnahmen (inklusive einer ersten Single) entstanden im Jahre 1948. "The Deacon's Hop" wurde einer seiner größten Erfolge. Ebenso wie die 1959 erschienene Eigenkomposition "There Is Something On Your Mind", gesungen von Little Sonny Warner. Der Tenorsaxophonist mit dem Spitznamen "Meister des Tumults" war noch im Juni auf Tournee gegangen. Er starb an einer Krebserkrankung.

Ariane Matiakh geht nach Halle

Die französische Dirigentin wechselt zur Spielzeit 2019/20

Die Staatskapelle und die Oper Halle bekommen eine neue Generalmusikdirektorin: Ariane Matiakh wird Nachfolgerin von Josep Caballé-Domenech. Das teilte die Theater, Oper und Orchester GmbH mit. Mit Matiakh engagiere das Fünfspartenhaus eine Dirigentin, die nicht nur das Konzert-, Opern- und Ballettrepertoire von der Klassik bis in die Gegenwart beherrsche. Sie werde auch die lange Tradition der Barockmusikpflege in der Händel-Stadt fortführen. Die 38-Jährige studierte in Wien bei Leopold Hager und Seiji Ozawa. Von 2005 bis 2009 war sie erste Assistentin an der Opéra und dem Orchestre National de Montpellier. Als Dirigentin arbeitete sie in vielen Ländern Europas.

Unbekannte Notizen Fontanes online

Abrufbar ab 20. September, dem 120. Todestag

Skizzen für seine "Wanderungen durch die Mark Brandenburg", entstanden zwischen 1864 und 1873: Ab Donnerstag sind sie neben bislang unbekannte Notizen Theodor Fontanes unter https://fontane-nb.dariah.eu/index.html einsehbar. Das teilten die Universität Göttingen und die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek mit. "Die Notizbücher, die er zwischen 1860 und Ende der 1880er-Jahre führte, veranschaulichen seine schriftstellerische Vielfalt auf kleinem Schreibraum", sagte Gabriele Radecke, die Leiterin der Theodor Fontane-Arbeitsstelle an der Universität Göttingen. Im kommenden Jahr jährt sich Fontanes 200. Geburtstag.

Milliardär Benioff kauft "Time"-Magazin

Die renommierte Zeitschrift soll journalistisch unabhängig bleiben

Das gegen sinkende Auflagen kämpfende "Time"-Magazin wird 95 Jahre nach seiner Gründung für 190 Millionen Dollar an den Unternehmer Marc Benioff und dessen Ehefrau verkauft. Das bestätigte der Medienkonzern Meredith Corporation. In das Tagesgeschäft und journalistische Entscheidungen werde sich das Ehepaar nicht einmischen, heißt es in einer Erklärung. Der Verkauf solle binnen 30 Tagen unter Dach und Fach gebracht werden. In einem Interview des "Wall Street Journal" sagte Benioff, er und seine Gattin investierten "in ein Unternehmen mit gewaltigem Einfluss in der Welt, und eines, das auch unglaublich starke Geschäfte macht". Genau danach suche seine Familie, wenn sie Investitionen tätige. Benioff ist einer von vier Mitbegründern von Salesforce. Das Unternehmen gilt als Wegbereiter von Cloud-Computing-Lösungen für Firmen.

Publikumszahlen in Theatern und Orchestern gesunken

Deutscher Bühnenverein und Bundesverband der Theater und Orchester legen Statistik 2016/17 vor

Insgesamt 140 Staatstheater, Stadttheater und Landesbühnen sowie 128 Orchester, 210 Privattheater und 84 Festspiele haben ihre Daten für eine Rückschau geliefert. Demnach verringerte sich das Publikum 2016/2017 im Vergleich zum Vorjahr um gut eine halbe Million Zuschauer. Der geschäftsführende Direktor des Deutschen Bühnenvereins, Marc Grandmontagne, erklärte, so ein auf und ab sei seit 15 Spielzeiten die Regel. Bemerkenswert sei aber, dass Angebote, die zum Dialog einladen stärker angenommen werden. Die Zahlen variieren zwischen 5,2 und 7,9 Prozent. Die anderen Sparten verzeichneten einen Rückgang: Die Oper um 2,2 Prozent, der Tanz um 3,3 Prozent, die Operette um 6,4 Prozent, das Musical um 6,3 Prozent, das Schauspiel um 2,9 Prozent, das Kinder- und Jugendtheater um 3,7 Prozent und Konzerte um 1,6 Prozent. Eigeneinnahmen von Theatern und Orchestern in Deutschland erreichen Vorjahreswert. Insgesamt verzeichnet die Saison rund 35,5 Millionen Besucher.

Digitale Netzwerkuniversität in politisch instabiler Lage

Federführend bei diesem Projekt ist das Goethe-Institut

Zehn Universitäten aus Deutschland, Österreich, Russland, Georgien und Ukraine wollen ein Zeichen für internationale Zusammenarbeit und Konfliktprävention setzen, damit Bildung auch in Krisenzeiten über Ländergrenzen hinweg funktioniert. Das Goethe-Institut hat über die Gründung einer „Digitalen Netzwerkuniversität" informiert. Zum Wintersemester 2018/19 sollen die ersten Studierenden aufgenommen werden. Das internationale Bildungsnetzwerk umfasst digitale Studienformate zu den vier Themenbereichen Transkulturelles Lernen, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Friedens- und Konfliktforschung sowie Deutsch als Fremdsprache, die von Dozenten und Bildungsexpertinnen der teilnehmenden Universitäten in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Moskau konzipiert wurden und zukünftig weiterentwickelt werden. Präsentiert wird das Projekt am 11. Oktober.

Marie Antoinettes Juwelen kommen unter den Hammer

Das teilte Sotheby's mit.

Marie Antoinette starb auf dem Schafott. Der Schmuck der französischen Königin überdauerte nicht nur die Revolution im Besitz der Familie. Nun werden ihre Ketten, Broschen und Perlenanhänger vom Haus Bourbon-Parma zum Kauf angeboten. Vor ihrem Tod hatte Marie Antoinette ihren Privatbesitz nach Belgien gebracht. Nach dem Tod der Tochter von Kaiserin Maria Theresia ging er nach Wien. Warum die Juwelen nun versteigert werden, konnte das Auktionshaus Sotheby's nichts sagen. Die Auktion findet im November in Genf statt.

Zeugen Jehovas im NS-Dokumentationszentrum

Das wurde in München mitgeteilt

Mit der Verfolgung der Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus beschäftigt sich eine neue Sonderausstellung. Erklärt wird, was das Verbot der Glaubensgemeinschaft 1933 bedeutete und inwiefern sich deren Mitglieder der Ideologie Adolf Hitlers verweigerten. Zur Strafe wurden viele in Konzentrationslagern inhaftiert, manche sogar wegen Kriegsdienstverweigerung hingerichtet, heißt es. Dieser staatlich sanktionierte Mord sei der Anlass gewesen, im Grundgesetz der Bundesrepublik das Recht auf Wehrdienstverweigerung zu verankern. Die Ausstellung im NS-Dokumentationszentrum München beginnt am 27. September und dauert bis 6. Januar 2019.

Jan Fabres Anwalt weist Vorwürfe zurück

In offenem Brief wurde sexuelle Belästigung beklagt

Jan Fabre sei schockiert und weise die Vorwürfe sexueller Belästigung zurück. Das erklärte der Anwalt des belgischen Theaterregisseurs und Allroundkünstlers gegenüber der Nachrichtenagentur Belga. Vielmehr handele es sich bei dem in der vergangenen Woche veröffentlichten Brief von 20 ehemaligen Tänzern und Auszubildenden um eine "orchestrierte Aktion". Den Unterzeichnern den Briefes zufolge habe sich der 59-jährige in seinem Antwerpener Theater- und Tanzlabor Troubleyn oft abfällig und sexistisch über weibliche Darstellerinnen geäußert. Die Staatsanwaltschaft Antwerpen hat Ermittlungen eingeleitet.

"Green Book" gewinnt beim Filmfest Toronto

Der zweite Platz geht an "If Beale Street Could Talk" von Barry Jenkins

Regisseur Peter Farrelly hat mit der Geschichte des italienisch-amerikanischen
Türstehers Tony "Lip" Vallelonga, der in den sechziger Jahren Chauffeur des Jazz-Pianisten Don Shirley war, das 43. Toronto International Film Festival für sich eingenommen. Mit Mahershala Ali und Viggo Mortensen in den Hauptrollen, gewann er den Preis des Publikums. Der zweite Platz ging an "If Beale Street Could Talk" von Barry Jenkins. Alfonso Cuaróns Film "Roma", vor kurzem beim Filmfest in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet, kam auf Platz drei. Zum besten Dokumentarfilm wählte das Publikum den Beitrag "Free Solo"
von E. Chai Vasarhelyi und Jimmy Chin. Die Doku begleitet den Extremkletterer Alex Honnold beim Versuch, eine fast 1000 Meter hohe Steilwand in Kalifornien ohne Absicherung zu besteigen. Der Siegerfilm "Green Book" soll ab 31. Januar in deutschen Kinos zu sehen sein.

Berlin erhält Nachlass von Peter Voigt

Dokumentarfilmer arbeitete mit Brecht und Palitzsch

Die Akademie der Künste hat den Nachlass von Peter Voigt (1933–2015) übernommen. Er war ab 1953 jüngster Regie- und Dramaturgie-Assistent von Bertolt Brecht am Berliner Ensemble und wurde nach dessen Tod 1956 Assistent von Peter Palitzsch. Später arbeitete er als Dokumentarfilmregisseur bei der DEFA, beim Fernsehen der DDR und im Studio Heynowski & Scheumann. Am 25. September wird der jetzt zugängliche Archivbestand in der Akademie der Künste in Berlin vorgestellt. Er besteht in großen Teilen aus Filmen und Filmprojekten, Korrespondenzen, Zeichnungen, Fotos und Collagearbeiten.

Erneut Bibliotheksgesetz für Deutschland gefordert

Unterhalt sollte Pflicht für Kommunen werden

Barbara Lison, die Präsidentin des Dachverbands "Bibliothek und Information Deutschland", setzt sich weiter für einen höheren Stellenwert der Büchereien ein. Der Unterhalt öffentlicher Bibliotheken müsse zur Pflichtaufgabe von Kommunen werden, Lison Lison im Deutschlandfunk. Ein Bibliotheksgesetz trage nicht nur zu Bildung bei, sondern steigere die Kompetenz auch für soziale, kommunikative und kulturelle Aufgaben der Gesellschaft. Lison wies darauf hin, dass Stadtbüchereien in Dänemark und Schweden fünfmal mehr Geld zur Verfügung stände als in Deutschland.

Game of Thrones: Favorit bei den Emmy Awards

Netflix hat in diesem Jahr mit insgesamt 112 Nominierungen die Nase vorn

Die Fantasy-Serie "Game of Thrones" geht mit 22 Nominierungen als Favorit in die Verleihung der US-Fernsehpreise Emmys in Los Angeles. Die Erfolgsserie ist unter anderem in der Kategorie "Beste Dramaserie" nominiert. Dort konkurriert sie mit dem letztjährigen Gewinner: "The Handmaid's Tale - Der Report der Magd". Die Serie "Westworld" und die Kult-Satire-Show "Saturday Night Live" sind in jeweils 21 Kategorien nominiert. "Game of Thrones" hat in den vergangenen Jahren bereits 45 Emmys gewonnen. Der Streaming-Dienst Netflix hat in diesem Jahr mit insgesamt 112 Nominierungen die Nase vorn. Er überholte damit HBO, der 108 Nominierungen zählt, und NBC mit 78 Nominierungen.

Kulturrat für geplantes Mauerbau-Kunstprojekt "DAU"

Verteidigung gegen Kritik

Der Deutsche Kulturrat hat das geplante Mauerbau-Kunstprojekt "DAU" in Berlin gegen Kritik verteidigt. Eine Stadt, die gefühlt jede zweite Woche für irgendein Event teilweise abgesperrt werde, würde auch das 'DAU'-Projekt verkraften, erklärte der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Zimmermann, heute. Bei dem Kunstexperiment sollen Besucher die Erfahrung von Freiheitsverlust und totalitären Systemen machen können. Dafür soll vom 12. Oktober an für knapp vier Wochen ein Areal an der Straße Unter den Linden nach dem Vorbild der Berliner Mauer eingemauert werden. Um in den eingemauerten Bereich zu gelangen müssen Gäste ein Visum beantragen und ihr Handy abgeben. Die Berliner Behörden entscheiden bis zum 28. September über "DAU". Bereits gestern hatten sich zahlreiche Prominente für das Projekt ausgesprochen. Widerstand gibt es unter anderem von früheren DDR-Bürgerrechtlern und der Kirche.

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Solidaritätslesung für HongkongJeder ist die Revolution
Die Künstlerin Alice Kahei Yu aus Hongkong sitzt hinter einem Blumenstrauß auf dem Pflaster, sie trägt eine Sonnenbrille und auf ihrem Pullover steht "Steht Hongkong bei" (Tomas Fitzel)

Die Proteste in Hongkong gegen den wachsenden Einfluss der chinesischen Regierung finden weltweite Aufmerksamkeit und Unterstützung. In Berlin organisierte die deutsche Sektion der Schriftstellervereinigung P.E.N. eine spontane Solidaritätslesung.Mehr

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