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Sonntag, 21.07.2019
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 11. September 2018

Berliner Mauer-Projekt gibt Auskunft über Pläne

Ummauertes Areal soll kleiner als geplant werden

Das umstrittene Kunstprojekt mit dem Wiederaufbau einer Mauer in Berlin geht in die Offensive. In einem Frage-und-Antwort-Stück geben die Organisatoren auf der Homepage der Berliner Festspiele jetzt umfangreich Auskunft über Details und Hintergründe ihrer Pläne. Zudem bestätigten sie, dass sie das Areal für die geplante "Stadt in der Stadt" verkleinern wollen. "Wir hoffen, mit unserem Entgegenkommen zur Lösung offener Fragen beizutragen", erklärte Festspiele-Intendant Thomas Oberender. Die Berliner Behörden hatten beklagt, nicht ausreichend Zeit für das umfangreiche Genehmigungsverfahren zu haben. Bei dem Projekt des russischen Filmemachers Ilya Khrzhanovsky soll unter dem Titel "DAU Freiheit" vom 12. Oktober an vier Wochen lang ein Gebäudekarree am Berliner Boulevard Unter den Linden mit einer Betonmauer abgeriegelt werden. Besucher können "Visa" kaufen, um hinter der Mauer eine andere, fiktive Welt zu erleben, wie die Veranstalter sagen.

Margarethe von Trotta mit Adorno-Preis geehrt

Regisseurin ist erst die zweite Frau, die Adorno-Preis erhält

Die Regisseurin Margarethe von Trotta ist mit dem Theodor-W.-Adorno-Preis 2018 der Stadt Frankfurt ausgezeichnet worden. "Margarethe von Trottas Regiearbeiten haben das bundesdeutsche Autorenkino wesentlich geprägt. Ihre Filme verdanken ihre starke Wirkung einer klaren und kompromisslosen Ästhetik, die starke Frauen in den Fokus rückt", urteilte das Preiskuratorium. Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert und wird seit 1977 alle drei Jahre zum Geburtstag des Philosophen, Soziologen und Kunstkritikers Theodor W. Adorno (1903-1969) am 11. September verliehen. Die am 21. Februar 1942 in Berlin geborene Margarethe von Trotta wurde durch Rollen in Filmen von Rainer Werner Fassbinder, Volker Schlöndorff und Herbert Achternbusch bekannt. 1977 stand sie erstmals alleinverantwortlich hinter der Kamera für "Das zweite Erwachen der Christa Klages". Zu ihren größten Erfolgen als Regisseurin zählt "Die bleierne Zeit" über die beiden Schwestern Christiane und Gudrun Ensslin, für den sie 1981 mit dem Goldenen Löwen in Venedig ausgezeichnet wurde.

Gemeinsame Erklärung zum EU-Urheberrecht

Grütters: "Ausgleich zwischen Kreativen, Verwertern und Nutzern oberstes Ziel"

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat gefordert, die Position der Urheber gegenüber digitalen Plattformen zu stärken. "Künstlerinnen, Künstler und Kreative müssen von ihrer Leistung auch in einer komplexen digitalen Wirklichkeit leben können", sagte sie vor der Abstimmung des Europäischen Parlaments über die EU-Urheberrechtsreform am Mittwoch. "Nur so werden wir unsere kulturelle und journalistische Vielfalt erhalten und die Kultur- und Kreativwirtschaft in Europa stärken." Zur Unterstützung der EU-Urheberrechts-Richtlinie hat Grütters am Dienstag mit der französischen Kulturministerin Françoise Nyssen eine Erklärung veröffentlicht. Ihr haben sich auch Kultur- und Medienminister aus Belgien/Wallonie, Bulgarien, Griechenland, Kroatien, Spanien und Rumänien angeschlossen.Grütters sagte, die Anpassung des EU-Urheberrechts an die Herausforderungen der digitalen Welt sei überfällig, dabei müsse ein fairer Ausgleich zwischen Kreativen, Verwertern und Nutzern das oberstes Ziel sein.

Wolf-Installation von Rainer Opolka in Chemnitz

Kunstaktion gegen Radikalismus

Mit einer Kunst-Installation will der Künstler Rainer Opolka in Chemnitz gegen wachsenden Radikalismus protestieren. Dazu würden am Donnerstag vor dem Karl-Marx-Monument zehn riesige Bronzewölfe aufgebaut, teilte die Berliner Agentur Publikator mit. Mit den Wölfen wolle Opolka ein Zeichen gegen Hass und Gewalt setzen. Radikalismus sei keine Lösung. Bei der politischen Kunstinstallation in Chemnitz zeigen den Angaben zufolge fünf Wölfe den Hitlergruß. Am Rand stünden "Mitläufer". Umrahmt würden die Riesen-Wölfe von Schildern, auf denen unter anderem steht: "AfD, Pegida und Nazis instrumentalisieren unsere Angst und hetzen!". Bezugnehmend auf die jüngsten Ausschreitungen in Chemnitz brauche Deutschland Lösungen gegen Hass und Gewalt, sagte Opolka. Komme es nicht zum Dialog aller, drohe in der Gesellschaft eine Spirale des eskalierenden Streits.

Berliner Museumsinsel mit neuer Online-Präsenz

4000 Objekte sind teilweise auch als Augmented Virtual Reality erlebbar

Auf einer neuen Online-Themenseite präsentieren sich ab sofort alle fünf Häuser der Berliner Museumsinsel. Rund 4000 Objekte aus mehr als 6000 Jahren Menschheitsgeschichte könnten in hoher Auflösung betrachtet werden. Die Museen wollen allen Interessierten mit Hilfe von neuen Technologien einen besseren Zugang bieten, aber vor allem auch neue Zielgruppen ansprechen. "Wir gehen dorthin, wo die Menschen sind, die vielleicht gar nicht wissen, dass es uns gibt", sagte Christian Haak, Stellvertretende Generaldirektorin der Staatlichen Museen zu Berlin. Neue Technologien wie Augmented Virtual Reality würden nicht eingesetzt, weil sie im Trend lägen, sondern um einen echten Erlebniswert zu bieten. Beispielsweise für eine virtuellen Rundgang zum berühmten Ischtar-Tor aus heutiger Sicht als auch aus der Zeit von vor Tausenden von Jahren, sagte Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, bei der Vorstellung in Berlin.

Serebrennikows Hausarrest in Moskau erneut verlängert

Der russische Regisseur bestreitet Unterschlagung von Fördergeldern

Der russische Starregisseur Kirill Serebrennikow hat vor Gericht die Ermittlungsarbeiten der Moskauer Behörden in Zweifel gezogen und kritisiert, dass seine Argumente und Beweise nicht beachtet würden. "Die Ermittler tun einfach so, als ob es die Beweise nicht gibt", sagte der Theatermacher am Dienstag in Moskau. Mehrfach hatte er das Gericht gebeten, den Hausarrest aufzuheben. Trotzdem werde der Hausarrest immer wieder verlängert, weil die Ermittler noch mehr Zeit für ihre Arbeit beantragten. Auch bei der Anhörung heute wurde der Arrest auf einen weiteren Monat ausgedehnt. Seit einem Jahr darf Serebrennikow seine Wohnung nur mit Erlaubnis verlassen. Ihm wird Unterschlagung von Fördergeldern in Höhe von umgerechnet 2 Millionen Euro vorgeworfen. Der 49-Jährige bestreitet dies.

Neue Nationalgalerie soll 2020 wieder öffnen

Baumaßnahmen in Berlin liegen im Zeitplan

Die von Stararchitekt David Chipperfield geplante Sanierung der Neuen Nationalgalerie in Berlin soll nach vierjähriger Bauzeit 2019 abgeschlossen sein. Das Haus könnte 2020 wieder öffnen und man liege "vom Plan her auf dem roten Faden", sagte Arne Maibohm, verantwortlicher Bauleiter vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, bei einer Baustellenbegehung. Nach dem Abschluss der Sanierungsarbeiten am Rohbau würden nun schrittweise die insgesamt 35 000 eingelagerten Originalteile wiedereingebaut. Am Wochenende (15./16. September) soll erstmals auch die Öffentlichkeit die Baustelle besichtigen können. Das von Ludwig Mies van der Rohe 1968 erbaute Museum gilt als eine Ikone der Moderne. Die Sanierung ist auf rund 110 Millionen Euro veranschlagt.

Shortlist für Deutschen Buchpreis steht fest

Sechs Finalisten sind für den besten Roman des Jahres ausgewählt

Vier Frauen und zwei Männer haben es mit ihren aktuellen deutschsprachigen Romanen ins Finale für den Deutschen Buchpreis geschafft, das teilte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels mit. Die Juroren wählten die Autoren Maria Cecilia Barbetta, Maxim Biller, Nino Haratischwili, Inger-Maria Mahlke, Susanne Röckel und Stephan Thome in die letzte Runde der wichtigsten Auszeichnung des Deutschen Buchhandels. "Das Vergangene ist nicht tot, es ist nicht einmal vergangen", umschrieb Jurysprecherin Christine Lötscher in Anlehnung an ein berühmtes Zitat von William Faulkner die sechs Bücher. Alle folgten "fabulierend, spekulierend, verspielt" auf ganz unterschiedlichen Spuren der Vergangenheit. Aus 199 Titeln waren vor rund vier Wochen die besten zwanzig für die Longlist ausgewählt worden, nun stehen die besten sechs für die Shortlist fest. Am 8. Oktober wird der Sieger zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse bekanntgegeben.

Gesprächsprojekt "Deutschland spricht" wird konkret

Paarungen für den 23. September stehen fest

Am 23. September findet zum zweiten Mal die Aktion "Deutschland spricht" statt. Jetzt steht fest, welche Menschen sich dann zu einem Gedankenaustausch mit politisch Andersdenkenden treffen werden. Nach Angaben von "Zeit Online" sind bundesweit rund 10000 Paare zusammengekommen. Die Zuordnung der Gesprächspartner habe eine Software übernommen, sagte der Chefredakteur von "Zeit Online", Jochen Wegner: "Der Algorithmus sucht Paare, die im Sinne unserer Aktion möglichst gut passen - also Menschen, die mit ihren Meinungen weit auseinanderliegen, aber nah beieinander leben, damit sie sich gut treffen können." An der von "Zeit online" initiierten Aktion beteiligen sich mehrere Medienunternehmen, u.a. "Der Spiegel", die "Süddeutsche Zeitung", "Der Tagesspiegel" und "Chrismon". Deren Leser mussten zunächst Fragen wie "Können Muslime und Nicht-Muslime in Deutschland gut zusammen leben?" oder "Sollten deutsche Innenstädte autofrei werden?" beantworten, um bei "Deutschland spricht" mitmachen zu können. Die Schirmherrschaft hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übernommen.

Präkolumbische Totenmaske wieder zurück in Peru

Gestohlenes Artefakt stammte aus dem 8.Jahrhundert

Eine von Deutschland zurückgegebene präkolumbische Totenmaske ist wieder in Peru. Staatspräsident Martin Vizcarra und und Perus Kulturministerin stellten das Artefakt bei einer Feier in Lima vor. Das gestohlene Kunstwerk der Sícan Kultur (7. bis 14. Jh.) war 1999 bei einem türkischen Kunsthändler in Deutschland von Interpol als sichergestellt worden. In einem 19 Jahre dauernden Rechtsstreit hatte Peru nachweisen müssen, dass die aus einer gehämmerten Goldlegierung geschaffene Maske Peru gehörte, berichtete die peruanische Zeitung "El Comercio". Erst am vergangenen Donnerstag hatte das Land Bayern das Objekt in der peruanischen Botschaft in Berlin übergeben.

Weggefährten mit Abschiedsbotschaft an Küblböck

Ex-"Superstar"-Kandidat bleibt nach Sturz von Bord verschollen

Nach der erfolglosen Suche nach dem vor der Küste von Neufundland über Bord gegangenen Daniel Küblböck (33) haben sieben TV-Wegbegleiter mit einer Botschaft auf das Verschwinden des Sängers reagiert. "Es tut uns unendlich leid, auf diese Weise zu erfahren, welche grausame Traurigkeit Dich die letzten Monate umgeben haben muss. Was wir sehen und kennenlernen durften, war ein Mensch mit unglaublich vielen Facetten, einem riesigen unvoreingenommenem Herzen aber auch einer sehr zerbrechlichen Seele!", schrieben sie mit Bezug auf die gemeinsame Teilnahme an der ersten Casting-Show "Deutschland sucht den Superstar" im Jahr 2003. Nach seinem Sturz ins Meer ist nach 80 Stunden die Suche eingestellt worden. "Angesichts der geringen Überlebensdauer bei den dort in dieser Jahreszeit herrschenden Wassertemperaturen wurde die schwierige Entscheidung getroffen, die Suche zu beenden", teilte ein Sprecher der kanadischen Küstenwache mit. Küblböck war nach Angaben der Reederei des Kreuzfahrtschiffs "Aidaluna" am Sonntag von Bord des Schiffs gesprungen.

Ex-"Focus"-Chef Uli Baur ist tot

Ehemaliger Chefredakteur des "Focus" wurde 62 Jahre alt

Der ehemalige "Focus"-Chef Uli Baur ist tot. Er sei bereits am Samstag im Alter von 62 Jahren am Starnberger See gestorben, bestätigte das Nachrichtenmagazin. "Er war der positivste Mensch, den ich je kennengelernt habe, und ein großartiger Weggefährte", sagte Gründungschefredakteur Helmut Markwort. Ähnlich äußerte sich der Verleger Hubert Burda: "In den Schmerz über seinen zu frühen Tod mischt sich die Erinnerung an seine überragenden journalistischen Fähigkeiten." Mit seiner zupackenden und fröhlichen Art habe er einen optimistischen Grundtenor geprägt, der den "Focus" auszeichne. Baur war von 2004 bis 2012 Chefredakteur des wöchentlichen Nachrichtenmagazins, danach Herausgeber.

CBS Chef tritt nach neuen Vorwürfen zurück

Mehrere Frauen seien von Les Moonves zu Sex gedrängt worden

Beim amerikanischen TV-Sender CBS ist der langjährige Konzernchef Les Moonves abgetreten, nachdem gegen ihn neue Vorwürfe sexueller Belästigung erhoben wurden. In einem Artikel im Magazin "New Yorker" warfen ihm sechs weitere Frauen vor, er habe sie zu Sex und körperlichem Kontakt gedrängt. Zudem habe er Frauen später diskriminiert, die ihn abgewiesen hatten. Die Anschuldigungen beziehen sich vor allem auf die 90er Jahre. Er selbst sprach im "New Yorker" von einvernehmlichen Kontakten mit drei Frauen. Zuvor hatte er bereits nach ersten ähnlichen Vorwürfen eine Diskriminierung bestritten, und sich für sein Benehmen entschuldigt, durch das Frauen sich unwohl gefühlt hätten. Eine Abfindung von mehr als 100 Millionen Dollar soll Moonves nur bekommen, wenn die Vorwürfe gegen ihn sich als falsch erweisen, betonte CBS. Der Sender und Moonves selbst wollen 20 Millionen Dollar an Organisationen spenden, die die #MeToo-Bewegung im Kampf gegen Sexismus unterstützen.

Lyriker Norbert Hummelt erhält Hölty-Literatur-Preis

Besondere Würdigung auch für Übersetzungen der Weltliteratur

Der Berliner Dichter und Übersetzer Norbert Hummelt erhält für sein Lebenswerk den mit 20.000 Euro dotierten Hölty-Preis der Stadt Hannover, wie die Stadt mitteilte. Nicht nur sein eigenes Schaffen als Lyriker werde ausgezeichnet, auch als Übersetzer habe er Überragendes geleistet, sagte Jury Mitglied Michael Braun: "Er hat sich an zwei der wichtigsten Werke der Weltpoesie herangewagt. Das ist von T.S. Eliot (1888-1965) 'Wasteland' und 'The Four Quartets', die er in ein zeitgemäßes Deutsch gebracht hat." Kaum ein Dichter der Gegenwart sei bei der Aneignung der poetischen Tradition einen so konsequenten Weg gegangen wie Hummelt, urteilte die Jury. Hummelts eigene Gedichtbände weisen Bezüge zu Joseph von Eichendorff, Stefan George und Dante Alighieri auf. Am Donnerstag wird Norbert Hummelt im Sprengel-Museum den Preis entgegennehmen. Der Hölty-Preis erinnert an den bedeutenden deutschen Dichter Ludwig Christoph Heinrich Hölty (1748-1776). Die Stadt Hannover verleiht den Preis gemeinsam mit der Sparkasse Hannover, die das Preisgeld stiftet.

Vier Zeichnungen aus Gurlitt-Umfeld sind NS-Raubkunst

Aktueller Eigentümer will Kunstwerke den rechtmäßigen Besitzern zurückgeben

Vier Zeichnungen aus dem Umfeld des Münchner Kunstsammlers Cornelius Gurlitt (1932-2014) sind als NS-Raubkunst nachgewiesen worden. Die vier Werke stammen aus dem Besitz von Gurlitts 2012 verstorbener Schwester Benita Renate. Der jetzige Eigentümer hatte sie freiwillig dem Deutschen Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg zur Überprüfung gegeben und will sie nun an die Erben der einstigen jüdischen Besitzer zurückerstatten, wie das Magdeburger Zentrum mitteilte. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) dankte dem Eigentümer für seine Entscheidung: "Es ist ein wichtiger Schritt zur Aufarbeitung des NS-Kunstraubes, dass auch Privatpersonen ihre Verantwortung annehmen und ihre Bestände untersuchen lassen". Die Zeichnungen sollen nun in der Ausstellung "Bestandsaufnahme Gurlitt" gezeigt werden, die nach Stationen in Bonn und Bern ab Freitag im Berliner Martin-Gropius-Bau zu sehen ist.

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