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Kulturnachrichten

Montag, 10. September 2018

Ex-"Focus"-Chef Uli Baur ist tot

Ehemaliger Chefredakteur des "Focus" wurde 62 Jahre alt

Der ehemalige "Focus"-Chef Uli Baur ist tot. Er sei bereits am Samstag im Alter von 62 Jahren am Starnberger See gestorben, bestätigte das Nachrichtenmagazin. "Er war der positivste Mensch, den ich je kennengelernt habe, und ein großartiger Weggefährte", sagte Gründungschefredakteur Helmut Markwort. Ähnlich äußerte sich der Verleger Hubert Burda: "In den Schmerz über seinen zu frühen Tod mischt sich die Erinnerung an seine überragenden journalistischen Fähigkeiten." Mit seiner zupackenden und fröhlichen Art habe er einen optimistischen Grundtenor geprägt, der den "Focus" auszeichne. Baur war von 2004 bis 2012 Chefredakteur des wöchentlichen Nachrichtenmagazins, danach Herausgeber.

CBS Chef tritt nach neuen Vorwürfen zurück

Mehrere Frauen seien von Les Moonves zu Sex gedrängt worden

Beim amerikanischen TV-Sender CBS ist der langjährige Konzernchef Les Moonves abgetreten, nachdem gegen ihn neue Vorwürfe sexueller Belästigung erhoben wurden. In einem Artikel im Magazin "New Yorker" warfen ihm sechs weitere Frauen vor, er habe sie zu Sex und körperlichem Kontakt gedrängt. Zudem habe er Frauen später diskriminiert, die ihn abgewiesen hatten. Die Anschuldigungen beziehen sich vor allem auf die 90er Jahre. Er selbst sprach im "New Yorker" von einvernehmlichen Kontakten mit drei Frauen. Zuvor hatte er bereits nach ersten ähnlichen Vorwürfen eine Diskriminierung bestritten, und sich für sein Benehmen entschuldigt, durch das Frauen sich unwohl gefühlt hätten. Eine Abfindung von mehr als 100 Millionen Dollar soll Moonves nur bekommen, wenn die Vorwürfe gegen ihn sich als falsch erweisen, betonte CBS. Der Sender und Moonves selbst wollen 20 Millionen Dollar an Organisationen spenden, die die #MeToo-Bewegung im Kampf gegen Sexismus unterstützen.

Lyriker Norbert Hummelt erhält Hölty-Literatur-Preis

Besondere Würdigung auch für Übersetzungen der Weltliteratur

Der Berliner Dichter und Übersetzer Norbert Hummelt erhält für sein Lebenswerk den mit 20.000 Euro dotierten Hölty-Preis der Stadt Hannover, wie die Stadt mitteilte. Nicht nur sein eigenes Schaffen als Lyriker werde ausgezeichnet, auch als Übersetzer habe er Überragendes geleistet, sagte Jury Mitglied Michael Braun: "Er hat sich an zwei der wichtigsten Werke der Weltpoesie herangewagt. Das ist von T.S. Eliot (1888-1965) 'Wasteland' und 'The Four Quartets', die er in ein zeitgemäßes Deutsch gebracht hat." Kaum ein Dichter der Gegenwart sei bei der Aneignung der poetischen Tradition einen so konsequenten Weg gegangen wie Hummelt, urteilte die Jury. Hummelts eigene Gedichtbände weisen Bezüge zu Joseph von Eichendorff, Stefan George und Dante Alighieri auf. Am Donnerstag wird Norbert Hummelt im Sprengel-Museum den Preis entgegennehmen. Der Hölty-Preis erinnert an den bedeutenden deutschen Dichter Ludwig Christoph Heinrich Hölty (1748-1776). Die Stadt Hannover verleiht den Preis gemeinsam mit der Sparkasse Hannover, die das Preisgeld stiftet.

Vier Zeichnungen aus Gurlitt-Umfeld sind NS-Raubkunst

Aktueller Eigentümer will Kunstwerke den rechtmäßigen Besitzern zurückgeben

Vier Zeichnungen aus dem Umfeld des Münchner Kunstsammlers Cornelius Gurlitt (1932-2014) sind als NS-Raubkunst nachgewiesen worden. Die vier Werke stammen aus dem Besitz von Gurlitts 2012 verstorbener Schwester Benita Renate. Der jetzige Eigentümer hatte sie freiwillig dem Deutschen Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg zur Überprüfung gegeben und will sie nun an die Erben der einstigen jüdischen Besitzer zurückerstatten, wie das Magdeburger Zentrum mitteilte. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) dankte dem Eigentümer für seine Entscheidung: "Es ist ein wichtiger Schritt zur Aufarbeitung des NS-Kunstraubes, dass auch Privatpersonen ihre Verantwortung annehmen und ihre Bestände untersuchen lassen". Die Zeichnungen sollen nun in der Ausstellung "Bestandsaufnahme Gurlitt" gezeigt werden, die nach Stationen in Bonn und Bern ab Freitag im Berliner Martin-Gropius-Bau zu sehen ist.

Sonderkonzerte für Toleranz in Leipzig und Dresden

Appell für respektvolles Miteinander

Aus Anlass der zunehmenden Intoleranz und Aggression gegenüber anders aussehenden oder anders denkenden Menschen laden das Leipziger Gewandhausorchester und die Sächsische Staatskapelle Dresden zu zwei kostenlosen Sonderkonzerten ein. Die Auftritte am 15. September im Gewandhaus und am 12. November in Dresden stehen unter der Leitung von Ehrendirigent Herbert Blomstedt. Beide Klangkörper stünden uneingeschränkt für Grundrechte und demokratische Ordnung: "Wir vertreten mit Nachdruck zwischenmenschliche Werte wie Achtung, Toleranz und Weltoffenheit." Eine angstfreie und lebenswerte Gesellschaft sei nur möglich, wenn diese zu Dialogfähigkeit und einem respektvollen Umgang mit anderen zurückfinde, teilten die Orchester mit. In den Orchestern wirkten aktuell Menschen aus mehr als 20 Nationen respekt- und achtungsvoll zusammen, hieß es in der Mitteilung.

Festnahme im Iran wegen Shakespeare-Stück

In einem Video wurden tanzende Paare gezeigt

Im Iran sind zwei Kulturschaffende wegen einer Aufführung von Shakespeares "Sommernachtstraum" festgenommen worden. Die Regisseurin Marjam Kasemi und Said Assadi, der Manager des Theaters, in dem die Aufführung gezeigt wurde, seien am Sonntag in Gewahrsam genommen worden, sagte ein Funktionär der Nachrichtenagentur Irna. Die Justiz habe die Festnahmen angeordnet, nachdem eine Vorschau des Stücks veröffentlicht worden war. Ein Video zeigte, wie Schauspielerinnen mit Männern tanzten. Im Iran ist das öffentliche Tanzen mit dem anderen Geschlecht verboten. Eine offizielle Begründung für die Festnahme wurde allerdings bisher nicht bekannt. Das Gericht habe inzwischen zugestimmt, Kasemi und Assadi gegen eine Kaution von je 24 000 Dollar freizulassen. Vor den Festnahmen wurde das Stück sieben Mal aufgeführt. Der "Sommernachtstraum" ist eines von Shakespeares bekanntesten Theaterstücken. Es handelt von komplizierten Verwicklungen von vier Liebenden.

Tausende Kunstwerke im Museum Thurgau verseucht

Historisches Museum in der Schweiz will alle Objekte von Asbest säubern lassen

Jahrzehnte nach der Erkenntnis, dass der Baustoff Asbest krebserregend ist, führen dessen Gefahren zu einem teuren Aufwand für eine Reinigung aller Kunstobjekte im historischen Museum Thurgau in der Schweiz. Erst bei Sanierungsarbeiten des Depots wurde in diesem Jahr festgestellt, dass das Gebäude mit Asbest verseucht ist. Jetzt sollen alle 35 000 Objekte in Handarbeit von dem krebserregenden Material befreit werden. Jedes Sammlungsstück einzeln auf eine Verseuchung zu überprüfen sei zu aufwändig, sagte der zuständige Kantonsbaumeister der Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Allerdings müsse für jedes Objekt einzeln entschieden werden, wie es gesäubert werden könne, ohne beschädigt zu werden. Darum sind Dauer und Kosten der Reingungsaktion ungeklärt. Seit Anfang der 1990er Jahre ist die Verwendung von Asbest in Deutschland und der Schweiz verboten. Seit 2005 gilt ein EU-weites Asbest-Verbot.

phoenix zeigt Bundestagsdebatten mit Untertiteln

Erweitertes Angebot für Menschen mit Hörschädigung

Auf phoenix sind Live-Übertragungen aus Bundestag und Bundesrat künftig mit Live-Untertiteln zu sehen. Die Anfang des Jahres gestartete Testphase sei abgeschlossen, teilte der zu ARD und ZDF gehörige Dokumentationskanal mit. Man zeige ab jetzt Untertitel für alle Reden und Debatten aus den Plenarsälen, damit u.a. auch Menschen mit Hörschädigung diese besser verfolgen könnten. Die Gesprächssendungen "unter den linden", "phoenix runde" und Dokumentationen im Abendprogramm werden ebenfalls untertitelt. Entscheidend für die Einführung des neuen Angebots sei gewesen, die Finanzierung für hochqualifizierte Dolmetscher und Mitarbeiter zu klären. Bereits seit Start des Kanals 1997 werden viele Programmteile mit der Einblendung von Gebärdendolmetschern gesendet.

Art Düsseldorf vergrößert sich

Mehr Aussteller für moderne Kunst als im Gründungsjahr 2017

Ein Jahr nach ihrem Start vergrößert sich die neue Kunstmesse Art Düsseldorf. Zur zweiten Auflage seien 92 etablierte und junge Galerien aus 19 Ländern angemeldet, teilte die Art Düsseldorf mit. Auch die Ausstellungsfläche im Areal Böhler werde wegen der gestiegenen Nachfrage um zehn Prozent vergrößert. Im Vorjahr waren an der Kunstmesse rund 80 Galerien beteiligt. 2017 besuchten 43.000 Interessierte die Art Düsseldorf. Schwerpunkt der Messe ist moderne und zeitgenössische Kunst ab 1945. Die Veranstaltung gilt als Konkurrenz zur größeren Art Cologne. An der Art Düsseldorf ist die Schweizer Messegesellschaft MCH beteiligt, die auch die weltweit wichtigste Kunstmesse Art Basel veranstaltet. Die Art Düsseldorf findet vom 16. bis 18.November 2018 statt.

Suche nach Daniel Küblböck eingestellt

Ex-"Superstar"-Kandidat war vor kanadischer Küste von Bord gestürzt

Die Suche nach dem bei einer Kreuzfahrt vor der Küste von Neufundland über Bord gegangenen Sänger Daniel Küblböck ist eingestellt. "Angesichts der geringen Überlebensdauer bei den dort in dieser Jahreszeit herrschenden Wassertemperaturen wurde die schwierige Entscheidung getroffen, die Suche zu beenden", teilte ein Sprecher der kanadischen Küstenwache mit. Küblböck war nach Angaben der Reederei des Kreuzfahrtschiffs "Aidaluna", Aida Cruises, am frühen Sonntagmorgen von Bord des Schiffs gesprungen. Nachdem vier Schiffe, ein Hubschrauber und ein Flugzeug zusammengerechnet 80 Stunden nach Küblböck gesucht hätten, sei die Entscheidung getroffen worden, die Suche einzustellen. Um Küblböcks Angehörige werde sich die Reederei Aida Cruise Lines kümmern. Küblböck war vor 15 Jahren bekannt geworden, als er an der RTL-Castingsendung "Deutschland sucht den Superstar" teilnahm.

Ein Emmy für John Legend und Andrew Lloyd Webber

Ausgezeichnet wird die Live-Version von "Jesus Christ Superstar"

Der Musiker John Legend und der Komponist Andrew Lloyd Webber sind mit einem Emmy Award für die Live-Version des Musicals "Jesus Christ Superstar" ausgezeichnet worden. Lloyd Webber hatte die Rockoper 1971 komponiert und damit seinen internationalen Durchbruch gefeiert. Die jetzt ausgezeichnete Version wurde für eine Live-Ausstrahlung im Fernsehsender NBC eingerichtet. Auch der Lyriker Tim Rice, der das Musical-Buch geschrieben hatte, bekam einen Emmy. Mit der Auszeichnung gehören Legend, Lloyd Webber und Rice nun zu einer kleinen Zahl von Künstlern, die die vier größten Preise im US-Showbusiness gewonnen haben - neben den Emmys sind das die Tonys, Grammys und Oscars. In den anderen Kategorien des begehrten US-Fernsehpreises werden die Preisträger erst am 17. September bekanntgegeben.

Goldschatz aus der Römerzeit entdeckt

Italienische Bauarbeiter finden hunderte von Goldmünzen

Beim Abriss eines Theaters in Norditalien haben Bauarbeiter einen Goldschatz mit hunderten von Münzen aus der späten Römerzeit entdeckt. Wie das italienische Kulturministerium mitteilte, befanden sie sich in einer steinernen Amphore unter dem Theater in Como. Das 1870 eröffnete Theater befand sich ganz in der Nähe der Stelle, wo einst das Forum der römischen Stadt Novum Comum lag. Es sollte abgerissen werden, um für den Bau von Luxuswohnungen Platz zu machen. Die historische und kulturelle Bedeutung des Fundes sei noch nicht klar, "aber das Gebiet erweist sich als echter Schatz für unsere Archäologie", schrieb Kulturminister Alberto Bonisoli auf Facebook. Laut italienischen Presseberichten könnten die Goldmünzen mehrere Millionen Euro wert sein. Demnach wollen die Behörden den geplanten Wohnungsneubau nun vorerst stoppen, um weitere Grabungen an der Stelle zu ermöglichen.

Erfolgreicher Tag des offenen Denkmals

Rund 8.000 Gebäude, Parks und archäologische Stätten öffneten die Türen

Rund 3,5 Millionen Menschen haben nach Veranstalterangaben historische Bauten und Führungen am Tag des offenen Denkmals besucht. Bundesweit hätten am Sonntag rund 8.000 Gebäude, Parks und archäologische Stätten ihre Türen geöffnet, wie die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in Bonn mitteilte. Eigentümer und Fachleute hätten den Besuchern gezeigt, welche überregionalen und internationalen Bezüge sich in und an Denkmalen erkennen ließen und was das bedeute. Seit 1993 koordiniert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz den Tag des offenen Denkmals. Sie setzt sich mit Öffentlichkeitsarbeit und der Bereitstellung finanzieller Mittel seit 1985 für den Erhalt bedrohter Baudenkmale in Deutschland ein. Seitdem habe sie geholfen, mit mehr als 580 Millionen Euro rund 5.300 Denkmale vor dem Verfall zu retten.

Knobloch: Freiheitliche Demokratie in Gefahr

Kompromissloses Vorgehen gegen Rechtsextreme gefordert

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, sieht die freiheitliche Demokratie in Gefahr. Die Attacke auf ein jüdisches Restaurant in Chemnitz darf nach ihren Worten nicht isoliert betrachtet werden: "Ein Angriff auf Juden ist niemals nur ein Angriff auf Juden. Er ist eine Kampfansage an die offene Gesellschaft und die freiheitliche Demokratie, die unser Land ausmacht, und er muss als solcher von der offenen Gesellschaft zurückgewiesen werden", sagte Knobloch. Die rechten Demonstrationen in Chemnitz seien bereits ein Warnsignal für den Rechtsstaat und ein Auftrag an die Politik gewesen, den Gefahren entgegenzutreten, die das demokratische Gemeinwesen bedrohten. Knobloch forderte ein kompromissloses Vorgehen gegen Rechtsextreme und ihre parlamentarischen Verbündeten.

Schauspieler Bill Daily gestorben

Daily war vor allem durch die Serie "Bezaubernde Jeannie" bekannt

Der amerikanische Schauspieler Bill Daily, der an der Seite von Barbara Eden und Larry Hagman in der Hit-Serie "Bezaubernde Jeannie" mitspielte, ist tot. Wie der Sender CNN unter Berufung auf Dailys Sohn berichtete, ist der Schauspieler in seinem Haus in Santa Fe im US-Staat New Mexico gestorben. Daily wurde 91 Jahre alt. In der 60er-Jahre-Kultserie spielte Eden einen Flaschengeist, der dem Astronauten Major Nelson (Larry Hagman) den Kopf verdrehte. In der Rolle des Majors Roger Healey verkörperte Daily dessen besten Freund und Kollegen. Bill Daily spielte auch in TV-Serien wie "The Bob Newhart Show", "Alf" und "Love Boat" mit.

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Fazit

Margaret Atwood wird 80Humanistin und hellsichtige Mahnerin
Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood (picture alliance / AP / Invision / Arthur Mola)

Weltberühmt wurde sie mit ihrer Dystopie "Der Report der Magd". Heute feiert die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood ihren 80. Geburtstag. Über ihre teilweise düsteren Visionen sagt sie: "Ich beschreibe nur, was wir schon tun oder tun könnten."Mehr

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