Seit 15:05 Uhr Tonart

Freitag, 13.12.2019
 
Seit 15:05 Uhr Tonart

Kulturnachrichten

Samstag, 30. September 2017

Allianz gegen Vorsitz der AFD im Kulturausschuss

Initiative will Mitspracherecht für AfD-Politiker verhindern

Die AfD soll laut einem Bericht des "Spiegels" nicht den Vorsitz im Kulturausschuss des Bundestags übernehmen. Darüber seien sich die Spitzen von Union, SPD, Grünen und Linkspartei einig, berichtet das Hamburger Nachrichtenmagazin. Der Ausschuss ist auch für die Holocaust-Gedenkstätten in Deutschland zuständig. "Viele AfD-Vertreter haben mit unakzeptablen Äußerungen bewiesen, dass sie keinen Wert auf unsere Erinnerungskultur legen und dies zur parteipolitischen Provokation missbrauchen", sagt der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Carsten Schneider. Auch aus der Union heißt es, das Gedenken an den Völkermord dürfe den Rechtspopulisten nicht überlassen werden. Künstler und Politiker hatten kurz nach der Bundestagswahl einen Brief an den Ältestenrat des Parlaments geschrieben, wonach der Posten nicht an die AfD fallen soll. Mehr als 11.000 hatten den Brief im Internet unterzeichnet.

Lisa Marei Schmidt leitet Brücke-Museum

Sie folgt auf Magdalena Moeller, die in den Ruhestand geht

Die Kunsthistorikerin Lisa Marei Schmidt (39) tritt zum 1. Oktober die Nachfolge von Magdalena Moeller an, die fast 30 Jahren an der Spitze des Hauses stand. Schmidt war zuletzt Kuratorin am Berliner Gegenwartsmuseum Hamburger Bahnhof. Sie realisierte dort zahlreiche Sammlungspräsentationen wie etwa die Ausstellung "A-Z. Die Sammlung Marzona". Die Politik erhofft sich von ihr, neue Publikumsschichten für das Haus zu gewinnen. Das Brücke-Museum im Berliner Stadtteil Dahlem ist das Landesmuseum für Werke der Künstlergruppe Brücke. Es feierte am 15. September sein 50-jähriges Bestehen.

Paris eröffnet neuen Museumskomplex

Alte Münzprägeanstalt zu Museumskomplex umgebaut

Nach sechsjährigen Umbauarbeiten ist die historische Münzprägeanstalt mitten in der französischen Metropole wiedereröffnet worden. Die "Monnaie de Paris" wurde von dem französischen Architekten Philippe Prost für 76 Millionen Euro umgebaut. Der 35 000 Quadratmeter große Komplex liegt am linken Seineufer gegenüber dem Louvre. In dem neoklassizistischen Ensemble befinden sich Ausstellungsräume für zeitgenössische Kunst, ein Münzmuseum, ein Drei-Sterne-Restaurant und verschiedene Ateliers, in denen Sondermünzen geprägt werden. Im Jahr 2014 wurde bereits ein Teil des Gebäudes im neoklassizistischen Stil für zeitgenössische Kunst geöffnet. Die "Monnaie de Paris" wurde 864 gegründet und ist die älteste staatliche Einrichtung Frankreichs.

Neue Debatte über Einheitsdenkmal gefordert

SPD-Kulturexpertin Eva Högl fordert neue Debatte im Bundestag

Die Berliner Bundestagsabgeordnete und stellvertretende SPD-Fraktionschefin Eva Högl hat sich für eine neuerliche Debatte über das Einheits- und Freiheitsdenkmal ausgesprochen. Der neu gewählte Bundestag müsse sich zügig mit dem Thema auseinandersetzen und darüber verständigen, wie das Denkmal realisiert werden könne, sagte Högl. Sie kritisierte, dass sich seit dem letzten Beschluss des Parlaments zum Bau der "Einheitswippe" im Juni nichts getan habe. Im vergangenen Jahr hatte der Haushaltsausschuss den Bau im Alleingang gestoppt, weil die Kosten von zehn auf fünfzehn Millionen Euro gestiegen waren. Bei einer erneuten Anstimmung bekannten sich die Abgeordneten im Juni aber mit klarer Mehrheit zu den bisherigen Plänen. Högl verwies zudem auf eine Bürgerinitiative, die seit Wochen jeden Tag gegen den vorgesehenen Standort des Denkmals auf dem Sockel des früheren Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmals protestiert.

Wiedereröffnung der sanierten Berliner Staatsoper

Eröffnungsveranstaltungen für historisches Haus Unter den Linden

Mit einem Konzert am Bebelplatz startet die Staatsoper Unter den Linden am Abend ihre Feiern zur Wiedereröffnung des historischen Hauses. Zum Auftakt des "Präludiums" dirigiert Daniel Barenboim Ludwig van Beethovens 9. Sinfonie unter freiem Himmel. Am Tag der Deutschen Einheit am Dienstag wird das sanierte Opernhaus eröffnet. Dann inszeniert Intendant Jürgen Flimm "Szenen aus Goethes Faust" von Robert Schumann. Nach den Eröffnungsveranstaltungen wird das Opernhaus für zwei Monate wieder schließen. Dann wird die neue Technik für den regulären Opernbetrieb umgebaut. Die Sanierung hatte sich nach Pannen und unvorhergesehenen Problemen mit der Bausubstanz und dem Baugrund drastisch verteuert und um vier Jahre verzögert. Statt wie geplant 239 Millionen Euro liegen die Kosten bei mehr als 400 Millionen Euro. Die Hälfte davon übernimmt der Bund.

Berliner Volksbühne startet unter neuem Intendanten

Erste Schauspielpremiere mit Intendant Chris Dercon

Nach dem Ende der knapp einwöchigen Besetzung der Berliner Volksbühne zeigt das Theater heute Abend die erste Schauspiel-Premiere unter dem neuen Intendanten Chris Dercon. Gespielt wird allerdings nicht im Stammhaus am Rosa-Luxemburg-Platz, sondern auf dem stillgelegten Flughafen Tempelhof. Dort wird eine Adaption des griechischen Dramas "Iphigenie" gezeigt. Der Dramatiker, der Regisseur und die Darstellerinnen stammen aus Syrien. Die jungen Frauen kamen als Flüchtlinge nach Berlin. Gespielt wird auf Arabisch mit deutschen und englischen Übertiteln. Die Besetzung des Stammhauses der Volksbühne war erst am Donnerstag nach einer Woche zu Ende gegangen.

Deutscher Dirigentenpreis verliehen

Iraner Hossein Pishkar ausgezeichnet

Der Deutsche Dirigentenpreis 2017 geht an den 28-jährigen Iraner Hossein Pishkar. Er setzte sich gegen elf weitere Kandidaten durch, die sich für den Wettbewerb qualifiziert hatten. Insgesamt hatten sich über 80 Dirigenten aus 25 Ländern um die Teilnahme beworben. Erstmals wurde der Preis auf Basis eines Dirigierwettbewerbs in Köln vergeben. Der erste Preis ist mit 20.000 Euro dotiert. Zweiter Preisträger (10.000 Euro) ist der Deutsche Dominik Beykirch, dritte Preisträgerin (5.000 Euro) Anna Rakitina aus Russland. Die Preisträger erhalten darüber hinaus Engagements bei Orchestern und Philharmonikern in Nordrhein-Westfalen.

Big-Ben-Restaurierung wird teurer

Sanierung soll doppelt so viel kosten wie geplant

Die Restaurierung des wohl bekanntesten Wahrzeichens von London wird doppelt so teuer wie geplant. Das hat das britische Parlament mitgeteilt. Der im Volksmund als «Big Ben» bezeichnete Glockenturm des Parlamentsgebäudes wird derzeit restauriert. Nach aktuellem Stand sollen sich die Kosten auf umgerechnet 53,5 Millionen Euro belaufen. Der Glockenschlag und das bekannte Glockenspiel wurden wegen der Restaurierung bis auf weiteres ausgesetzt. Der 96 Meter hohe Turm wurde vor einigen Jahren zum "Elizabeth Tower" umbenannt, zuvor hieß er schlicht Uhrenturm.

Sachbuchautor Jürgen Roth mit 71 Jahren gestorben

Kernthemen waren Korruption und Wirtschaftskriminalität

Der Enthüllungsautor Jürgen Roth ist tot, das teilte der Heyne-Verlag mit. Als investigativer Journalist beschäftigte er sich seit den 1970er Jahren mit Wirtschaftskriminalität, Waffengeschäften und Mafia-Strukturen in Deutschland. Roth war nicht unumstritten: ihm wurde Skandalisierung vorgeworfen und dass seine Behauptungen nicht immer genügend belegt seien. Nach verschiedenen Rechtsstreiten musste er Texte zurückziehen. In "Die Verbrecher-Holding" von 1992 beleuchtete er die internationalen Machenschaften von Funktionären und korrupten Managern im Sport. Zuletzt erschien von ihm 2016 das Buch "Schmutzige Demokratie" in dem er nach Ursachen für den Verfall der Demokratie suchte.

Kulturnachrichten hören

September 2017
MO DI MI DO FR SA SO
28 29 30 31 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 1

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur