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Kulturnachrichten

Donnerstag, 21. September 2017

Russland schickt Swjaginzew ins Oscar-Rennen

Jury stimmt für Regisseur des Films "Loveless"

Russland schickt seinen international anerkanntesten Regisseur Andrej Swjaginzew mit "Loveless" ins Rennen um den nächsten Oscar für den besten Auslandsfilm. Eine Jury votierte für den Film, der beim Festival in Cannes den Preis der Jury gewonnen hatte. "Loveless" erzählt vom Verschwinden eines Jungen im bitteren Scheidungskrieg seiner Eltern und lässt sich als Porträt der kaltherzigen Gesellschaft im modernen Russland verstehen. Swjaginzew wird wegen seiner kritischen Haltung in der Heimat oft angefeindet und gilt als Vertreter einer modernen, weltoffenen Kunst aus Russland. Er hatte sich schon 2015 mit dem Film "Leviathan" um die begehrte US-Filmtrophäe beworben, aber nicht gewonnen.

Hoffen auf Freilassung türkischer Autoren

Schriftstellerin Asli Erdogan durfte zur Preisverleihung reisen

Die Erich-Maria-Remarque-Friedenspreisträgerin Asli Erdogan hat die Hoffnung geäußert, dass nach ihr auch anderen Schriftstellern und Journalisten in der Türkei "die Türen geöffnet werden". Sie habe bis zum Schluss nicht gewusst, ob sie tatsächlich zur Verleihung des Preises aus Istanbul würde ausreisen dürfen, sagte Erdogan nach ihrer Ankunft in Osnabrück. "Das war in den letzten Tagen ein Wechselbad der Gefühle und ich bin sehr dankbar, dass ich jetzt hier sein kann." Die 50-Jährige wies darauf hin, dass mehr als 180 Autoren in der Türkei inhaftiert seien und weitere das Land nicht verlassen dürften. Asli Erdogan wird am Freitag die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihr Engagement gegen die Unterdrückung von Minderheiten entgegennehmen.

Bund hilft bei Sanierung preußischer Schlösser

400 Millionen Euro als Unterstützung beschlossen

Vertreter von Bund und Ländern haben am Donnerstag ein weiteres Finanzierungspaket über 400 Millionen Euro für Sanierungsarbeiten der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) unterzeichnet. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sagte, es sei eine nationale Aufgabe, das Unesco-Kulturerbe zu erhalten. Das 2008 vereinbarte Sonderinvestitionsprogramm war mit einem Gesamtvolumen von 155 Millionen Euro ausgestattet. Nun stellt Grütters aus ihrem Etat 200 Millionen Euro zur Verfügung, die andere Hälfte tragen das Land Brandenburg mit 131 Millionen Euro und Berlin mit 69 Millionen Euro. Finanziert werden dringende Bauinvestitionen und Sanierungsarbeiten am Schloss Charlottenburg in Berlin, im Neuen Palais in Potsdam, im Schloss Babelsberg und am Schloss auf der Pfaueninsel.

documenta will sich nach Defizit neu organisieren

Millionen-Kredit soll das Defizit der Ausstellung abdecken

Als Konsequenz aus dem Millionendefizit will sich die documenta gGmbH organisatorisch, finanziell und personell neu aufstellen. Wie der Aufsichtsratsvorsitzende und Kasseler Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) bekanntgab, ist eventuell an die Bundesrepublik als weiteren Gesellschafter neben der Stadt und dem Land Hessen gedacht. Diese Idee begrüßte auch der hessische Kunstminister und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Boris Rhein (CDU). Um die Zahlungsfähigkeit der documenta sicherzustellen, werde die documenta einen Kredit in Höhe von acht Millionen Euro aufnehmen, für den die beiden Gesellschafter je zur Hälfte bürgten, sagte Geselle.

Facebook sperrt Seite von Rohingya-Rebellen

Internet-Konzern reagiert auf Aktivitäten in den sozialen Medien

Facebook hat eine Seite von Rohingya-Rebellen in Myanmar gesperrt. Wie eine Sprecherin des Internetkonzerns mitteilte, betrachtet Facebook die Arakan Rohingya Salvation Army (Arsa) als gewalttätige Gruppe. Das Unternehmen erklärte, die Sperrung der Seite der Rohingya-Rebellen gehe nicht auf einen Antrag der Regierung Myanmars zurück. Der Konzern prüft demnach, nicht bebilderte Inhalte der Arsa weiter online zu lassen. Kämpfer der Arsa hatten Ende August bei Angriffen auf Armee- und Polizeiposten dutzende Sicherheitskräfte getötet. Das Militär hatte mit Gegengewalt reagiert. Seitdem wurden bei den Kämpfen in Myanmar hunderte Menschen getötet. Der Konflikt in Myanmar ist auch von gegenseitigen Anschuldigungen und hasserfüllten Darstellungen in den sozialen Medien geprägt.

Russische Polizei befragt Hardliner zu "Matilda"

Reaktion auf Streit um Kinofilm über den letzten Zaren

Im Streit um den russischen Kinofilm "Matilda" gehen die Moskauer Behörden verstärkt gegen gewaltsamen Protest vor. Die Polizei nahm vorübergehend den Anführer einer ultraorthodoxen Splittergruppe fest, entließ ihn aber nach einer Befragung wieder, wie die Agentur Interfax meldete. Mitte September waren zwei Autos vor dem Büro des Anwalts von Regisseur Alexej Utschitel in Flammen aufgegangen. Die Polizei vermutet einen Zusammenhang mit der Kritik aus reaktionären Kirchenkreisen an dem umstrittenen Film "Matilda" mit dem Deutschen Lars Eidinger in der Hauptrolle. Der Historienstreifen beschäftigt sich mit einer Liebschaft des letzten Zaren Nikolaus II, der von der russisch-orthodoxen Kirche heilig gesprochen worden ist. Hardliner drohten Kinos mit Brandstiftung, große Kinoketten wollen den Film, der am 26. Oktober anlaufen soll, aus Sicherheitsgründen nicht zeigen. Am Mittwoch waren einige Verdächtige wegen Vorwürfen der Sachbeschädigung festgenommen worden. Ihnen drohen bis zu fünf Jahre Haft.

"Kiss"-Gründer geben Wohltätigkeitskonzert

Hardrockmusiker treten nach 16 Jahren erstmals wieder zusammen auf

Die US-Gitarristen Gene Simmons und Ace Frehley haben erstmals seit 16 Jahren wieder zusammen gerockt. Die Gründungsmitglieder der Hardrockband "Kiss" spielten zusammen bei einem Auftritt in Minnesota die Titel "Cold Gin", "Shock Me" und "Rock and Roll All Nite". Der Erlös des Konzerts soll den Opfern des Hurrikans "Harvey" zugute kommen. Simmons gehörte zu den Organisatoren der Veranstaltung.

Fragment aus Gutenberg-Bibel entdeckt

Überraschender Fund in Augsburger Bibliothek

In Augsburg ist ein Fragment einer kostbaren Gutenberg-Bibel als Einband eines anderen Buches entdeckt worden. Die Buchseite sei bei der Vorbereitung der Jubiläumsausstellung zum 480-jährigen Bestehen der Staats- und Stadtbibliothek aufgetaucht, teilte die Bibliothek mit. "Es zeigt den Beginn der Apokalypse mit der Darstellung des Evangelisten Johannes", hieß es. Der Bibliothekar Wolfgang Mayer erkannte die kostbare Seite, als er den Einband eines rund 400 Jahre alten theologischen Buches betrachtete. Damals sei die Gutenberg-Bibel wohl auseinandergenommen und weiterverwendet worden, sagte er.

Deutsch-jüdisches Kulturzentrum in Berlin geplant

Initiative plant Begegnungsstätte im Westen der Hauptstadt

Im Westen Berlins soll in den nächsten Jahren ein neues deutsch-jüdisches Kulturzentrum entstehen. Die Initiatoren um die jüdische Kantorin Avitall Gerstetter und den Publizisten Sergey Lagodinsky wollen damit außerhalb der Gemeindestrukturen eine Begegnungsstätte für Kunst, Kultur und Politik schaffen, sagte der Mitinitiator Samuel Urbanik. Mit im Boot seien der US-Stararchitekt Daniel Libeskind und der ehemalige Berliner Kulturstaatssekretär Tim Renner (SPD). Das neue Zentrum Ahawa (hebräisch: Liebe) soll im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf entstehen, "dort wo vor der Shoa die meisten Berliner Juden lebten", sagte Urbanik. Dabei sollen Konzerthaus, Ausstellungsraum, Theater und politischer Salon unter einem Dach vereint werden.

Deutsches Internet-Institut in Berlin eröffnet

Rund 100 Wissenschaftler erforschen die Digitalisierung

In Berlin ist das Deutsche Internet-Institut eröffnet worden. Das "Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft" ist ein Verbundprojekt, an dem sieben Berliner und Brandenburger Institutionen beteiligt sind. Es beschäftigt künftig rund 100 Wissenschaftler, wie das beteiligte Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung mitteilte. Die Wissenschaftler kommen aus den Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften. Forschungsschwerpunkte sind etwa Verantwortung auf digitalen Märkten, Online-Bürgerbeteiligung oder digitales Lernen. Das Bundesforschungsministerium stellt für das Institut in den ersten fünf Jahren bis zu 50 Millionen Euro bereit, davon sind 30 Millionen Euro für die ersten drei Jahre bereits bewilligt. Das Land Berlin trägt die Kosten für die Immobilie und die Ausstattung der Büroräume.

TV-Journalist in Indien getötet

Reporter wurde nach einer Demonstration verschleppt

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen ist in Indien ein Journalist getötet worden. Der TV-Reporter Shantanu Bhowmick wurde verschleppt, als er für einen lokalen Nachrichtensender über eine Demonstration einer Ureinwohner-Gruppe im nordöstlichen Bundesstaat Tripura berichtete, wie die Polizei mitteilte. Der 28-Jährige wurde mit Stichwunden aufgefunden und starb auf demWeg ins Krankenhaus. Vier Mitglieder der Ureinwohner-Gruppe "Volksfront von Tripura" wurden festgenommen. Erst am 5. September war Gauri Lankesh, die regierungskritische Herausgeberin einer Wochenzeitung, am Eingangstor ihres Hauses in der Millionenstadt Bengaluru von Unbekannten auf einem Motorrad erschossen worden. Indien belegte im jüngsten Pressefreiheits-Index der Organisation Reporter ohne Grenzen unter 180 Ländern den 136. Platz.

Initiative für "DenkOrt Aumühle" in Unterfranken

Neue Gedenkstätte für die Deportation von Juden geplant

In Würzburg soll eine zentrale Gedenkstätte für die jüdischen Opfer der NS-Herrschaft in Unterfranken entstehen. Sie soll in den nächsten Jahren beim früheren Güterbahnhof an der Aumühle angesiedelt werden.- Von dort wurden 1941/42 insgesamt 1.794 aus Unterfranken deportierte Juden in Konzentrationslager abtransportiert; nur wenige überlebten, wie die Initiatoren mitteilten. Für den künftigen "DenkOrt Aumühle" auf dem historischen Aufgang zu den Gleisen habe der Künstler Matthias Braun ein siebenstufiges Stahlgestell entworfen, das symbolisch Platz für das Gepäck der Juden biete. Jede der 109 Gemeinden, in denen die Juden lebten, wird gebeten, ein Gepäckstück auf dem Gestell und einen Zwilling bei sich aufzustellen.

Mehr Geld für Kultur in Italien

Senat in Rom verabschiedet Gesetzentwurf

Italien erhöht seine Kulturausgaben in den kommenden Jahren. Der Kulturhaushalt "FUS" (Fondo Unico per lo Spettacolo) wird in den kommenden zwei Jahren um 9,5 Millionen Euro pro Jahr aufgestockt. 2020 sollen zusätzliche 22,5 Millionen Euro in den Fonds fließen, geht aus einem Gesetzentwurf hervor, der vom Senat in Rom verabschiedet wurde. Ein von der italienischen Regierung 2014 eingeführter "Art Bonus", der Steuerguthaben für Mäzene vorsieht, die mit Schenkungen die Renovierung und Verwertung von Denkmälern und Opernhäuser fördern, wird jetzt auch auf Theater, Orchester und Festivals ausgedehnt. Vier Millionen Euro werden zur Förderung von Kulturevents in den vom Erdbeben 2016 zerstörten Regionen in Mittelitalien locker gemacht.

Mehrzahl der Bürger erwartet schnelles Internet

Umfrage: 82 Prozent fordern mehr kostenlose WLAN-Hotspots

Die Versorgung mit digitaler Infrastruktur ist für die Menschen in Deutschland ein wichtiges Anliegen. 82 Prozent forderten öffentliche Gebäude und Plätze mit kostenlosen WLAN-Hotspots auszustatten, wie aus einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) hervorgeht. 88 Prozent vertreten die Ansicht, jeder Bürger habe ein Anrecht auf einen bezahlbaren Breitbandanschluss - auch in ländlichen Regionen. Für vier von fünf Befragten ist das Internet ein "öffentliches Gut". 77 Prozent stimmten der Aussage zu, ein Computer und ein Internetanschluss sollten zur Grundsicherung gehören - ähnlich wie ein Fernseher oder ein Kühlschrank.

Parzinger fordert mehr Geld für Kolonialismusforschung

Nachfahren der Opfer sollen in Debatte stärker einbezogen werden

Mehr Geld für die Erforschung des kolonialen Erbes in den deutschen Museen hat der Präsident der Berliner Stiftung Preußischer Kulturbesitz gefordert. Angesichts der großen Zahl von Objekten stehe viel Arbeit bevor, sagte Parzinger bei einer Podiumsdiskussion zum geplanten Humboldt Forum. "Ich bin optimistisch, dass das auch bei der Politik ankommt und sie für die notwendige Unterstützung sorgt." Durch die aktuelle Debatte sei das öffentliche Bewusstsein für die Dringlichkeit des Themas gewachsen. Die Berliner Ethnologin Larissa Förster von der Humboldt-Universität nannte die Debatte überfällig. "In den Herkunftsländern gibt es die Wut darauf, dass die Objekte geraubt wurden", sagte sie. "Und es gibt Enttäuschung und Frust, dass man von den Institutionen hier nichts aktiv hört." Die Initiative "No Humboldt 21" protestierte, weil die Nachfahren kolonialisierter Völker nicht zu der Diskussion eingeladen waren. Parzinger sagte zu, künftig verstärkt Betroffene einzubeziehen.

Bayerische Staatsbibliothek gibt NS-Raubgut zurück

Bücher kehren in den Bestand des Religionslehrerverbandes zurück

Die Bayerische Staatsbibliothek gibt NS-Raubgut aus dem ehemaligen Besitz des "Vereins katholischer Religionslehrer an den höheren Lehranstalten Bayerns" zurück. Insgesamt würden 67 Bücher an dessen Nachfolgeorganisation, den Verband der katholischen Religionslehrer und Religionslehrerinnen an den Gymnasien in Bayern (KRGB) restituiert, teilte die Staatsbibliothek mit. Das NS-Regime hatte 1938 den damaligen Religionslehrerverband aufgelöst und dessen Besitz beschlagnahmt. Die Bücher gingen in den Bestand der Bayerischen Staatsbibliothek über. Dort werden die Sammlungen seit 2003 durchforstet, um unrechtmäßig erworbene Werke zurückzugeben.

Lausanne zeigt Werkschau von Ai Weiwei

Mehrere Ausstellungsorte widmen sich dem chinesischen Künstler

Der chinesische Künstler Ai Weiwei präsentiert sich in der Schweiz mit einer umfassenden Werkschau. In mehreren Museen und zwei Bibliotheken werden in Lausanne bis Ende Januar 2018 rund 40 Arbeiten zu sehen sein. Sie sollen nach Mitteilung des Museums zeigen, wie Ai Weiwei traditionelle Materialien und Fabrikationsmethoden verfremdet, in neue Zusammenhänge bringt und damit Kritik am politischen System Chinas formuliert. Die Schau heißt "D'ailleurs c'est toujours les autres" (Im übrigen sind es immer die anderen), angelehnt an die Grabinschrift des Avantgardekünstlers Marcel Duchamp (1887-1968).

Europas Muslime vertrauen demokratischen Institutionen

Studie befragte Muslime in 15 EU-Mitgliedstaaten

Die überwiegende Mehrheit der Muslime in der Europäischen Union hat großes Vertrauen in demokratische Institutionen. Dies gelte auch dann, wenn sie Diskriminierungen und Belästigungen erfahren hätten, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie der EU-Grundrechteagentur. Deren Direktor, Michael O'Flaherty sieht darin einen Beweis der Integration. Diese könne allerdings durch Diskriminierung und Hasskriminalität gefährdet werden. Laut dem Bericht fühlte sich ein Drittel der Muslime innerhalb der vergangenen fünf Jahre bei der Arbeitssuche diskriminiert. Für die Studie wurden insgesamt 10.527 Menschen in 15 EU-Mitgliedstaaten befragt, die sich selbst als Muslime identifizieren.

Salma Hayek spendet für Erdbebenopfer

Schauspielerin will 100 000 US-Dollar geben

Die Schauspielerin Salma Hayek will 100 000 US-Dollar für die Erdbebenopfer in Mexiko spenden. Über eine Crowdfunding-Kampagne soll noch mehr Geld zusammenkommen. Hayek erinnerte über Instagram an das verheerende Erdbeben von 1985 bei dem sie Freunde und Verwandte verlor. "Mit den Folgen dieses Desasters musste ich leben, es ist entsetzlich. Ich habe einen Spendenaufruf gestartet, um den Familien in Mexiko zu helfen, die diesen Albtraum gerade erleben." In dem Video verwies die US-amerikanisch-mexikanische Darstellerin auf ihre Crowdfunding-Seite, auf der man für die Unicef-Hilfsmission im Erdbebengebiet spenden kann.

Jürgen Prochnow zurück in Berlin

Schauspieler nennt Trump einen guten Umzugshelfer

Schauspieler Jürgen Prochnow ist nach vielen Jahren in Hollywood in seine Heimatstadt Berlin zurück gezogen. Offenbar nicht zuletzt aus politischen Gründen. "Trump war ein guter Umzugshelfer - er hat uns die Rückkehr erleichtert", sagte der 76-Jährige der "Bild". Prochnow besitzt seit 2003 den US-amerikanischen Pass und ist auch in den Vereinigten Staaten wahlberechtigt.

Verlag Faksimile nimmt Arbeit wieder auf

Neue Verlegerin ist Charlotte Kramer

Neustart für den 2014 geschlossenen Verlag Faksimile: Seit dem 1. September setzt die Faksimile Verlag GmbH mit Sitz im niederbayerischen Simbach am Inn seine Arbeit fort. Unter dem Namen "Faksimile Verlag" werden künftig regelmäßig Faksimile-Editionen herausragender Handschriften erscheinen, zudem werden die Lagerbestände an kostbaren und einzigartigen Faksimile-Editionen wieder vermarktet. Die neue Verlegerin Charlotte Kramer ist die Tochter des einstigen Verlagsleiters Manfred Kramer. Der Faksimile Verlag Luzern war 1974 gegründet worden. Er widmete sich der originalgetreuen Faksimilierung der bedeutendsten mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Handschriften der europäischen Kulturgeschichte.

Gerritsen wird Leiterin des Filmfestivals "goEast"

Nachfolgerin von Gaby Babic

Die niederländische Filmproduzentin und Kuratorin Heleen Gerritsen wird neue Leiterin des Filmfestivals "goEast" in Wiesbaden. Gerritsen trete die Nachfolge von Gaby Babic zum 1.Oktober an, teilte das Filmfestival in Wiesbaden mit. Das seit 2001 vom Deutschen Filminstitut jeweils im April veranstaltete Festival versteht sich als "Schaufenster des mittel- und osteuropäischen Filmschaffens". Das Festival zeigt sowohl Filme zu aktuellen gesellschaftlichen Themen als auch filmhistorische Retrospektiven und Sonderreihen. Es verleiht unter anderem die mit 10.000 Euro dotierte Goldene Lilie für den besten Film. Im vergangenen April kamen an den sieben Festivaltagen rund 12.000 Besucher, um 111 Filme aus 29 Ländern zu sehen.

Erforschung der Weltgeschichte des Kunstraubs

Forschungsprojekt für drei Jahre angelegt

Wissenschaftler um die Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy (TU Berlin) wollen die Geschichte des Kunstraubs und der weltweiten Verlagerung von Kulturgütern nachzeichnen. Kaum ein Tag vergehe, in dem nicht um eine Entscheidung im Umgang mit geraubtem Kulturgut gestritten werde, sagte die Wissenschaftlerin bei der Vorstellung des Projekts. Für das auf drei Jahre angelegte Vorhaben hatte Savoy den mit 2,5 Millionen Euro dotierten Leibniz-Preis erhalten. Es gehe dabei aber nicht um die Rückgabe einzelner Gegenstände. Das Projekt wolle vielmehr das Bewusstsein schärfen, dass die Objekte in den Museen nicht einfach mit einem Hubschrauber dort gelandet seien. Savoy sagte, sie könne verstehen, wenn sich Museen davor scheuten, dem Ursprung ihrer Objekte nachzugehen. Denn oft stehe am Ende die Diskussion um eine Rückgabe. Diese Angst verhindere oft historische Forschung. Entstehen soll unter anderem eine Datenbank mit Bildmaterial zu Zerstörung, Abtransport und Rückgabe von Kulturgütern, eine Textsammlung sowie ein Glossar zum Thema.

Hamburger Literaturpreis für Fatma Aydemir

Bester Debütroman des Jahres

Die Berliner Autorin Fatma Aydemir erhält für ihren Roman "Ellbogen" (Hanser) den diesjährigen Klaus-Michael-Kühne-Preis des Hamburger Literaturfestivals Harbourfront. Der Roman der 1986 geborenen Berlinerin sei "ein fulminantes, durchschüttelndes und durchrüttelndes Buch über deutschtürkische Identität und Bikulturalität", heißt es in der Begründung der Jury. Der mit 10 000 Euro dotierte Preis geht an den besten Debütroman des Jahres. Er wird am Freitag in Hamburg vergeben.

Kate Tempest kommt nicht nach Berlin

Konzertabsage der britischen Sängerin

Die britische Rapperin Kate Tempest hat ihr Konzert für die Volksbühne Berlin am 6. Oktober abgesagt. Ihr Management ATC in London begründet die Absage mit Drohungen gegen ihre Person. Danach habe sie persönliche Attacken per email und social Media-Diensten erhalten. In solch einem Umfeld wolle man kein Konzert geben, heißt es weiter. Tempests Name war in den den vergangenen Wochen in mehreren Berichten mit der BDS-Bewegung (Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen) in Zusammenhang gebracht worden. Das ist eine internationale Bewegung, die sich für Sanktionen und einen Boykott Israels wegen der Palästinenserpolitik einsetzt. Tempest hatte 2015 bei der Aktion "Artists for Palestine" zusammen mit anderen britischen Künstlern erklärt, aus Solidarität mit den Palästinensern keine professionellen Engagements in Israel anzunehmen. Eingeladen hatte die Volksbühne Kate Tempest zur Eröffnung der Volksbühne unter dem neuen Intendanten Chris Dercon zu singen.

Bund hilft bei Sanierung preußischer Schlösser

400 Millionen Euro als Unterstützung beschlossen

Vertreter von Bund und Ländern haben am Donnerstag ein weiteres Finanzierungspaket über 400 Millionen Euro für Sanierungsarbeiten der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) unterzeichnet. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sagte, es sei eine nationale Aufgabe, das Unesco-Kulturerbe zu erhalten. Das 2008 vereinbarte Sonderinvestitionsprogramm war mit einem Gesamtvolumen von 155 Millionen Euro ausgestattet. Nun stellt Grütters aus ihrem Etat 200 Millionen Euro zur Verfügung, die andere Hälfte tragen das Land Brandenburg mit 131 Millionen Euro und Berlin mit 69 Millionen Euro. Finanziert werden dringende Bauinvestitionen und Sanierungsarbeiten am Schloss Charlottenburg in Berlin, im Neuen Palais in Potsdam, im Schloss Babelsberg und am Schloss auf der Pfaueninsel. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten betreut neben 32 Museumsschlössern mehr als 720 Hektar Parkflächen und über 300 historische Anlagen.

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